Rostock – Hanse Sail – Antenne MV Bühne

Der 8.8.08 war nicht nur der Tag der Olympiaeröffnungsfeier, sondern auch der Tag, an dem auf der Rostocker Hanse Sail der Mega Sommerhit 2008 von Antenne Mecklenburg-Vorpommern gekürt werden sollte. Neben einigen verdächtigen C- und D-Promis, die wirklich kein Mensch kannte, rissen wenigstens Revolverheld das Niveau des Abends nach oben.

Ich hatte mit einer Großveranstaltung a la Kieler Woche und einem ähnlichen Besucheraufkommen gerechnet. Dementsprechend wurde überpünktlich Feierabend gemacht, getankt und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 138 km/h über die Autobahn nach Rostock gebraust. Tja. Kaum angekommen stellte sich heraus, dass die „Party“ vor dem Auftritt eher einem Schützenfest glich. Nein, zwischendurch hätte man sich auch auf einer Kaffeefahrt wähnen können. Die beiden Moderatoren rissen einen Kalauer nach dem nächsten und wussten wirklich, wie man jede aufkeimende Partystimmung noch in den letzten Takten des Songs abwürgt. So wunderte es mich nach einer guten halben Stunde auch nicht mehr, warum kaum jemand vor der Bühne stand. Wohl gemerkt, es sollte Revolverheld auftreten und nach eigener Erfahrung stehen normalerweise etwa fünf feste Reihen der hartgesottenen Fans circa 3 Stunden vor Beginn an der Absperrung. Wir kamen gerade mal ein bisschen über eine Stunde vor Beginn an – und konnten sogar ohne „Entschuldigung, darf ich mal vorbei?“ in die erste Reihe durchgehen.

Kurz vor Auftritt wurden die Moderationen der Antenne-MV Moderatoren dann ganz schlimm. Es wurden die alten Anekdoten über Dieter Bohlen und Christian Anders heraus gekramt, dann kam doch tatsächlich auch noch „You’re my heart, you’re my soul“ – und eigentlich hätte man spätestens hier die Flucht ergreifen sollen. Aber Gott sei Dank war es dann wirklich endlich 22.30 Uhr und die Jungs aus Hamburg durften die Bühne stürmen. Wahrscheinlich selbst noch von den grausamen Moderationen eingelullt, wurde auch gleich tief in die Kalauerkiste gegriffen. „Rockstock“ und dieses Festival im Matsch, dass ja sicher genau hier, an diesem sagenumwobenen Ort stattgefunden haben soll. Rockstock, und die Hippies sind auch noch da. Ja. Nein. Musik machen? Ja! Die Herren zwangen sich dann doch dazu, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und legten recht behäbig los. Nach etwa 3 Liedern schienen sie sich dann aber doch auch endlich den Modern-Talking-Schock aus den Knochen gespielt zu haben und so wurde dann doch noch die gewohnte Qualität und Bühnenshow dargeboten. Etwa 70 Minuten lang wurde der Platz vor der Bühne vom Kaffeefahrtgrauen befreit und man feierte eine ordentliche Party.

Alles in allem war es ein sehr netter und vor allen Dingen amüsanter Abend, den ich gerne mit einem alten Golf vergleichen möchte. Man muss ihn erst mal warm fahren, bis er richtig rund läuft. Aber wenn er denn dann mal richtig warm ist, ist er nicht mehr zu stoppen und geht ab wie ein geölter Blitz…

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