Schlagwort-Archive: Lagerhalle

Popsalon 7 – Der Donnerstag mit Meute und Compass

Es ist wieder Popsalon-Zeit in Osnabrück! Gestern startete die siebte Ausgabe des schönsten Club-Festivals der Stadt mit Compass, Meute, Oum Shatt und Julian Philipp David. Ich war mit Kamera und Insta-Stories am Start.  Popsalon 7 – Der Donnerstag mit Meute und Compass weiterlesen

Bin ich hypnotisiert? – Hundreds in Osnabrück

Wie verbringt man den Dienstagabend, wenn man den ganzen Tag am Schreibtisch zugebracht hat? Natürlich am besten mit Musik. Für mich steht heute Hundreds in der Lagerhalle in Osnabrück auf dem Programm, die dort mit ihrer Wilderness Tour zu Gast sind. Das erste Konzert seit Wochen, bei dem ich nicht in offizieller Funktion unterwegs bin, sondern einfach nur so. Für mich. Tolles Gefühl. Bin ich hypnotisiert? – Hundreds in Osnabrück weiterlesen

Tränen beim EP-Release von Lucas Newman in der Lagerhalle

Lucas Newman wäre sicher gerne musikalisch die deutsche Antwort auf Justin Timberlake und Ed Sheeran. Ob das dem Osnabrücker Musikstudenten gelingt, wird die Zeit zeigen. Zumindest konnte er am Freitagabend bei seinem EP-Release-Konzert schon mal den Spitzboden der Lagerhalle Osnabrück begeistern und ein paar seiner Gäste sogar zu Tränen rühren. Tränen beim EP-Release von Lucas Newman in der Lagerhalle weiterlesen

Popsalon 4 in Osnabrück: Gemütliches Indoor Festival lockt mit Indie-Größen

Nur noch wenige Wochen, dann ist schon wieder Popsalon4-Zeit! Es ist ein bisschen so, als hätte es sich eine abgespeckte Version des Reeperbahnfestivals in Osnabrück bequem gemacht. Kleine gemütliche Clubs und ein großartiges Line-Up, bei dem es neben bekannten Künstlern auch wieder viele neue Acts zu entdecken gibt. Vom 11. bis 13. April findet das kleine, feine Indoor-Festival bereits zum vierten Mal statt. Ich will Euch heute mal ein bisschen das Programm vorstellen.

Das Popsalon Festival ist in diesem Jahr gewachsen geworden. Neben der drei klassischen Locations Lagerhalle, Glanz und Gloria und Kleine Freiheit ist beim Popsalon4 auch das Haus der Jugend mit am Start. Somit sind drei Locations bequem zu Fuß erreichbar. Damit man in der Kleinen Freiheit ebenfalls möglichst nichts verpasst, wird ein Pendelbus im Einsatz sein. Wie gut das funktioniert, kann ich leider nicht beurteilen, da ich im vergangenen Jahr nicht dabei war. Bisher habe ich aber nur Gutes gehört.

Das Programm kann sich auch 2013 wieder mehr als sehen lassen. Es springen einem Namen entgegen, die sich auch gerne Mal unter den Plattentipps der großen independent orientierten Musikmagazine tummeln.

Los geht’s am Donnerstag, 11. April, mit Patrick Richardt und Honig in der Lagerhalle, bevor Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen später die Kleine Freiheit auseinander nimmt. Das wird ein schöner Festival-Start.

Patrick Richardt ist im April mit seinem neuen Album So, wie nach Kriegen unterwegs, das bei mir seit ein paar Wochen auf Dauerschleife im Auto läuft (nur da habe ich noch einen funktionierenden CD Player). Die Single „Adé, Adé“ ist ein großartiger Ohrwurm, den man so schnell nicht wieder los wird.

HONIG habe ich zum ersten Mal vergangenen November als Support von Kettcar live gesehen. Wie Patrick Richardt macht auch Stefan Honig feinsten Singer/Songwriter Pop, der dank viel musikalischer Raffinesse aus dem aktuellen Einheitsbrei sofort heraus sticht.

Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen ist mir erst ein Begriff, nachdem ich beim Vorstellungsgespräch bei einer großen deutschen Musikzeitschrift in Berlin leider kleinlaut zugeben musste, sie nicht zu kennen. Was hatte ich bis dahin nur alles verpasst? Die ehemaligen Superpunk-Mitglieder Carsten Friedrichs und Tim Jürgens haben nach der Superpunk-Auflösung kurzerhand ein neues Projekt gestartet. Ihr erstes Album Jeder auf Erden ist wunderschön ist seit Herbst auf dem Markt und dürfte nicht nur diejenigen erfreuen, die sonst über den trockenen Humor von Olli Schulz lachen können.

