Schlagwort-Archive: Hurricane

Currywurst und Superhelden im Musikspagat: 5 Erkenntnisse zum Hurricane Festival 2014

Das Hurricane Festival 2014 ist schon wieder Geschichte, der Vorverkauf für 2015 hat bereits begonnen. Drei Tage lang wurde getrunken, gefeiert und zur Musik meist großartiger Bands der Alltag vergessen. Mit ein wenig Abstand ist es nun Zeit, Bilanz zu ziehen. Hier sind meine 10 fünf Erkenntnisse zum Hurricane Festival 2014. Currywurst und Superhelden im Musikspagat: 5 Erkenntnisse zum Hurricane Festival 2014 weiterlesen

Live Blog Hurricane 2014 am Sonntag: Black Keys… sehr, sehr geil!

Haltet Eure Hüte fest: LEISE/laut ist für all Euch liebe Leser auf dem Hurricane Festival 2014 in Scheeßel im „Sturm“ unterwegs. Das ganze Wochenende über halte ich euch hier mit jeder Menge Festival Schnack im Live-Blog-Style auf dem Laufenden. Also guckt gerne immer mal wieder rum. Highlights heute: The Bots, London Grammar, Metronomy, We Invented Paris, The Black Keys, Marcus Wiebusch und noch ein paar andere. Auf einen großartigen letzten Festivaltag!
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Live Blog Hurricane 2014 am Samstag: Was macht Lily Allen beim Hurricane?

Haltet Eure Hüte fest: LEISE/laut ist für all Euch liebe Leser auf dem Hurricane Festival 2014 in Scheeßel im „Sturm“ unterwegs. Das ganze Wochenende über halte ich euch hier mit jeder Menge Festival Schnack im Live-Blog-Style auf dem Laufenden. Also guckt gerne immer mal wieder rum. Highlights heute: The Wombats, The 1975, Kraftklub, Dropkick Murphys, Pixies, Bosse, Interpol, Lily Allen und Belle & Sebastian.

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Live Blog Hurricane 2014 am Freitag: Hohe Kunst von Arcade Fire und Party mit Macklemore zum Feierabend

Haltet Eure Hüte fest: LEISE/laut ist für all Euch liebe Leser auf dem Hurricane Festival 2014 in Scheeßel im „Sturm“ unterwegs. Das ganze Wochenende über halte ich euch hier mit jeder Menge Festival Schnack im Live-Blog-Style auf dem Laufenden. Also guckt gerne immer mal wieder rum. Meine persönlichen musikalischen Highlights heute: I Heart Sharks, George Ezra, Feine Sahne Fischfilet, The Naked and the Famous, Apologies I have None, The Sounds, Flogging Molly, Chuck Ragan, Thees Uhlmann & Band, Egotronic, We came as Romans, Casper, Bad Religion, The Kooks and natürlich Arcade Fire. Also mehr als volles Programm. Wo kann ich mich klonen lassen?
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Seifenblasen und Konfetti: 10 Erkenntnisse vom Hurricane 2013

Auch wenn ich seit 2005 beinahe jedes Jahr auf dem Hurricane Festival am Eichenring in Scheeßel war, nehme ich doch jedes Jahr wieder ein paar neue Erkenntnisse mit. Hier meine Liste der amüsanten/interessanten Kleinigkeiten, die mir einfach aufgefallen sind. Einige davon könnte man sich mal für das nächste Jahr merken.


1. Seifenblasen und Konfetti sind die neuen Gummipuppen vor der Bühne. Für das nächste Jahr wünsche ich mir auch noch Schmetterlinge,

2. Im Vergleich zu 2005 trägt das typische Festivalmädel keine praktischen Camouflage/Cargo-Pants mehr, sondern greift stattdessen lieber auf Hotpants und gemusterte Strumpfhosen zurück. Schick, auch wenn man sich teilweise ein bisschen wie auf einem Fashion-Blogger-Treffen vorkommt.

3. Leute mit Clubticket dürfen in die Hurricane Lounge, aber nicht in die VIP-Lounge. Leute mit VIP-Bändchen oder VIP/Presse-Tickets (die sonst fast alles dürfen) dürfen nicht in die Club Lounge. Aber wie sagte der Guide bei der Backstube-Führung so schön: „Früher gab es mal drei Pässe. Inzwischen gibt es hier aber ungefähr 20 unterschiedliche Bändchen mit vollkommen unterschiedlichen Berechtigungen. Da muss man als Security Guard schon mindestens den Hauptschulabschluss haben, um die alle auseinanderhalten zu können.“

Mein Clubticket flirtet mit Kayas VIP/Presse-Bändchen.

4. Wer gerne Captain Morgan Cola trinkt, sollte sich im Vorfeld im Kaufland eindecken: 6 Dosen a 0,33 für zusammen 7,77 Euro (plus Pfand) vs. 1 Becher 0,3 auf dem Festivalgelände für 7,50 Euro. Gut, dass ich vorher im Supermarkt zugeschlagen habe. Insgesamt sind die Preise für Essen und Co. auf dem Gelände in den letzten Jahren ganz schön gestiegen. Ein Grund mehr, lieber die eigene Verpflegung mitzuschleppen.

5. Mit o2 als Mobilfunkanbieter ist man nach wie vor in einem Umkreis von circa 5 Kilometern rund um das Festivalgelände verraten und verkauft. Zugegeben, der Empfang hat sich in den letzten 5 Jahren  leicht verbessert. Inzwischen kommen SMS sogar noch am gleichen Tag an und das Datennetz auf dem iPhone gaukelt einem sporadisch Edge-Empfang vor. Lustigerweise hatte ich mit meinem Firmenhandy, das über Vodafone läuft, am gleichen Ort volles Netz inklusive 3G-Empfang.

Farewell, liebste Karo-Gummistiefel. Das war das letzte Hurricane für Euch.

6. Vergesst niemals – NIEMALS – Eure Gummistiefel (oder das Gaffa-Tape, um sie zu kleben). Meine habe ich nicht vergessen, dafür haben sie nach 5 Jahren definitiv das letzte Festival gesehen. Vier schöne Risse auf der Höhe des vorderen Fußgelenks machen sie eher unwasserdicht. May they R.est I.n P.ieces.

7. Man achtet nun streng darauf, dass weibliche Besucher nur von weiblichen Securities kontrolliert werden. Einerseits löblich – andererseits auch etwas nervig, vor allen Dingen wenn an den Schleusen im Verhältnis eher wenige davon stehen. Also nächstes Mal früher losgehen, wenn man eine bestimmte Band ganz sehen will.

8. Das Team von CampFM ist jedes Jahr großartig! Danke Ihr Lieben!

9. Es gibt Menschen, die schreiben Songs über Dixiklos. Und das sogar in verdammt gut.

10. Wer zum Henker braucht eigentlich diese bunten Podpads??? Die Dinger habe ich auf einem kleinen Areal zwischen VIP- und Crew-Camping gesehen. Schweineteuer, gar nicht so groß, allerdings lustig anzusehen. Disney World auf nem Festival?

Was ist Euch in diesem Jahr beim Hurricane/Southside Festival aufgefallen? Ich freue mich auf Eure Kommentare!


Meinen ausführlichen Erfahrungsbericht lest Ihr übrigens hier.

