Fettes Brot, Dendemann und Die Sterne bereiteten „Zauberhaften Abend“

„Zauberhafte Abende“ – so heißt die Open-Air-Reihe, die seit 2008 jährlich im Schloßpark des Jagdschloss Herdringen bei Arnsberg im Sauerland stattfindet. An insgesamt vier Abenden locken Größen aus Musik und Comedy die Massen in den beschaulichen Ort. 
Den diesjährigen Musikreigen eröffneten vergangen Donnerstag Die Sterne, Überraschungsgast Dendemann und die Hamburger HipHop-Urgesteine Fettes Brot.
Während am Donnerstag anderswo die Welt langsam unterging, war Petrus den Besuchern des „Zauberhaften Abends“ wohl gesonnen und hielt die Regenschleusen die meiste Zeit über fest geschlossen. Ein kräftiger Regenguss hätte das ohnehin schon aufgeweichte Areal in eine riesige Schlammschlacht verwandelt. In weiser Voraussicht hatten die Veranstalter den Bereich vor der Bühne großzügig mit weißen Plastikplatten ausgelegt, so dass dem musikhungrigen Publikum eine unfreiwillige Rutschpartie im Takt der Musik größtenteils erspart blieb.
Mit etwas Verspätung enterten gegen 18.30 Uhr Die Sterne aus Hamburg die Bühne. Die  sympathische selbsterklärte Deutschrockband spielte sich mit viel eigenwilligem Humor durch ihr 45-minütiges Set, in dem Songs wie der Klassiker „Was hat dich bloß so ruiniert?“ oder Stücke aus ihrem neuen Album „24/7“ wie „Gib mir die Kraft“ und „Deine Pläne“ nicht fehlen durften. Trotz einer soliden Vorstellung hatten es die drei Herren nicht leicht, das noch etwas träge wirkende, und darüber hinaus fest auf Fettes Brot eingeschworene Publikum mit ihrem nicht immer einfachen Indierock aus der Reserve zu locken. 
Dendemann hatte es dagegen um einiges leichter. Kurz vor 20 Uhr trat der als Überraschungsgast Angereiste, unterstützt von DJ und ansehnlicher Live-Band vor das stark angewachsene Publikum und lieferte ab dem ersten Ton feinsten frech provokativen Kopfnicker-HipHop, gespickt mit rockigen Abgehelementen. Ohne Probleme zog der gebürtige Mendener die Leute in Windeseile auf seine Seite. Begeistert tanzte, bouncte und feierte die Menge Tracks wie „Stumpf ist Trumpf“ und „Endlich Nichtschwimmer“. Inspiriert vom Anblick des Jagdschlosses widmete Dendemann zum Schluss seinen Song „Gangsterbraut“ kurzerhand den Raubrittern, die dort seiner Meinung nach mit Sicherheit einmal gehaust hatten. 
Gegen 21.20 Uhr folgte endlich das, worauf die Masse seit Stunden sehnlich gewartet hatte. Das Intro von „Emanuela“ wummerte über das Gelände und Fettes Brot stürmten endlich die Bühne. Ab der ersten Sekunde gab es kein Halten mehr. Zu fetten Bässen und heißen Bläsersätzen der Liveband tanzte sich die Meute vor der Bühne die Seele aus dem Leib, feierten neuere Hits wie „Erdbeben“ und „Bettina“ und ließ sich ebenso von alten Klassikern wie „Jein“, „Definition von Fett“, „Da draussen“, „Schwule Mädchen“ und „The Grosser“ mitreißen. Mit ihrem Programm lieferten die drei Hamburger einen energiegeladenen massentauglichen Querschnitt durch 18 Jahren Bandgeschichte, der nach circa 80 Minuten mit „Nordisch by Nature“ ein großes, aber für den Geschmack der durch und durch heißgetanzten Zuschauer, viel zu frühes Ende fand. 


Fotos: Katharina Leuck

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