Ideenexpo: Unterwegs für N-JOY als Festival-Blogger

Das wird jetzt ein etwas ungewöhnlicher Post, denn ich blogge heute darüber, wie es ist, auf Festivals zu bloggen. „Ist ihr die Hitze zu Kopf gestiegen?“ fragt Ihr Euch jetzt sicher. Nein, ist sie nicht. Ich bin/war am Samstag, 4. Juli, und am darauffolgenden Wochenende (10. bis 12. Juli) als Festival Blogger auf der Ideenexpo in Hannover unterwegs, und zwar nicht für „mich“ oder LEISE/laut, sondern für den Radiosender N-JOY.  Dort halte ich alles Interessante mit meinem Smartphone fest und poste Bilder auf Instagram. Mit Bosse, Joris, Clueso, Tonbandgerät und Marteria ist auch einiges an Musik am Start. Und hey, dann passt das doch wieder 😉

Wie bin ich überhaupt dazu gekommen? Nun, auf der Homepage von N-Joy sprang mir kurz vor meiner Abfahrt zum Interview mit Greg Holden der Aufruf „Festival Blogger gesucht!“ ins Auge. Die Aufgabe: Du begleitest uns auf der Ideenexpo in Hannover zu Interviews und Konzerten, entdeckst die Messe, blickst hinter die Kulissen und machst davon Fotos mit deinem Smartphone, die du dann in den sozialen Netzwerken und speziell auf Instagram teilst. – Das kann ich, dachte ich mir. N-JOY dachte das dann offensichtlich auch, denn Mittwoch kam die Zusage. Yay!

 

Bei efrischenden 39 Grad im Schatten (und geschätzten 50 Grad im Auto Dank kaputter Klimaanlage^^) geht es am Samstag also zur Messe nach Hannover. Die Ideenexpo ist eine der größten Ideen- und Mitmachmessen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland mit einem klaren Technikfokus. An jeder Ecke gibt es alles mögliche zum Ausprobieren, ob nun die neusten Elektro-Fortbewegungsmittel, Sportgeräte ode Technikberufe. Dazu später mehr.

 

Katharina, Bine und Dennis von N-Joy nehmen mich in der schattigen NDR Social Media Lounge im Außenbereich sehr lieb in Empfang. Hier lässt es sich auch bei der Hitze recht gut aushalten. Im restlichen Außenbereich ist es dagegen sehr, sehr leer. Die Aussteller, die ihren Platz hier draußen haben, warten schwitzend auf interessierte Kinder, doch die halten sich gerade wohl lieber in den zumindest einigermaßen klimatisierten Messehallen auf.  Jeder Gang über den glühenden Asphalt des Expo-Geländes fühlt sich ein bisschen so an, als ob man über einen riesigen Grill laufen würde. Arme Aussteller!

Kleiner Interview-Marathon

Interview Stellprobe NDR NJOY Ideenexpo njoyfestival
Stellprobe fürs Interview mit James Hersey.

Eigentlich hätte schon gegen Mittag ein Interview mit Joris stattfinden sollen. Das verschiebt sich aber spontan, also zieht das Team erst einmal durch die Hallen und checkt Locations für das spätere Interview mit James Hersey. Eine Empore mit Blick auf die Mitmachhalle soll es werden. Zur Stellprobe mit den VJs Max und Jonathan verwandelt sich Katharina fix in James, während Moderator Dennis ihr schon mal ein paar Fragen stellt.

Als alles passt, geht es auch schon direkt wieder zurück nach draußen in die Social Media Lounge. Der Zeitplan ist eng getaktet, gleich soll Clueso hier zum Interview um die Ecke kommen. Und das tut er auch. Einer der wenigen, der heute wirklich überall pünktlich erscheint. Egal ob man nun als kleines Blogger-Mädchen oder großer Radiosender auf einem Festival unterwegs ist, viel Zeit vergeht einfach immer mit warten.

Clueso erzählt Dennis entspannt von seiner Musik, flachst mit ihm herum und denkt sich zum Schluss selbst noch ein paar Fragen aus. Ein wirklich sehr netter Kerl. Schade, dass ich ihn bisher immer nur am Telefon interviewen durfte. Aber das ist mittlerweile auch schon wieder mehr als vier Jahre her.