Hurricane 2013: Rock, Matsch, Regenbögen

Das war es, das Hurricane 2013. Hier schildere ich nun meine Endrücke – teilweise noch direkt vom Festival (Freitag), teilweise mit einem fetten Grinsen im Gesicht von zu Hause aus geschrieben. teilweise fehlt noch was (Samstag und Sonntag) und kommt heute Abend nach. Falls Ihr Euch fragt, warum es so unglaublich wenige Fotos gibt: Ich Dummbatz habe meine Kamera auf dem Küchentisch liegen lassen und der Handyakku war auch irgendwann am Ende. Sorry ‚bout that! Und Achtung, das hier ist sehr ausführlich.

Der Freitag
Boysetsfire, Tegan and Sara, Turbostaat, The National, Billy Talent, Portishead, Rammstein, Parkway Drive und Sigur Rós. Den ersten Festivaltag hätte ich dann mal erfolgreich hinter mich gebracht. Musikalisch ist der erste Tag von echten Gegensätzen geprägt. Mainstream Rock auf der einen, experimenteller Indiesound auf der anderen Seite. Dazu noch ein beinahe kitschiger Regenbogen bei The National und später auch noch Vollmond über Scheeßel. Ich möchte auf kitschige Überschriften anderer Festivalberichte wetten, wenn die Natur da schon so eine Steilvorlage liefert.
Ich höre überall mal ein bisschen rein, freue mich einen Keks, Tegan & Sara endlich mal wieder zu sehen und lasse mich tatsächlich ein paar Minuten lang von Billy Talent mitreißen – obwohl ich die eigentlich absolut totgespielt und live vollkommen überbewertet finde. The National berühren mich mit einfach wunderbaren Melodien, Sigur Rós muss ich unbedingt noch mal indoor sehen. Zu so später Stunde bin ich leider nicht mehr richtig aufnahmefähig, finde alles aber trotzdem großartig. Selbst Rammstein gebe ich mir für ein paar Minuten von der Terrasse der Club Lounge. Allerdings stehe ich wirklich nicht so sehr auf Pyro und Böller, daher gehe ich lieber zurück zur Blue Stage und Red Stage, die für mich persönlich heute einfach das bessere Programm bieten.
Das Club Ticket an sich ist eine feine Sache. Es gibt eine extra Lounge mit guter Sicht über das Gelände, Backstage Führungen, Aftershowparties und ich kann auch ohne Presseakkreditierung mit meinen (Presse)-Freunden auf dem VIP/Presse-Camper zelten. An den habe ich mich in den letzten Jahren schon wirklich irgendwie gewöhnt. Das war auch mit der Hauptgrund für mich, das superteure Ticket zu kaufen. Keine Schlangen an den Duschen, saubere Toiletten, echte grüne Wiese zum Zelten und kein Stoppelfeld.
Dieses Jahr ist das Hurricane im Übrigen das erste große Festival seit gut vier Jahren, bei dem ich mal wieder wirklich nur zum Feiern bin und nicht in irgendeiner Form arbeiten muss/darf. Und da liegt dann leider auch der klitzekleine persönliche Nachteil des Clubtickets für mich: Ich darf nicht mit meinen Leuten ins VIP/Pressezelt wie sonst, sondern muss draußen warten. Ich kann es gut verstehen, manche Sachen kann man sich eben nicht einfach kaufen. Das sehen allerdings zwei Typen, die ich später in der Club Lounge treffe, anders. Man mockiert sich über die Trennung zwischen Club Lounge und VIP/Presse-Bereich und tut sich wichtig. Man habe schließlich mehr Geld als normal bezahlt. Und überhaupt, es gäbe ja doch viel Matsch. Insgeheim wollten die beiden wohl mit den Stars feiern. Ich sehe zu, dass ich Land gewinne. Solche Wichtigtuer und Wannabes kann ich auf den Tod nicht ausstehen. Mal ganz davon abgesehen, dass die „normalen“ VIPs nur mit einem Zusatzband, zum Beispiel für die Aftershow Party, in die Club Lounge dürfen.

Zurück zum „richtigen“ VIP-Zelt. Als ich vor dem Eingang stehen bleibe um auf meine Leute zu warten, und nicht wie gewohnt mit reingehe, verwirre ich damit kurzzeitig die liebe Dame der Security, die jedes Jahr hier die Bändchenkontrolle vor dem Zelt macht. „Aber ich kenn dich doch, die letzten Jahre hattest du doch immer ein „richtiges“ Bändchen?“, fragt sie mich etwas verdutzt. „Wieso jetzt nicht?“ Nach einer kurzen Erklärung grinst sie mich kurz ein wenig ermutigend an: „Na ja, vielleicht bekommst du ja irgendwo doch noch eins her.“

Ich finde es unglaublich niedlich, dass sie sich tatsächlich an mich erinnert. Wenn man hier ein paar Mal gearbeitet hat, gehört man doch irgendwie zur Familie. Trotz knöcheltiefem Schlamm, Nieselregen und viel zu vielen betrunkenen Leuten auf dem Platz fühle ich mich hier einfach zu Hause. Man passt auf einander auf. Als ich zu später Stunde komplett erschöpft bei Parkway Drive ganz am Rand der Red Stage in der ersten Reihe stehe und mich an der Absperrung anlehne, fragt mich einer der Security Jungs, ob ich mich nicht mal ein bisschen ausruhen wolle. Ich denke für eine Sekunde, dass er mich zu den Sanis schicken will, aber stattdessen bedeutet er mir lächelnd, eben auf die andere Seite der Absperrung zu setzen. Und so hocke ich dann für drei Songs im Bühnengraben und sehe Parkway Drive aus der nullten Reihe.
Es ist ein ganz schön komisches Gefühl, nicht alle halbe Stunde schwer bepackt mit Kamera-Equipment ins Pressezelt zu laufen, Fotostrecken zu bauen oder live zu bloggen. Ich erwische mich dabei, wie ich mir im Kopf Notizen mache „Oh, das wäre doch eine tolle Randstory, die man sonst so nicht hören würde“. Aber die brauche ich in diesem Jahr ja eigentlich gar nicht. Aber weil ich es einfach nicht lassen kann, sitze ich jetzt mit meinem iPad auf dem Campingplatz – und blogge.

Hurricane 2013 – Du meine liebste Matschwüste.

Der Samstag
Aus mir vollkommen unerfindlichen Gründen wache ich schon morgens um 7 Uhr auf und kann nicht mehr schlafen. Also auf, duschen (das Wasser ist warm, keine Schlange, großartig!), frühstücken. Und dann bloggen über den Freitag, den ihr eben gelesen habt. Das Line Up für den heutigen Tag finde ich eher durchwachsen. Viele tolle kleine Bands, aber kein Headliner, den ich unbedingt sehen muss. Die Arctic Monkeys finde ich vollkommen überbewertet – ähnlich wie Billy Talent, aber man lässt sich auf Festivals ja auch gerne mal wieder überraschen.

Los geht’s für mich mit Herrenmagazin – auf dem Weg dorthin nehme ich noch kurz ein paar Takte von Who killed Frank? mit. Großartige Newcomerband, die man sich bei feinem Wetter sehr gut draußen anhören kann. Herrenmagazin wecken die Blue Stage mit Songs aus ihrem neuen Album auf. Die Sonne scheint, was will man mehr. Die ersten Bands des Tages spielen wie immer eigentlich zu kurz – wegen mir könnte das Programm auch gerne schon um 11 Uhr starten.

