Parklichter 2010 – Rock, Disko und „Hardkur“ in Bad Oeynhausen


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Originally uploaded by leuka_astra

Ein altehrwürdiger Kurpark, bunte Lichter, laute Musik. Wo sonst betagte Kurgäste die Ruhe suchen und es sich gutgehen lassen, bot das Parklichter 2010 am Freitag Abend ein lautes Kontrastprogramm, dass mit den musikalischen Topacts Livingston, H-Blockx und Jan Delay & Disko No.1 Jung und Alt ins Schwitzen brachte.

„Fünftürer“ aus Bad Oeynhausen hatten als Gewinnerband des Parklichter Bandcontests die große Ehre den Festivalreigen zu eröffnen. Vor einem noch recht überschaubaren Publikum zeigten sie eine halbe Stunde lang, dass deutschsprachiger Groove-Pop aus Ostwestfalen durchaus ein Qualitätsmerkmal sein kann.

In schönster Abendsonne enterten Livingston dann die Bühne. Die Londoner Band lieferte ein vielseitiges 45-Minuten-Set aus ihrem „Sign Language“-Tourprogramm, bei dem sich nach vorne peitschende eigenwillig melodiöse Rocknummern und sanft gefühlvolle Balladen die Klinke in die Hand gaben. Ihre Durchstartersingles „Broken“ und „Go“ durften dabei natürlich auch nicht fehlen. Zum Ende ihres Auftritts fiel es auch nicht eingefleischten Fans schwer, die Füße still zu halten.

Rock‘n‘Roll pur hieß es dann bei den H-Blockx. Voll auf die Zwölf und ganz nach vorne bretterten die Münsteraner Crossover-Altmeister und lieferten im Sonnenuntergang eine Partyhymne nach der anderen. Als alter Hase weiß Frontmann Henning Wehland, wie man mit dem Publikum spielt und hatte daher keine Mühe, die Menge innerhalb von Sekunden zum Toben zu bringen. Ab dem ersten Ton hatten die Vollblutmusiker die Masse fest im Griff und feierten zusammen mit den Besuchern über eine Stunde lang eine wilde Party, die mit der H-Blockx-Coverversion des Johnny Cash Klassikers „Ring of Fire“ inklusive Circlepits und Massenhinsetzen zum Schluss ihren absoluten Höhepunkt fand.

So gut aufgeheizt ging die Party zusammen Jan Delay & Disko No. 1 ungebremst weiter. Jan Delay lud zusammen mit seiner zehnköpfigen Funkband zur „Hardkur“ und brachte den kompletten Platz dazu, wilde Tanzeinlagen auf‘s Parkett, oder viel mehr auf die Wiese, zu legen. Mit viel Charisma, Showtalent und musikalischen Leckerbissen aus seinen Alben „Mercedes Dance“ und „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ überzeugte der smarte Hamburger im pastellfarbenen Anzug und mit viel Disko-Glitzer auch die letzten Zweifler. Dabei ließ er sich auch nicht von einer blutenden Wunde an der Hand aus dem Konzept bringen, die sich dank der vielen Blutspritzer auf dem Anzug kaum verstecken ließ.

Fast zwei Stunden lang befand sich der Platz vor dem alten Badehaus im absoluten Ausnahmezustand. Jan Delay‘s eigenes Fazit: Es gibt in Bad Oeynhausen doch feierwütige Menschen und nicht nur langweilige Kurgäste in Eis- und Tortencafés. Dem ist nichts hinzu zu fügen.

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