Ready, Set, Go! – Livingston im Interview

Als Support von Revolverheld, Thomas Godoj und Ich+Ich haben Livingston sich während der letzten 3 Jahre in Deutschland ihre Sporen verdient. Jetzt ist ihre aktuelle Single „Go“ sogar vom ZDF zur Hymne der Olympischen Winterspiele 2010 gemacht worden. Im Rahmen ihrer Sign-Language-Tour rocken die Herren am 14. März den Rosenhof. Drummer Paolo Serafini hat sich vorab etwas Zeit genommen, und mit uns über die Tour, Musik und Zivilcourage gesprochen.


Wie ist das für Euch, jetzt als Headliner und nicht mehr als Support unterwegs zu sein?
Es ist ein ziemlich unglaubliches Gefühl. Plötzlich hat man Leute im Publikum, die alle Texte auswendig können und mitsingen. Wenn man Support spielt, muss man die Fans erst mal für sich gewinnen. Das ist schon ein riesiger Unterschied und das Gefühl ist einfach unbeschreiblich.

Habt Ihr auf Eurer Tour jetzt einen eigenen Support dabei?
Ja, wir haben TAKIDA aus Schweden für die ersten Teil und Reisegruppe Fischer für den zweiten Teil der Tour dabei. Wir dachten, wir nehmen mal zwei Bands mit, damit die Leute, die vielleicht öfter zu den Gigs kommen, sich nicht so langweilen (lacht).

Wenn eine Tour so wie jetzt ansteht, wie lange und oft probt Ihr da?
Wir versuchen mindestens zwei Wochen davor wirklich intensiv zu proben, so 4 bis 5 Stunden am Tag. Wir sind sowieso eine Band, die wirklich gerne probt. Es kam auch schon vor, dass wir den ganzen Tag von 12 bis 22 Uhr geprobt haben (lacht).

Ihr macht jetzt schon seit fast 8 Jahren zusammen Musik, und werdet jetzt seit „Broken“ als Newcomer gehandelt. Wie ist das für Euch? Ist das für Euch persönlich ein besonderer Erfolg?
Ja, auf jeden Fall. Das ist eine große Belohnung. Es fühlt sich so an als ob man alles richtig gemacht hat und jetzt endlich die Ergebnisse sieht. Es hat zwar sehr lange gedauert, aber das ist auch eine gute Lektion, denn dann weiß man wenigstens, wofür man so lange gekämpft hat. Wir wollten alle immer schon von der Musik leben und das können wir jetzt. Damit ist für uns ein Traum der in Erfüllung gegangen.

Livingston ist eine sehr internationale Band. Ihr kommt aus Italien, Süd Afrika, Deutschland und England. Wie wirkt sich das auf Eure Musik aus?
Ich denke schon, dass sich das auf unseren Sound auswirkt. Wir hören dadurch alle einfach sehr unterschiedliche Musik. Unser Bassist Phil hört viel Tool und At the Drive-In, ich höre dann lieber John Mayer und so softeren Rock. Dann hat man einfach eine gute Mischung und Soundkombinationen wenn man Songs zusammen schreibt.

Was sind sonst so Eure musikalischen Haupteinflüsse?
Die sind sehr unterschiedlich, jeder hat halt so seine Lieblingsbands. Die Bands die wir aber alle mögen sind zum Beispiel John Mayer, Jimmy Eat World, Jeff Buckley, Radiohead oder Peter Gabriel.

Das klingt nach einer guten Mischung.
Ja, ich finde ich auch. So bleibt es auch interessant. Wenn wir jetzt alle nur Foo Fighters hören würden, würden wir wahrscheinlich auch irgendwann wie die Foo Fighters klingen (lacht). Das wären dann aber einfach nicht „wir“.

Wie wichtig ist Euch die Meinung Eurer Fans wenn es um eure Musik geht? Lasst Ihr Euch von Kritik beeinflussen oder ist Euch das egal?
In der Anfangsphase ist es sehr interessant Kritik zu lesen. Ich persönlich versuche es nicht zu lesen, weil ich glaube, dass wir alle erwachsen genug sind um unsere Schwächen zu kennen. Und weil man sich sonst auch zu sehr verrückt macht. Ich finde es aber trotzdem interessant, wenn jemand etwas schlechtes zu sagen hat. Die sind dann nämlich meistens richtig ehrlich. Aber ansonsten ziehen wir unser Ding durch. Wenn die Leute unsere Musik mögen, super. Wenn nicht, dann ist das auch ok. Man kann ja nicht alles toll finden.

Mit wem würdet Ihr gerne mal zusammen arbeiten oder einen Song aufnehmen?
Das ist sehr individuell. Aber ich wäre überglücklich, wenn wir mal etwas mit Dave Matthews Band machen könnten. Das ist meine absolute Lieblingsband. Wegen deren Drummer habe ich überhaupt angefangen Schlagzeug zu spielen. Der hat mich wahnsinnig inspiriert.

Das Thema dieser blue-Ausgabe ist Gewalt und Zivilcourage. Wie stehst du zum Thema? Beweist du Zivilcourage?
Ich finde es wahnsinnig mutig von den Leuten die dazwischen gehen. Aber es ist wirklich tragisch, dass diese Personen dann so häufig selber leiden müssen.

Würdest du dazwischen gehen?
In so einer ganz ernsten Situation war ich zwar noch nicht, aber von meinen Prinzipien her würde ich schon dazwischen gehen. Man kann natürlich nie wissen. Wenn der andere ein Messer hat, ist es vielleicht intelligenter, die Polizei zu rufen. Aber sonst in der Schule habe ich mich öfter eingesetzt, wenn sich Leute gestritten haben.

Was sind jetzt die nächsten Ziele für Euch? Was möchtet Ihr dieses Jahr noch gerne erreichen?
Wir möchten einfach so viele Festivals wie möglich mitnehmen und vielleicht auch ein bisschen im Ausland spielen. Wir haben jetzt auch eine Tour in Schweden geplant. Wenn alles gut klappt auch in Süd Afrika und Japan, vielleicht auch in Amerika. Ansonsten möchten wir einfach gerne weiter erfolgreich in Deutschland sein, damit wir hier weiter so viel spielen können. Wir freuen uns jetzt aber erst mal wahnsinnig auf die Tour. Und auf Osnabrück. Da waren wir ja noch nie.

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