 

Im Anschluss geht es direkt weiter zum Interview mit James Hersey, auf die zuvor eroberte Empore. James würfelt mit Dennis um seine Fragen, singt seine aktuelle Single kurz an und erklärt, warum er so gut Deutsch spricht. Das verrate ich euch nicht, ihr sollt euch das Interview ja auch noch angucken 😉

Interviewfragen kann man auch würfeln 😉 @jameshersey erzählt @njoyde mal was. #interview #njoyfestival #video #festivalsommer #festival #ideenexpo #rollthedice

Posted by LEISE/laut – Musik Blog on Saturday, July 4, 2015

Was man bei den gefilmten Interviews nie sieht, ist, was für Verrenkungen die Kameraleute dabei häufig machen müssen. Stundenlang (gefühlt) auf Knien, die Kamera für ein ruhigeres Bild am Kopf fixiert – bequem ist sicherlich etwas anderes. Aber das Bild stimmt und das ist alles was am Ende zählt. Ich habe hohen Respekt vor der Arbeit von Max und Jonathan, die hier auf dem Boden herum robben oder sonstwie erdenkliche und unerdenkliche Positionen einnehmen.

Als das Interview im Kasten ist, geht es wieder nach draußen. Die Sonne versteckt sich mittlerweile hinter eine leichten Wolkendecke. Angeblich besteht eine Unwetterwarnung, aber wirklich spürt man davon nichts.

Die Barriers vor der Bühne auf der Expo Plaza sind inzwischen aufgebaut. Vor einer Handvoll Zuschauer macht Clueso hier seinen Soundcheck. Ich bleibe, schaue einen Moment zu und freue mich dabei immer mehr auf das bevorstehende Set. Der Herr Clueso hat sich da wirklich einiges einfallen lassen und hält einige Überraschungen parat. Aber das dauert ja noch eine Weile.

 

Der heißeste Ort auf der Ideenexpo

Das N-JOY Team muss im Produktionsbüro noch ein paar Sachen vorbereiten. Da der Raum wirklich nicht besonders spannend ist (ein kahler Raum mit drei Schreibtischen am Ende eines sehr langen, fensterlosen Gangs), nutze ich die Zeit lieber, um mich noch ein wenig auf der Messe umzusehen. Ich leide ein wenig unter Reizüberflutung, so viel gibt es hier zu sehen und auszuprobieren. Aber ich habe ja in der kommenden Woche noch mal drei Tage Zeit, um mich hier richtig auszutoben.

Trotz, oder vielleicht gerade wegen der Hitze fasziniert mich er stand der Meyerwerft im Außenbereich besonders. Hier kann man sich im mobilen Schmiedelabor tatsächlich selbst an Amboss, Nietenzange und Schweißgerät ausprobieren. Hurrah, ich habe den heißesten Ort der Messe gefunden!

 

Während also Joris gerade soundcheckt und überraschender Weise Clueso dazu auch noch mal auf die Bühne kommt, bearbeite ich mit hochrotem Kopf, unter Anleitung einiger sehr sympathischen Azubis, mit dem Schmiedehammer ein Stück Metall. Wenn es nicht so verdammt heiß wäre, würde ich am liebsten „ich habe Feuer gemacht!“ rufen, als ich fertig bin.

Zum Meet & Greet mit Joris

Vor lauter Stolz über meinen ersten Schweißereinsatz und dem damit einhergehenden halben Hitzeschock, habe ich glatt die Zeit vergessen. Als mein Handy klingelt, bin ich fast ein wenig erschrocken. Es ist Christoph von einer Künstler/Promo-Agentur, der auf der Messe die Meet & Greets der N-Joy Gewinner betreut. Da ich offiziell auch als Gewinnerin gelte, darf ich auch mit zu den Treffen mit den Bands. Wie ich mich da genau verhalten soll, weiß ich gar nicht so recht. Ich war so lange nicht mehr auf der Gewinner Seite. Sage ich, dass ich die Festival Bloggerin bin? Oder nicht? Vielleicht mache ich mir auch einfach mal wieder nur zu viele Gedanken.

Christoph führt uns ins wunderbar klimatisierte Convention Center, wo wir auf Joris und seinen Manager warten. Neben mir warten noch zwei Botschafter der Ideenexpo, ein Fotograf sowie drei „richtige“ Gewinner – ein 13-jähriger Junge mit Mama und Papa.

