There’s more to come

Auch wenn es draußen nicht wirklich so aussieht und sich schon gar nicht so anfühlt, der Festivalsommer steht bereits vor der Tür und will gut geplant werden. Derzeit verhandelt mein Konto (und vielleicht auch bald meine Redaktion? *Wink mit dem Brückenpfeiler*) mit Rock am Ring Tickets, Hurricane, Highfield, Dithmarscher Rockfestival und noch einigen kleineren Festivals, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Desweiteren hier eine kleine Vorschau der geplanten Events und Berichte für die nächsten Wochen:

Die Happy – Live & Acoustic Tour in Osnabrück
Tomte – Live im Rosenhof in Osnabrück
Musikmesse Frankfurt – Besuchertag
Clueso – Album Release „So sehr dabei LIVE“
Luxuslärm – live im Quasimodo in Pirmasens
Kilians – live in der Kammgarn, Kaiserlautern
Ingrid Michaelson – live in Hamburg und/oder Karlsruhe

Eventuell gibt es noch ein paar Interviewüberraschungen 😉 Mehr wird noch nicht verraten.

Wann wird’s mal wieder richtig Sommer???

Abenteuer ECHO 2009 – Mit dabei als VIP


Echo 2009 – der wichtigste Musikpreis Deutschlands wurde am Samstag in Berlin verliehen. Wochenlang gab es für Radio- und Fernsehsender kaum ein anderes Thema. Jeder wollte dabei sein. Die Pop- und Jugendwellen der ARD ermöglichten knapp 150 glücklichen Gewinnern aus ganz Deutschland bei diesem unglaublichen Spektakel hautnah dabei zu sein und selber ein bisschen VIP-Luft zu schnuppern.

Das Abenteuer begann für die Gewinner bereits am Bahnhof. Ganz im Stile der Großen gab es von der Deutschen Bahn gesponsorte An- und Abreise erster Klasse. „Das war total cool! Vor allem, weil alle anderen sich in die 2. Klasse quetschen mussten. Auch ein paar Bands,“ erzählt Angela (20) aus Hamburg bei der Ankunft ganz aufgekratzt.

In der Tat war am Samstag Mittag das Promi-Aufgebot am Berliner Hauptbahnhof ganz beachtlich. Innerhalb von nicht einmal fünf Minuten liefen Angela Fast-Dschungelqueen Lorielle London, Singer/Songwriter Axel Bosse sowie alle fünf Jungs von Revolverheld über den Weg, die auch allesamt auf dem Weg zum Echo waren.

Begleitet von ARD-Hostessen ging es daraufhin stilecht im Shuttle weiter ins komfortable 4-Sterne Hotel, wo sich die meisten Damen unter den Gewinnern sofort auf ihre Koffer stürzten, um sich um „Outfit, Hair & Make-Up“ zu kümmern. „Man will ja bei all dem Glanz und Glamour nicht wie ein Kartoffelsack aussehen,“ so Eileen (18) aus Kassel nervös.

Kartoffelsäcke waren wahrlich keine dabei. Perfekt bis ins kleinste Detail durchgestylt und mit schicken blauen ARD-Gästepässen um den Hals ging es bereits um 17:30 Uhr im Shuttle Richtung o2 World zum Show Warm Up. In der eigens für die Gewinner hergerichteten ARD-Lounge gab es dann die nächste Runde VIP-Feeling pur: volles Catering mit allem Drum und Dran, ein DJ und dazu Getränke soweit das Auge reichte. Die Schlange am Buffet war endlos. Trotzdem warnte on3radio-Betreuerin Verena ihre Gewinnergruppe: „Esst lieber jetzt was, die Show wird verdammt lang! Und dazwischen kommt man echt schlecht da raus.“

Damit sollte sie recht behalten. Mit dem Einnehmen der Plätze wurde das Sitzfleisch der Gewinner, und all der anderen knapp 10000 Zuschauer in der o2 World, auf eine harte Probe gestellt. Scheinbar unzählige Awards in unzähligen Kategorien folgten auf mehr oder weniger witzige Moderationen von Barbara Schöneberger und Oliver Pocher. Auf grandiose Live-Auftritte von U2 und Depeche Mode folgten mittelmäßige und schon fast peinliche Vollplaybackauftritte, darunter Eurovision Song Contest Kandidat Alex Swings Oscar Sings. „Germany, 2 Points!“ fiel Pocher im Anschluss dazu nur noch ein.

