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Serengeti Festival 2013 – Ticker vom Sonntag

Ein letzter Tag auf dem Serengeti Festival, ein letzter Ticker für dieses Wochenende. Bosse, Kettcar, Seeed und Gasmac Gilmore sind nur ein paar Bands, auf die ich mich heute richtig freue.

Da das Internet nicht so wollte wie ich, könnt Ihr hier jetzt nachlesen, was ich auf dem Gelände immer mal wieder in mein iPad gedaddelt habe. Und was ich mir am Ende zu Hause noch mal für abschließende Gedanken durch den Kopf gewandert sind.

Der aktuellste Post steht wie immer oben. Los geht’s!

22:15 Uhr: Ich bin gerade vom Platz getanzt. Im wahrsten Sinne des Wortes! Als letzten Zugaben-Song von Seeed gab es Ding, und das ging noch mal so richtig ab. Überhaupt war das einfach nur atemberaubend, was die Herren in ihren feinen Anzügen da aufs Bühnenparkett gelegt haben. Mit einer beeindruckenden Treppenkulisse unter dem aufgehenden Vollmond und voller Bandbesetzung gab’s hier den Abriss des Abends. Alle großen Hits am Start, teilweise in leicht abgewandelten Versionen mit neuen Samples. Selbst ein Harlem Shake durfte nicht fehlen, genauso wenig wie die Peter Fox Drumline Cold Steel. Die Berliner wissen einfach, wie man eine Masse von 15.000 Leuten lenkt und zum Abfeiern bringt. Zeitweise war gefühlt wirklich jeder Arm auf dem Festivalgelände in der Luft und jede Hüfte wurde wenigstens ein kleines bisschen geshaket. Ob man wollte oder nicht. Danke Serengeti!

Fotos von SEED? Hier entlang!

20:40 Uhr: Eine gute Nachricht: Es darf fotografiert werden! Also auf in den Graben. Ich bin schon gespannt, was Seeed da hinter dem schwarzen Vorhang vor der Bühne alles verstecken. Es muss allerdings jede Menge sein, denn die anderen Bands hatten heute nur halb so viel Platz auf der Bühne wie gestern.

20:03 Uhr: Jetzt gibt’s noch einmal dicken Spaß-HipHop im Zelt auf die Ohren. Die Orsons sind die vorletzte Band des Serengeti Festivals und drehen daher noch mal so richtig auf. Partyendspurt ist angesagt und trotz des einsetzenden Erschöpfungszustands der Menge geben trotzdem auch alle vor der Bühne noch mal so richtig Gas. Es wird gebounct, gehüpft, getanzt. Dass Seeed nachher noch spielen, ist für das Publikum hier scheinbar eher nebensächlich. Hauptsache feiern, egal wie. Ich laufe nach meinem Fotoeinsatz dann doch lieber schon mal zum Grabeneingang der Mainstage. Da der WDR Seeed heute nicht filmen darf, gab es schon Spekulationen, die Fotografen dürften auch nicht während der Show fotografieren. Falls dem so ist, möchte ich noch meine Klamotten ins Auto bringen, damit ich einfach mal ganz frei an diesem Wochenende bei einer Band abdancen kann. Es wäre bei diesem Festival nahezu eine Premiere 😉 Also wieso nicht bei den Berliner Dancehall Caballeros?

Fotos von DIE ORSONS? Bitte sehr!

19:30 Uhr: Ach Bosse, wir sollten uns häufiger sehen. Das heißt natürlich, ich sollte öfter auf die Konzerte des Wahl-Hamburgers gehen. Sympathisch wie der Kumpel von nebenan erzählt er von seinen Konditionsproblemen, von seinen Schreibreisen und kümmert sich nebenbei auch noch rührend um sein Publikum. So lässt er all das Bandwasser vor der Bühne verteilen und hakt drei Songs später sogar noch mal nach, ob wirklich alles angekommen ist. Denn die Verbindung zum Publikum liegt ihm wirklich am Herzen, da geht man auch schon mal in die Menge und lässt die Fans den Refrain ins Mikro singen. Absolut die schönste Zeit, nicht nur wegen des Songs. Die Menge dankt es Bosse mit springen, klatschen, schwenkenden Armen, absoluter Textsicherheit, und viel Applaus. Es ist einfach schön zu sehen, wenn ein Künstler solche Reaktionen nicht für selbstverständlich halten. Definitiv einer der sympathischsten Auftritte auf dem Serengeti.

