Konzertsommer 2020 im Auto – 5 Tipps und Tricks

Hupkonzerte, Warnblinklichter, Fernlicht-Strobo. Das ist der Konzert-Applaus im Corona-Sommer 2020. Hätte mir im Januar jemand gesagt, dass ich diesen Sommer freiwillig Konzerte in meinem Auto besuchen würde, hätte ich ihm wohl einen Vogel gezeigt. Und jetzt? Jetzt liegt hier Ticket Nummer 3 auf meinem Schreibtisch. Heute in einer Woche geht es nach Hamburg zu Revolverheld am Cruise Inn in Steinwerder.

Ein Konzert im Auto? What the heck? Als im April die Ankündigung für das erste Autokinokonzert in Hannover kam, war ich erst ein wenig skeptisch. Wie soll das bitte funktionieren? Aber die Sehnsucht nach „der Band meiner Jugend“ war nach fast zwei Jahren Konzertabstinenz doch zu groß, als dass ich mir dieses Abenteuer entgehen lassen hätte können.

Fast ganz nah dran: In der ersten Reihe beim Autokinokonzert.

Und so sitze ich an einem Samstag im Mai mit einer Freundin im Auto ihrer Mutter auf dem Schützenplatz in Hannover und grinse wie ein Honigkuchenpferd. Da wir rechtzeitig da sind und unser Auto flach genug ist, landen wir sogar in der ersten Reihe. Die Bühne ist riesig, um uns herum stehen weitere 1000 Autos. Trotzdem haben wir im Auto ein bisschen das Gefühl, unser eigenes kleines Wohnzimmerkonzert zu genießen. Nur „etwas“ lauter. Der Ton kommt aus dem Autoradio und dank unserer hochwertigen Soundanlage ist das Konzertgefühl auf jeden Fall da.

Das einzige irritierende ist gelegentlich die zeitliche Verzögerung zwischen Ton und „Bild“, bzw. dem Geschehen auf der Bühne. Wenn man das Fenster zu weit öffnet, hört man das Live-Schlagzeug von der Bühne oft einen ganzen Beat vor dem Gesang aus dem Autoradio. Da man das Auto aber eh nur zum Toilettengang verlassen darf, ist alles wieder ok, sobald das Fenster geschlossen ist.

Per Zoom dabei

Besonders cool: Der Veranstalter hat ein Zoom Meeting eingerichtet, in das man sich via Handy einklinken kann. Und so flimmern nicht nur die Live-Bilder von der Bühne über die riesigen LED-Leinwände, sondern auch die Gesichter der anderen Zuschauer aus ihren Autos. Das Ganze erinnert ein wenig an Kiss Cams von amerikanischen Sportveranstaltungen. Auch wir landen immer mal wieder in albernen Posen auf den Bildschirmen und freuen uns wie kleine Kinder.

Trotz Hupverbot hupen fast alle Autos ab dem fünften Song jedes Mal begeistert Applaus. Die Warnblinker simulieren begeistertes Mitklatschen und wozu hat man denn ein Fernlicht, wenn man es nicht zum Applaus-Stroboskop umfunktionieren würde? 

Auch wenn es schräg wirkt, Autokinokonzerte sind aktuell eines meiner Highlights in dieser merkwürdigen Coronazeit. Natürlich hoffe ich sehr darauf, bald wieder auf normale Konzerte gehen zu dürfen.

Wie sieht es bei Euch aus? Würdest du auf ein Autokinokonzert gehen? Warst du vielleicht sogar schon da? Schreib mir doch einen Kommentar 🙂 

Fünf Tipps und Tricks für das perfekte Konzerterlebnis

1. Das Auto mit dem besten Sound

Wenn dir vor deinem Konzertbesuch mehrere Fahrzeuge zur Wahl stehen, entscheide dich für das mit der besten Sound-Anlage. So hast du auf jeden Fall ein gutes Konzertgefühl, auch wenn du nicht ganz vorne landen solltest. Wichtig ist hierbei jedoch, dass das Autoradio noch ganz old school UKW-Frequenzen empfängt und ein manueller Sendersuchlauf möglich ist.

Das war mein Blick bei meinem spontanen Besuch am Sonntag. Zum Glück hatte ich mein Fernglas dabei.

2 Wer zuerst kommt, mahlt zuerst

Dir ist es wichtig, möglichst nah an der Bühne zu stehen? Dann plane auf jeden Fall einen guten Zeitpuffer zwischen deiner Anreise und Einlass ein und komm nach Möglichkeit nicht im Camper, Kleinbus, Kastenwagen oder SUV. Hohe Autos werden in der Regel nach Hinten oder an den äußersten Rand verbannt. Und wenn dein Auto einmal steht, bleibt es dort. Nach vorne mogeln kann man sich hier später nicht.

Autokinokonzert Revolverheld Hannover
Am Samstag waren wir früh genug da und standen in der ersten Autoreihe.

3 Picknick im Auto

Dank Corona werden in den meisten Autokinos keine Snacks oder Getränke angeboten. Deck dich also vorher mit ausreichend Getränken und Snacks ein, da du eben einige Stunden im Auto verbringen wirst. Wir hatten bei der ersten Runde sogar selbst gebackene Muffins dabei. Bei Runde 2 war ich spontan allein unterwegs und musste mich mit Mandeln, Wasser und Red Bull begnügen. 

4 Alles für das Wohnzimmerkonzert

Lichterketten, Leuchtschilder, Kuscheldecken, Kissen – wenn man schon im Auto sitzt, soll es auch gemütlich sein. Unsere „Dekoration“ beschränkte sich beim ersten Besuch zwar „nur“ auf ein kleines Lichteinhorn, aber dank Batterien und 1-Euro-Läden sind die Möglichkeiten nahezu grenzenlos.

… Das Konfetti solltest du nur vielleicht lieber zu Hause lassen.

 

5 Fernglas

Bei den meisten Autokinokonzerten gibt es große Leinwände. Diese unterscheiden sich jedoch stark in ihrer Qualität. Wenn du also zwischendurch auch noch einen „echten“ Blick auf die Bühne werfen möchtest und dein Auto nicht ganz vorne steht, ist Opas altes Fernglas Gold wert. Und wenn du doch vorne stehst, kann man in Kombination mit dem Handy auch noch lustige Fotos schießen.

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