Ingrid Michaelson live in Hamburg

Ich bin verliebt! Jawohl, seit gestern. Bis über beide Ohren. Ja, ja. Die Frühlingsgefühle sind pünktlich zum Mai auch bei mir angekommen, könnte man meinen. Mein neues Objekt der Begierde ist jedoch keineswegs ein heißer, amerikanischer Rockstar. Gut, von schlechten Eltern ist Ingrid Michaelson sicherlich auch nicht, aber ihre Stimme übertrifft derzeit bei Weitem alles, was ich mir in letzter Zeit so anhören durfte.

Am ersten Mai hatte sie die Ehre, das letzte Live-Konzert im Hamburger Kultclub Mandarin Kasino zu geben, bevor es Ende des Monats entgültig seine Pforten schließt.
Als Support hatte die junge New Yorkerin zwei absolut liebenswerte Schotten im Gepäck. Martin und James spielten zusammen mit ihren beiden Gitarren und ihren akustischen Folk-Popsongs das Publikum ordentlich in Stimmung. Ihr schottischer Akzent war einfach zum Dahinschmelzen und so gab ich den Jungs nach dem Konzert doch noch gerne ein Paar Tipps, wo sie den Rest des Abends denn so verbringen konnten.

Gegen 20:30 Uhr oder vielleicht sogar schon etwas früher enterte dann Ingrid zusammen mit ihrer Freundin Allie die Bühne. „Hamburg ist toll. Hier gibt es nur so schrecklich viele Penisse“ – damit begrüßte Ingrid das Hamburger Publikum. Anscheinend hatte sie außer der Reeperbahn bei Tag nicht besonders viel von der Hansestadt zu Gesicht bekommen. Schade. Der Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch und so scherzte sich Madame von Song zu Song und begeisterte 100 Prozent. Während ihrer Songs war es muchsmäuschenstill. Der Applaus danach umso lauter.

Ich träumte mich so durch ihr Set, das hauptsächlich aus Stücken ihres akutellen Albums „Boys and Girls“ bestand. Das Publikum war nicht besonders textsicher, sang dafür aber jedes Mal umso schöner mit, wenn es von Ingrid dazu aufgefordert wurde. Am Mandarin Kasino hätte an dem Abend auch ein Chor verloren gegangen sein können.

Gegen kurz nach halb zehn war der Zauber nur leider schon wieder vorbei. Viel zu kurz. Die Zeit war nur so verflogen. Das frühe Ende das Abends wollte wohl keiner so Recht akzeptieren, und so forderten die begeisterten Hamburger lautstark Zugaben und brachten Ingrid ganze drei Mal zurück auf die Bühne. Zuletzt wurde „Can’t help Falling in love with you“ von Elvis Presley angestimmt. Ingrid sang die Strophen, wir sangen den Rest. Gänsehautfeeling pur!

Vielleicht gehe ich Dienstag doch noch nach Frankfurt.

Falls jemand das Konzert verpasst hat und nicht bis zum Winter warten will, der hat nächste Woche noch eine Chance: N-JOY verlost Karten für ein exklusives Soundfiles Live Konzert am 9. Mai im Foyer des Senders. Tickets gibt es hier oder im Laufenden Programm, meist Abends gegen 19 Uhr.

Es lohnt sich!!!

Olli Schulz, Geschichten im Rosenhof

„Mach den Bibo! Mach das Ufo! Mach den Grobi!“ Mach den was?! Mit diesen Zeilen aus seinem Bundesvision Songcontest Hit „Mach den Bibo“ und vielen anderen großartigen Songs begeisterte Olli Schulz am Donnerstag Abend den Rosenhof in Osnabrück.

Zum Warm-Up betrat aber erst mal Support-Act Lee Buddha die Bühne. Leicht hatte er es nicht, den noch halbleeren Rosenhof alleine mit seiner Akustikgitarre und seinen schön verpackten, lustigen Geschichten seiner Songs auf seine Seite zu ziehen. Viel ging im Gemurmel des Publikums unter, womit der junge Mann aber erstaunlich souverän umging. Am Ende seines 30-Minutensets voller netter Anekdoten über seine Songs, gelang es ihm doch noch, das verhaltene Publikum zum Mitsingen zu bewegen und überließ Olli Schulz mit einem Kanon, der keiner war, die Bühne.

Pünktlich zu Ollis Auftritt hatte sich der Raum vor der Bühne doch ordentlich gefüllt, so dass der sympathische Wahl-Berliner zusammen mit seiner Band ordentlich losrocken konnte. Über zwei Stunden lang gaben Olli Schulz und seine Mannen alles bis die Saiten krachten. Neben Songs seiner früheren Alben, gab es fast die ganze neue Platte „Es brennt so schön“ auf die Ohren. Seine schrägen, oft lustigen Texte, die aber trotz allem zwischen den Zeilen, teilweise ungewollt, eine ganz spezielle, gerade zu ungewöhnliche Ernsthaftigkeit beweisen, verpackte Olli geschickt in schönstem Indie-Rock, und begeisterte damit den ganzen Rosenhof ausnahmslos.