Fotos von BOSSE? Aber sicher!

18:45 Uhr: Ich sitze gerade neben der Bühne im Zelt, auf der gerade Disco Ensemble ein ziemlich krachendes Set abliefern. Die Finnen haben auch mit der Hitze zu kämpfen, schon nach dem ersten Song sind alle vier schweißgebadet. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber ich habe schon fast Probleme meine Kamera hochzuhalten. Bitter. Da muss wohl jemand mal wieder die Hanteln ausgraben. Disco Ensemble schlagen sich aber tapfer und feiern wild mit dem Zelt. Dazu eignet sich ihre Interpretation von Indietronic auch einfach zu gut. Schade, dass ich so erschlagen bin.

Fotos von DISCO ENSEMBLE? Büdde! 

Kettcar haben eben ein wunderschönes Set gespielt. Zwar war es die typische Festival Setliste mit 48 Stunden, Balkon Gegenüber, Deiche, Balu, Landungsbrücken raus, Rettung, Money left to burn und so weiter. Wer im Moment auf der Mainstage spielt, hat es echt nicht leicht. Die Sonne steht den Musikern direkt gegenüber. Kettcar Sänger Marcus Wiebusch musste sich sogar aus dem Publikum eine Sonnenbrille ausleihen, weil er nix mehr gesehen hat. Ich hoffe, dass ich die Hamburger dieses Jahr noch einmal irgendwo sehe. Ansonsten war es wohl für mich das letzte Konzert bis auf unbestimmte zeit. Ab Winter macht die Band eine Pause. Schade, ich mag Kettcar als Band sehr gerne.

Doch lieber Fotos von KETTCAR?

17:31 Uhr: Adept aus Schweden brüllen das Zelt gerade noch mal lautstark an. Für die Emo-Screamo Kapelle können sich in der Zelt-Sauna nicht ganz so viele Leute begeistern, aber musikalisch ist das für ihr Genre schon ganz solide. Ein paar Halbstarke vor der Bühne versuchen es mal kurzzeitig mit dem Aufruf zu einer Wall of Death – doch das bringt eben nicht so viel, wenn nur zehn Leute mitmachen wollen. Mir war es im Zelt einfach zu heiß und bevor ich da im Graben plötzlich umkippe und auch noch ewig auf die Sanis warten muss, gehe ich lieber wieder nach draußen und mache irgendwo im Schatten eine Pause. Sofern ich denn welchen finde.

Fotos von ADEPT? Na sicher doch.

16:48 Uhr: Bei der Hitze ist es gar nicht so leicht, noch irgendwas vernünftiges zu schreiben. Ich habe mich auf der Suche nach Schatten sogar neben dem ungeliebten Autoscooter niedergelassen, der hier das Konterprogramm gegen Triggerfinger mit Helene Fischer fährt. Vorhin gab’s im Zelt erst mal 30 Minuten lang eine volle Dröhnung Hiphop von der niederländischen Kombo Dope D.O.D auf die Ohren. Hardcore Rap nannten sie es selbst, war schon nicht verkehrt. Allerdings gab es im Zelt auch die ersten Hitzeopfer zu verzeichnen. Ein Mädel neben mir kippte einfach so um. Bis die Sanis endlich da waren, dauerte es bestimmt 20 Minuten. Schlechte Orga, wenn man bedenkt, dass der Verbandsplatz keine 100 Meter entfernt ist.

Fotos von DOPE D.O.D.? Gibt’s auch ein paar.