Silbermond, Die Toten Hosen, Lionel Richie, Stefanie Heinzmann, The Scorpions, Helene Fischer, Bruce Darnell, Michael Mittermeier… Nach mehr als 3 langen Stunden Echo-Verleihung waren die meisten Gewinner-VIPs – genau wie die meisten Vollzeit-VIPs – doch froh, endlich in ihre Lounge zurückkehren zu können. Während die Stars und Sternchen der Musikbranche auf der offiziellen Aftershowparty im Postbahnhof am Berliner Ostbahnhof die Nacht zum Tag machten, taten es die Gewinner ihnen gleich, ließen diesen besonderen Abend auf ihrer eigenen Aftershowparty in der ARD-Lounge ausgelassen ausklingen. Todmüde fiel so mancher erst am frühen Morgen ins Bett. „So ein Leben als VIP ist schon anstrengend,“ meint Doro (25) aus Osnabrück erschöpft im Shuttle zurück zum Bahnhof, „aber wenn ich die Chance kriege, bin ich nächstes Jahr trotzdem wieder dabei!“


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Schokoschneemann JOST, mein Echo-Ticket


Schokoschneemann JOST
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Kreativität wird belohnt. Oder so. Verrückte Ideen auch. Und was man sich in den Kopf setzt, das schafft man auch.

Quasi last minute habe ich Sonntag Abend noch beim Gewinnspiel von On3 Radio, Südwild und dem BR mitgemacht – und gewonnen!

Also, nächste Woche irgendwann gibt’s was Neues zu lesen – Kaddas und Angis Abenteuer bei der Echoverleihung.

Berlin, du bist so wunderbar Berlin!

N-JOY Soundfiles Live: Bosse


Mal wieder was gewonnen. Dank N-Joy hatte ich am 12.02. Gelegenheit, den lieben Axel Bosse bei einem exklusiven Soundfiles Live Konzert im Foyer von N-Joy Radio live und unplugged zu erleben. Mit mir zusammen drängten sich gerade einmal knapp 100 andere Gewinner vor der kleinen Bühne. Die Leute des Senders bemühten sich schon vor Beginn um die Atmosphäre: kleine (antialkoholische) Drinks vor free im Vorfeld machen das Leben schöner.

Pünktlich um 20 Uhr betritt Bosse ohne Band die Bühne. Als Verstärkung hat er nur Anne de Wolff an der Bratsche und Tobias Philippen am Klavier dabei. Bosse ist trotz Erkältung bestens gelaunt und legt mit „Wenn wir schlafen“ vom Guten Morgen Spinner – Album los. Das Publikum klebt ihm vom ersten Ton ab an den Lippen und ist mucksmäußchenstill, um auch ja nichts zu verpassen. Zwischen den Songs frenetischer und anerkennender Jubel, während der Songs geschlossene Augen und lächelnde Gesichter. Das Fehlen lauter Gitarren und der intime Rahmen machen das Konzert zu einer sehr persönlichen Angelegenheit. Aki Bosse berührt wohl jeden im Raum auf seine ganz eigene Art.

Bei Frankfurt Oder muss ich unfreiwillig lachen, weil ich zum einen an den Gig 2007 im Hamburger Stadtpark, aber auch an Angis und meinen Trip nach Frankfurt Oder letzten Juni denken muss. „Das Lied handelt von einer schönen Frau, einem geplatzten Urlaub und einer verdammt hässlichen Stadt“, so Aki über den Song. Wie recht er doch hat. Die Stadt ist wirklich unglaublich hässlich.

Dafür ist das Konzert umso schöner. Wir sind alle schwer begeistert, singen und klatschen bei den schnellen Nummern fleißig mit und üben uns bei den ruhigeren Songs im andächtigen Schweigen. Natürlich muss ich mich auch heute doch irgendwo wieder blamieren. Am Ende von „Niemand vermisst uns“ muss ich zum Fotografieren leider auf meine Handy-Cam zurück greifen – und die klickt so laut, dass es Bosse bis auf die Bühne hört und sich erstmal herzlich kaputt lacht, mit ihm der ganze Saal. Naja, wenn ein Fettnäpfchen da ist, muss ich auch mal reintreten. Bosse wird so für mich nur noch sympathischer.

Nach 70 Minuten und 3 Zugaben ist der ganze Zauber leider auch schon wieder vorbei. Bei der Wiederholung von seiner aktuellen Single „3 Millionen“ singen wir alle nochmal lautstark mit und hoffen insgeheim, dass er da einfach oben stehen bleibt. Und weiter singt. Und uns einfach weiter träumen lässt.

StreetGigs: Rock‘n‘Roll und Popcorn-Schlacht mit Bloc Party

Samstag Abend. Der größte Saal des Cineplex in Münster platzt aus allen Nähten, aber etwas ist heute Abend anders. Den Leuten baumeln bunte VIP-Pässe um die Hälse und vor der Leinwand stehen Absperrgitter und Musikinstrumente. Anstelle des neuesten Hollywood Blockbusters steht ein T-Mobile Street Gig mit Bloc Party ins Haus. Street Gigs sind exklusive Konzerte mit internationalen Musikgrößen an ganz besonderen Locations – für ganz besondere Leute. Die VIP-Passträger sind die 500 glücklichen Gewinner, die heute Abend mit den Londoner Indie-Rockern die Hütte abreißen dürfen.