Das ganz Besondere an den Shows von Olli Schulz ist aber nicht alleine die Musik. In einer sehr gemütlichen, fast schon familiären Atmosphäre überzeugte der gebürtige Hamburger auch gerade durch seine spontane, charmante und natürlich witzige Art. Das bunt gemischte Publikum genoss sichtlich die Momente zwischen den Songs, in denen Olli offenherzig eine Story nach den nächsten aus seinem Leben zum Besten gab, und sich beim Gitarrenstimmen auf einen Plausch mit seinen Fans einließ. Selten wurde auf einem Konzert im Rosenhof so viel gelacht!

Nach guten zwei Stunden, vielen Zugaben und minutenlangem, begeisterten Applaus tanzte Olli Schulz zusammen mit den Osnabrückern in einer letzten, lautstark geforderten Zugabe auch noch den Bibo und schickte sie so mit einem sicheren Ohrwurm nach draußen in die warme Nacht. „Mach den Bibo! Mach das Ufo! Mach den Grobi!“ Mach…

Fotos gibts später bei Flickr.

Fabelhafte Live-Action: „So sehr dabei (LIVE)“ von Clueso


Wer bisher noch nicht die Chance hatte, sich von Cluesos grandiosen Live-Qualitäten zu überzeugen, kann das ab dem 24. April wieder tun – und zwar direkt von der heimischen Couch aus. „So sehr dabei (LIVE)“ liefert sämtliche Live-Highlights der restlos ausverkauften Tour des smarten Erfurters direkt in die eigenen vier Wände.

Ab dem ersten Ton durchströmt eine unglaubliche Live-Atmosphäre den Raum, so dass man sich sofort wie einer der über fünfzigtausend Fans vorkommt, die im Herbst 2008 auf der Tour zusammen mit Clueso und Band feiern konnten.

Wer jetzt glaubt, dass es sich bei dieser Scheibe um einen reinen Aufwasch des vierten Studioalbums „So sehr dabei“ handelt, ist weit gefehlt. Durch das wohnzimmerähnliche Arrangement der Band, mit vornehmlich akustischen Instrumenten, bekommen die meisten Songs ein ganz neues Gesicht, kommen erfrischend anders daher und sind teilweise erst beim Einsetzen des Gesangs wieder zu erkennen. Nicht umsonst gewann der junge Mann im Dezember die Einslive Krone in der Kategorie „Bester Künstler“ und verwies damit sogar Thomas D. und Peter Heppner auf die Plätze.

Die durchweg chilligen, sehr melodiösen Songs mit wunderbar intelligenten Texten über Alltag, Spaßhaben und Melancholie sind absolut zum Hinhören und machen Lust auf mehr. Schon nach dem ersten Track ist man ordentlich eingegroovt, und Stillsitzen kann man eigentlich gleich vergessen. Irgendwo zwischen Pop, Raggae und Acoustic sorgt Clueso zusammen mit seiner Band mit „Frische Luft“ und „Wir woll‘n Sommer“ für ordentliche Kopfnick-Action am Küchentisch. „Mitnehm“ und „Keinen Zentimeter“ garantieren so manche Tanzeinlage im Bad und spätestens bei „Chicago“ und „Barfuss“ erwischen einen Fernweh und Gänsehaut im Arbeitszimmer. Bemerkenswert ist, dass Clueso und Band dabei niemals gekünstelt wirken und einfach sie selber bleiben, was der ganzen Platte eine unglaublich harmonische und positive Stimmung verleiht. Nach gut 70 Minuten Spielzeit hat man definitiv noch „Keinen Bock zu geh‘n“, denn der Titel der Platte ist Programm: selten ist man bei einem Live-Album so sehr dabei wie hier bei Clueso. Die Musik des inzwischen gestandenen Singer/Songwriters ist live einfach ein Erlebnis und kommt so ganz direkt und völlig unverfälscht rüber.

Zum Glück ist die Zeit recht absehbar, in der man alleine durch die Wohnung tanzen und das Wohnzimmer im Kopf zum Konzertsaal werden lassen muss. Die Festivalsaison steht vor der Tür und passend dazu ist der Live-Kalender des sympathischen Thüringers wieder prall gefüllt: Unter anderem wird er am 20. Juni ordentlich das Hurricane Festival in Scheeßel rocken. Nach dem Album sollte man sich das auf keinen Fall entgehen lassen!


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Jake Roeder – Finally…


Seit dem 27. März steht die Debütscheibe „Finally…“ von Singer/Songwriter Jake Roeder in den Plattenläden. Dabei ist der Titel absolut Programm: nach dem ersten mal hören fragt man sich, warum man nicht schon viel früher etwas von dem sympathischen Regensburger gehört hat.

