Schlagwort-Archive: Stadtfest

Regen, Joga Club & Iron Walrus – Tschüss Maiwoche!

Die Maiwoche ist vorbei. Während die Innenstadt dank des Regens schon recht früh wie leergefegt war, ließen ein paar Hundert Leute an der Timezone Bühne den Abend noch gemütlich ausklingen. Dabei hätte das Programm nicht kontrastreicher sein können: Poppunk von Hi!Spencer trifft Indie Pop von Joga Club, der wiederum von der vollen Portion Noise und Metal von Iron Walrus abgelöst wird.
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16 Musiktipps für die Maiwoche 2016

Wenn das Wetter draußen meint, Dezember spielen zu müssen, muss ich mir wohl ein wenig warme Gedanken machen. Ob man es glaubt oder nicht, die Maiwoche Osnabrück fängt in gerade einmal zwei Wochen an. Vom 13. bis 22. Mai geht’s rund in der Stadt. Dieses Jahr ist vieles anders. Neue Bühnen, ein anders gestaltetes Angebot. Ich habe mich für Euch jetzt schon mal durch das Musikprogramm gewühlt, damit Ihr nicht versehentlich von einem Helene Fischer-Double gequält werdet.  16 Musiktipps für die Maiwoche 2016 weiterlesen

16 Musik-Tipps für die Maiwoche Osnabrück

Ja, wir wissen es, die Maiwoche Osnabrück ist nicht mehr das, was sie mal war. Schon gar nicht aus musikalischer Sicht. Aber auch wenn die großen Namen nicht mehr am Start sind, spielen auch in diesem Jahr wieder ein paar Bands und Künstler auf der Maiwoche, die ich Euch guten Gewissens empfehlen kann. 16 Tipps für die Maiwoche Osnabrück 2015. 16 Musik-Tipps für die Maiwoche Osnabrück weiterlesen

Ich schiebe keine Wolken weiter – Ein Manifest gegen die Dorfzensur

Wir sind in Deutschland. Theoretisch herrscht hier ja eigentlich Meinungs- und Pressefreiheit. Leider muss man als angehender Journalist immer häufiger einen Spagat zwischen journalistischen Berichten und reinen PR-Beiträgen machen. Im besten Fall findet man dabei ein gesundes Mittel, das man mit seinem journalistischen Gewissen vereinbaren kann. Manchmal tut so ein Spagat weh, und manchmal ist er eigentlich unmöglich. Trotzdem wird man aus verschiedenen Gründen dazu gezwungen. Man könnte einfach den Mund halten, aber dieses sich immer weiter verbreitende Phänomen der Dorfzensur kann so nicht weiter gehen. Es kann nicht sein, dass irgendwelche Dorfzensoren durch die Gegend laufen und teilweise sogar erfolgreich dafür sorgen, dass letztendlich die Pressefreiheit in ihrem Minimalkosmos eingeschränkt wird. Wo so etwas global hinführen kann, zeigen zahlreiche bekannte Beispiele in diversen Ländern dieser Erde. Mein wahrheitsliebendes Bloggerherz rebelliert bei diesem Gedanken so sehr, dass mir der Atem stockt.

Von guten Journalisten erwartet man eine unabhängige Berichterstattung. Diese beinhaltet naturgemäß nicht nur die glänzenden Sonnenstrahlen, sondern auch mal die grauen Regenwolken. „Für dich schiebe ich die Wolken weiter“ funktioniert eben nur symbolisch bei Yvonne Catterfeld, bei gewieften PR-Textern und PR-Beratern oder in gephotoshopten Urlaubskatalogen. Ich bin weder die Catterfeld, noch gehöre ich aktuell zu einer der beiden zuletzt genannten Zünfte. Deshalb regnet, stürmt und schneit es Gott sei Dank hin und wieder auch mal bei mir und in meinen Texten. Praktikern der Dorfzensur schmeckt das nicht – man betrachtet lieber die bearbeiteten Bildchen und den herrlichen Sonnenschein, auch wenn dieser, prozentual gesehen, eigentlich nur von kurzer Dauer war. Die Regenzeit wird kategorisch ignoriert. Wenn es nach ihnen ginge, dürften die Regentropfen auch niemals erwähnt werden. Wenn sie doch erwähnt werden, rückt lieber gleich der Dorfkatastrophenschutz aus. Schade, denn selbst die schönsten Blumen können nur mit Regen wachsen, auch in Dörfern.

Entsprechend möchte ich an dieser Stelle einmal die unzensierte, leicht tröpfelnde Version eines Absatzes, aus einem, wie ich finde, recht banalen Event-Bericht veröffentlichen, in dem wahrheitsbedingt eben auch eine kleine Regenwolke durch das sonst so sonnige Urlaubskatalogbild zog. Das Wölkchen war kein unbedachter Ausrutscher, sondern eine bewusst gewählte Zusammenfassung des allgemeinen Publikumverhaltens und der Reaktionen der betroffenen Personen. Eben die reine, nicht ganz so sonnige Wahrheit. Der Dorfzensur passte dieses Wölkchen nicht, und so wurde der Absatz mit viel Catterfeld-Einsatz und Lärm um nichts letztendlich aus der offiziellen Version eines Berichts entfernt.