Triggerfinger versorgen das Serengeti gerade mit einer ordentlichen Portion Stonerrock. Echt schick, auch wenn ich gerade dank des Autoscooters nicht ganz so viel davon mitbekomme. Hoffentlich steht die Sonne bei Kettcar gleich nicht mehr ganz so fies über dem Graben. So ist das gerade echt eine Herausforderung für den Kreislauf, da vorne zu überleben. Ich kann gerade nur hoffen, dass die Grabensecus da vorne mal die Anweisung bekommen, Wasser zu verteilen. Wo ist der Feuerwehrschlauch wenn man ihn mal braucht?

Fotos von TRIGGERFINGER? Jawoll ja!

15:50 Uhr: Warum gibt es auf diesem Festival eigentlich nirgendwo Eis? Der Eismann würde hier bei der Sonneneinstrahlung ein Vermögen verdienen.
15:08 Uhr: Meine Güte, warum kannte ich Hoffmaestro eigentlich noch nicht vor diesem Festival? Mit fast 10 Leuten macht die Band aus Schweden krass Stimmung und lässt sich musikalisch kein bisschen in eine Schublade stecken. Da sind tatsächlich Ska, Reggae und Dancehall-Klänge am Start, nur um kurz darauf in ein Medley aus Country- und Folkpunk zu verfallen. Dazu noch etwas Elektro und Techno. Say what?! Man weiß einfach nie, was einen in der nächsten Sekunde erwartet. Großartig! Und entertainen können die Jungs auch noch. Das Publikum frisst der Band quasi aus der Hand.
14:59 Uhr: Wir stehen im Graben und warten auf den Showstart von Hoffmaestro. Dabei fällt mal wieder eklatant auf, wie wenig Konzert- und Festivalerfahrung die Grabensecurity vor der Mainstage hat. Dieses Mal verrät sich der Ordner neben mir durch ein winziges Detail. Er hat seine Einweg-Ohrstöpsel verkehrt herum im Ohr und wundert sich, dass die so nicht helfen. 

14:30 Uhr: Mir österreichischer Volksmusik starten Gasmac Gilmore dann im Zelt in ihr Set. Seit dem Reload Festival gehört die Wiener Band definitiv zu den unterschätztesten Festivalbands, die ich in diesem Jahr entdeckt habe. Weil sie (noch) keiner kennt, ist es im Zelt entsprechend leer, als es losgeht. Aber mit ihrer großartigen Partymusik irgendwo zwischen Balkanbeats, Rock und Metal locken sie schließlich doch eine ansehnliche Menge Menschen ins Zelt. Und trotz Gluthitze wird hier wie Wild getanzt! Naja, bei der Musik ist es auch extrem schwer, die Füße still zu halten. So, ich muss weiter tanzen!

Fotos von GASMAC GILMORE gibt’s hier!

14:00 Uhr: Hilfe, alle meine Knochen tun weh! Es ist eben doch ein bisschen anstrengend, jeden Tag gut 10 Kilo Kamerakram durch die Gegend zu schleppen. Als ich gerade auf den Parkplatz rolle, spielen die Monsters of Liedermaching gerade die letzten Töne von „Schönheitschirurgie“ – ergo habe ich es wieder nicht rechtzeitig zum Frühschoppen zurück aufs Festivalgelände geschafft, aber dafür sind schon alle Fotos vom Samstag online. Ist ja auch was Wert, oder nicht? 😉 Heute ist es tierisch heiß, um die 30 Grad soll es den ganzen Tag lang sein. Entsprechend knapp ist die Klamotten-Devise: so wenig wie möglich und immer einen Touch mehr Sonnencreme als nötig. Die Wasserstelle am Eingang ist schon jetzt extrem stark frequentiert. Ich sage für den frühen Abend große Wasserschlachten voraus. Feuer frei!