Es folgen etwas später Frightened Rabbit, Hudson Taylor, The Maccabbees, City and Colour, Bloc Party und The Vaccines. Ich habe mir heute vorgenommen, nur Bands zu sehen, die ich vorher noch nicht kannte oder zumindest noch nie live gesehen habe. Gut, bei Bloc Party mache ich eine Ausnahme. Die Jungs muss man sich eben bei jeder Gelegenheit geben. Und die neue Drummerin ist der absolute Wahnsinn. Und auch die Editors habe ich schon mehrfach gesehen, aber davon nehme ich eh nur ein paar wenige Takte mit, als ich mich vom Campingplatz über das Gelände der Blue Stage zu Kasabian durchschlage. Und da, schon wieder, ein Regenbogen! Man könnte doch glatt meinen, die Regina hätte sich hier irgendwo niedergelassen. Auch von Of Monsters and Men bekomme ich so nebenher noch ein paar Töne mit. Die sind zwar gut, aber irgendwie kann ich mich auf gehypte Bands nie so richtig einlassen.

Wenn man so eine Band-Entdeckungstour auf einem Festival antritt, erwarten gewöhnlich ja nicht nur positive Überraschungen. Manche Acts sind einfach grottig oder treffen nicht den persönlichen Geschmack. Heute ist das aber ganz anders. Jede Band, zu der ich gehe, packt mich auf ihre ganz eigene Art und Weise, reißt mich mit und macht mich manchmal sogar ein bisschen blitzverliebt. Die Liste der Bands, die ich einmal auf einer eigenen Tour sehen will, wird heute länger und länger.

Meine einzige Enttäuschung heute ist Passenger. Die besteht aber auch nur daraus, dass ich zu blöd war um auf meine Uhr zu gucken, mich fest quatsche und den guten Mann so vollkommen verpasse. Verdammte Axt!

Als letzten Act des Tages gebe ich mir noch Ben Howard an der Red Stage. Der gute Mann ist einfach unglaublich gut, vor der Bühne gibt es einzig und allein glückliche Gesichter. Leider spielt Deichkind auch noch parallel auf der Blue Stage, sodass gerade die ruhigen Songs immer mal wieder von einem nervigen Bass-Getöse untermalt werden. Schade. Nach all diesen neuen Eindrücken bin ich am Ende des Sets derartig müde, dass ich fast schon im wahrsten Sinne des Wortes im Stehen einschlafe. Schnell ab ins Zelt, Augen zu, pennen. Dadurch verpasse ich zwar leider die Aftershowparty, die extra in meinem Clubticket drin gewesen wäre, aber ich bin wirklich nicht mehr dazu in der Lage, mich auch nur noch in irgendeiner Form auf den Beinen zu halten.

Ohne Carpass geht hier gar nichts. Auch wenn ich weder Gastro noch Non-Food bin.


Der Sonntag
Und schon wieder steht der letzte Festivaltag vor der Tür. Schon wieder wache ich in aller Herrgottsfrühe auf und habe schon mein Zelt abgebaut, bevor ich mit meinen lieben drei Mitcampern frühstücke. An dieser Stelle noch mal Danke an Marten für den großartigen, frischgemahlenen Kaffee. Was für ein Luxus!

Heute ist mal wieder einer dieser Tage, an denen ich mich entweder komplett vor die Green Stage stellen könnte um Altbewährtes zu hören, oder wieder ein monströse Entdeckungstour wage, bei der ich kaum einen Schimmer habe, was mich erwartet. Bis auf die erste Band um 12 Uhr habe ich das komplette Programm der Green Stage schon in den letzten Jahren entweder auf dem Hurricane oder Area4 Festival gesehen. Bevor ich mich dort aber einniste, gehe ich erst mal im Zelt bei Torpus & The Art Directors im Zelt vorbei. Die Jungs und Mädels haben ein beachtliches Publikum vor die White Stage gelockt und sind von so viel Zuspruch vollkommen überwältigt. Verdient haben sie ihn allemal.

Als ich danach noch einmal zurück zum Camp laufe, muss ich kurz verwundert vor der Red Stage stehen bleiben. Hier ist es beinahe voller als am Abend zuvor bei Ben Howard. Der Grund ist die Berliner Combo SDP, die ich bis dahin kein Stück auf dem Schirm hatte. Mit ziemlich sinnlosen, aber überaus humorvollen Texten haben sie die geschätzt gut 10.000 Leute vor der Bühne fest in der Hand. Sie treffen zwar nicht so zu 100 Prozent meinen Geschmack, aber lachen kann ich über die „Leichen im Keller“ trotzdem.

Danach geht es ganz flüssig weiter. The Bouncing Souls singen mir zu Mittag in der Sonne etwas vor, dann lasse ich mich von meinen Camp-Genossen kurz zu Macklemore schleifen. Dahin wollen auch viele, viele andere Hurricanianer und so stehen am Ende locker 40.000 Leute vor der Blue Stage. „This is fucking awesome“! – Naja, das kann man höchstens zu dem einen Song sagen. Denn der Sound ist einfach nur übelst beschissen, 15 Meter hinter dem FOH-Turm hört man schon kaum noch etwas. Mir persönlich ist es auch ein bisschen zu voll, und so laufe ich lieber direkt zurück zur Green Stage, um mir dort Frank Turner & The Sleeping Souls zu geben. Das ist definitiv mehr meine Wellenlänge. Der Herr Turner verzaubert mich und den Rest des Publikums mit seiner sympathischen, kumpelhaften Art und natürlich mit seiner Mucke. Jimmy Eat World, die direkt im Anschluss spielen, haben das Publikum längst nicht so gut in der Hand wie Mister Turner. Ihr Auftritt ist solide, sie spielen fast nur Hits, doch irgendwie bin ich danach nicht mehr so blitzverliebt wie nach dem letzten Auftritt beim Hurricane 2011.

Dagegen habe ich zum ersten Mal bei einem Auftritt von NOFX unglaublichen Spaß. Ich habe die früher echt sehr gerne gehört, aber trotzdem gehen mir normalerweise die besoffenen Sprüche von Fat Mike spätestens nach 10 Minuten auf den Geist. Doch der dicke Mike scheint einen überaus guten Tag zu haben lässt mich ein paar Mal tatsächlich laut los lachen. Man disst fleißig The Smashing Pumpkins und am Ende hat er es wohl geschafft, das wirklich kaum jemand von der grünen Bühne aus zu den Pumpkins geht. Warum er allerdings so einen Groll auf die Band hat, bleibt unklar.

Ich gehe dann auch nicht zu den Pumpkins – allerdings nicht, weil ich die Band nicht mag, sondern weil sie sich einfach mit The Gaslight Anthem überschneiden. Gaslight Anthem haben definitiv Vorrang, zum ersten Mal an diesem Wochenende starte ich die Mission: Erste Reihe. Und während ich da so mit etwa dreihundert anderen Leuten neben der Schleuse zum Frontpit auf Einlass warte, formiert sich über unseren Köpfen der wohl dramatischste Regenbogen, den ich je in meinem Leben gesehen habe. Außerhalb des regulären Regenbogens sieht man deutlich sein sekundäres, inverses Pendant, dazu verlaufen die Farben innen wie Treppenstufen weiter nach hinten. Mit etwas Geduld schaffe ich es dann auch tatsächlich ohne drängeln und schubsen, vom Regenbogen beleuchtet, in die erste Welle und finde auch tatsächlich beinahe sofort noch ein Plätzchen halb in der ersten, halb in der zweiten Reihe.