Mit seinem ersten Album liefert Jake elf ehrliche, solide, sehr schön melodiöse Songs, die sich vom Stil her irgendwo zwischen John Mayer, Gavin De Graw und Jack Johnson einordnen lassen. Er singt über sich, das Leben und all die Dinge, die einem in dieser verrückten Welt so passieren können. Dabei kommt der 28-jährige, charmante Bayer immer sehr authentisch und herrlich ungekünstelt daher, und wirkt trotz aller mitschwingenden Emotionen nie kitschig oder übertrieben. Mal nachdenklich melancholisch, mal frech und gut gelaunt macht er besonders mit „For a While“, „Me Against the World“ und „When will I“ Lust auf mehr. In jedem Stück kann man neue Facetten seiner unglaublich angenehmen, unverbrauchten und ausdrucksstarken Stimme entdecken, die Dank ihres hohen Wiedererkennungswerts Jakes Liedern gleich noch eine besondere, persönliche Note verleihen.
Überhaupt hat man bei „Finally…“ eigentlich kaum das Gefühl, das Debüt eines absoluten Newcomers in den Händen zu halten. Alles wirkt extrem gut durchdacht, geplant und produziert. Kein Wunder, denn wenn man einmal einen Blick auf das Produzententeam dieser Platte wirft, springen einem sofort bekannte Namen wie Christian Lohr und Gary Baker ins Auge. Das ist für ein Erstlingswerk extrem beachtlich, denn schließlich war Christian Lohr schon für den ein oder anderen Sting und Josh Stone Erfolg verantwortlich, während Gary Baker bereits bei so manchem Backstreet Boys, Ronan Keating und Boyzone Hit die Finger mit im Spiel hatte.
Im Moment ist Jake Roeder noch als Support für Die Happy auf Tour und wird auch im Sommer in vielen deutschen Städten zu sehen sein. Für den Herbst und Winter hat er darüber hinaus schon große Pläne: laut Homepage steht erst eine Tour quer durch Australien und danach durch die USA ins Haus. Respekt. Da kann man nur hoffen, dass er dort viele tolle Eindrücke für sein nächstes Album sammeln kann. Aber bis dahin kann uns Jake mit „Finally…“ erst mal noch den Sommer verschönern.

FINGER WEG: Matze Knop – Luca sei per me NUMERO UNO

Seit dem 6. Februar steht mal wieder eine Single in den Läden, ohne die die Welt vielleicht ein besserer Ort wäre – zumindest von Seiten der Musik. Wenn man sich die musikalische „Glanzleistung“ „Luca sei per me Numero Uno“ von Matze Knop zum ersten Mal angehört hat, will man höchstwahrscheinlich schreiend weglaufen und sich dabei nervös die Haare ausreißen. Oder man kehrt alternativ sofort auf der nächsten Skihütte ein und rennt zur nächsten Mallorca-Party. Zum Glück ist Matze Knop keiner, der sich selber oder seine Musik besonders ernst nimmt. Wie sonst hätte das Stimmengenie mit seinem zweiten Alias „Richie“ vier Alben heraus bringen können.

Was an der Single „Luca sei per me Numero Uno“ und ihrer B-Seite „Heio die Welle“ leider besonders grausam ist, ist die Tatsache, dass man das Gedudel nach einmal Hören garantiert für die nächsten drei Tage für keine Sekunde mehr los wird. Da kann man eigentlich gerade nur hoffen, dass man sich die Zeit über in einem Skigebiet, am Ballermann oder auf einer Zeltfete befindet, damit man mit seinem peinlichen Mitsingen und Summen nicht so auffällt. Die dort vorherrschenden Promillewerte sind die Mindestvoraussetzung, um diese beiden künstlerischen Ausbrüche halbwegs schadlos zu überstehen.

Denn auch wenn sie vielleicht als Comedy-Stück gemeint waren: Nüchtern sind sie nicht besonders witzig und Kult-Potential besteht schon mal gar nicht. Das sollte man dann schon Mickie Krause überlassen, wenn es denn dann schon unbedingt sein muss.

Bitte nicht noch mehr davon!

Ich gehe mir jetzt jemanden suchen, der mir diesen schrecklichen Ohrwurm operativ entfernt.

Kreuzfahrt durch die Tomte-Welt


„AUSVERKAUFT“ ist dick und fett von mehreren Schildern am Rosenhof zu lesen. Die Nachfrage für das Abschlusskonzert der Frühjahrstour von Tomte am 28. März war so groß, dass bereits ein paar Tage vorher alle Tickets vergriffen waren. Somit waren die Erwartungen auch recht hoch an das, was Thees Uhlmann und seine Mannen am Samstag Abend dort in Osnabrück zum Besten geben würden.

Den Anfang macht um 19.45 Uhr die Münsteraner Kapelle Ghost of Tom Joad, die eigentlich für äußerst tanzbaren Indierock und mitreißende Bühnenshows bekannt ist. Die drei Westfalen spielen ein ordentliches halbstündiges Set, das klar die musikalischen Stärken der Band präsentiert. Jedoch wirken die Jungs streckenweise etwas erschöpft und unkonzentriert, was es ihnen nicht unbedingt leichter macht, das Osnabrücker Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Vielleicht sind das bereits die Nachwirkungen von sieben Tagen Tour mit Tomte, denn ihr aktuelles Album „Matterhorn“ ist wirklich gut und macht sonst Lust auf mehr.

Danach endlich: Tomte. Um 20:45 Uhr entern Thees Uhlmann, Dennis Becker, Nikolai Potthoff, Max Schröder und Simon Frontzek, mit ihren Instrumenten und Rotwein bewaffnet, die Bühne. Sie legen gleich mit Für immer die Menschen los und nehmen so den ganzen Rosenhof mit auf eine Kreuzfahrt durch den Ozean der Tomte-Alben. Ob man Tomte bereits seit ihrem 2000er Album Eine sonnige Nacht wegen ihrer ungewöhnlichen Texte verehrt, oder erst durch Der letzte Große Wal vom aktuellen Album Heureka auf den Geschmack gekommen ist, bei dieser detailverliebten Setliste ist für jeden Fan garantiert etwas dabei.