Abschließendes Fazit

Das Serengeti Festival ist an sich ein sehr schönes, entspanntes Festival, das offenbar sehr auf Wachstum bedacht ist. Man bekam ein wenig den Eindruck, es möchte das neue Area4 Festival ersetzen, jetzt wo sich Scorpio hier aus dem Gegend mit dem zuletzt nicht mehr allzu viel größerem Festival zurückzogen hat. Natürlich ist das Gemecker nach jedem Festival gefühlt groß: zu wenig Toiletten, zu viel Müll, zu viele Halbstarke, zu unfreundliche Security, zu weite Wege und so weiter. Insgesamt habe ich das Festival als weitestgehend gut organisiert empfunden. Trotzdem habe auch ich drei Kritikpunkte:
Da wäre zum einen mal die Security Firma, von denen viele Mitarbeiter augenscheinlich eher aus dem Türsteher-Milieu kamen und nicht unbedingt besonders festivalerfahren zu sein schienen.  Die meisten Ordner waren zwar meist mehr oder weniger nett und freundlich, aber man hatte oft den Eindruck, dass die linke Hand nicht wusste was die rechte tut. Ein Ordner erlaubt etwas, ein anderer verbietet es im nächsten Moment. Die wenigsten mit denen ich Kontakt hatte, kannten sich auf dem Gelände aus, die wenigsten wussten, wo man mit den Autos lang fahren durfte und wo nicht. Ein besseres Briefing würde hier sicher allen gut tun und auch vielen „normalen“ Besuchern einiges an Stress ersparen.
Sanitäter. Es mag nur ein Einzelfall gewesen sein, aber wie oben beschrieben ist neben mir ein Mädchen in der Zeltsauna umgekippt und es dauerte mindestens 20 Minuten, bis das Einsatzteam der Sanitäter relativ orientierungslos ins Zelt geirrt kamen. Weitere 20 Minuten später kam dann der Rettungswagen um das Mädchen einzusammeln. Bei einem Festival der Größe und der Wetterlage sollte man sich eventuell überlegen, an jeder Bühne ein Dreierteam Team für den Notfalleinsatz sitzen zu haben. Es könnte ja auch mal ein Crowdsurfer nicht gefangen werden (Hallo nicht festivalerfahrene Security, fast wäre das passiert…). Der muss dann nur blöd aufkommen und dann sind zwanzig Minuten unter Umständen 15 Minuten zu viel.
Dann wäre da noch das Wasser. Ja, bei locker 40 Grad in der Sonne verteilt man vor der Bühne normalerweise Wasser. Das schien den Ordnern im Graben hier neu zu sein. Erst als Bosse flaschenweise Wasser für die ersten Reihen anforderte, schien den Jungs ein Licht aufzugehen. Andererseits kann es natürlich auch sein, dass sie gerne Wasser verteilt hätten, aber bis zu dem Zeitpunkt einfach keines zur Verfügung hatten. Nichtsdestotrotz, es wurde schon zwei Wochen vorher bekannt gegeben, dass es warm werden würde. Da sollte man sich eventuell überlegen, eine zweite Wasserstelle auf dem Gelände einzurichten, oder zumindest vor der Bühne ganz popelige Wassereimer und ein paar Becher bereitzuhalten. Funktioniert anderswo auch. Bei anderen Festivals kommt dann auch irgendwann der Feuerwehrschlauch um die Menge abzukühlen. Vielleicht lässt der sich ja im nächsten Jahr auch beim Serengeti Festival irgendwo auftreiben.
Ansonsten: Feines Line Up, gute Stimmung, gute Leute. Da komme ich auch gerne wieder.

Serengeti Festival 2013 – Ticker vom Samstag

Der Freitag des diesjährigen Serengeti Festivals war schon großartig, jetzt geht es mit dem Samstag
weiter. Unter anderem stehen heute für mich Funeral for a Friend, Mega! Mega!, Itchy Poopzkid, Großstadtgeflüster, Danko Jones und die Broilers auf dem Programm. Da das gestern mit dem Tickern nicht so geklappt hat, wie ich mir das vorgestellt hatte, wird das meiste von heute wahrscheinlich auch wieder in der Nacht online gehen. Das ist eben der Nachteil, wenn es auf einem Festival keinen Pressebereich mit Internet gibt und auch sonst das mobile Datennetz auch eher ein Schweizer Käse ist.