Hier ist gemütlich. Um mich herum steht ein knutschendes Paar, ein Typ im neonorangen Poncho und ein paar Mädels, die wahlweise Seifenblasen pusten oder mit Konfetti schmeißen. The Gaslight Anthem geben etwas über eine Stunde lang alles. Wir springen, klatschen, singen mit, die Sonne scheint, alles ist toll. Auch Brian Fallon stimmt in den „Wir dissen die Smashing Pumpkins“-Kanon mit ein, allerdings etwas weniger aggressiv als Fat Mike es zuvor gemacht hat. Insgesamt liefern die TGA-Jungs eine großartige Show und ich freue mich jetzt schon riesig, sie beim Reload Festival kommendes Wochenende wieder zu sehen.

Und dann das große Finale: Queens of the Stone Age! Was für geile Rocksäue. Ab dem ersten Ton ist das Publikum in Ekstase, tanzt, grölt und springt sich die Seele aus dem Leib. Mit bedachter Coolness und nicht mehr als einem kleinen, zufriedenen Lächeln bedenkt Frontmann Josh Homme diese Szene und treibt die komplette Masse immer weiter gnadenlos nach vorne. Auch die alten Highlights vom Songs for the Deaf-Album und der 2005-Platte Lullabies to Paralyze sind natürlich ebenfalls am Start. Unter dessen Klängen wird die Security-Anweisung für das Publikum („Keine Schulterreiter!“) kurzerhand vom Frontmann außer Kraft gesetzt. Nach seiner Aufforderung sitzt gefühlt das halbe weibliche Publikum bei irgendwem auf den Schultern und feiert, als ob es keinen Morgen gäbe. So geht Rock’n’Roll und nicht anders. QOTSA- Mein absolutes Highlight des ganzen Festivals, auch wenn schon nach gut 70 Minuten Schluss ist – 20 Minuten eher als angekündigt. Die Verabschiedung vor dem letzten Song geht in der Ekstase der Masse unter, oder wird vielmehr von den meisten aufgrund des frühen Zeitpunkts nicht als solche erkannt. Was soll’s. Das Set war geradezu „mindblowing“ und ich will die Herren auf jeden Fall noch mal sehen.

Hurricane 2013 – Foto: Christoph Eisenmenger/FKP Scorpio

Das Fazit
Insgesamt war das Hurricane 2013 definitiv eine der besser organisierten Festival-Ausgaben, die ich bisher in Scheeßel so miterlebt habe. Die größten Schlammwüsten auf dem Gelände wurden mit tonnenweise Holzschnitzeln konsequent relativ begehbar gemacht. Die Auswahl an Gastro-Ständen hat sich beachtlich vergrößert, auch das Angebot an wirklich frischen, leckeren (vegetarischen) Gerichten ist ebenfalls gestiegen. Im Vergleich zu 2005 ist die Situation der sanitären Anlagen inzwischen reinster Luxus – es gibt, auch wenn man das von manch normaler Campingplatzparzelle aus betrachtet kaum glauben mag, inzwischen mehr wassergespülte Toiletten als Dixies. Allerdings merkt man auch, dass sich das Festival jetzt definitiv vom alternativen Musikspektakel in einen Abenteuerspielplatz –ja, wenn nicht sogar zur professionell getarnten Kirmes– für Fashionblogger, Hipster und Mainstream-Großstadt-Kids verwandelt hat. Im Moment ist es eben schwer en vogue, auf ein Festival zu gehen, den ganzen Tag in Gummistiefeln herum zu watscheln und sich am Ende des Tages über den ganzen „furchtbaren Matsch“ zu beschweren. Mal sehen, wie lange dieser Trend noch anhält.

Hurricane 2013.  Foto: Carsten Christians/FKP Scorpio

Ich packe meinen Rucksack und fahre… zum Hurricane Festival!

Jedes Jahr die gleiche Prozedur: Liste schreiben, durchstreichen, neu schreiben, Sachen abhaken und trotzdem die Hälfte vergessen. Ich stecke seit gestern Abend im ganz normalen Pack-Wahnsinn für mein erstes großes Festival in diesem Jahr. Es geht zum Hurricane Festival nach Scheeßel!

Immerhin: In diesem Jahr wusste ich zumindest schon mal zwei Tage vor Abfahrt, wo mein Schlafsack ist, wo ich nach dem letzten Area4 Festival mein Zelt versteckt habe und, besonders wichtig, dass genügend Kabelbinder und Gaffatape in meiner Werkzeugkiste liegen, um damit einer halben Armee aushelfen zu können.
Gerade warte ich noch darauf, dass ich meinen Schlafsack aus der Waschmaschine fischen kann, damit ich auch noch pünktlich zur Arbeit komme. Die Mittagspause wird dann genutzt, um einen ordentlichen Proviant anzulegen, den Sonnencremevorrat aufzustocken und vielleicht noch ein paar zusätzliche Zeltschnüre zu besorgen –es soll schließlich recht windig werden am Eichenring.
Normalerweise plane ich meine Festivalbesuche lange im Voraus, dieses Mal war das Ganze (zum zweiten Mal) eine Spontanaktion. Sonntags überlegt ob ich hinfahre, Dienstags noch schnell das Ticket bestellt. Ja, bestellt. Ich habe mir in diesem Jahr ein Clubticket gegönnt – sozusagen als Urlaubsersatz. Die gab es auch noch lange nachdem die normalen Tickets ausverkauft waren. Ich werde nach dem Festival mal darüber berichten, ob sich der ganze Aufwand auch lohnt.

Festivalfieber: Eine Ode an das Klebeband

Die Festivalsaison ist noch einige Monate entfernt, aber trotzdem bringt mich die Vorfreude auf den bevorstehenden Sommer dazu, in meinen schönsten Festival-Erinnerungen zu schwelgen. Dabei komme ich immer unweigerlich zu meiner Packliste, auf der, neben und dem obligatorischen Zelt, Schlafsack, Isomatte und Campingstuhl, zwei Gegenstände niemals fehlen dürfen: Kabelbinder und Duct Tape, hierzulande auch bekannt als Gaffa, Panzertape oder korrekt: Gewebeklebeband.

Duct Tape in verschiedenen Farben. Foto: woodleywonderworks@flickr

Vergangenen Mai habe ich mich zu diesem Thema in einer Kolumne im Wochenendjournal der Neuen Osnabrücker Zeitung bereits einmal ausgelassen. Dabei herausgekommen ist meine „Ode an das Klebeband“. Diese möchte ich Euch nicht vorenthalten.

Eine Ode an das Klebeband

Ich bin der festen Überzeugung, dass Klebeband, genauer gesagt Gewebeklebeband oder Panzertape, mir in den letzten zehn Jahren mehrfach das Leben gerettet hat.