Frontmann Thees Uhlmann scheint bestens gelaunt, widmet mal allen Leuten über 30, mal sich selber den ein oder anderen Song und spielt mit vollem Einsatz, so dass ihm die Schweißperlen von der Nase tropfen. Zeit zum Ausruhen gibt es für die Band dann zum ersten Mal richtig nach 13 Songs. Begleitet von einem Cello, sorgen die fünf Hamburger mit einem wunderbaren Akustikset, bestehend aus Schrei den Namen deiner Mutter, Voran Voran, Es ist so dass du fehlst und New York, bei den fast 1000 Besuchern sicher für so manche Gänsehaut.

Licht aus, Vorhang, Zugabe. Bevor sich das Konzert endgültig dem Ende zu neigt, überrascht die Band ihre Crew noch mit einem anständigen Lobgesang, wie es sich bei einem ordentlichen Tourabschluss gehört. Rufus Wainwright‘s Hallelujah wird kurzerhand in eine Dankeshymne an die Tomte-Crew umgedichtet, was bei den Technikern für breites Grinsen und im Publikum für anerkennenden Jubel sorgt.

Nach insgesamt 21 Songs und fast zwei Stunden hat das Tomte-Kreuzfahrtschiff auch schon wieder seinen Hafen erreicht. Es war eine schöne Fahrt, aber für einen Tourabschluss war sie recht ruhig. Allerdings stehen die Festivaltermine auch schon wieder auf dem Plan, und wer weiß, vielleicht wagen sich Thees und seine Mannen mit Beginn des Sommers wieder in ganz andere Gewässer.


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Die Happy – Unplugged im Rosenhof


Normalerweise sind Die Happy für ordentlich laute und energiegeladene Rockshows bekannt, bei denen garantiert kein Auge trocken bleibt. Da fiel es dem nicht eingefleischten Fan zunächst doch etwas schwer zu glauben, was es da auf den Tour-Plakaten zu lesen gab: Die Happy – Live & Acoustic Tour 2009. Jawohl, akustisch. Unplugged. Einfach mal den Stecker rausgezogen.

Das so etwas funktioniert, haben große Bands wie zum Beispiel Die Toten Hosen oder Nirvana bereits in den berühmten „MTV Unplugged“ Shows gezeigt. „Warum also eigentlich nicht auch Die Happy?“ fragte sich bestimmt auch so einige der Anwesenden am Freitag Abend im Osnabrücker Rosenhof, während sie gespannt auf den Auftritt der Band um Marta Jandová warteten.

Zum Aufwärmen enterte aber zunächst erst mal Support Act Jake Roeder alleine mit seiner Klampfe die Bühne. Der Regensburger stimmte den gut gefüllten Rosenhof mit einem 30-minütigen Set aus feinstem Gitarrenpop a la John Mayer und Dave Matthews auf das bevorstehende Unplugged-Spektakel ein. Neben einem grandiosen Cover des Counting Crows Songs „Mister Jones“ überzeugte der sympathische Bayer die Die Happy Fans besonders bei seinen eigenen Songs durch seine gefühlvoll soulige Stimme und starke Bühnenpräsenz. Sein Debüt „Finally“ ist übrigens auch seit Freitag im Handel erhältlich, von dem auch so manche Kopie nach dem Konzert über die Merch-Theke wanderte.

Nach Jake Roeder luden dann endlich Die Happy in ihr Unplugged-Wohnzimmer auf der Bühne ein. Mit Lammfellen, kleinen Couchtischchen, roten Tischlampen und dem dazu passenden Rotwein sorgten sie für eine wunderbar gemütliche und intime Atmosphäre. Dass dieser Abend etwas ganz besonderes werden würde, ließ nicht nur die Getränkeauswahl auf der Bühne vermuten, sondern auch der vorherrschende Dresscode: die Band hatte zerrockte Jeans durch schicke, schwarze Anzüge und Kleider ersetzt, und sogar die Techniker hatten sich dementsprechend heraus geputzt.

Mit ihrer eigenen Version von Justin Timberlakes „Señorita“ öffnete Die Happy dann bestens gelaunt die Pforten zu ihrem musikalischen Gala-Abend. Unterstützt durch Percussionist Taifun, Gitarrist Patrick und Lutz am Klavier spielte sich die sonst vierköpfige Band quer durch 16 Jahre Bandgeschichte und ließ kaum einen ihrer Hits aus. Manche Songs präsentierten sich dank des Akustiksets auch in einem ganz anderen Arrangement, so dass man hin und wieder schon mal genauer hinhören musste, um zum Beispiel „Ordinary Song“ hinter seiner neuen, ruhigen, fast schon traurigen Piano-Fassade wieder zu erkennen.

Über zwei Stunden lang wirbelte Sängerin Marta über die Bühne und bewies zusammen mit ihren Bandkollegen, dass nicht alles was gut ist, auch gleichzeitig immer laut sein muss. Vielmehr waren es gerade die ruhigeren Momente, in denen Martas überaus vielseitige Stimme besonders gut zu Geltung kam und in denen man durch ihre vielen Geschichten und Anekdoten auf der Bühne die Verbindung zwischen Band und Fans förmlich spüren konnte. Insgesamt zeigte sich Die Happy an diesem Abend von ihrer musikalisch hochwertigsten Schokoladenseite, und bewiesen auch den Zweiflern, dass sie eine unglaublich sympathische Band sind, die auch unplugged und ohne großen technischen Firlefanz absolut überzeugen kann.