Trotzdem, los geht’s! Der neueste Post steht wie immer oben.

23:30 Uhr: Der ganze Platz tanzt. Auf der Bühne spielen sich gerade die Broilers durch ihr Programm. Punkrock mit Pathos, Punkrock zum Mitsingen. Das funktioniert. Im Vergleich zum Rest kommen die Broilers sehr schön ohne großes Parolen Schleudern aus. Sehr schön, da lasse ich mich gerne zum Mittanzen animieren, sofern meine müden Beine das noch können. Insgesamt war das ein schöner, zweiter Festivaltag. Ich freue mich schon auf morgen!

Fotos der BROILERS gibt’s hier!

22:03 Uhr: Es ist fast dunkel, die Sommerparty der Irie Revoltes ist rum, aber im Zelt geht es schon wieder weiter. Großstadtgeflüster stehen auf der Bühne und mischen den Laden mit Elektro, Punk und NDW richtig auf. Sängerin Jen gibt sich als kackfrecher, extravaganter Paradiesvogel, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ein bisschen erinnert mich diese Attitüde an Jennifer Rostock. Auch der Sound ist teilweise ähnlich, nur eben weniger gitarrenlastig. Und bei „Nein, muss ich nicht!“ könnte man auch wunderbar „8000 Mark“ gröhlen. Audiolith lässt grüßen. Zum Fotografieren ist das Licht beschissen, zum Feiern optimal. Das Zelt verwandelt sich binnen Minuten in einen kochenden Club. Statt einer Wall of Death gibt es eine Wall of Love, riesige, mit Konfetti gefüllte Luftballons schweben über den Köpfen. Man könnte fast meinen, es sei schon Zeit für die Aftershow.

Fotos von GROSSSTADTGEFLÜSTER gibt’s hier!

21:17 Uhr: Mit den Irie Revoltes, der Haus und Hof Band von Viva con Agua, kommt noch mal so richtig sommerliche Partystimmung auf das Serengeti. Ein bisschen hiphop, ein bisschen Ska und dazu deutsch-französische Texte. Die Botschaften der iries für eine bessere Welt kommen gut an. Gegen Homophonie, Sexismus, Rassismus und so ziemlich jeden anderen „Ismus“, den es gibt. Aber jemand muss es ja mal sagen. Und wenn es dann auch noch in derart ansprechende Musik verpackt ist, hört man gerne zu. Der Frontmann von Skindred lässt es sich dazu auch nicht nehmen, die Iries beim Song gegen Diktaturen mit ein paar freshen Raps zu unterstützen. die Masse singt lauthals mit, wenn es etwas zum mitsingen gibt, wirft die Hände und die Klamotten in die Luft, so sollen sein. Über der Bühne geht derweil der fast volle Mond auf. Wie kitschig romantisch und dennoch wunderschön. Merci, Merci, Mes Amis.

Fotos von IRIE RÉVOLTÉS gibt’s hier!

20:49 Uhr: Die schlimmste Ecke, in der man während des Serengetis sitzen kann, ist eindeutig der Bereich zwischen Marlboro Lounge, Autoscooter und Zeltbühne. Die Kackophonie aus Kirmes-Techno, der bespielten Zeltbühne und Soundcheck der Mainstage ist einfach grausam. Vielleicht sitzen hier deshalb so wenig Leute in der als Biergarten eingerichteten „Chill“-Area. Wo ich gerade schreibend sitze, könnt Ihr Euch sicher denken…

Hier gibt’s wohl Autogramme von Itchy Poopzkid.