Die pompöse Kulisse des Kinosaals mit seinen unzähligen roten Samtsitzenreihen lässt so Einige anfangs noch zweifeln, ob hier in einigen Minuten wirklich richtig gerockt werden kann. Michi Ludes, Sänger und Gitarrist der Supportband Mikroboy aus Berlin, kommt sich auf der Bühne auch eher vor wie ein Tennisspieler auf dem Centrecourt: „Der Applaus klingt hier so gedämpft und gesittet!“ Sichtlich nervös aber gleichzeitig charmant gibt er sein Bestes, die gemütlich in die Sessel gelümmelte und mit Popcorntüten bewaffnete Menge mit melodiösem, nachdenklich-fröhlichem Indie-Poprock aus der Reserve zu locken. Etwa zwanzig Minuten und fünf Mikroboy-Songs später hat sich das anfangs noch etwas schwerfällige Publikum mit dem Konzept „Rocken im Kino“ angefreundet.

Zum Glück. So bleibt den Jungs von Bloc Party das Centrecourt-Gefühl erspart und es wird doch gerockt was das Zeug hält. Der Sound ist Dank der grandiosen Akustik des Kinos einfach einmalig und so bringen die Beats und Klangwände schnell auch den faulsten Hintern in Schwung. Jetzt lümmelt sich sicher niemand mehr faul auf seinem Sessel. Die Luft brennt förmlich. Es ist unglaublich heiß. Die Getränke fließen in Strömen und man hat eigentlich eher das Gefühl auf einem großen Festival zu sein. Als dann fast allen vollen Popcorntüten Flügel wachsen, hält Sänger Kele nichts mehr auf der Bühne. Er klettert quer über alle Sitzreihen, mitten hinein in den Popcornhagelschauer und singt beinahe einen kompletten Song mitten aus dem Bad in der Menge.

Die Zeit vergeht viel zu schnell. Nach nur einer Stunde ist der ganze Zauber auch schon wieder vorbei. Überall sieht man nur verschwitzte, zufriedene Gesichter, von denen für viele die Party im Gleis 22 beim Bloc Party Special sofort weiter geht.
— Wäre Dresden nicht so weit weg, dann wäre der ein oder andere sicher auch wieder beim nächsten Street-Gig im März mit Mando Diao am Start. Ganz sicher!


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Luxuslärm begeistern K-Town

23. Januar – Ich entfliehe mal wieder dem grauen Germersheim und mache mit Meike Kaiserslautern unsicher. Im Cottonclub der Kammgarn sind heute Abend die lieben Jungs und Mädels von Luxuslärm am Start. Meike hat ja auch oft genug gesagt und geschrieben, dass Kaiserslautern sicher super wird und sie deshalb dort spielen sollen.

Um 20 Uhr ist es noch nicht besonders voll im Club. Das kann sich aber noch ändern. Wir wärmen uns erst ein bisschen an der Bar auf bevor wir unsere Muffins am Merchstand abgeben. Jinni wird per Telefon extra nach unten beordert und freut sich wie eine kleine Schneekönigin über unser Mitbringsel. Da kommen doch auch tatsächlich ein paar andere Mädels um die Ecke, die die Band bereits im Vorprogramm von Thomas Godoj in Mannheim gesehen haben. Juhu, wir sind endlich mal nicht die einzigen, die die Band kennen und so gerne haben. Trotzdem werden wir schon mal zum Stimmung machen verdonnert.

Das tun wir auch gerne, als die Band pünktlich um 20.45 Uhr die Bühne stürmt. Wie ein Wirbelwind fegt Frontfrau Jinni über die Bühne und versprüht so eine gute Laune, dass überall fleißig mitgewippt und mitgetanzt wird. Die Band überzeugt vollstens – fetzige Rocksongs und langsame Balladen. Gerade bei diesen bekommen einige der Anwesenden Gänsehaut. Das Leute sind wahnsinnig laut und auch wir singen und klatschen mit so gut wir nur können. Alle sind super gelaunt und freuen sich neben der klasse Musik über die kleinen Anekdoten, die es von der Bühne zu hören gibt.

Die Band spielt alle Songs ihres ersten Album sund einen bisher unveröffentlichten Song – „Brauch das nicht“. Als lautstark geforderte Zugabe gibt es nochmal die erste Single „1000 Kilometer bis zum Meer“. Die Begeisterung ist groß und auch viele Leute, die die Band vorher noch gar nicht kannten, sind einfach schwer begeistert und versprechen auch beim nächsten Mal wieder zu kommen.

Nach dem Konzert erzählt uns Jinni zwischen Muffins und Fotos nochmal, dass sie überrascht war wie viele Leute gekommen sind. Dafür, dass Luxuslärm in Süddeutschland noch kaum im Radio gespielt werden, haben doch beinahe 100 Leute ihren Weg in den Keller der Kammgarn gefunden. Beachtlich. Kim Frank hat das im Sommer nicht geschafft.

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Am 13.02. kommt die nächste Single „Unsterblich“ in die Läden. Absolut empfehlenswert! Kaufen, kaufen, kaufen!