Fotos vom Konzert gibt es hier.


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Interview mit Die Happy – Von Hundekatzen und Tourbuspannen

Am 27. März haben Die Happy mit ihrer „Live&Acoustic“-Tour Station im Rosenhof in Osnabrück gemacht. Sängerin Marta stand mir für stayblue vor dem Konzert Rede und Antwort und verriet unter anderem warum ihr Hund „Katze“ heißt, beschrieb ihre Traum-Location für ein Konzert und plauderte aus, was für Pannen einem im Tour-Alltag schon mal passieren können.

Ihr seid gerade mit Eurer Live&Acoustic Tour quer durch Deutschland unterwegs. Was ist für Euch das Besondere an dieser Tour?

Marta: Wir haben das schon mal gemacht, vor 5 Jahren. Das Besondere ist einfach, dass wir drei extra Musiker dabei haben, drei Freunde, und die Atmosphäre ist einfach ein bisschen anders. Das werdet ihr ja noch sehen. Wir sind ganz nett angezogen, zumindest denken wir, dass wir ganz nett angezogen sind. Wir sitzen, natürlich, zumindest die meiste Zeit. Ich halte das meistens nicht so lange durch. Fast alle Lieder sind einfach ein bisschen umarrangiert, alles ist einfach viel gemütlicher. Die Jungs haben mir sogar eine Vase mit Blumen auf mein Tischchen auf der Bühne gestellt. Es ist alles ein bisschen aufgeräumter und macht einfach tierisch Spaß, weil es einfach alles viel privater ist, habe ich das Gefühl.

Ist das für Euch der Hauptunterschied zwischen den Unplugged-Shows und den anderen Shows, also dass alles viel ruhiger ist, ihr sitzt und nicht so viel rumspringen könnt wie sonst? Oder gibt es da noch mehr Unterschiede?

Marta: Wir reden einfach viel mehr miteinander, machen viele Witze. Es ist dann auf der Bühne nicht mehr so, dass vier Leute in der Band auf einmal direkt ins Publikum schwitzen, rocken, schreien und total abgehen. Natürlich rocken wir jetzt auch, aber es ist dann eher so: „Ach komm Patrick, jetzt spiel‘ du doch mal das Solo!“ Ich weiß gar nicht genau, wie ich das beschreiben soll. Jetzt ist das so wie ein kleiner Schulausflug. Wir setzen uns einfach auf die Bühne und da sind dann ein paar Leute, wir spielen einfach und machen ganz viele Witze. Es wird ganz viel geredet und wir spielen auch viel länger. Ich glaube gestern hatten wir ein besonders konversationsreiches Konzert. Wir haben glaube ich über zweieinhalb Stunden gespielt, weil wir so viel gequatscht haben zwischendurch. Es war unglaublich witzig. Wir haben insgesamt bestimmt eine halbe Stunde gequatscht.

Man hat das ja meistens, dass einem manche Songs in bestimmten Situationen besonders viel bedeuten. Bedeutet Euch auf dieser Tour ein Song jetzt besonders viel, gerade weil ihr ihn unplugged spielt?

Marta: Ein spezielles Lied, dass eine komplette Umänderung hinter sich hat, ist „Ordinary Song“. Normalerweise ist der so richtig zum Tanzen und Springen. Wir spielen den jetzt nur mit Klavier und obwohl der Text eigentlich sehr witzig ist, ist das ganze Lied so sehr auf traurig gemacht. Das ist glaube ich unser Lieblingslied auf dieser Tour. Das Licht wird dann auch richtig runtergefahren und das ist dann einfach ein tolles Gefühl.

Ihr seid jetzt dann insgesamt zwei Wochen auf Tour und habt dann ja ein bisschen frei, bevor es wieder voll in die Festivalsaison geht. Spielt ihr lieber kleine Clubgigs oder große Festivals?

Marta: Das kommt drauf an. Zu den Clubgigs kommen Leute, die nur uns sehen wollen, weil nur wir spielen. Oder die Vorband. Die kennen dann schon die Texte und es ist ein bisschen einfacher sie rumzukriegen, würde ich sagen. Wobei das manchmal auch schon eine harte Nuss ist, weil manchmal, wenn Leute einfach nur aus Neugierde vorbei kommen, hat man die nicht immer sofort in der Hand. Aber man muss bei den eigenen Konzerten einfach nicht so viel kämpfen. Bei den Festivals, wo es mehr Bands gibt, ist es manchmal schwieriger. Vor allem, in der Schweiz, wo sich dann zum Beispiel Metal-, Rock-, Pop-, und Hiphop-Bands treffen. Da sind dann die Hiphopfans, die uns scheiße finden und unsere Fans, die HipHop scheiße finden. Das ist dann immer ein bisschen schwierig. Aber auf der anderen Seite steht man auf der Bühne, meistens wenn schönes Wetter ist, es weht ein Lüftchen durch die Haare. Festivals bedeuten einfach auch Sommer. Und nach diesem langen Winter freuen wir uns alle auf den Sommer. Heute morgen, als wir irgendwo gegen zehn an der Raststätte kurz halt gemacht haben, und die Sonne so ein bisschen anfing zu scheinen. Alle von uns wollen Sommer und deswegen bedeuten Festivals für uns einfach Sommer, Luft, Freiheit.