20:20 Uhr: quer über das Eingangsgelände steht eine riesige Menschenschlange. entweder haben Itchy Poopzkid heute Nachmittag mächtig Eindruck schinden können, oder es sind einfach so jede Menge Fans der Jungs hier. Ich gönne mir mal eine Pause und lasse Wirtz im Zelt Wirtz sein. Die Musik ist objektiv betrachtet zwar echt nicht schlecht, hat mich persönlich aber irgendwie noch nie so richtig mitgerissen, auch wenn ich es jetzt schon mehrfach versucht habe. Zu einem Festival gehört auch einfach mal nur so in der Sonne zu liegen. Und bevor diese gleich ganz untergeht und es wieder saukalt wird, mache ich genau das.

19:48 Uhr: Danko Jones diskutiert tatsächlich mit der Menge, ob er strippen soll! Angefangen hat alles mit einem spaßig gemeinten „Ausziehen!“ -Chor, und der charismatische Rocker ist direkt darauf eingestiegen. Nachdem ihm ein Stagehand übersetzt hat, was das Serengeti denn da von ihm will. Immerhin: das Schweißband nimmt er ab. In der tief stehenden Abendsonne liefert Danko eine straighte Rockshow, professionell und trotzdem extrem sympathisch. Was für eine Rocksau! Da skandiert die Menge gerne immer wieder den Namen des Kanadiers.

Fotos von DANKO JONES gibt’s hier!

18:57 Uhr: Mega! Mega! sind mega! Das habe ich schon nach dem Music Calling Festival in Osnabrück gesagt. Leider wissen das außer mir noch nicht ganz so viele Leute, daher ist es im Zelt noch verdammt leer, als die Jungs aus Süddeutschland losballern. Aber als Newcomer muss man sich eben erst mal seine Sporen verdienen. Das klappt dann auch ganz gut – mit dem ersten Ton trauen sich dann auch ein paar Leute ins Zelt, und nach den ersten fünf Songs ist es zwar immer noch nicht proppenvoll, aber auch alles andere als leer. Und es wird getanzt, nicht nur in den ersten Reihen. Stillhalten ist bei der Mucke auch eher schwierig. Mal sehen, ob sich nachher noch ein paar Menschen bei der Autogrammstunde einfinden.

Fotos von MEGA! MEGA! gibt’s hier!

18:07 Uhr: Juhu, Partystimmung bei Itchy Poopzkid! Die Herren sind gut gelaunt und die Menschen lassen sich gerne zum Feiern animieren. Die Jungs sind auf der Bühne nicht mehr ganz so verrückt wie vor ein paar Jahren noch – man hatte schließlich auch schon jetzt den ersten Hexenschuss mit Anfang 30, wie der Sänger verrät, aber trotzdem wissen sie, wie man Stimmung macht. Gitarrist Sebastian surft auf einem Gitarrenkoffer über die Köpfe der Zuschauer und man covert „it’s tricky“ von den Beasty Boys. Mit Unterstützung von Radio Havanna – vielleicht ist der Gitarrist also doch ein guter? Grotesk: nebenher spielt der Autoscooter Justin Bieber und die Backstreet Boys. Äh, Abwechslung?

Fotos von ITCHY POOPZKID gibt’s hier!

17:30 Uhr: Auf dem Gelände genießen die Sonnenanbeter die warmen Strahlen. Entsprechend leer ist es bei Radio Havanna im Zelt. Die Band hat zu Beginn ihres Sets mit massiven Tonproblemen zu kämpfen. Es knackt und kracht und ist einfach nicht schön. So richtig schön finde ich die Mucke von Radio Havanna aber auch so nicht. Eingängiger Mitgröhl-Prollpunk, den ich einfach nicht so richtig ernst nehmen kann. Es wirkt alles so nach „wir haben jetzt abi, wissen nicht was wir machen sollen… dann gründen wir mal eine Punkband, den Parolen schleudern können wir ja.“ Vielleicht tue ich ihnen unrecht, aber so kommt es bei mir an. Vor der Bühne übt ein Haufen augenscheinlich 17-Jähriger wie man mosht. Sehr bezeichnend, auch für Radio Havanna ist da schon irgendwie, dass die Hälfte selbstgestaltete Fußballtrikots in (pardon Anja) Dortmund-Farben mit der Aufschrift „Thekenproleten“ trägt.

