Kein Farbenfest in Osnabrück – Stadt erteilt Absage für elektronisches Musikspektakel „Festival of Colours“

Es hätte alles so bunt sein können. Farbpulver, feiernde Menschen, elektronische Musik – Ein Festival der Farben mitten in Osnabrück. Ähnlich wie das Holi Festival in Berlin, das dort Ende Juli stattfand, hätte das „Festival of Colours Osnabrück“ einige Tausend junge Menschen begeistern sollen. Doch daraus wird nichts. Die Stadt hat den Veranstaltern am Freitag eine Absage erteilt.


Ursprünglich sollte das bunte Spektakel am 8. September auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne am Limberg mit 5000 feiernden Besuchern stattfinden. Der Start des Vorverkaufs war schon geplant, das Line-Up der Künstler und DJs ebenfalls bereits komplett. Doch für dieses Gelände bekamen die beiden Veranstalter-Teams „Lausbuben Komplizen“ und „Freie Vögel“, die im Osnabrücker Raum für ihre außergewöhnlichen Elektropartys bekannt sind, schon Anfang August keine Genehmigung.

Ein Ausweichgelände und ein neues, mögliches Datum wurde kurze Zeit später bekannt gegeben: Der alte Güterbahnhof mitten in Osnabrück. Am Sonntag, 23. September, hätte dort das Festival am Nachmittag stattfinden sollen. Eine auf inzwischen 6800 Fans angewachsene, hoffnungsvolle „Festival of Colours“-Community drückte den Veranstaltern per Facebook die Daumen. Vergebens.

Acht Fachbereiche der Stadt Osnabrück diskutierten vergangene Woche auf einer internen Sitzung die Veranstaltung. Das negative Ergebnis wurde am Freitagvormittag mitgeteilt. „Wir sind sehr enttäuscht“, äußerte sich Daniel Bruns vom Veranstalter-Team über die Absage. Als Grund habe die Stadt unter anderem den aus ihrer Sicht zu kurzfristig gewählten Zeitpunkt angegeben. Außerdem habe sie das Gelände am alten Güterbahnhof für die Veranstaltung letztendlich als ungeeignet befunden.

Laut Aussage von Sven Jürgensen, dem Leiter des Presseamtes der Stadt Osnabrück, seien in der Tat Sicherheitsbedenken Hauptgrund für die Absage gewesen. „Bei dem Gelände gibt es eine Flaschenhalsproblematik, die durch die Eisenbahnbrücke über der Hamburger Straße entsteht“, so Jürgensen. Die Hamburger Straße ist der einzige Zugang zum Gelände des alten Güterbahnhofs. Während des Festivals hätte die Straße sowohl als Zu- und Abweg für die Besucher, als auch als Rettungsweg für die Einsatzkräfte fungieren müssen, erklärt Jürgensen. „Alles durch den Tunnel unter der Eisenbahnbrücke zu schleusen, schien der Stadt zu gefährlich“, so Jürgensen weiter.

Viele Anhänger des Festivals äußern im Facebook ebenfalls ihre Enttäuschung. Einige zeigen sich dennoch optimistisch und hoffen auf ein Festival in Osnabrück im nächsten Jahr. Andere schlagen vor, ein Ausweichgelände im Landkreis zu suchen. Wiederum andere wollen nun zu einer ähnlichen Veranstaltung in Oldenburg fahren. Das „Holi-Oldenburg“ Open Air Farb-Festival findet dort Mitte September statt.

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