Ich habe eine Vorliebe für große und kleine Musikfestivals. Orte mit enormer Geräuschkulisse, unzähligen feiernden Menschen und für gewöhnlich drei bis fünf Tagen Camping im absoluten Ausnahmezustand. Für Außenstehende gleichen besonders die
Zeltplätze dieser Veranstaltungen einem vorsintflutlichen Horrorszenario, aus dem ein normal zivilisierter Mensch nicht ohne gesundheitliche Schäden entkommen kann.

Mitunter stimmt das. Genau deshalb ist eine große Rolle Gewebeklebeband an so einem Wochenende mein bester Freund. Für alle, die mit dieser wunderbaren Erfindung nicht
vertraut sind: Man stelle sich meist silbernes, mit Gewebefasern durchwirktes, besonders starkes Paketklebeband vor, das riesige Kräfte aushält und mit dem sich nahezu alles reparieren lässt. Man kann damit übrigens auch sehr gut neue Freunde gewinnen. Vor allem, wenn man sich mit mehreren Leuten an den Händen zusammenklebt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Gewebeklebeband hat mich vor Blutvergiftungen bewahrt. Ein guter Meter rettete 2004 auf einem Umsonst & Draußen meine zerfledderten Chucks, die der Witterung nicht standhielten. Ohne sie hätte ich barfuß durch ein Scherbenmeer waten müssen. 2010 rettete mich das Klebeband vor einem garantierten Kältetod. Eine 3 Grad kalte Nacht im Juni am Ende eines Großfestivals in Norddeutschland, es regnete in Strömen, einige Zeltstangen waren gebrochen, und die Bodenplane meiner Behausung hatte Löcher. Spätestens beim lauten „Ratsch“ des Abreißens wusste ich: Jetzt wird alles gut!

Gewebeklebeband beruhigt. In wenigen Wochen beginnt wieder die Festivalsaison. Es ist Zeit, meinen Vorrat wieder aufzustocken.

Vielleicht mache ich aus meinem Festivalfieber nun eine wöchentliche Serie. Beim nächsten Mal packe ich meine Kabelbinder-Geschichten aus. Wusstet Ihr, dass man damit das eigene Zelt auch mit Würstchen schmücken kann? Seid gespannt 😉

Was darf auf Eurer Packliste auf keinen Fall fehlen? 

Wer möchte, kann mir seine Story über sein wichtigstes Festival-Utensil an leiselaut.blog@gmail.com schicken (Länge in etwa wie die Klebeband-Ode oder länger). Die besten, schönsten und lustigsten werden auf LEISE/laut als Gastblogger-Eintrag veröffentlicht.


Liveblog: Katha und Kim beim Hurricane 2011

Beim Hurricane 2011 dabei sind unter anderem Jimmy Eat World, Incubus, Kaiser Chiefs, Clueso und die Foo Fighters. Mitten im Getümmel sind für Euch Kim und Katha und halten Euch mit frischen News auf dem Laufenden.

Diesen Liveblog habe ich zusammen mit Kim während des Hurricane 2011 für OScommunity.de – Das Magazin (ehemaliges Jugendmagazin der NOZ) vom 17.  bis 19.06.2011 geschrieben. Liveblog: Katha und Kim beim Hurricane 2011 weiterlesen

Die Katha und das Hurricane – Blog 2010

Mittwoch, 16.06. – Kabelbinder kann man ja immer mal gebrauchen…

23:37 Uhr – So, ich gebe auf. was jetzt nicht in meinem Rucksack ist, ist halt nicht in meinem Rucksack und kommt auch nicht mehr mit. Morgen früh geht es los Richtung Norden zum Hurricane Festival 2010. Wie letztes Jahr beim Area4 werde ich zusammen mit einer Bekannten live vom Festival bloggen – sofern das denn in der Wildnis möglich ist. Fotos wird es auch geben, aber nur vom Gelände und nicht von den Bands. Das dürfen nur die ganz großen dieses Jahr. Dazu gehören wir nun leider nicht.

Während ich in den letzten Jahren immer noch fleißig für alle Festivals vorgeplant und vorgepackt habe, herrscht bei mir dieses Jahr eher das Chaos. Die Verpflegung muss dieses Jahr noch auf dem Weg gekauft werden, das obligatorische Gaffa Tape ist unauffindbar und überhaupt liegt 90% meiner Camping-Hardware noch in Osnabrück, und muss ebenfalls noch eingesammelt werden. Dafür habe ich circa 80 Kabelbinder in verschiedensten Größen in meinen Rucksack geworfen. Man weiß ja nie, wozu die noch gut sein können.

So long, bis morgen!
Katharina


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Freitag, 18.06. – Es geht loooos!

In zwanzig Minuten beginnt offiziell das Hurricane Festival 2010 in Scheeßel. Wie jedes Jahr zieht das Festival wieder über 60.000 Besucher an, die sich 3 Tage lang mit guter Musik von über 70 Bands und viel Feierei auf den Campingplätzen vergnügen wollen. Musikalische Highlights sind neben vielen anderen die Beatsteaks, Jack Johnson, Billy Talent, The Strokes, Mando Diao, The Prodigy, Deichkind, Faithless und Massive Attack. Kristin und ich werden Euch das ganze Wochenende über so gut es geht live an dieser Stelle mit Updates und Fotos rund um Musik, Campingplatz und neueste Festivaltrends versorgen.

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Freitag, 18.06.2010; 14:40 Uhr

Gerade spielt Deutschland. Über 20.000 Festivalbesucher haben sich vorhin beim Public Viewing auf dem Campingplatz die Seele aus dem Leib geschrien, als Klose gelb-rot gesehen hat. Der Campingplatz ist seit gestern Abend schon brechend voll und die Stimmung ähnelt mal wieder einem riesigen Jungesellen-Abschied auf Klassenfahrt. Kristin dürfte in den nächsten Minuten auch eintrudeln, so dass das Blogging-Duo-Infernale dann endlich komplett und zu jeder Schandtat bereit ist.

Bandtechnisch steht heute einiges auf dem Programm. Ich will unbedingt Biffy Clyro, Hot Water Music, Paramore, Dropkick Murphys, The Temper Trap und Tegan & Sara sehen. Leider überschneidet sich da eine ganze Menge, so dass ich mich wohl entweder klonen oder nach der Hälfte des Auftritts zur anderen Bühne rennen muss.

Dass die Beatsteaks heute Abend richtig gut abgehen werden, ist gesichert. Ich konnte vorhin schon kurz beim Soundcheck zusehen, und das war wirklich grandios, was es da auf die Ohren gab.

Auf dass die fetten Regenwolken sich endlich verziehen.

Beste Festivalgrüße!
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Freitag, 18.06.2010; 20:30 Uhr

Kennt ihr das Gefühl, wenn sich nach einem fiesen Sonnenbrand das halbe Gesicht abschält? So ähnlich geht es meinem gerade – nur nicht von der Sonne, sondern vom Staub. Es ist verdammt windig, so dass Sand und Erde von den Camping-Stoppelfeldern immer wieder schön verteilt werden. Wenn dann das Publikum vor der Bühne noch abgeht als gäbe es keinen Morgen mehr, liegt ein dunstiger Grauschleier über dem gesamten Festivalgelände. Dass hier noch kein Flugverbot wie bei der Aschewolke herrscht, ist auch alles. Aber was wäre das Hurricane Festival auch schon ohne Matsch, Staub, Wind, Kälte, Hitze, Regen und Sonne? Und bitte in der Reihenfolge. Oder eigentlich gleich alles auf einmal.