Axel Bosse im Interview – Mit dem Taxi Richtung Sehnsucht


Am 6. Februar geht Axel Bosses drittes Album „Taxi“ an den Start. Die aktuelle Single „3 Millionen“ wird bereits fleißig von vielen Radiosendern gespielt und das Video gibt es bei MTV zu sehen. Ich hatte den netten Wahl-Hamburger zum Interview an der Strippe und habe mir viel zum neuen Album und der anstehenden Tour erzählen lassen. Dazu gab‘s noch Geheimtipps für Hamburg.

Du bist ja schon eine ganze Zeit im Geschäft und bringst jetzt dein drittes Album „Taxi“ raus. Trotzdem kennen viele Leute dich und deine Musik noch nicht so gut. Wie würdest du deine Musik beschreiben?

Bosse: Meine Musik besteht aus ein paar Gitarren, aus ein bisschen Klavier, hier und da einer Akustik Gitarre. Manchmal vielleicht auch ein paar Streicher. Ich singe auf deutsch. Und ich singe auf dem Album über Sehnsucht und über das Ende von Dingen und das Weitermachen.

Dein letztes Album „Guten Morgen Spinner“ hast du schon vor zweieinhalb Jahren heraus gebracht. Würdest du sagen, dass sich dein Sound in der langen Zeit verändert hat oder du dich mit dem neuen Album weiterentwickelt hast?

Bosse: Ja, sehr. Beim letzten Album hatte ich einfach Lust, ein Live Rock‘n‘Roll Album zu machen, wo man einfach fünf Tage mit einem Produzenten ins Studio geht, nicht viel probt, einfach nur jammt und Songs einspielt. Beim neuen Album war der Plan das eben genau nicht so zu machen, sondern sich extrem viel Zeit zu lassen, auf den Sound zu achten, viel auch ohne Band zu machen. Wir haben ganz viel auch nur zu zweit gemacht, mein Produzent Jochen Naaf und ich. Wir haben ziemlich viel an Texten und Songs gearbeitet und haben alles in allem wirklich ein Jahr gebraucht, bis das alles überhaupt so entstanden ist.
Der Sound hat sich auf jeden Fall immens verändert. Es ist keine Rock‘n‘Roll-Scheibe mehr sondern eher eine Indie-Pop-Scheibe, oder wie auch immer man das nennen will. Sie ist vor allem sehr liedlastig. Es geht gar nicht mehr darum, einen geilen Gitarrensound zu haben. Es ging uns in erster Linie um Songs und wie man die Songs umsetzt, damit sie am besten wirken. Darüber habe ich mir bei dem Album davor eigentlich echt superwenig Gedanken gemacht.

Du hast dein neues Album komplett ohne große Plattenfirma im Nacken aufgenommen. Was ist das führ ein Gefühl, das Endprodukt dann endlich in den Händen zu halten? Ist das irgendwie anders als vorher?

Bosse: Eigentlich ist Vieles beim Alten. Man bangt natürlich immer noch mit – Was schreiben die Leute darüber? Wie viele Klicks gibt‘s auf MySpace? Spielt MTV das Zeug? Wie läuft‘s im Radio und wie laufen die Konzerte? Alles das ist gleich geblieben, nur mit dem Unterschied, dass wir das alles gerade selber organisieren und finanzieren. Wir haben jetzt einfach ganz viel mit dem zu tun, was sonst bei der Plattenfirma Promoter übernehmen. Früher bei EMI haben bestimmt 25 Leute für mich gearbeitet und das macht man jetzt alles selber. Alles läuft über unsere eigenen Schreibtische. Das ist dann natürlich was ganz Anderes wenn du dann das Album in der Hand hältst und endlich alles fertig ist. Das ist jetzt umso mehr meins – oder unsers.

Dein neues Album heißt ja „Taxi“. Wenn ich das Wort „Taxi“ höre, denke ich erst mal an gelbe, stinkige Autos, aber auch an Aufbruch und unterwegs sein. Wie bist du auf den Titel Taxi gekommen? Hat der eine Besondere Bedeutung für dich? Kann man dieses Album auch als eine Art Aufbruch für dich sehen?

Bosse: Das ist gar nicht mal so auf mich bezogen. Ich habe einfach nur nach etwas gesucht, dass für mich das Gefühl des Albums, wenn ich es so höre oder auch wenn Andere es hören, zusammenfasst. Am Ende, wenn man das Werk dann seinen drei oder vier Leuten vorspielt, sagt einer vielleicht „wow, klingt aber ganz schön sehnsüchtig“ oder „ganz schön auf der Reise“ oder hier und da auch mal „endlich angekommen“. Taxi fand ich da ganz gut. Es gibt ein Lied auf dem Album, Irgendwo Dazwischen, da setzt sich die Person ins Taxi und fährt dann wirklich für immer weg. Und da es auf dem Album sehr oft um das Gefühl geht, was passiert wenn Sachen aufhören und andere Sachen neu beginnen, fand ich das Taxi ganz geil. Also eigentlich das Taxi zum Flughafen. Oder eben das Taxi nach Paris (lacht).