So sitzen wir also schön fürs Foto drapiert an einem Bartisch und quatschen mit dem sympathischen Herforder über Musik, Osnabrück und Konzerte. Das typische „Jetzt stellt doch mal ne Frage“-Kommando der Meet & Greet-Betreuer umschifft Joris sehr geschickt, indem er einfach den Spieß umdreht, und uns Fragen stellt. Eigentlich keine schlechte Idee. Es gibt nichts schlimmeres als Meet & Greets, wo die Gewinner wie erschrockene Eichhörnchen vor dem Künstler sitzen und alle Beteiligten sich peinlich berührt anschweigen. Das ist hier zum Glück gar nicht so.

Am Ende gibt es noch die obligatorischen Autogramme und Selfies. Sowas habe ich schon ewig nicht mehr gemacht.

 

Als ich wenig später ins Backstage laufe, um dort Katharina und das VJ-Team wieder zu treffen, ist Joris auch schon wieder dort – zum Interview. Es ist ein bisschen komisch, jetzt wieder hier ganz selbstverständlich zu stehen, wenn man ein paar Minuten vorher noch als „Gewinner“ im Meet & Greet saß… für den Rest der Welt sicher unverständliche Blogger-„Probleme“ 😉

 

Nach dem Interview geht’s mit Katharina, Max und Jonathan noch mal ins Produktionsbüro. Das klingt spannend, ist aber wirklich nur ein kahler Raum in den weiten, versteckten Gängen der Messehallen. Die VJs sichern ihr Material, anschließend gehen wir vier noch mal schnell zu Abendessen. Ein Hoch auf das Crew Catering! So verpasse ich zwar leider den Auftritt von James Hersey, aber da es immer noch unerträglich heiß draußen ist, muss man sich auch mal um sein leibliches Wohl kümmern.

 

 

Als wir wieder nach draußen gehen, spielt Joris bereits im Schein der langsam untergehenden Sonne auf der großen N-JOY Bühne. Das ist schon fast ein bisschen romantisch. Dem Publikum gefällt’s, auch wenn lautes Mitsingen nicht so ganz sein Ding zu sein scheint. Als Überraschung bekommt Joris dann auch noch Besuch von Clueso auf der Bühne. Eine wirklich tolle Kombination. Die beiden sollten häufiger zusammen arbeiten.

Und schon wieder ist es Zeit für ein Selfie: Kuhlage und Hardeland, die Moderatoren der Morningshow, laufen Katharina und mir über den Weg. Die beiden begrüßen mich sehr freundlich „Ach du bist unsere Festival Bloggerin?“. Jap, das bin ich wohl.

 

Joris Auftritt ist zu Ende, die Expo Plaza fühlt sich spürbar. Man will eben Clueso sehen. Dank der Hitze (so oft habe ich dieses Wort wohl zuletzt im Bericht über das Area4 Festival 2012 benutzt 😉 ) stehen die meisten allerdings nicht vor der Bühne, sondern haben sich auf der gigantischen Freitreppe vis-a-vis niedergelassen. Hier mal nebenbei ein großes Lob an die zahlreichen Sanitäter der Johanniter Unfallhilfe, die ihre Krankentransportliegen kurzerhand zu Wasserbauchläden umfunktionieren und so palettenweise 0,5er Wasserflaschen an die Zuschauer verteilen. Die Flaschenlösung habe ich so zuletzt 2005 bei einem Festival in den USA erlebt. Gute Sache, sollte es auch hier häufiger geben.

 

Clueso

Ach, wie schön es doch ist, den Erfurter endlich mal wieder live zu sehen! Clueso spielt sich durch eine wunderbare Mischung aus Songs der letzten knapp 10 Jahre, animiert zum Bouncen, Mitsingen und immer wieder auch zum Träumen. Regelmäßig habe ich trotz der Affenhitze Gänsehaut, weil Cluesos Texte mal wieder wie die Faust aufs Auge passen und er sie wirklich sehr berührend rüberbringt.

 

Aber Clueso kann ja nicht nur gut singen und mit seiner hervorragenden Band filigrane Soundteppiche knüpfen, sondern auch richtig rappen. Erst in einem fetten Medley, später dann in einer dicken Freestyle Einlage. Dass Clueso nämlich eigentlich tief im HipHop verwurzelt ist, haben viele neuere Hörer noch gar nicht mitbekommen. Aber es kommt an. Derbe!

 

Mein persönliches Highlight des Abends ohne Frage „Chicago“. Hiernach kann ich glücklich sterben. Oder einfach totmüde, aber grinsend, nach Hause fahren.

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Am Freitag geht es weiter.

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