Tipps und Tricks, wie Ihr bei Tickets sparen könnt

Sicher kennt Ihr das: Eure Lieblingsband geht endlich wieder auf Tour, der Vorverkauf startet… und Ihr fallt fast hinten über, wenn Ihr die Ticketpreise seht. Ich habe über die Jahre sehr viel Geld für Konzertkarten ausgegeben und verrate Euch in diesem Blogpost ein paar Tricks, wie Ihr zumindest ein paar Euro pro Ticket sparen könnt.

Kurz einmal vorab: Ich kann Euch nicht zeigen, wie Ihr überteuerte Tickets für amerikanische Weltstars plötzlich für die Hälfte bekommen könnt. Aber es gibt fast immer ein paar Möglichkeiten, zumindest ein paar Euro von den üblichen Gebühren zu sparen. Das erfordert zwar ein bisschen Zeit, Recherche-Talent und aktiven Preisvergleich, aber am Ende solltet Ihr wissen, wo es das günstigste Ticket für Euer Wunschkonzert gibt.

Regel Nr. 1: Finde eine Alternative zum Platzhirsch

Ja, die meisten Tickets gibt es bei Eventim und Ticketmaster. Keine Frage. Aber was viele Menschen nicht wissen, oder vergessen, es gibt auch noch andere Ticketanbieter. Diese sind häufig deutlich günstiger – und das ganz legal. Jedes Ticket hat einen Nettopreis, auf den dann die beteiligten Parteien (Tourveranstalter, lokaler Veranstalter, Anbieter des Ticketsystems, die jeweilige Vorverkaufsstelle, Versand, etc.) alle ihre Gebühren aufschlagen, woraus sich dann für den Fan ein oft schwer nachvollziehbarer Endpreis ergibt. Um ein paar Euro zu sparen, müsst Ihr so viele Beteiligte aus der Ticketnahrungskette ausschließen wie möglich. Hier ein paar Anhaltspunkte:

Finde heraus, wer das Konzert oder die Tour veranstaltet

Jedes Konzert hat einen lokalen und einen nationalen Veranstalter. Der lokale Veranstalter ist meistens eine kleinere Agentur aus dem Veranstaltungsort und für z.B. das eine Konzert der Band X in Hintertupfingen und evtl. noch in Musterhausen zuständig. Der nationale Veranstalter ist meist eine große Agentur wie z.B. FKP Scorpio oder Lieberberg Konzerte und ist entweder für die gesamte Tour oder zumindest einen Großteil davon verantwortlich. Meistens haben sowohl der lokale Veranstalter als auch der nationale Tourveranstalter einen eigenen Ticketversand, in dem sie Karten für ihre eigenen Konzerte anbieten. Oft sind sie dann nicht auf die Ticketsysteme von Eventim und Co angewiesen, was Euch als Fan dann pro Ticket meistens schon 2 bis 4 Euro spart. Die Versandkosten sind mit ca. 5 Euro pro Bestellung ähnlich hoch wie bei Eventim.

Auch Bands und kleinere Tourveranstalter haben oft eigene Onlineshops

Während meiner ganz wilden Revolverheld-Zeit vor 10 Jahren habe ich z.B. meine Tickets immer direkt bei Extratix gekauft, dem Ticketshop des Tourveranstalters Extratours. Hier gab es die Karten für viele Konzerte der betreuten Bands deutlich günstiger als bei Eventim. Teilweise haben wir so bis zu 7 Euro pro Ticket gespart (in der Regel um die 2 bis 5 Euro).

Mittlerweile haben auch viele Bands ihre eigenen Ticketshops. Checkt am besten als erstes die Webseite der Band und vergleicht die Preise dort mit den anderen Ticketplattformen. Da ihr dort direkt an der Quelle seid, solltet ihr auch wieder um die 3 bis 5 Euro pro Ticket sparen können.