Am 23. Januar kommt als erste Single vom neuen Album „3 Million“ als Digitaler Download raus. Warum hast du dich gerade für den Song entschieden?

Bosse: Am Ende ist das überhaupt nicht mehr meine Entscheidung. Okay, ich entscheide das zwar schon, aber ich habe mich da auch sehr auf Jochen und meine anderen Leute verlassen. Die vierzehn, fünfzehn Lieder, die man für so ein Album aufnimmt, die höre ich seit einem Jahr andauernd – vom ersten Basston an. Und ich bin dann irgendwann einfach raus wenn‘s darum geht, zu sagen was die Leute berührt oder worauf ich eigentlich Lust habe. Alle empfanden 3 Millionen als einen guten Start, weil der Song auch immer noch so eine kleine Brücke zu meinem zweiten Album spannt. Gerade, weil da noch ein paar mehr Gitarren sind, er aber trotzdem textlich und vom Grundgefüge her das neue Album auch ganz gut zusammen fasst.

Du sagst, dass du nach all der Zeit nicht mehr genau weißt, was andere Leute berühren könnte. Gibt es auf dem Album denn einen Song, der dir selber richtig viel bedeutet und mit dem du persönlich besonders viel verbindest?

Bosse: Mit jedem Song verbinde ich irgendwas, ist ja klar. Ich habe da immer so meine Phasen. Im Moment höre ich schon sehr viel 3 Millionen. Das liegt aber nicht daran, dass ich das mir auf die Ohren lege, sondern weil ich das Video so gerne gucke. Was aber wiederum wohl daran liegt, dass ich da selber gar nicht so drin vorkomme. Ich gucke Laura Tonke ganz gerne beim Laufen zu und finde es toll, dass sie da mitgemacht hat. Deshalb ist das gerade so mein Lied. Ansonsten bleibe ich dann immer eher so bei den ruhigeren Nummern hängen. Gegen Murphy höre ich auch öfter mal.

Das ist schön, denn mir persönlich gefallen auch „Gegen Murphy“ und „Alter Strand“ besonders gut. Erzähl doch mal was zu den beiden Songs.

Bosse: Klar. Gegen Murphy. Darin geht es darum, dass alle immer über Murphys Gesetz sprechen. Ich habe das einfach genommen und auf eine Waagschale gelegt: Was passiert mit deinem Leben, wenn es wirklich Murphys Gesetz gibt und wenn alles immer schlecht ausgeht und man immer Pech hat? Im Song sage ich, dass ich das alles nicht glaube. Auch gerade weil ich im Bezug auf Liebe, Familie, Treue, Vertrauen, aber auch auf Freunde gar nicht darauf stehe, wenn mir jemand einen von Murphys Gesetz erzählt. Ich glaube, man hat superviele Sachen selbst in der Hand und muss manchmal einfach nur danach greifen und sich auch einfach mal vertrauen.

Alter Strand ist eigentlich ein Lied über alte Freunde und einen guten Ort. Ich hatte dabei die ganze Zeit ein Bild von meiner Lieblingsinsel Amrum vorm Auge. Das ist so ein Ort wo ich seit ich null bin wirklich jedes Jahr bin – jetzt bin ich 28. Da passiert mir das ganz oft, dass ich über den Strand gehe und viele Leute sehe, die mich gar nicht wieder erkennen und ich sie auch nur so halb. Dann hat man oft so das Gefühl: „Alter Schwede! Was ist da eigentlich passiert?“ Früher haben wir zusammen am Strand Löcher gebuddelt und mit Hölzern und Sand zugedeckt, damit irgendwelche Opas reintreten. Und jetzt sitzen wir hier, die Eine ist 35 und hat‘s in der Politik geschafft und der Andere ist Musiker geworden.

Im März geht‘s für dich auf „Taxi“-Tour quer durch Deutschland. Was können die Leute live von dir erwarten?

Bosse: Wir haben unsere Touren früher immer im Sommer gespielt. Das waren immer extrem energiegeladene Konzerte, wo es dann immer so unglaublich heiß war, dass von der Decke getropft hat. Ich glaube, das wird dieses Mal auch so sein. Wobei es eben einfach zwei, drei Momente mehr geben wird, in denen man sich auch mal ausruhen kann. Ansonsten sind wir die gleiche Band. Wir haben noch einen tollen Pianisten dazu bekommen der sonst für Peter Licht spielt. Der und ich sind dann dafür da, dass man hin und wieder auch mal ein paar ruhigere Momente hat. Und sonst werden das wohl alles recht lange Konzerte. Wir haben jetzt ja schon drei Alben, und ich habe jetzt schon so viele Songs, die ich spielen will. Da kann ein Konzert dann wohl so zwei Stunden dauern.

Du wohnst ja schon länger in Hamburg. Hast du da vielleicht einen „Geheimtipp“ für uns, wo man in Hamburg hingehen kann, wenn man nicht das typische Touristenprogramm absolvieren will?