____________________________

Am Freitag, 12. April, sind Luca, Sophie Hunger, Käptn Peng und die Tentakel von Delphi, Sizarr, Retro Stefson, Thomas Azier und Cosmo Jarvis am Start.

Luca ist in diesem Jahr die Lokalmatadorin des Popsalon und darf als einzige Osnabrücker Künstlerin des Tages den Samstag in der Lagerhalle eröffnen. Interessanter Singer-/Songwriter-Pop, den man entweder mag oder nicht. Die inzwischen in Berlin lebenden Musikstudentin hat aber auf jeden Fall was drauf. Überzeugt Euch am besten selbst.

Mit Sophie Hunger geht es danach im ähnlichen Stil in der Lagerhalle weiter. Die Schweizerin besticht durch tierschürfende Texte und beeindruckend ausgefeilte, musikalische Arrangements. Nicht unbedingt die leichteste Kost, aber auf jeden Fall einen Besuch wert, nicht nur für Liebhaber.

Wer mehr auf guten deutschen HipHop mit genialen Texten steht, kommt am Freitag im Haus der Jugend mit Käptn Peng und Die Tentakel von Delphi auf seine Kosten. Wie praktisch, dass das Debütalbum Expedition ins O des Künstlerkollektivs genau an diesem 12. April in die Läden kommt. Die große Release-Party in Osnabrück sollte also eigentlich nur noch reine Formsache sein.

Mit Sizarr geht es in der Kleinen Freiheit derweil eher elektronisch zu. Gerade noch war das junge deutsche Trio in den USA beim SXSW unterwegs und haben dort das Publikum mit ihrem eigenwilligen Sound begeistert, jetzt geht es wieder in Deutschland weiter. Aus den Jungs kann noch etwas ganz, ganz großes werden. Also nicht verpassen.

Im Anschluss geht es dort mit der isländischen Pop-Band Retro Stefson weiter, die bei diesem Festival wohl am weitesten von ihrem Zuhause weg sein dürfte. So weit, dass viele ihrer offiziellen Musikvideos in Deutschland noch gar keine GEMA-Freigabe bekommen haben. Wer sich sonst von Kakkmaddafakka oder Friska Viljor bestens unterhalten fühlt, wird auch hier auf seine Kosten kommen.

Regelrecht epische Klänge und sphärische Sounds liefert derweil der Niederländer Thomas Azier im Glanz und Gloria. Wer sich gerne von Musik in ferne, fiktionale Welten transportieren lässt oder einfach gerne tanzt, bis man alles um einen herum vergisst, ist hier auf jeden Fall richtig.

Das große Finale des Tages liefert Künstler Cosmo Jarvis ebenfalls im Glanz. Der 23-jährige kommt mit großartig arrangierter und einfach guter Popmusik um die Ecke, bei der für jeden was dabei ist. Vielleicht nicht ganz so rotzig wie Lukas Graham, aber definitiv eine Reise wert.


______________________
Am Samstag, 13. April, geht es kunterbunt und vielseitig weiter. Mit am Start sind Trümmer, We Were Promised Jetpacks, Fuck Art, Let’s Dance!, Frittenbude, Turboweekend, LaingCody und Robots Don’t Sleep
Trümmer aus Hamburg gibt es erst seit knapp einem Jahr und haben es schon auf den Titel des SPEX Magazins geschafft. Große Texte, tolle Melodien, ein bisschen wie Fotos, Herrenmagazin und Tomte früher, nur viel besser. Die Jungs spielen nur eine halbe Stunde, die man sich besser nicht entgehen lässt. Außer natürlich, es ist einem egal, eines der „next big things“ zu verpassen 😉 Das sage ich jetzt einfach mal so.
Ein offizielles Trümmer-Video gibt es noch nicht, dafür aber einen Demo-Song bei Soundcloud.
We Were Promised Jetpacks hätten eigentlich schon 2011 beim Popsalon2 spielen sollen, haben dann aber kurzfristig wieder abgesagt. Zwei Jahre später stehen sie nun wieder im Programm. Und kommen dieses Mal hoffentlich auch. Ihre inzwischen vier Jahre alte Debüt-Single „Quiet Little Voices“ darf auf keiner guten Party-Playliste fehlen und ich persönlich wäre auch ganz verzückt, wenn sie diese Nummer in Osnabrück auch spielen würden.

Fuck Art, Let’s Dance! sind ihrem Bandnamen ganz treu und liefern feinsten minimalen Dance Pop, zu dem man bestens tanzen, aber auch Gameboy spielen kann. Wahrscheinlich würde das bei dem Audiolith-Trio nicht einmal auffallen, wenn man einen guten alten 90er-Gameboy dabei hätte… Wie dem auch sei, die Melodien gehen ins Ohr, grooven sich in die Beine und machen Spaß im Haus der Jugend.