Zeit, erst mal das kulinarische Angebot zu testen und es sich neben dem Stand von Viva con Agua in die Sonne zu hocken.

Fotos von RADIO HAVANNA gibt’s hier!

16:35 Uhr: Ich hechte gerade noch so in den Graben, kurz bevor Funeral for a Friend mit ihrem dritten Song starten. Eine der Secu Mädels am Einlass war mal wieder übereifrig, hat meinen fast leeren Rucksack (Inhalt: Das iPad, mit dem ich hier gerade auf der Wiese sitze) inklusive jeder noch so kleinen Innentasche gefilzt und wollte sogar unter meine Mütze gucken. Ja, weil ich hier mehr oder weniger arbeite, habe ich vor, hier jetzt irgendwelche Flaschen oder brennbaren Flüssigkeiten mit rein zu schleppen. Ja, sie macht nur ihren Job, aber wenn ich sieben mal am Tag mit meinem Lara Croft-Gurt an dir vorbei laufe, und nie was dabei habe, musst du mich dann jedes mal auseinander nehmen?!

Egal, ich knipse noch schnell einen Song von Funeral for a Friend. Der Auftritt ist irgendwie durchwachsen, vielleicht auch, weil vor der Bühne nicht mal mehr die Hälfte der Leute steht, die vorher bei Skindred da waren. Die Herren geben alles und versorgen die Zuhörer trotzdem mit einer ordentlichen Portion Emo-Hardcore. Mir persönlich gefallen die älteren, melodiöseren Sachen am besten und ich fühle mich nach Los Angeles zurück versetzt, wo ich einen Sommer lang ein Album der Band rauf und runter gehört habe. Ich hätte den Engländern definitiv mehr Publikum gegönnt. Aber vielleicht ist das ganze für den Nachmittag auf der Mainstage auch einfach eine kleine Nummer zu hart? Man weiß es nicht.

Fotos von FUNERAL FOR A FRIEND gibt’s hier!

16:00 Uhr: Schnell ins Zelt zu Valient Thorr. Die fangen überpünktlich an und dass, obwohl noch kaum einer im Zelt ist. Die Jungs haben Bock und donnern mit viel Headbanging ihren Stonerrock-Reigen in die Zelthöhle. Dabei haben sie so viel Energie mit im Gepäck, als ob sie nicht das Serengeti sondern gleich ein ganzes Stadion bespaßen müssten. Respekt! Jetzt haben Skindred auch ihren letzten Song gespielt und die sechs Rocker, die gerne mal Richtung Thin Lizzy und Iron Maiden schielen, bekommen die verdiente Aufmerksamkeit. Bei der Lautstärke ist das aber auch so kein Wunder. Ignorieren geht eh nicht 😉 Meine Gesicht juckt schon wieder von den Vibrationen der Boxen und ich gehe dann lieber mal eine Ecke früher wieder nach draußen. Mein Pulli muss vor Funeral for a Friend dringend wieder ins Auto.

Fotos von VALIENT THORR gibt’s hier!

15:24 Uhr: Unter dem üblichen Starwars Intro haben Skindred gerade die Mainstage geentert. Mit ihrer Mischung aus nu-Metal und Reggae Beats treibt Frontmann Bengie das Serengeti zur ersten Ekstase des Tages. Arme, bouncen, Crowdsurfer. Beautiful! Dafür hat er recht ungewöhnliche Methoden: um die Menge anzustacheln, beschimpft er die Meute, damit dennoch besser mitmachen. You fucking wankers! Und es funktioniert. Passend zur mitreißenden Musik kommt dann auch noch die Sonne raus, gerade als Skindred Macklemore mit Fucking awesome sampelt. Wo zum Henker habe ich meine Sonnenbrille gelassen?

Fotos von SKINDRED gibt’s hier!