Bosse: Ja, habe ich. Ich wohne etwas außerhalb, in Hamburg-Blankenese. Wenn man da die Elbchaussee runter immer weiter geradeaus fährt, dann kommt man nach Wittenbergen. Wittenbergen ist so eine Art Nordseestrand, nur eben an der Elbe. Den kennen auch gar nicht so viele – die meisten biegen immer zu früh links ab. Da gibt‘s echt ganz schöne, weiße Sandstrände mit so kleinen Dünen und Heidelandschaft. Da mal mit seiner Freundin spazieren zu gehen, das kann ich nur empfehlen. Und ansonsten noch das BP1 auf der Schanze am Schulterblatt. Direkt neben dem Bedford Café. Da ist es auch immer richtig nett, obwohl das auch nicht so viele Leute kennen.

Mehr Infos zu Bosse, Album und Tour gibt es auf www.bosse-rockt.de , www.myspace.com/axelbosse

Bosse „Taxi“ Tour 2009
06.03. Dortmund – VISIONS PARTY @ Suite023
07.03. Bielefeld VISIONS PARTY @ Forum
12.03. Berlin, Kleiner Postbahnhof
13.03. Hamburg, Knust
14.03. Lingen, Alter Schlachthof
17.03. Frankfurt/Main, Nachtleben
18.03. München, 59 to 1
19.03. Köln, Luxor (Ex-Prime Club)
21.03. Stuttgart, Jugendhaus West

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Einslive Krone 2008 – Königliche Awards, Heiße Acts und Megaparty

Es regnet, stürmt und schneit. Eigentlich sollte man bei diesem nordpolähnlichen Wetter keinen Fuß vor die Tür setzen. Trotzdem stehen sich an diesem 4. Dezember ein paar hundert Fans schon seit Stunden am roten Einslive-Krone-Teppich die Beine in den Bauch, um bei der Einfahrt der Stars und Sternchen an der Bochumer Jahrhunderthalle dabei zu sein. Deutschlands größter Radio Award wird dieses Jahr zum neunten Mal vom Radiosender Einslive vergeben und auch dieses Jahr hat sich alles was in der deutschen Musikszene Rang und Namen hat auf den Weg nach Bochum gemacht, um bei diesem Superevent dabei zu sein.

Für die nominierten Bands handelt es sich hierbei um einen ganz besonderen Preis, da die Gewinner nicht von einer Jury sondern ganz allein von den Fans per Online-Voting bestimmt werden. Mehr als eine Millionen Klicks sind bei der diesjährigen Abstimmung eingegangen und auch viele der frierenden Fans am roten Teppich haben an ihren Computern zu Hause alles gegeben, um ihren Lieblingsbands die Kronenkugel in die Hände zu spielen: „Ich habe bestimmt 200 Mal für Revolverheld abgestimmt,“ sagt ein junges Mädchen nervös im Vorfeld der Show. Den Einsatz wissen die anrollenden Stars auch sehr zu würdigen und so versuchen Fettes Brot, die Donots, Culcha Candela und viele andere Promis trotz eisiger Temperaturen und großem Zeitdruck so viele Autogramm- und Fotowünsche wie möglich zu erfüllen.

Manche Bands sind sichtlich aufgeregt – allerdings nicht nur aufgrund ihrer Nominierung sonder auch wegen der doch sehr verrückten Wahlversprechen, die sie im Kampf um jede Stimme abgegeben haben. So will Ingo von den Donots 24 Stunden lang ohne Pause mit seinen Jungs den Hit „Stop the Clocks“ spielen, wenn seine Band die Krone für die „Beste Single“ gewinnt. Ihre Gegner, die Söhne Mannheims, konnten das natürlich nicht auf sich sitzen lassen und versprachen ihren Fans genau das Gleiche zu tun, wenn sie gewinnen: auch sie wollen 24 Stunden lang „Stop the Clocks“ von den Donots spielen.

So geht es dann für Viele mit großer Vorfreude und Nervosität im Bauch in die Show. Einslive-Moderatoren Olli Briesch und Michael Imhoff führen gemeinsam durch den als Jahresrückblick gestalteten Abend, dessen Programm mit musikalischen Highlights von Peter Fox, Polarkreis 18, Reamonn, Clueso und Mia., sowie Promi-Talks auf dem Krone-Sofa durchzogen ist.

Beste Band des Jahres wird an diesem Abend Ich + Ich vor Culcha Candela und Reamonn. Die Krone der Kategorie „Beste(r) Künstler(in)“ kann der Erfurter Clueso noch vor Thomas D und Peter Heppner mit nach Hause nehmen. Peter Fox lässt mit seiner Platte „Stadtaffe“ Die Toten Hosen und Mia. weit hinter sich und holt damit die Kronenkugel für „Bestes Album“ nach Berlin. Auch wenn sie an diesem Abend in der Show nicht live auftreten, können die Beatsteaks die Krone für „Bester Liveact“ entgegen nehmen und setzen sich damit gegen die Hamburger Jan Delay und Deichkind durch. In der besonders hart umkämpften Kategorie „Beste Single“ gewinnen nicht Donots oder Söhne Mannheims, die Bands mit den verrücktesten Wahlversprechen. Der Award geht ganz klar an die drei Hamburger Jungs von Fettes Brot für ihren Ohrwurm „Bettina, zieh dir bitte etwas an“. Völlig überwältigt und beinahe sprachlos ist Stefanie Heinzmann, als sie ihre wohlverdiente Krone als „Bester Newcomer“ entgegen nimmt, und damit Polarkreis 18 und Stanfour auf die Plätze verweist. Nicht live dabei ist Mario Barth, der sich durch seinen Weltrekord im Berliner Olympiastadion eine Krone für die „Beste Comedy“ sichern kann.