Wenn es gerade um Festivals geht oder eben jetzt um eure Unplugged Tour. Euch gibt‘s ja schon seit vielen, vielen Jahren und ihr habt ja vom riesigen, lauten, Festival bis zum leisen und intimen Unplugged Gig alles gespielt. Gibt es da noch irgendwas, zum Beispiel eine besondere Location, was ihr unbedingt noch spielen wollt?

Marta: Ich würde zum Beispiel gerne in Paris spielen. Aber dann nicht nur vor zehn Leuten, die zufällig vorbeikommen oder ein paar deutschen Fans, die extra anreisen würden. Frankreich ist für mich immer so das Ziel. Und sonst überhaupt andere Länder. Wir haben einen großen Teil von Europa schon gespielt. Es gab auch schon Anfragen für Brasilien aber das lohnt sich dann kaum, weil wir ja auch Techniker dabei haben, die auch Geld kosten. Man will nicht draufzahlen. Aber man muss zwar auch nicht unbedingt bei den Auftritten verdienen. Einmal waren wir auf den Azoren, die ja zu Portugal gehören, aber mitten im Ozean zwischen Amerika und Europa liegen. Das war unglaublich speziell. Wir haben einen kompletten Tag für die Anreise gebraucht, weil wir drei Flüge nehmen mussten und dann den halben Tag in Lissabon am Flughafen hatten. Okay, wir kennen uns in Lissabon aus und sind dann mit dem ersten Taxi in die Stadt was Essen gefahren, um uns die Zeit ein bisschen zu verkürzen. Aber das war wirklich unglaublich, weil wir erst um 2 Uhr morgens gespielt haben. Und ich natürlich, ich muss immer alles sehen. Abenteuer Hurra! Ich habe mir dann ein Auto gemietet und niemand wollte mitkommen, bis auf Ralph, unser Bassist. Den habe ich schon am Abend davor überredet: „Ich weck‘ dich, ist mir scheißegal! Wir haben ein Auto und wir fahren jetzt!“ Und dann haben wir noch unseren Schlagzeuger und unseren einen Techniker getroffen, die dann doch morgens früh aufgewacht sind und den Frühstücksraum gesucht haben. Wir haben dann gesagt: „Ach kommt, Jungs. Wann kommen wir denn schon mal wieder auf die Azoren? Lass uns kurz mal rumfahren!“ Wir haben dann auch wirklich in zwei Stunden die komplette Insel geschafft, weil die wirklich miniklein ist. Wir hatten hier dann Frühstück und sind dort ein bisschen spazieren gegangen. Nach dem Soundcheck, weil wir wirklich erst so spät gespielt haben, hatten wir die Idee, dass wir alle von unserer Gage einladen, und sind Wale gucken gegangen. Die Wale haben sich dann aber versteckt und wir haben nur Delfine gesehen. Das war schon sehr speziell dahin zu fliegen. Wir haben die Anfrage wieder dahin zu fliegen, am 1. September. Ich hoffe, dass es klappt. Das war wirklich sehr, sehr speziell. Und genau deswegen würde ich mir auch andere Länder wünschen. Japan zum Beispiel. Wir haben da schon zwei oder drei Platten veröffentlicht, aber bisher hat es sich noch nicht gelohnt, da für Auftritte hinzufliegen. Ich glaube Ausland wäre einfach das Stichwort. Weiteres Ausland.

Ihr habt ja oft auch Gastmusiker auf der Bühne. Im Dezember in Hamburg hattet ihr unter anderem Lotto King Karl dabei. Gerade hast du von deiner Traum-Location erzählt. Wenn ihr freie Auswahl hättet, mit welcher Band oder mit welchem Künstler würdet ihr gerne unbedingt mal zusammen arbeiten oder auftreten?

Marta: Also von den Rockbands, ich liebe wirklich Incubus schon jahrelang und seit etwa einem Jahr finde ich Mutemath, eine Band aus Amerika, auch super geil. Mit denen irgendwo aufzutreten wäre mein absoluter Traum. Und natürlich, so eine Zusammenarbeit wäre auch interessant. Zum Beispiel, John Mayer finde ich auch unglaublich. Wenn der mich fragen würde, ob ich mit ihm ein Lied singe. Oder James Morrison, der Nelly Furtado fragen muss. Hallo, die ist schon berühmt! Die macht schon mit allen was. Warum guckt man nicht nach Europa?

Ihr habt laut Eurer Myspace-Seite in Eurer Bandgeschichte schon weit über 850 Konzerte gespielt. Da ist auf der Bühne ja auch bestimmt schon einiges schiefgegangen. Was war so das Peinlichste, dass ihr nie vergessen werdet?

Marta: So viel Peinliches ist uns da eigentlich noch nie richtig passiert. Wir haben noch nie Playback gespielt, so dass da irgendwas nicht richtig gelaufen wäre oder so. Wenn dann Faux-Pas passieren, ist das wenn wir uns selber verspielen. Ich weiß, einmal haben wir nicht proben können weil wir im Studio waren, und hatten direkt danach ein Konzert. Wir haben dann einfach das alte Programm rausgeholt und gesagt, wir spielen das, weil einfach keine Zeit war. Mir ist dann bei einem Lied nicht mal mehr die Melodie eingefallen. Ich wusste gar nicht mehr was ich singen soll, nicht mal den Text. Ich habe dann eine Tanzeinlage hingelegt, hab den Jungs gesagt, spielt noch mal den Durchlauf, und bin dann unauffällig zum Gitarristen: „Hey, wie geht nochmal die Melodie und der Text?“ Zum Glück ist mir die Melodie dann eingefallen.

