A Summer’s Tale 2016 – Unser Liveblog vom Festival – Donnerstag

Aloha liebste Festivalmenschen! Nach einer furchtbar kalten Nacht starten wir in den zweiten Tag vom A Summer’s Tale Festival. Britta und ich wollen uns heute in einigen Workshops umsehen und freuen uns dazu schon sehr auf Nada Surf und Thees Uhlmann. Wenn Ihr mögt, nehmen wir Euch hier mit. Updates gibt es ca. alle 2 Stunden.

11.03 Uhr – Ihr braucht einen Konflikt!

Bevor ich mich gleich ins Pressezelt stürze und beginne, das Video von gestern zu schneiden, haben Britta und ich den Festivaltag mit ein wenig Bildung begonnen. Dieses Jahr gibt es auf dem A Summer’s Tale Festival auch ein Wissenszelt, bei dem interessante Vorträge und Workshops zu allen nur erdenklichen Themen stattfinden. Einer davon ist ein Interview-Workshop, der u.a. vom Chefredakteur Oliver Uschmann und Kollegen des großartigen Interview-Magazins Galore geleitet wird. Dort saß ich bis gerade eben drin und habe mal wieder gemerkt, dass ich auf jeden Fall noch sehr viel lernen kann. Und will. Der Workshop findet jeden Morgen um 10.30 Uhr statt, ist sehr unterhaltsam und vor allen Dingen lehrreich. Vielleicht beginne ich damit nun jeden meiner Festivaltage.

11.55 Uhr – Rügenwalder Veggie Tasting

Während ich hier im Pressezelt sitze und Daten sichere, hat Britta uns vom Rügenwalder Foodtruck ein bisschen was zu Futtern mitgebracht. Wieso von Rügenwalder? Es gibt doch jede Menge andere, echte Foodtrucks? Ja, das stimmt. Rügenwalder ist auch nur zu Promozwecken hier und veranstalten einen Wettbewerb zwischen Foodbloggern, die ein Rezept rund um die Veggie-Produkte der Mühlenmarke kreieren sollten. Die zwei besten sind gerade in der Endausscheidung und können, tadaa, umsonst probiert werden. Also frühstücke ich heute Veggie-Frikadelle in Pitabrot. Keine Offenbarung, aber durchaus genießbar.

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14.25 Uhr – A Winter’s Tale

Ich sitze immer noch im Pressezelt und schneide fleißig an unserem Video von gestern. Da wir noch ein bisschen mit der Vorbereitung des The Lytics Interviews zu tun hatten, gibt es nicht ganz so viele Bilder wie gewohnt. Dafür spielen Schafe eine entscheidende Rolle. Passend zur Lüneburger Heide 😉

Britta war vorhin bei der Lesung von Thees Uhlmann im Zelt. Wie sie berichtet war die Hütte voll und der Mann einfach nur hervorragend. Ich habe ihn leider verpasst, weil mein Laptop gezickt hat. Anscheinend mag er das kalte Wetter auch nicht so gerne. Es ist schon wieder so unglaublich frostig, dass ich mir eher vorkomme wie im November als im August. Dazu regnet es seit einigen Stunden Bindfäden. Zum Glück holt Britta mir gerade meine Regenjacke aus dem Auto. Die hatte ich heute Morgen in Folge von allzu viel Optimismus einfach liegen gelassen.

Inzwischen wärme ich mich schon am Ladegerät meines Laptops. Wo ist der Glühwein, wenn man ihn braucht?

Frieren im Pressezelt
Frieren im Pressezelt

16.03 – Jetzt aber endlich Musik!

Halleluja, das Video ist fertig geschnitten, ausgespielt und lädt hoch. So wie es sich gerade anhört, regnet es gerade sogar so gut wie gar nicht, sodass ich mich nach gefühlten 5 Stunden endlich aus dem Zelt heraus begeben kann. Und jetzt gibt es auch endlich Musik für mich. Auf der Hauptbühne. Wer dort spielt, verrate ich Euch, wenn ich wieder da bin.

17.15 Uhr – Hallo Frostbeulen

Mir fällt das Tippen gerade schwer, weil meine Finger ungelogen taub sind. Obwohl ich eben fleißig zu Friska Viljor getanzt habe, ist mir immer noch nicht wärmer. Na gut, ich konnte auch gar nicht so wirklich richtig tanzen, weil mein Körper einfach steif gefroren ist. Dabei waren Friska Viljor sooo toll!

Und auch Neil Finn, der gerade im Moment im Zeltraum spielt, ist hervorragend. Ein bisschen komme ich mir so vor, als ob ich in der alten Plattenkiste meiner Mutter gewühlt hätte. Da wäre vom Stil her auch sicher einiges der Art dabei gewesen.

Überhaupt spielt dieses Jahr kaum eine Band, mit der ich gar nichts anfangen kann. Das finde ich nach wie vor bemerkenswert. Nur das Wetter, ach, wie nervig. Beim Hurricane war es matschig und nass, aber warm. Hier ist es dagegen einfach nur bitterkalt. Achtung, keine Ironie: Ich werde jetzt ins The Tale’s Café gehen und versuchen, mich bei einem Vortrag wieder aufzuwärmen. Das Thema: Paddeln im Eismeer.