„Frei nach dem Motto „Was der B..eler nicht kennt, das wählt er nicht,“ entscheidet sich das Publikum in der Vorrunde für lokale Popularität und nicht unbedingt immer für Qualität. Kandidaten mit zu kleinem Fanclub oder auch von weit her angereiste Teilnehmer wie Sandra aus Thüringen und Patrick aus Osnabrück sind im Grunde genommen von Anfang an chancenlos. Entsprechend gedrückte Stimmung herrscht bei diesen Kandidaten unmittelbar nach dem Vorrundenentscheid. Man hatte sich das Ganze doch wohl etwas anders vorgestellt. “ 


Nach diesem Fall der Dorfzensur bleiben mir eigentlich nur noch folgende Worte:

Liebe Dorfzensur,

der dieser Absatz nicht passt. Ich möchte Sie bitten, an Ihrer Kritikfähigkeit zu arbeiten und für zukünftige Dorfangelegenheiten, bei denen ein Hinweis auf Regen und Schlechtwetterfronten unerwünscht ist, Pressevertreter doch bitte wieder auszuladen und stattdessen eine PR-Agentur zu engagieren, die entsprechend langweilig sonnige Zuckerwattetexte rechtmäßig verfasst. Diese Schreiber können dann auch gerne Yvonne Catterfeld mimen, die Wolken weiter schieben, alles über den grünen Klee hinaus loben und guten Gewissens, ganz so wie im Reisekatalog, auch noch die angenehme, wohlklimatisierte Atmosphäre in der Lokalitäten vor Ort preisen, in denen in Wirklichkeit bei tropischer Hitze das Kondenswasser fast schon von der Decke tropft. Ich hingegen kann das nicht.
Ich bin leidenschaftliche Musikliebhaberin, Volontärin und angehende Journalistin und fühle mich daher nicht nur beruflich, sondern auch durch mein Gewissen, zu Objektivität und Wahrheit verpflichtet. Ich stehe zu meinen Regenwolken und werde es auch weiter regnen lassen, sollten sich wahrheitsgemäß und realitätsbedingt Gewitterwolken auftun.

Hochachtungsvoll,
KDL

Eurocity Fest in Münster

Meine persönliche Open Air Saison 2009 ist seit Freitag nun offiziell eröffnet. Eingeläutet wurde das Ganze beim Eurocity Fest in Münster. Auf der LVM Bühne am Domplatz legten Oceana und Revolverheld eine ordentliche Show hin und rockten mit uns bis kurz nach Mitternacht.

Von Oceana haben wir aufgrund mehrerer verspäteter Züge leider nur noch die letzten 3 Songs gesehen. Die waren aber sehr gut und die junge Dame ist wirklich jedem wärmstens zu empfehlen.

Um 22.30 Uhr enterten dann die Revolvermannen die Bühne und setzten damit ihrem Live-Winterschlaf ein Ende. Nach über einem halben Jahr standen sie in Münster zum ersten Mal wieder auf der Bühne und waren heiß aufs Livespielen wie selten. Mit allerbester Laune fegten Johannes, Kris, Niels, Flo und Jakob über die Bühne und gaben ihr Bestes, um das Münsteraner Publikum zu begeistern. Das machte nach kleineren Startschwierigkeiten auch freudig mit und gab vor der Bühne zusammen mit den Herren auf der Bühne richtig Vollgas. Pogo, Crowdsurfen, Circle Pit. Für ein Stadtfest echt beachtlich, was die Rockfreunde im Publikum da hinlegten. Über kleinere Patzer wurde wohlwollend hinweg gesehen und gerade das weibliche Publikum war teilweise doch sehr kreischig aufgelegt. Besonders wenn Johannes das Konzert mit einem ersten Date verglich und um Knutscher vor der Haustür oder doch um einen Kaffee später in der Wohnung bat, gab es für viele kein halten mehr. Man kam sich vor wie auf den Konzerten der besten Bravo-Zeiten von 2006. Wenn mir jemand vor 5 Jahren einmal gesagt hätte, dass Karohemden, 10-Tagebärte, enge Hosen und Gitarren einmal solche Begeisterungsstürme auslösen würden, dem hätte ich sehr überzeugt den Vogel gezeigt. Aber jetzt, nett anzusehen war es ja doch schon irgendwie. …;-)

Von der Bühne gab es dafür ein ordentliches, volles 90 Minuten Set auf die Ohren, in dem neben einiger neuer Songs die obligatorischen Singles inklusive des EM Fansong „Helden 2008“ natürlich auch nicht fehlen durfte. Mit den ruhigeren Balladen wie Die Welt steht still, Unzertrennlich oder Mit Dir Chilln verzauberten die charmanten Hanseaten ihre Zuhörer, so dass später lautstark Zugaben gefordert wurden.

Die Herren verabschiedeten sich mit einem erstaunlich guten Fanta Vier Cover von „Was geht“ und ihrem Bundesvision Songcontest Hit „Freunde Bleiben“ und rissen nochmal so richtig die Hütte ab, bevor sie sich später unter das Münsteraner Feiervolk mischten.

Alles in allem eine absolut gelungene Saisoneröffnung. Ich lass mich überraschen, was der Sommer noch so bringt.