Festivaldiät – Oder warum ich dieses Jahr auf kein (großes) Festival fahre

Musik, Sonne, Schlamm, Wochenende. Seit ein paar Wochen ist offiziell Festivalsaison. Normalerweise wäre es spätestens jetzt Zeit für meine obligatorische Packliste, eine neue Folge Festivalfieber oder zumindest den Ausblick auf mein heißgeliebtes Hurricane Festival. Denn da würde es ja heute sonst hingehen. Aber dieses Jahr ist irgendwie alles anders. Ich brauche eine Pause.

Bin ich alt geworden? Vielleicht. Oder ist mir dieser ganze Festivalzirkus nach 15 Jahren vielleicht einfach etwas langweilig geworden? Ich weiß es nicht. Fakt ist, mich reizen dieses Jahr einfach keine großen Festivals. Natürlich gibt es viele, auf denen Bands spielen, die ich eigentlich immer schon mal oder endlich mal wieder sehen wollte. Aber muss ich dafür wirklich auf ein (großes) Festival fahren?  Denn seien wir mal ehrlich, während die Mehrheit der Menschen zum Feiern aufs Festival fährt, war ich seit 2009 kaum auf einem Festival, ohne in irgendeiner Form dort zu arbeiten. 

Fotografieren, bloggen, vloggen. Noch vor ein, zwei Jahren war das das Beste, was ich mir vorstellen konnte. Aber wenn man wie ich gleichzeitig auch noch alltags in einem ähnlichen Bereich arbeitet, wird irgendwann auch das größte, tollste Festival, ja, alltäglich. Dann sieht man plötzlich nicht mehr die coole Atmosphäre, die tollen Bands und all die kleinen, liebevollen Details, sondern spürt nur noch seinen schweren Fotorucksack. Und die Lieblingsband kannst du dir gerade auch nicht richtig ansehen, weil der nächste Post noch raus muss. Ich bin ja nicht zum Spaß hier. Moment, aber sollte ich das nicht sein?

Ich glaube, ich bin in diesem Jahr einfach müde und satt. Vielleicht auch ein bisschen überfressen gewissermaßen – und brauche eine Festivaldiät. Deshalb findet mein heiß geliebtes Hurricane Festival dieses Jahr ohne mich statt. 

Nur noch fürs Herz

Wie ich Anfang des Jahres schon in meinem Gästelisten-Artikel geschrieben habe, will ich Konzerte und Festivals dieses Jahr wieder bewusster genießen. Ich werde (und war schon) auch noch auf ein paar kleinen Festivals arbeiten und habe vor, ein paar neue, kleine für mich zu entdecken. Deshalb fahre ich im August auch nach Slovenien zum Punkrock Holiday. Als Gast. Ohne Laptop. Nur mit Freunden und der einzigen Verpflichtung, ganz viel Spaß zu haben und nicht ans Arbeiten zu denken.

Ich bin mir sicher, dass mein Festivalappetit dann irgendwann auch wiederkommt. 

Ich wünsche all Euch Hurricaneanern beim Hurricane 2018 ein wundervolles Wochenende!

Foto: Marie Katzer

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

4 Kommentare auch kommentieren

  1. Ramona sagt:

    Ich kann dich so gut verstehen! Ich hab selbst jahrelang einen Musikblog betrieben und war ständig auf Konzerten und im Sommer auf einigen Festivals. Nach ein paar Jahren war das auch für mich nur noch Arbeit und hat mir keinen großen Spaß mehr gemacht. Zuerst war es nur eine Pause, dann hab ich den Blog aber ganz still gelegt. Letztens war ich dann zum ersten Mal wieder ganz privat auf einem Festival und es hat sich so gut angefühlt, keinen Druck zu haben. Dann verpasst man eben die Band. Und dass das mobile Internetnetz zusammengebrochen ist, ist auch egal.
    Ich wünsch dir ganz viel Spaß auf dem Festival in Slowenien! Genieß es und lass dich auch ansonsten durch diesen Blog nicht stressen. Es ist „nur“ ein Blog 😉

    1. Vielen lieben Dank dir! 🙂 Es ist sehr beruhigend zu hören, dass es anderen auch so geht. Vielleicht gönne ich mir das Hurricane nächstes Jahr einfach mal wieder privat. Oder irgendwas anderes, was mich spontan reizt.

  2. Andrea sagt:

    Hey du! Mir geht es ähnlich… auch wenn ich eine nicht so krasse Festivaldiät mache 🙂 Ich verzichte die nächsten 2 Monate auch auf die großen Festivals… stattdessen besuche ich ganz kleine Festivals, ohne mir einen Plan zu machen wen ich unbedingt sehen muss… einfach treiben lassen 🙂

    Den Druck kann ich sehr gut nachvollziehen, hatte in den letzten Monaten ähnliches erlebt, bezüglich Einzelkonzerte. Es hat keinen Spass mehr gemacht und sich nur noch wie ganz viel Arbeit angefühlt. Jetzt weniger Konzerte, dafür bewusster und es tut so gut!

    Liebe Grüße aus Wien,
    Andrea / wienkonzert.com

    1. Oh, ich kann dich so gut verstehen! Früher habe ich auch irgendwie alles mitgenommen, Hauptsache Konzert. Aber das macht irgendwann einfach nicht mehr glücklich. Ich hoffe, dass du bei deinen kleinen Festivals ganz viel Spaß hast 🙂 Liebe Grüße!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.