18.32 Uhr – Vom Delta bis zu den Quellen

Es regnet immer noch. Thees Uhlmann spielt gerade seine erste Rockshow nach 55 Lesungen und freut sich wie ein kleiner Junge darüber. Passend zum Wetter singt er vom Delta bis zu den Quellen. Irgendwo dazwischen springt Britta herum, die eben ihre Jacke im Pressezelt abgelegt hat und meinte „Hilft nix, ich lasse mich jetzt nassregnen!“ Ein richtiges Fanmädchen kann eben nichts aufhalten. Dafür bin ich einfach nicht Fan genug – ich sitze lieber bequem und trocken im Pressezelt, 30 Meter von der Bühne entfernt und höre mir die Show an. Es ist ein bisschen wie Radio, nur dass man die Musik besser fühlen kann.

Hier gab es binnen der letzten 24 Stunden übrigens gleich mehrere Schafentführungen. Mittlerweile sind Mamaschaf und Babyschaf wieder sicher im Trockenen. Ein Kleinkind schleppte das Lämmchen eben ins Pressezelt. Zuckersüß.

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20.11 Uhr – Kunst kaufen oder Kunst angucken?

Ich muss meine vorige Aussage revidieren. Es gibt doch Bands hier, die mich nicht so richtig ansprechen. Dazu gehört so ziemlich alles, was mit Elektro Swing zu tun hat. Ja, das Zeug macht derbe Stimmung, aber kommt bei mir einfach nicht im Kopf an. Oder vielmehr nicht im Herz. Da höre ich um einiges lieber den Herrn Glen Hansard, der gerade auf der Konzertbühne spielt und ausdrücklich nur von der Seite fotografiert werden möchte.

Während Caravan Palace vorhin im proppenvollen Zeltraum spielten, habe ich mich lieber endlich ins A Tale’s Café begeben und meinen Kaffee bekommen. Sogar ohne stundenlang zu warten. Mit dem heißen Kaffee in der Hand habe ich mir all die Stationen auf dem Festival angesehen, die ich bisher noch nicht besucht hatte. Allen voran den Mini-Ableger der Millerntor Gallery. In einem alten Frachtcontainer hat das Viva Con Agua Kunstprojekt eine kleine Ausstellung mit wunderschöner Kunst eingerichtet. Anna, die Leiterin, hat mich fast soweit, drei Prints zu kaufen. Aber habe ich dafür eigentlich Platz? Ich kann es mir noch zwei Tage lang überlegen. Falls ich bis dahin nicht erfroren bin.

21.53 Uhr – Kinderfest und Feuerkörbe

Fast eine Premiere des Tages: Ich habe fast eine Band von Anfang bis Ende gesehen. In den letzten Tönen von Glen Hansard habe ich meine Freundin Nadja getroffen. Sie und ihr Freund sind mit Söhnchen Joscha am Start, der das Festival für seinen persönlichen, riesengroßen Abenteuerspielplatz hält. Als wir uns treffen, klettert der kleine Dötz gerade begeistert auf den Buchstaben der „Konzertbühne“ herum. Als es dann Zeit wird, zu Nada Surf in den Zeltraum hinüber zu wandern, muss jede Pfütze auf dem Weg mitgenommen und jedes Hamburger Gitter inspiziert werden.

Mit ihm sind auf dem Festival geschätzt sicher noch einige hundert andere Kinder zwischen 0 und 14 Jahren. Während letztes Jahr zwar auch schon einige Familien da waren, kommt man sich hier in diesem Jahr ohne Kind schon fast in der Unterzahl vor. Dafür sind es weniger Hipster-Mädchen als beim ersten Mal.

Während der Papa sich weiter mit Joschi beschäftigt, mogeln Nadja und ich uns bei Nada Surf fast ganz nach vorne vor die Bühne. Ich mag die Band seit Jahren sehr gerne und ärgere mich jedes Mal, dass ich sie bisher erst so selten live gesehen habe.

Die Regentoleranz der Besucher (und auch meine) hat sich im Verlauf des Tages übrigens sehr gewandelt. Normalen Niesel- bzw. Landregen empfindet man inzwischen schon als trocken. Sonnenbrandgefahr. Da es allerdings immer noch unsäglich kalt ist für August (aktuell nur noch knapp 10 Grad), haben die Veranstalter auf dem Gelände Feuerkörbe aufgestellt und bieten heiße Getränke an. Davon muss ich auch auf jeden Fall noch Gebrauch machen, bevor ich wieder in meinen Schlafsack im Zelt krabbele.

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22.54 Uhr – Und zum Schluss noch Sigur Rós

Draußen, ja, Ihr wisst schon, regnet es wieder doller. Dazu wabern die Klänge von Sigur Rós über den Platz, hüllen das Festival in eine warme Sounddecke und lassen alles gleich viel weniger unangenehm erscheinen. Britta und ich haben die Feuerkörbe gefunden und im Schein der Flammen die atemberaubende Liveshow der Isländer genossen. Die Lichtprojektionen flashen mich immer wieder. Am liebsten dürfte das Konzert die ganze Nacht über dauern. Trotz aller widrigen Umstände war das heute auch wieder ein schöner Festivaltag.

Schafe, Feuer, Tee. Damit wird der Abend heute auch ausklingen. Britta ist schon wieder auf dem Weg zu den Flammen. Ich packe jetzt meinen Rucksack und werde ihr folgen. Wir lesen uns morgen wieder! Gute Nacht!

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