Ben Schadow – Liebe zur Zeit der Automaten

Der Hamburger Musiker Ben Schadow steht regelmäßig auf den Club-Bühnen des Landes. Nur kennt kaum jemand seinen Namen. Das könnte vor allem daran liegen, dass der vollbärtige junge Mann normalerweise im Hintergrund agiert und die Bass-Saiten zupft, während andere die Position im Mittelpunkt der Bühne einnehmen. Andere Leute wie zum Beispiel Dirk Darmstädter oder Bernd Begemann und Die Befreiung, die vielen dann schon eher ein Begriff sind.


Jetzt muckt der stille Ben Schadow auch selbst einmal auf, veröffentlicht am 18. Mai sein Debütalbum „Liebe zur Zeit der Automaten“beim Label Timezone Records in Osnabrück. Denn Ben Schadow kann viel mehr, als nur bei anderen Leuten für die richtige Bassline zu sorgen. Seit Jahren schreibt er Songs. Abwechslungsreich und vielseitig, irgendwo zwischen unschuldigem Sixties-Pop, Liedermacher-Retrosound und einer Portion Hier und Jetzt. Nachdenklich, melancholisch und gefühlvoll, gleichzeitig aber auch bissig gibt Ben Shadow seine vorwiegend leisen Songs zum Besten. Doch Schadow kann nicht nur leise, in wohldosierten Überraschungsmomenten kommen seine Songs fast schon rockig, laut und vor allen Dingen direkt um die Ecke – zumindest, was die Texte angeht.

Zwischendurch hat man das Gefühl, Olli Schulz hätte sich mit Sportfreunden Stiller an die Bar gesetzt, dabei aber die lauten Instrumente hinter sich gelassen und etwas Neues, Leises ausprobiert. So philosophiert Schadow in seinen Texten über zwischenmenschliche Beziehungen, manche echt, manche wohl eher erfunden, ohne dabei großartig kitschig zu werden. Musikalisch bleibt alles auf das wesentliche reduziert, jedoch ohne dabei platt oder undurchdacht zu wirken.

Insgesamt ein hübsches Album, dem man durchaus eine Chance geben kann. Die richtig schönen Seiten entdeckt man nach und nach beim mehrmaligen Hören.

Ben Shadows erste Single „Ich fall immer auf dieselben Dinge rein“ erscheint am 4. Mai. Passend zur Albumveröffentlichung steht auch gleich eine ausgedehnte Deutschlandtour ins Haus. Mit dabei: Pele Caster.

22.05. Dresden – Zille
23.05. Hildesheim – VEB Club
24.05. Erfurt – E-Burg , Cafe Duck Dich (open air)
25.05. Berlin – Valentinsstüberl (Neu-Kölln)
26.05. Halle – Brohmers
27.05. Kiel – Prinz Willy
30.05. Hamburg – Zentrale (Spätkonzert, n.d. Theatervorstellung)
01.06. Frankfurt – das Bett
02.06. Mannheim – O-Ton
03.06. Tübingen – tba
04.06. München – 8 Below
05.06. Stuttgart – Zwölfzehn
06.06. Dortmund – Pauluskirche
07.06. Köln – Theater/dieWohngemeinschaft
08.06. Itzehoe – Lauschbar“


Wer schon mal ein bisschen in die Platte reinhören will, geht bitte hier entlang. 


Ben Shadow
„Liebe zur Zeit der Automaten“
Timezone Records
Ab 18. Mai 2012

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