Biffy Clyro hat heute nachmittag wunderbar chillig den Festivalreigen eröffnet. Hot Water Music, die ich danach eigentlich unbedingt sehen wollte, habe ich leider nur vom Pressezelt aus neben der Bühne gehört. Worauf verzichtet man nicht alles, um seine Freunde wieder zu finden. Leider erfolglos bisher.

Überraschend gut waren Paramore. Sängerin Haley hat sich sichtlich gefreut, wie die Hurricanianer vor der Bühne das Tanzbein und die pinken Telekom-Patschehändchen geschwungen haben. Und Madsen, Hut ab! Energiegeladen wie kaum eine Band heute hat Frontmann Sebastian die Menge ordentlich nach vorne gepeitscht. Und das keine 4 Monate nach seinem schweren Unfall, bei dem er während des Videodrehs zu seiner aktuellen Single „Lass die Liebe regieren“ aus 5 Meter Höhe auf einen Betonboden stürzte und sich das Handgelenk zertrümmerte. Die Staubwolke wabert immer noch vor der Green Stage. Die wird dort auch noch länger bleiben, denn jetzt kommen die Dropkick Murphys. Direkt danach die Beatsteaks… Da wird die Hölle losbrechen!

So, und wer sperrt jetzt den Luftraum über Scheeßel wegen Staub?

…das fragt sich Katha.
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Freitag, 18.06.2010; 21:57 Uhr

Hurricane!!! Nach einer gefühlt ewig-langen Fahrt erreiche ich endlich das Gelände, den Staub und die Masse an Zelten. Der Freitag startet recht langsam: „Kashmir“ und die „shout out louds“ liefern eine solide – aber recht langweilige und vorhersehbare – Show. „It’s impossible“ dröhnt es von den Lautsprechern und genau das denke ich, während ich mich von der Bühne entferne. Auf der anderen Seite aber bereits jetzt schon diese besonderen Momente: die Ruhe, die einkehrt bevor die Band die Bühne betritt, die Freude, Aufregung und Spannung, die man mit so vielen Menschen teilt; Zeltnachbarn, die sich zur Feier des Jahres in Entenkostüme zwingen, Grill-Geruch in der Luft und überall Ausgelassenheit.

Der große Konflikt ist am Samstag Abend zu lösen: schaut man sich die neunziger Jahre Helden von den „Stone Temple Pilots“ an oder setzt man ein Zeichen für der Jetztzeit mit „Archiv“ und „The XX“. Während diese Frage meine Freunde beschäftigt, frage ich mich, wohin mit meinem Notebook. Im Gedächtnis habe ich die große Diebstahl-Aktion aus dem letzten Jahr. Zwei Freunde klauten aus Zelten die linken Schuhe und bastelten aus ihnen eine lange Kette. Nun, eine Notebookkette würde sich wohl kaum herstellen lassen. – In diesem Sinne gehe ich guten Mutes zu den „Beatsteaks“ und „Mando Diao“, was einen sowieso die Furcht vor Diebstahl vergessen lässt. Eine gute und irgendwann geruhsame erste Nacht wünsche ich mir und auch Euch, Eure Kristin_la_bien.

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Samstag, 19.06.2010; 11:00 Uhr

Aufwachen mit Rückenschmerzen und nicht zuordbaren blauen Flecken am ganzen Körper. War der letzte Abend das wert? Und wie. Nach der nachmittags Flaute zeigten die Beatsteaks was gekonnte Publikumsunterhaltung ist. Auch wenn sie sich so langsam an die Menschenmengen bei ihren Konzerten gewöhnt haben dürften, spürte der Zuschauer auch dieses Mal wie überwältigt die Band von ihrem Erfolg ist. Um mich blickend konnte ich in viele lächelnde Gesichter schauen. Die Beatsteaks machen glücklich. Einzig die Ordner haben die Freude bei diesem Konzert getrübt: Eine dreiviertel Stunde vor Beginn schlossen sie bereits den vorderen Bereich ab, der verhältnismäßig leer blieb. Hinter der ersten Absperrung staute sich entsprechend die Fangemeinde.

Eine ganz andere Situation dagegen bei Mando Diaos Auftritt. Von den Beatsteaks lief ich hinüber zur Blue-Stage mit mäßigen Erwartungen. Mando Diao waren vor vier Jahren meine Helden – aber jetzt? Durch Zufall konnte ich in den vorderen Bereich und durfte ein unglaubliches Konzert verfolgen. Mit Licht und einer Stahlblume als Mikrofonständer schaffte die Band schon eine besondere Atmosphäre, die Gustav und Björn durch eine Wahnsinnsperformance steigerten. Alle großen Erfolge wurden gespielt und zum Schluss drei Akustikversionen, bei denen das Können der Brüder im Umgang mit ihren Instrumenten (Gesang und Gitarre) überwältigte. Zum Schluss Regen und Gustav bedankte sich bei dem Publikum, das trotzdem blieb. Ganz reizend. Jetzt erst mal raus aus dem Zelt für die erste Zigarette. Eure Kristin_la_bien

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Samstag, 19.06.2010; 12:25 Uhr

Guten Morgen Sonnenschein! Die erste offizielle Festivalnacht ist wohl an keinem spurlos vorbei gegangen. Bei mir machen sich die 12kg Kamera-Equipment bemerkbar. Mein Nacken ist so steif, dass ich meinen Kopf kaum noch drehen kann. Eigentlich könnte ich mir gleich Scheuklappen umhängen. Aber was tue ich nicht alles, damit Ihr hier schöne Fotos sehen könnt

Mein persönlicher Erfolg des Tages: ich habe die Security endlich davon überzeugen können, dass ich mit meinem Auto auf den VIP-Campingplatz darf! Endlich keine 3 Kilometer mehr morgens und abends laufen, um die Kamera zu verstauen. Mein Nacken freut sich gerade nen Ast!

Musikalisch geht es am frühen Morgen schon ordentlich los. The Blackout haben vorhin schon so derbe Alarm gemacht, dass nicht nur die eingfleischten Fans und Punks schon um 12 auf das Gelände gekrabbelt kamen.
Ansonsten steht heute der Tag der schweren Entscheidungen bevor. Charlie Winston überschneidet sich mit Billy Talent, Marina & The Diamonds mit Skunk Anansie, We are Scientists mit Timid Tiger… ich könnte das jetzt ewig so fortführen. Meine vorläufiger Plan für heute: We are Scientist, dort früher gehen und rüber zu Timid Tiger, Coheed and Cambria, Deftones, Skunk Anansie, Jack Johnson, Archive, Charlie Winston und Massive Attack.