Im Vorfeld bereits von der Einslive Musikredaktion und nicht per Voting entschieden, geht die Einslive Krone für das Lebenswerk an die Beste Band der Welt – Die Ärzte. Die drei Berliner glänzen jedoch mit Abwesenheit, da sie ihr Lebenswerk noch lange nicht als vollendet ansehen.

Nach zweieinhalb langen Stunden beenden Peter Fox und seine Band den offiziellen Teil des Abends mit „Haus am See“. Während es für einen großen Teil der Galagäste nun nach Hause geht, fängt für die Stars der Abend jetzt eigentlich erst richtig an. Das Highlight des Abends – die Aftershowparty. Es wird gefeiert und getanzt was das Zeug hält. Egal ob Kronengewinner oder Verlierer, man macht sich über das riesige Buffet her, trifft im Getümmel und an vielen Bars alte Bekannte oder wagt ein Kicker Match gegen Clueso, der so gut wie jeden Gegner gnadenlos abzieht. Das Foyer der Jahrhunderthalle bebt und als morgens um kurz vor sechs schließlich das Licht an geht, fällt es so manch einem doch schwer zu glauben, dass die Einslive Krone 2008 schon wieder vorbei ist. Nächstes Jahr wird weiter gefeiert. Versprochen.

Fotos von den Gewinnern und vom Roten Teppich gibt’s hier!


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Musikmarathon der Jugendkulturtage Osnabrück – 2.10.2008

Ein etwas anderer Marathon

Laut war es. Lang war es. Ein Marathon eben. Jedoch wurden am Donnerstag Abend beim Musikmarathon der Osnabrücker Jugendkulturtage nicht die sportlichen Fähigkeiten der Teilnehmer auf die Probe gestellt, sondern eher das musikalische Durchhaltevermögen. Mit insgesamt sechs Bands in drei Locations wurde bis zu später Stunde gejammt und gerockt was das Zeug hielt. Dem Publikum wurde gezeigt, dass in der Osnabrücker Nachwuchsbandszene alles Andere als tote Hose herrscht.
Den Anfang machten gegen 20:30 Uhr die Black Jack Funkers im Haus der Jugend. Die gerade mal 13 und 14-Jährigen Bandmitglieder hatten zwar ein wenig mit dem Sound zu kämpfen, meisterten aber ihre nicht ganz leichte Aufgabe des Openers trotz allem recht anständig. Frontfrau Karla sang mit viel Elan und Freude von Dingen, die wohl jeden Jugendlichen einmal beschäftigen und beschloss das Set der Band mit der Zugabe „Wieder da“ – einer ruhigen Nummer die mit besserem Sound noch viel schöner gewesen wäre.
Ohne große Umbaupausen stürmten im Anschluss auch sofort die Insolvent Insomniacs die Bühne. Mit ihrer fetzigen Mischung aus eigenen und gecoverten Rock‘n‘ Roll und Ska-Nummern rissen sie die Menge sofort mit und verwandelten den Raum in eine einzige große Party, sowohl vor als auch auf der Bühne. Für viele Zugaben blieb leider nicht viel Zeit; denn der Partybus, der die Musikjünger weiter in die nächste Location kutschieren sollte, wartete schon draußen mit laufendem Motor. Im antiken Doppeldecker ging es mit Jongleuren an Bord weiter ins GZ Ziegenbrink.
Dort warteten auch schon die 3 Jungs von Last Wish auf ihren Auftritt, die vielen Besuchern schlicht weg die Sprache verschlugen. Gerade einmal 13 Jahre alt und kaum dem Kindersitz entwachsen, überraschte besonders Sänger Oliver mit einer sehr guten Stimme und einer unglaublich einnehmenden Bühnenpräsenz. Insgesamt lieferten sie dem Publikum eine beachtlich professionelle Show aus beinahe ausschließlich selbstgeschriebenen englischen Rocksongs, die den einzigen Coversong des Sets – „Summer of ‘69“ von Bryan Adams – weit in den Schatten stellten.
Nach so viel Begeisterung hatten die Jungs und Mädels von Therapiezentrum keine leichte Aufgabe, als es darum ging die Menge zu begeistern. Jedoch nahmen die vier Osnabrücker unter der Führung von Frontfrau Gianna auch diese Hürde mit Bravour und brachten den Ziegenbrink mit ihren eigenen deutschen Crossoverstücken schnell zum Kochen. Auf und vor der Bühne wurde gerockt, was die Saiten hergaben und so ging es gut aufgeheizt weiter in den kalten Partybus, der auf direktem Wege den Ostbunker ansteuerte. Für die Pausenunterhaltung auf der Fahrt sorgten dieses Mal keine Jongleure, sondern ein waschechter Schotte mit Tracht und Dudelsack. Durch sein Getröte wurden selbst die kleinsten langsam aufkommenden Müdigkeitserscheinungen schnell weggeblasen, so dass alle fit wie ein „Marathonlaufschuh“ im JKZ Ostbunker ankamen. Mit kurzer Verzögerung bretterten dort direkt Sederial aus Melle los und begeisterten mit ihren politischen Punk- und Metalnummern besonders die Fans der härteren Gangart. Die Stimmung im Bunker brannte förmlich. Begeistert von so viel Pogo vor der Bühne ließ sich Sänger Sebastian zu halsbrecherischen Stagediving-Einlagen hinreißen und wurde einmal quer durch den Raum getragen.
Gegen 0:20 Uhr enterten dann Third Cucumber aus Osnabrück als letzte Band die Ostbunkerbühne und rundeten das Gesamtbild des Abends mit einem sehr guten Auftritt ab. Mit ihrem eingängigen, melodiösen und sehr ausgefeilten Poppunk á la Blink 182 heizten sie dem Publikum noch mal ordentlich ein und verpassten dem Ein oder Anderen noch einen letzten Ohrwurm, bevor es wieder zurück zum Bus, in die dunkle Nacht und ab nach Hause ging.