Zu Frittenbude muss man ja an sich nicht mehr viel sagen. Großartige Elektro-Punk-Kapelle, die unter Garantie jeden Laden in Schutt und Asche rockt, und jedem der richtig hinhört, mit ihren Texten auch noch starke Geschichten zwischen den Zeilen erzählt.

Turboweekend aus Dänemark sorgen beim diesjährigen Popsalon für die ordentliche Portion nordischen Poprock. Tolle Melodien, tolle Texte, tolle Typen. Mehr muss man eigentlich nicht wissen. Auf in die Kleine Freiheit und los tanzen.

Direkt im Anschluss geht’s mit Laing weiter. Die Mädchen-Kombo ist spätestens seit ihrer überraschend grandiosen Platzierung beim Bundesvision Songcontest mit dem Song „Morgens immer müde“ ein Begriff. In Osnabrück werden sie ihr Debütalbum Paradies naiv im Gepäck haben und den Leuten mit ihren Elektro-Soul-Pop ordentlich einheizen.

Mit Cody spielt eine zweite Band aus Dänemark auf dem Popsalon. Dänemark ist ja bekannt dafür, in Sachen Pop unglaublich innovativ zu sein. Cody sind eins der besten Beispiele dafür. Große Melodien und Emotionen mit Folk Einschlag bringt die siebenköpfige Band ins Glanz und Gloria. Beeindruckende Sache.

Robots Don’t Sleep ist das Beat-Projekt von Produzent und DJ Robot Koch, das wie zu vermuten war, sehr beatlastig um die Ecke kommt. Trotzdem besticht der Sound gleichzeitig durch filigrane Melodien und softe Vocals.



___________________________

Insgesamt gibt es also mindestens 18 gute Gründe, den vierten Popsalon zu besuchen. 3-Tages-Tickets gibt es für 48,90 Euro im Kartenwerk in der Dielinger Straße in Osnabrück und an allen Vorverkaufsstellen. Alle weiteren Infos zum Festival, zu den Locations, zum Programm und weiteren Ticket-Optionen (Tages- und 2-Tagestickets) findet Ihr unter www.popsalon-os.de

Mitternachtskonzert in Osnabrück: Sportfreunde Stiller sorgen für Partystimmung in der Lagerhalle

Donnerstagabend, es ist kurz vor Mitternacht. In der Lagerhalle blickt das Publikum im großen Saal gebannt gen Bühne. Jedoch nicht in freudiger Erwartung auf eine Zugabe, sondern auf den ersten Song des Abends. Die Sportfreunde Stiller sind zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder in Osnabrück zu Gast und haben zu einer nächtlichen Clubshow geladen.

Grund für die ungewöhnliche Uhrzeit ist der Fußball. Wenn Deutschland in der EM-Gruppenphase Zweiter geworden wäre, hätten Jogis Jungs an diesem Abend das Viertelfinale bestritten. Und das hätten sich die Helden des WM-Songs „54, 74, 90, 2006“ natürlich nicht entgehen lassen dürfen. Die Fans der Sportfreunde Stiller stört dies offensichtlich kaum. Das Konzert ist seit Wochen restlos ausverkauft. Einige nutzen die Gelegenheit, um in ihren Geburtstag hinein zu feiern, andere um ein verlängertes (Fußball-)Wochenende einzuläuten.

„Es war die Nacht im Himalaja“ schallt pünktlich zur Geisterstunde aus den Boxen. Unter den Klängen des Schlagers betritt das Münchner Trio fast schon etwas schüchtern die Bühne und startet mit der punkigen Nummer „Let’s did it“ in ihr 90-minütiges Programm. Zu so später Stunde brauchen die „Sportis“ anscheinend erst einen Moment, um auf der Bühne ihren Groove zu finden. Die ersten Minuten kommen streckenweise noch etwas dissonant daher, aber auch das Osnabrücker Publikum muss sich scheinbar erst noch die aufsteigende Müdigkeit aus den Knochen schütteln.

Der etwas holperige Auftakt ist bis zum Ende dritten Songs „Alles Roger“ schon fast wieder vergessen. Die Fans lassen sich langsam aber sicher aus der Reserve locken, während Peter, Rüde und Florian wohl ihre musikalische Mitte wieder gefunden haben. Das Trio steigert sich spürbar von Song zu Song. Dafür werden sie auch tatkräftig unterstützt: Streicher, Bläser, Backgroundsänger, zusätzliche Gitarren, ein Piano und Saxofone. Zeitweise drängen sich bis zu 15 Musiker auf der kleinen Bühne der Lagerhalle und verleihen den gewöhnlich eher einfach gehaltenen Sportfreunde-Stiller-Songs eine besondere Tiefe.