Irgendwo dazwischen gibt’s noch eine kleine Überraschung mit Marina and the Diamonds, wenn alles klappt. Mehr verrate ich Euch aber noch nicht

Es winkt Euch aus Scheeßel
Die Katha.
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Samstag, 19.06.2010; 17:30 Uhr

Schnell die frischen Eindrücke von den Deftones: Rock’n’Roll, Baby! Durchgeschwitzt und dreckig bis zum geht nicht mehr und leider ein Verletzter. Die Band forderte zum Kreishüpfen auf, was die schon aufgeheizte Menge nicht mehr wirklich kontrollieren konnte. Plötzlich Aufruhr: ein Junge liegt mit verdrehtem Bein am Boden, kann nicht mehr aufstehen. Die sonst so engagierten Ordner bemerken nichts – im Gegensatz zum Publikum, das einen Kreis um den jungen Mann bildet, dann einen Gang zu den Ordnern – nach fünf Minuten reagiert die Band, sichtlich schockiert, und stoppt die Musik.

Ansonsten bisher ein ruhiger Tag mit Gang zum Auto, grillen und die Zeit mit den Freunden genießen. Eine kleine Punkband spielte auf einem Teppich, in der Hoffnung darauf entdeckt zu werden oder einfach um Spaß zu haben. Der legendäre Nackttrompeter ist auch wieder am Start und die Müllberge häufen sich. Auch die Suche nach einem stillen Plätzchen in den angrenzenden Waldstücken ähnelt bereits einem Gang durch ein „Mienenfeld“. In zwei Stunden werde ich mich nach vorne drängen, um dann bei den Stone Temple Pilots (21:30) einen guten Platz zu haben – die Nachteile von großen Festivals. Bis später, Eure Kristin_la_bien
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Samstag, 19.06.2010; 18:50 Uhr

So, ich muss mich hier ganz schrecklich beeilen, weil ich Jack Johnson auf keinen Fall verpassen möchte.

Ich wollte Euch eigentlich heute einen kleinen Backstage-Einblick gewähren. Ich hatte durch Zufall heute Nachmittag ein Meet & Greet mit Marina and the Diamonds. Vielen lieben Dank, Becks Music Experience! Nur war das nicht gerade besonders ergiebig. Erst gab die gute Dame im Neon-Outfit zu spät – typisch Musiker – und dann nahm sie sich ganze 3 Minuten für uns Zeit. Hallo, wie geht‘s, Foto, viel Spaß noch. Ein wenig enttäuschend und auch die liebe Nicole von Beck‘s war über das flotte Abrauschen etwas verdattert. Dafür durften wir dann zusehen, wie Billy Talent nebenan von MTV interviewt wurden. Der Sänger der Band, Ben, trägt übrigens ganz festivalstandesgemäß Gummistiefel. Und wenn er dann schon mal in Deutschland ist, müssen die auch von St. Pauli sein.

Oh nein, noch 2 Minuten bis es Stage Time für Jack Johnson heißt!

Ich bin erst mal weg – die Katha.
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Sonntag, 20.06.2010; 11:25 Uhr

„Lena Meyer-Landrut ist eine Schildkröte“ – mit solchen schönen Schriftzügen entließen gestern Massive Attack die Festivalwütigen in die Nacht. Die Schrift lief als Teil der Laser- und Lichtshow hinter der Band auf Leinwand. In ihren pompösen Kleidern und mit stoischer Gelassenheit selbst bei den höchsten Tönen beeindruckte die Sängerin und bildete einen schönen Gegenpol zum nordisch kühlen Mastermind. Ich war schon körperlich an jeglichen Grenzen und wippte einfach mit Augen zu.

Bereits um 19 Uhr hatte meine große Abendshow begonnen: zuerst zwangsläufig Porcupine Tree – gar nicht meine Musik, irgend ein seltsamer Romantik-Metal. Mit meinem Desinteresse an der Band war ich nicht allein; einige warteten im vorderen Bereich wie ich auf die Stone Temple Pilots; andere bereits auf Billy Talent. Man saß also zusammen, trank was und quatschte, während sich diese wirkliche seltsame Band vorne abmühte. Dann warten und … endlich: Scott Weiland die Coolness in Person, mit ganz großen Rock-Gesten und natürlich wurde das erste Mal am Ende des Auftritts über den Applaus gelächelt. Eine gelungene Mischung zwischen Klassikern wie Plush, Interstate love song und dem fulminanten Vasoline sowie den neuen Songs, die auch auf eine sinnvolle Reunion hoffen lassen. Sehr kurz erschien mir die Show; es gab keine Zugabe und gerade das war irgendwie erfrischend im Vergleich zum vorprogrammierten „und noch eins, ein letztes, nur für Euch“.

Für viele der Höhepunkt des ganzen Festivals: Billy Talent. Während ich warte, komme ich mir verdammt alt vor. Ich unterhalte mich mit drei Jungen, alle siebzehn – das heißt Jahrgang 1993, da besuchte ich schon die dritte Klasse. Für viele ist Billy Talent die Generationsband wie früher Nirvana. Und live sind sie wirklich, nicht zuletzt wegen des abgehenden Publikums, der Wahnsinn, es wird getanzt und geschüttelt was die Halswirbel hergeben und die Musiker sind einfach sympathisch authentisch, erzählen davon, dass sie niemandem mehr vertrauen können, nachdem sie von ihren Ex-Freundinnen betrogen wurden und widmen ein Lied den Beatsteaks, „ohne die sie nicht hier wären“. Schön. Eure Kristin_la_bien
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Sonntag, 20.06.2010; 11:30 Uhr

Freunde der Sonne, es ist Finaltag! Es geht in die letzte Runde mit Good Shoes, Does it Offend you, yeah?, Revolverheld, Gaslight Anthem, Turbostaat, Donots, Ash, Vampire Weekend, Deichkind und The Strokes. Hallelujah!

Damit ihr auch mal sehen könnt, wie wir beide die letzten Tage verbracht haben, haben wir auch mal ein Foto von uns hier bei der Arbeit hochgeladen. Die Farbe der Tischdecken im Pressebereich ist wirklich wunderschön, nicht?

Ich bin Euch noch einen Kurzbericht zum musikalischen Geschehen schuldig. Coheed and Cambria und die Deftones gestern waren reinster Zucker. Es ging ab wie die Luzi und vom Rasen im vorderen Pit ist nun wirklich nichts mehr übrig. Die Stone Temple Pilots haben sich meinen vollsten Respekt verdient. Wie man in dem Alter noch so viel Energie und Charisma haben kann, ist wirklich unglaublich. Und sogar Billy Talent hat sich gestern gut in meine Beine gerockt. Ich habe die Kanadier inzwischen schon auf diversen Festivals mindestens 5 mal live gesehen, aber bisher konnten sie mich nie so richtig mitreißen. Ganz anders gestern. Alle vier Mannen haben sich die Seele aus dem Leib gespielt. Wahrscheinlich weil sie sich so darüber gefreut haben, endlich nach 4 Jahren Hurricane endlich die Headliner-Rolle bekleiden zu dürfen. Leider trug Ben am Abend nicht mehr die St. Pauli Gummistiefel… Trotzdem Hut ab!

Größte musikalische Enttäuschungen des gestrigen Tages: Jack Johnson. Der smoothe Singer-Songwriter ist mit seiner ruhigen Musik auf der Blue Stage einfach untergegangen. An einem schönen Lagerfeuer oder einfach auf der Zeltbühne hätte seine schöne Stimme einfach viel besser wirken können… Und wahrscheinlich hätte man sie sogar gehört.