Was aber auch ein bisschen ungeschickt war, als wir Pink! zum ersten mal supportet haben. Ich komme auf die Bühne, ganz selbstbewusst, weil da 3000 Leute standen und dachte so „Ja! Wir zeigen denen dass auch wir gut sind!“. Beim zweiten Lied laufe ich dann rückwärts, stolpere voll übers Schlagzeug und bin dann echt wie so ein Käfer mit allen Vieren nach oben auf dem Rücken gelandet. Das war schon sehr unangenehm. Nicht wegen der Schmerzen sondern wegen den ganzen Leuten.

Aber was gestern zum ersten Mal richtig passiert ist, wir sind ja gerade mit einem Nightliner unterwegs. Wir sind nach dem ersten Konzert von Wuppertal nach Hameln losgefahren. Ich bin schon früh ins Bett gegangen, aber die Jungs erst viel später. Morgens, um halb sieben weckt uns unsere Tourbegleiterin und sagt: „Ich habe schlechte Nachrichten. Wir stehen auf der Autobahn und haben eine Panne.“ Unser Busfahrer Ralf ist unglücklich überall rumgerannt und alles war schön beleuchtet, damit kein anderes Auto in uns rein fährt. Und wir mussten alle aus dem Bus aussteigen. Alle man raus, um sieben Uhr morgens. Es hat geregnet, es war arschkalt, beide Hunde liefen draußen rum und alle wollten ins Bett. Wir wurden dann in die Werkstatt abgeschleppt und durften dann endlich wieder in den Bus und weiterschlafen. Ich habe zum Glück einen super Schlaf und habe deshalb nichts gemerkt. Aber es muss unglaublich laut im Bus gewesen sein. Die anderen haben wohl nicht so gut geschlafen (lacht). Die haben dann überall rum geschraubt und ein Stück Getriebe ausgebaut. Dann kam die Tourbegleiterin wieder und meinte so: „Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte Nachricht, dieser Bus wird für die nächste Woche nicht mehr fahren. Die gute Nachricht, es steht ein neuer Bus da.“ Wir mussten dann komplett umziehen. Zum Glück hatte ich die Koffer am Tag vorher gerade erst so in den Bus geschmissen und noch nicht so richtig ausgepackt. Aber unser Gitarrist, sobald der in den Bus einsteigt, macht der gleich seine kompletten Koffer in die Ablagen. Seine T-Shirts und Jeans, oder das Bettchen für seinen Hund. Er musste alles wieder einpacken, nach dem halben Tag, und wieder komplett ausziehen. Und heute Abend ziehen wir schon wieder um. Das war nur ein Ersatzbus. Der muss mit einer anderen Band weiter fahren. Aber das war echt ein verrückter Tag. Wir hätten um elf Uhr in Hameln sein sollen und kamen erst um halb vier an. Wir haben Gott sei Dank so viele gute Techniker, so dass wir es trotzdem geschafft haben, alles so aufzubauen, dass wir nur eine halbe Stunde zu spät anfangen konnten. Das ist bei vier Stunden Verspätung wirklich unglaublich.
Die wirklich peinlichen Sachen passieren eher hinter den Kulissen. Ansonsten, mir ist noch nie eine Brust rausgesprungen oder die Hose runter gerutscht. Das passiert eher unseren Fans.

Wie man ja gerade schon von dir gehört hat, ist so ein Tourbus ja schon wie ein Zuhause. Welche 3 Dinge dürfen bei Euch auf Tour auf gar keinen Fall fehlen?

Marta: Natürlich der iPod. Musik muss dabei sein. Für die Jungs mittlerweile, obwohl ich nicht so oft mitspiele, ist Poker. Also Pokerkarten und Chips. Und, ja, eigentlich immer etwas, mit dem man sich die Zeit vetreiben kann, zum Beispiel Bücher. Wobei, eigentlich noch viel wichtiger ist der Rechner, weil wir so weit von unseren Freunden und Familien weg sind. Der darf nicht fehlen. Dann natürlich noch Internet. Zum Glück haben jetzt immer mehr Clubs auch W-LAN, so dass wir dann noch schnell mit unseren Freunden und Familien chatten können oder noch schnell Interviews per Mail bearbeiten können. Das ist wirklich für uns super wichtig.

Euer aktuelles Album SIX ist jetzt seit knapp einem Jahr draußen. Plant ihr schon Euer nächstes Album oder steht das noch in den Sternen?

