Royal Republic im Rosenhof – Bis das Wasser von der Decke tropft

Osnabrück. Royaler Besuch im Rosenhof. Zahllose Pappkronen zieren die Köpfe der dicht gedrängten Masse vor der Bühne. Ganz nach dem Motto des Albums „We are the Royal“, ist am gestrigen Donnerstagabend das gesamte Fan-Kollektiv der schwedischen Rockband Royal Republic etwas ganz Besonderes. Es ist stickig und heiß, so manchem Fan rinnt in freudiger Erwartung bereits vor Konzertbeginn die Suppe von der Stirn.

Als die vier Schweden dann mit leichter Verzögerung die Bühne entern, gibt es im Zuschauerraum kein Halten mehr. Pogen, moshen, hüpfen, springen und mit grölen, bis die Stimmbänder nachgeben. Die Security hat im engen Bühnengraben alle Hände voll zu tun, und gibt ihr Bestes, die ständig anfliegenden Crowdsurfer aufzufangen und sicher auf die Füße zu stellen. Frontmann Adam Grahn und seine Mannen freuen sich sichtlich über so viel Körpereinsatz und geben ebenfalls ab der ersten Sekunde Vollgas. Heißer, energetischer Schwedenrock mit frechen, humorvollen Texten und einer ordentlichen Portion Rockstar-Attitüde erfüllt den Raum und lässt die Temperatur gleich noch einmal um ein paar Grad steigen.

Royal Republic singen von Dates mit „The President‘s Daughter“ und behaupten mit einem Augenzwinkern „I can see your underwear from down here“. Bereits nach wenigen Songs sieht Grahn aus, als ob er samt Instrument und seinem schwarzen Hemd unter die Dusche gesprungen wäre. Die Schweißtropfen fliegen in alle Richtungen, teilweise hat man das Gefühl, dass es gleich von der Decke tropft. Gerade diese feucht-nasse Atmosphäre scheint die Band noch mehr anzuspornen und begeistern die Masse mit einem Highspeed-Akustikset und einem reellen Cover des Motörhead-Klassikers „Ace of Spades“. Dazu gibt es für die Fans erste Ausblicke auf das kommende Album: Royal Republic präsentieren während ihrer Show gleich zwei neue Songs, die den Fans die Münder wässrig machen.

Dazwischen stellt Grahn immer wieder seine in den letzten Monaten, neu gewonnenen Deutschkenntnisse zur Schau. So singt er kurzerhand seine eigene Version von „Mein Hut, der hat drei Ecken“ und erzählt den Osnabrückern mit einem fetten Grinsen im Gesicht, dass Gitarrist Hannes Irengård eine „geile Schwester“ hat. Die Fans feiern die Band für so viel Einsatz, und stimmen bereits nach weniger als der Hälfte des Konzerts erste Lobgesänge auf den Abend an. „Oh, wie ist das schön!“ donnert es aus fast 1000 Kehlen. Stadionatmosphäre im ehemaligen Kinosaal.

Mit ihrer Single „Tommy-Gun“ beschließen Royal Republic den regulären Teil ihrer Show und kratzen noch mal fast alle Reserven zusammen. Die Menge tobt durchgehend und so dauert es auch nicht lange, bis die Royal Republic mit ihrer Frontmann-Rampensau Grahn unter tosendem Jubel für die Zugabe wieder zurück auf die Bühne stürmen. Unter den Klängen von „Full Steam Space Machine“ heißt es ein letztes Mal an diesem Abend volle Kraft voraus, ein letztes Mal so hoch springen, wie es die Sprunggelenke zulassen, bevor es für alle zurück nach draußen in die Kälte geht.

Royal Republic überzeugen an diesem Abend auf voller Länge. Eine Band voll musikalischer Leidenschaft, die, trotz scheinbar live gelebter Rock‘n‘Roll Attitüde, sympathisch und auf dem Boden geblieben ist.

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