Zeltbühnenprobleme gab es gestern dann auch noch im ganz großen Stil. Die White Stage, die es dieses Jahr zum ersten Mal mit fettem Elektroprogramm gibt, war dem unglaublichen Ansturm nicht gewachsen. Für Frittenbude hatten sich mehrere Tausend Besucher schon über eine Stunde vor Beginn am bereits vollen Zelt angestellt. Als Frittenbude dann loslegte, brach draußen das totale Chaos aus. An einem Eingang warfen die anstehenden Fans kurzerhand die Absperrungen um und stürmten das überfüllte Zelt. Aus Sicherheitsgründen wurde daraufhin das restliche Programm des Abends auf der White Stage abgesagt. Ich bin gespannt, wie die Veranstalter das Problem heute lösen wollen…

Ich besetze dann schon mal meinen Platz in der ersten Reihe. Oder auch weiter hinten. Eure Katha.
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Sonntag, 20.06.2010; 14:50 Uhr

Ein ganz kurzes Update: Katzenjammer und La Brass Banda sorgen hier gerade musikalisch für echte Abwechslung. Das ganze VIP Zelt neben der Bühne groovt mit. In der Zwischenzeit bin ich den Herren von Revolverheld über den Weg gelaufen. Dank der Jungs darf ich gleich doch noch ein paar Bandfotos machen. Zwar „nur“ von Revolverheld, aber immerhin seht ihr dann auch mal wie die Bühne von nahmen aussieht

Vielen Dank an Mika (Tourmanager) und Revolverheld Johannes!

Rein in den Graben!
Katha
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Sonntag, 20.06.2010; 15:40 Uhr

Liebe Leser und Leserinnen, meine Gesundheit hat mir einen Strich durch den letzten Festivaltag gemacht. Nun sitze ich mit hochgezogener Nase im Zug und darf mich von komischen anderen Fahrgästen anmaulen lassen: Ich finde glücklich einen Platz mit der Reservierung Köln-Mainz, setzte mich, da die Kommentare: „Unglaublich, da setzt sie sich einfach hin, unverschämt“. Ich blicke fragend um mich, mir keiner Schuld bewusst. „Das sind unsere Plätze, was fällt ihnen ein.“ Kann ich hellsehen oder was? Schon beginne ich den Frieden auf dem Festivalgelände zu vermissen; die vielen schönen jungen Menschen, die auch im größten Dreck und trotz enormer Lautstärke höflich miteinander umgehen können.

Mein Highlight in diesem Jahr wären vermutlich die Strokes gewesen, da ich sie nicht sehen konnte….am meisten Spaß hatte ich bei den Deftones, am schönsten war das Konzert von Mando Diao. Und noch zum Thema nette Menschen, das sich mir jetzt so aufdrängt: die meiste Zeit war ich auf den Konzerten alleine, um davor und danach mit meinen Freunden Zeit zu verbringen; man muss dann keine Rücksicht nehmen, kann kommen und gehen, wann man möchte und alleine ist man auf dem Hurricane-Festival nie. Einfach auf die Leute zu gehen und unterhalten; in so kurzer Zeit so viele tolle, seltsame und interessante Menschen kennenlernen – das kenne ich nur von Festivals und auf Backpacker-Tours in Hostels. In diesem Sinne auf zum nächsten Festival mit hoffentlich stabilerer Gesundheit. Gute Reise, Eure etwas wehmütige Kristin_la_bien

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Sonntag, 20.06.2010; 18:10 Uhr

„Die hat kein Band für den Graben, darf aber trotzdem rein!“ Mit den paar Worten bin ich kurz vor Revolverheld in den Bühnengraben geschleust worden und konnte ein paar feine Bilder schießen. Die sind noch unterwegs, gerade streikt das Internet ein wenig im Pressezelt.

Was für ein wunderbarer letzter Festivaltag!
Ich komme gerade aus dem Frontpit von The Gaslight Anthem und bin absolut blitzverliebt in die Musik, in die Band und überhaupt alles. Endlich, endlich ist die Sonne richtig rausgekommen und man konnte für einen Moment einen wunderschönen Sommerhauch spüren. Die Menschen sind bestens gelaunt. Kaum zu glauben, dass der Zauber in ein paar Stunden schon wieder vorbei ist.

Vorhin war auch noch die offizielle Pressekonferenz. Die Veranstalter konnten bisher ein recht positives Resümee ziehen. Laut Polizei etwas über 70.000 Besucher, relativ wenige Zwischenfälle (wenn man einmal von den Taschendiebstählen und einer Portion Paintballkugeln absieht, die auf dem Campingplatz von einer Festivalnase so lange auf einem Gaskocher gekocht worden sind, bis sie einfach explodierten…), und mehr als 78.000 verkaufte Dosen Bier alleine auf dem Campingplatz.

Bei den Zahlen frage ich mich, wie viele Hektoliter Bier wohl dieses Wochenende getrunken wurden. Könnt Ihr das schätzen? Ich nicht. Aber es dürfte ein mittelgroßer See sein.

Prost!

Eure Katha (die für Euch die Stellung hält und der armen Kristin ein dickes „Gute Besserung“ hinterher schickt!)
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Sonntag, 20.06.2010; 21:05 Uhr

Hilfe, die Welt geht unter! Zumindest dachte ich das, als ich vorhin meine Kamera umgeschnallt hatte, um noch ein paar Sonnenbilder zu machen. Draußen schüttete es plötzlich, als ob Petrus helfen wollte, dass das Hurricane auch wirklich seinem Namen gerecht wird. Ich hoffe, mein Zelt ist bisher noch nicht weggeschwommen.

Gerade donnern neben mir Faithless ihr Programm runter. Ich nicke die ganze Zeit mit dem Kopf mit, ob ich es will oder nicht. Die Altmeister der elektronischen Musik wissen einfach immer noch mit am besten, was sie da tun.

Weiteres musikalisches Highlight vom frühen Abend: VAMPIRE WEEKEND! Ich bin fast so blitzverliebt in die fröhliche Musik und Ausstrahlung der Band wie bei The Gaslight Anthem. Da hüpfte es sich gleich ganz beschwingt durch das Unwetter und als die Sonne wieder heraus kam, hätte die Szene auch aus einer etwas grotesken aber trotzdem merkwürdig schönen Bibelverfilmung sein können. Oder so in der Art. Beide Bands bewegen sich gerade ganz weit vorne auf meiner „Beste Bands beim Hurricane 2010 – Top 10“.
Gleich kommen noch The Strokes und danach heißt es für hier auch langsam FEIERABEND. Um 23 Uhr macht das Pressezelt zu. Ich bin wirklich etwas wehmütig und will nicht, dass so ein grandioses Festival schon wieder vorbei ist!

An dieser Stelle eine kleine Entschuldigung an Userin annepuh – Die Liebe hatte Kristin und mich netterweise zum Grillen in ihr Camp eingeladen. Leider haben wir es einfach nicht dort hinüber geschafft. Nächstes Mal, versprochen!

So, ich hole mir dann noch ein letztes Kaltgetränk und begebe mich zurück in die Menge. Vielen Dank fürs Mitlesen und die ganzen tollen Kommentare. Hurricane 2010, ich hab dich sehr, sehr gern!

Allerbeste Grüße von Eurer Hurricanianerin
Katha