Marta: Ja, am 5.6. kommt unser Best Of Album raus. Aber es ist nicht so, dass da einfach nur alle unsere Singles drauf sein werden. Manche Singles werden wir da auch gar nicht drauf packen. Auf der Homepage haben wir schon seit einem halben Jahr ein Voting, wo sich jeder Fan aus allen unseren Songs seine drei Lieblingslieder aussuchen kann, und die mit den meisten Stimmen haben wir neu aufgenommen und packen die dann auf das Album. Dabei ist auch eine neue Version von „Supersonic Speed“. Außerdem ist dann noch ein kompletter Live-Auftritt vom 30.12.2008 aus der Großen Freiheit in Hamburg als DVD mit dabei, alle unsere Videos sind drauf und dann schreiben uns unsere Fans gerade ihre Geschichten, die sie mit den Liedern verbinden. Es wird also eine sehr, sehr bunte Sache und wir kämpfen auch darum, dass es zum kleinen Preis zu haben sein wird. Wenn ich mich nicht irre, gibt es sogar ein 32-Seiten-Booklet mit ganz vielen alten Bildern und unseren Kommentaren dazu. Es ist so ein „Drumherum-Werk“. Und wir werden ab Sommer natürlich wieder anfangen neue Lieder zu schreiben, weil wir nächstes Jahr, also 2010, gerne wieder ein neues Album veröffentlichen würden.

Schön. Danke, damit wären eigentlich alle meine Fragen beantwortet.

Marta: Ach, falls es dich noch interessiert, ich habe nebenher angefangen, in einem Musical in Prag zu singen. Das heißt Mona Lisa. Ich spiele da die Hauptrolle und habe auch noch eine zweite Rolle. Wenn ich nicht gerade die Hauptrolle spiele, spiele ich die Andere, ihre Schwester. Deshalb bin ich jetzt auch ständig am Hin- und Herreisen. Wir hatten am 4. März in Prag die Premiere und jetzt spielen sie gerade. Ich habe ihnen vorhin schon eine SMS geschrieben und ihnen „viel Spaß“ gewünscht. Pro Rolle gibt es immer drei Künstler, damit man nebenher auch noch andere Sachen machen kann. Es ist für mich auch einfach sehr lustig.

Also wenn du gerade nicht mit Die Happy unterwegs bist, bist du dann in Prag und singst im Musical?

Marta: Genau. Deshalb ist mein Hund auch der größte Reisehund auf der Welt, weil er ständig mit mir überall hin mit fährt. Er ist auch schon ein bisschen ruhiger geworden, weil er sich daran gewöhnt hat.

Du machst ja wirklich wahnsinnig viele verschiedene Sachen nebenher. Du singst mit Oomph zusammen, jetzt das Musical. Wie seid ihr da überhaupt auf die Unplugged-Idee gekommen?

Marta: Ziemlich am Anfang, gerade so als unsere ersten beiden Alben rausgekommen sind, sind wir immer wieder von Radio- und Fernsehsendern eingeladen worden und sollten da spielen. Die wollten aber immer, dass wir Vollplayback machen. Da hatten wir keinen Bock drauf. Wir haben gesagt, dass wir lieber unplugged spielen. Mit einer Gitarre und einem Bass gibt‘s keinen Stress mit dem Sound. Unser Schlagzeuger spielt dann Cajon, diese Holzkiste auf die man so drauf klopfen kann. Seitdem spielen wir einfach lieber unplugged, anstelle uns irgendwo hinzustellen und Vollplayback zu machen. Und dann haben wir gedacht, lass uns das doch machen, als Tour. Dann wurden wir damals noch von Viva Zwei eingeladen und haben dann auf der Party von der Silvestershow unplugged gespielt. Das war so geil, so ganz harte Lieder unplugged zu spielen, und wir haben uns wieder gedacht, lass uns das einfach machen. Vorbild war natürlich immer MTV-Unplugged. Nirvana waren auch phänomenal. Wir haben dann damals eben unsere drei Freunde eingeladen, zwei aus Ulm und ein Mädchen, Percussionistin aus München. Mittlerweile ist von den dreien nur der Gitarrist Patrick geblieben, weil alle Anderen viel zu viel Arbeit haben. Es war einfach eine der schönsten Touren, die wir je gehabt haben. Es ging um nichts. Es ging nicht um den Erfolg sondern nur darum, dass wir das machen, was uns tierisch Spaß macht. Wir ziehen uns gut an. Die Jungs hatten natürlich noch nie ‘nen Anzug im Schrank und mussten dann zu H&M rennen, um sich Anzüge zu kaufen. Ich konnte noch nicht auf Absätzen laufen. Die paar Schritte auf die Bühne habe ich noch geschafft, aber dann sind die Schuhe nach hinten geflogen. Das war einfach so geil, dass wir gesagt haben, das müssen wir wiederholen. Vorletztes Jahr im November haben wir zwei Auftritte gehabt, weil in Dortmund so eine Reihe gelaufen ist. Da haben sie uns angefragt, aber für ein Konzert zwei Wochen lang zu proben hätte sich nicht gelohnt. Deshalb haben wir dann noch ein zweites Konzert in Hamburg gemacht und haben uns nach diesen paar Jahren wieder gesehen und uns gleich gesagt: „Ey, lass uns das bald wieder machen!“ Wir sind dann sofort zu unserer Agentur: „Wir wollen wieder!“ Und dann war jetzt war einfach der passende Zeitpunkt, so zum Frühlingsanfang.

Und warum heißt dein Hund eigentlich Katze???

Marta: Ich war gerade im Urlaub, als ich wusste, dass ich sie eine Woche später abholen würde. Es war Sommer, ich hatte unglaublich gute Laune und war einfach sehr witzig drauf.

(Allgemeines Gelächter)

Schön.

Marta: Ja, dann sehen wir uns später. Viel Spaß beim Konzert.

Danke, das wünschen wir dir auch!


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Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.