Support your local Ticket Dealer

Erfahrungsgemäß am günstigsten wird es, wenn der lokale Veranstalter auch noch eine eigene Vorverkaufsstelle in der Stadt hat. Dann spart Ihr Euch zusätzlich zu den Fremdgebühren nämlich auch noch die Versandkosten 😉

Finde heraus, wo das Konzert veranstaltet wird

Neben den Veranstaltern haben auch oft die Veranstaltungsorte eigene Vorverkaufsstellen. Entweder direkt vor Ort oder eben online. Manchmal hat man Glück und der Onlineshop verlinkt nicht einfach nur auf die betreffende Veranstaltung bei Eventim. Gerade kleinere Clubs nutzen stattdessen oft andere, für sie günstigere Systeme, wie z.B. AdTicket, Love Your Artist, Eventbrite, usw. Oft handelt es sich hierbei dann um Online-Tickets oder Print-at-Home-Tickets.

Regel Nr. 2: Kauft mehr als ein Ticket

… und spart Versandkosten. Das sollte eigentlich selbstredend logisch sein, aber der Vollständigkeit halber erwähne ich es noch mal: Die meisten Ticketanbieter berechnen ihre Versandgebühren nur einmalmalig pro Bestellung, sofern die Karten alle an eine Adresse geliefert werden. Ob man nun einmal 4,90 Euro Versand für 10 Tickets zahlt, oder 10 Leute für sich jeweils 4,90 Euro, macht schon einen Unterschied. (Und wenn Ihr dann noch einen vernünftigen Rabattcode vom Anbieter habt, lohnt es sich manchmal sogar wieder beim Platzhirsch zu kaufen.)

Regel Nr. 3: Vermeidet um jeden Preis Drittanbieter wie Viagogo

Zu diesem Thema könnte man ganze Bücher schreiben. Habt Ihr auch schon mal nach Tickets für Eure Lieblingsband gegoogelt und als erstes wurden Euch Ergebnisse von Viagogo, StubHub, Fansale und Co angezeigt? Dann achtet bittet auf das Kleingedruckte: Daneben steht „Anzeige“. Das ist dann nicht Euer bestes Suchergebnis, sondern die am besten bezahlte Anzeige zu dem Thema. Bei diesen Plattformen handelt es sich nicht um offizielle Vorverkaufsstellen, sondern um Wiederverkäufer, die die Karten oft zu einem überteuerten Preis anbieten.  Sie bewegen sich damit offiziell in einer rechtlichen Grauzone. Im realen Leben würde man dazu aber wohl Schwarzmarkt sagen. Sparen kann man hier nur selten und oft ist auch nicht garantiert, dass Ihr mit diesen Tickets überhaupt auf das Konzert gehen könnt (so wie viele Fans von Ed Sheeran diesen Sommer), weil diese inzwischen oft personalisiert sind. 

Besonders ärgerlich ist es, wenn man aus Unwissenheit über z.B. Viagogo Karten für ein Konzert bestellt, für das es an den offiziellen Vorverkaufsstellen noch Karten gibt. Das verrät Viagogo einem natürlich nicht, da es nur die Tickets anbietet, die dort zum Wiederverkauf angeboten werden. Und so kann es dann passieren, dass man den 3-fachen Preis (und mehr) für ein Ticket zahlt, das man woanders regulär für 50 Euro bekommen hätte. Mein Vater musste das leider am eigenen Leib erfahren. 

Und Ihr so?

Welche Erfahrungen habt Ihr beim Ticketkauf gemacht? Habt Ihr noch andere Tipps, die ich hier jetzt vergessen habe? Ich freue mich über Eure Kommentare! 

(Übrigens: Ich habe hier absichtlich niemanden verlinkt, damit sich hier niemand benachteiligt fühlt. Es ist auch keine Werbung, sondern einfach nur meine persönliche Erfahrung.)

Ein Kommentar auch kommentieren

  1. Christina sagt:

    Ich empfehle ja auch immer den Blick auf EBay Kleinanzeigen und auf Facebook wenn möglich der Veranstaltung beizutreten. Dort werden dann häufig Tickets angeboten. Aber Vorsicht nur persönlich abholen .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.