Die Stücke auf der Sportis-Setliste an diesem Abend sind altbekannt. Kein Wunder, das jüngste Album der Band ist schließlich schon wieder einige Jahre alt. Man spielt sich quer durch eineinhalb Jahrzehnte Bandgeschichte und Diskografie. Von „Wellenreiten“ über „Ein Kompliment“ und „Ich Roque“ bis zur aktuellsten Single „Lass mich nie mehr los“ ist an diesem Abend alles dabei. – Fast alles, denn zu ihrem Fußballhit von 2006 möchte sich die Band trotz ausdrücklicher Wünsche aus dem Publikum nicht hinreißen lassen. Auch die beste Fußballstadion-Choreografie mit „HUMBA!“-Gesang, Hüpfen und Hinsetzen kann nicht weiterhelfen. Stattdessen präsentieren die Sportis zwei neue Songs: Die treibende Rocknummer „Clowns und Helden“ sowie die melodisch melancholische Indiepop-Nummer „Wunderlied“, die mit beachtlichem Ohrwurmpotenzial daher kommt. Wie die meisten Stücke der Sportfreunde Stiller leben auch diese Stücke wieder von gewitzten Texten kombiniert mit eingängigen Melodien.

Der guten Stimmung im Saal tut das Fehlen der Fußball-Hymne keinen Abbruch. Die Osnabrücker klatschen, tanzen und singen trotzdem begeistert mit, ohne dass die Band großartig die Publikumsanimationskeule schwingen müsste. In der aufgeheizten intimen Atmosphäre der Lagerhalle entsteht so schnell im Publikum eine selbst für die Sportfreunde überraschende Eigendynamik. „Ach, wäre ich doch gerne Campino“, ruft Sänger und Gitarrist Peter Brugger der Menge grinsend entgegen, als gut 500 Kehlen der Band minutenlang „Eisgekühlter Bommerlunder“ von den Toten Hosen entgegen grölen.

Die Sportfreunde Stiller wirken an diesem Abend auf der Bühne wie die erwachsen gewordenen Jungs von nebenan. Authentisch natürlich und mit viel Spaß an der Sache. Musikalisch ist die Band zwar nicht immer perfekt, dafür im Gesamtpaket umso sympathischer.

Heinz Strunk stellt Lachmuskeln auf die Probe

„Urlaubsfeindschaften sind doch viel interessanter als Urlaubsbekanntschaften“, findet Heinz Strunk. Gestern präsentierte er zum ersten Mal sein neues Lesungsprogramm „Heinz Strunk in Afrika“ in der Lagerhalle.

Premiere in Osnabrück: Gestern Abend präsentierte Autor und Entertainer Heinz Strunk in der Lagerhalle zum allerersten Mal sein neues Live-Programm „Heinz Strunk in Afrika“. Mit der Lesung aus seinem gleichnamigen neuen Buch machte er seinem Ruf des zynisch-sarkastischen, aber trotzdem sehr sympathischen Autors alle Ehre.

Nach den Bestsellern „Fleisch ist mein Gemüse“ und „Fleckenteufel“ sind die Erwartungen an Strunks neues Programm hoch. Während seines nicht ganz zweistündigen Programms erzählte „der Heinzer“ dem Osnabrücker Publikum etwas verkürzt, aber dennoch detailliert, die schräge und leicht absurde Geschichte seines Weihnachtsurlaubs 2007 in Kenia. Strunks Weisheiten des Abends: Urlaubsfeindschaften sind doch viel interessanter sind als Urlaubsbekanntschaften. „Knusperhexen“ gibt es nicht nur im Märchenwald. Deutsche Urlauber sind doch immer die nervigsten. Man kann sehr viel Geld in einem einzigen Urlaub in Casinos verprassen. An Wahltagen sollte man afrikanische Stadtzentren tunlichst meiden. – Das ganze ist gespickt mit dramaturgischen Einlagen, frechen Kommentaren und verschmitzten Grinsern.

Den Zuhörern gefällt, was ihnen da vorgesetzt wird. Besonders die teilweise drastischen Beschreibungen der Charaktere und die Darstellung des eigentlich so langweiligen und doch so ereignisreichen Urlaubs sorgen in der gut gefüllten Lagerhalle für ein ordentliches Lachmuskeltraining, und das nicht nur im Zuschauerraum. Heinz Strunk ist jemand, der gerne über seine eigenen Witze lacht.