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Rostock – Hanse Sail – Antenne MV Bühne

Der 8.8.08 war nicht nur der Tag der Olympiaeröffnungsfeier, sondern auch der Tag, an dem auf der Rostocker Hanse Sail der Mega Sommerhit 2008 von Antenne Mecklenburg-Vorpommern gekürt werden sollte. Neben einigen verdächtigen C- und D-Promis, die wirklich kein Mensch kannte, rissen wenigstens Revolverheld das Niveau des Abends nach oben.

Ich hatte mit einer Großveranstaltung a la Kieler Woche und einem ähnlichen Besucheraufkommen gerechnet. Dementsprechend wurde überpünktlich Feierabend gemacht, getankt und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 138 km/h über die Autobahn nach Rostock gebraust. Tja. Kaum angekommen stellte sich heraus, dass die „Party“ vor dem Auftritt eher einem Schützenfest glich. Nein, zwischendurch hätte man sich auch auf einer Kaffeefahrt wähnen können. Die beiden Moderatoren rissen einen Kalauer nach dem nächsten und wussten wirklich, wie man jede aufkeimende Partystimmung noch in den letzten Takten des Songs abwürgt. So wunderte es mich nach einer guten halben Stunde auch nicht mehr, warum kaum jemand vor der Bühne stand. Wohl gemerkt, es sollte Revolverheld auftreten und nach eigener Erfahrung stehen normalerweise etwa fünf feste Reihen der hartgesottenen Fans circa 3 Stunden vor Beginn an der Absperrung. Wir kamen gerade mal ein bisschen über eine Stunde vor Beginn an – und konnten sogar ohne „Entschuldigung, darf ich mal vorbei?“ in die erste Reihe durchgehen.

Kurz vor Auftritt wurden die Moderationen der Antenne-MV Moderatoren dann ganz schlimm. Es wurden die alten Anekdoten über Dieter Bohlen und Christian Anders heraus gekramt, dann kam doch tatsächlich auch noch „You’re my heart, you’re my soul“ – und eigentlich hätte man spätestens hier die Flucht ergreifen sollen. Aber Gott sei Dank war es dann wirklich endlich 22.30 Uhr und die Jungs aus Hamburg durften die Bühne stürmen. Wahrscheinlich selbst noch von den grausamen Moderationen eingelullt, wurde auch gleich tief in die Kalauerkiste gegriffen. „Rockstock“ und dieses Festival im Matsch, dass ja sicher genau hier, an diesem sagenumwobenen Ort stattgefunden haben soll. Rockstock, und die Hippies sind auch noch da. Ja. Nein. Musik machen? Ja! Die Herren zwangen sich dann doch dazu, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und legten recht behäbig los. Nach etwa 3 Liedern schienen sie sich dann aber doch auch endlich den Modern-Talking-Schock aus den Knochen gespielt zu haben und so wurde dann doch noch die gewohnte Qualität und Bühnenshow dargeboten. Etwa 70 Minuten lang wurde der Platz vor der Bühne vom Kaffeefahrtgrauen befreit und man feierte eine ordentliche Party.

Alles in allem war es ein sehr netter und vor allen Dingen amüsanter Abend, den ich gerne mit einem alten Golf vergleichen möchte. Man muss ihn erst mal warm fahren, bis er richtig rund läuft. Aber wenn er denn dann mal richtig warm ist, ist er nicht mehr zu stoppen und geht ab wie ein geölter Blitz…

Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.