15:09 Uhr: The Creepshow covern gerade „Hello Joe“ von den Beatsteaks, als ich auf das Festivalgelände schlendere. Und huch, da singt ja tatsächlich eine Frau! Das muss ich mir dann doch noch mal kurz anhören gehen. Die winzige Sängerin hat eine gewaltige, leicht raue Stimme und die Jungs ihrer Rockabilly Punk Truppe fest im Griff. Sie selbst stürmt über die Bühne wie tausend hyperaktive Eichhörnchen und klettert zu guter Letzt auch noch auf die Lichttraverse. Von da oben singt es sich schließlich auch ganz gut.

14:45 Uhr: Angekommen! Hallo Serengeti, ich bin gespannt, was du uns heute zu bieten hast. Gerade startet The Creepshow auf der Tentstage. In den Graben werde ich es nicht mehr rechtzeitig schaffen, da ich gerade noch im Auto sitze. Kalt ist es heute in der Senne. Der Himmel ist bedeckt, man kann die Sonne hinter all den Wolken nur erahnen. Also doch Socken und den Pulli an, dann kann auch bei „nur“ 20 Grad nichts passieren.

12:30 Uhr: Es war schön, mal ausnahmsweise während eines Festivals in meinem eigenen Bett zu schlafen, allerdings habe ich jetzt wieder gut 90 Minuten Fahrt vor mir – für 70 Kilometer. Jetzt verzögert sich auch noch die Abfahrt ein wenig, weil meine Kameraakkus nicht so geladen werden wollten, wie ich das gerne gehabt hätte. Also verzichte ich heute auf das Frühschoppen mit den Monsters of Liedermaching und warte, dass die Lämpchen grün werden. Das ist auch gar nicht so furchtbar schlimm, da die Monsters morgen Mittag um 13 Uhr gleich noch zu einem zweiten Frühschoppen laden… und ich die Jungs ja gerade erst vorletzte Woche beim Reload Festival gesehen habe. Gäbe es vor Ort ein paar Steckdosen, wäre das alles kein Problem. Aber ich will ja nicht nörgeln. Der Rest des Festivals ist bisher klasse.

Serengeti Festival 2013 – Ticker vom Freitag

LEISE/laut ist in diesem Jahr zum ersten Mal beim Serengeti Festival in Schloß Holte-Stukenbrock dabei. Ich versuche Euch an dieser Stelle mit einem kleinen Liveticker zu versorgen, sofern das Internet vor Ort das zulässt. Ich freue mich, wenn Ihr fleißig mitlest, kommentiert und mich sonst wie wissen lasst, was Ihr gerne lesen möchtet.

Los geht’s! 
(Der neueste Post steht immer oben, nur zur Info)

23.40 Uhr: Mit Balkan Beatbox verabschiede ich mich für heute auch vom Serengeti Festival. Eine Premiere – ich pendele zum ersten Mal bei einem Dreitage-Festival. Warum? Alleine campen macht halt einfach keinen Spaß. Also ab nach Hause, morgen bin ich wieder da!

23.10 Uhr: Eigentlich sollte die Balkan Beatbox schon seit 10 Minuten spielen, aber da man die letzte reguläre Band des Tages im Zelt ist, lässt man sich offensichtlich noch etwas mit dem Soundcheck Zeit. Dann geht es aber endlich rund hier. Partyalarm total. Das Bier spritzt von allen Seiten und die Band hat einen Heidenspaß dabei, die Menge zu wilden Klatsch- und Tanzorgien zu animieren. Mit Balkan Beats feiert es sich doch eben am leichtesten.

Fotos von BALKAN BEATBOX? Bitte hier.

22:34 Uhr: Ich bin verliebt! Und zwar in Skunk Anansie. Gerade singt Skin „Just because you Feel Good“ und das ganze Serengeti singt mit. Gänsehaut! In einem hautengen Glitzeranzug tobt Frontfrau Skin über die Bühnenbretter und ich wurde am liebsten hinterher. Rock’n’Roll! Was da für eine Stimme aus der kleinen Frau heraus kommt, ist einfach unglaublich. Aggressiv melancholisch, wunderschön. Dazu eine Lichtshow, die sich gewaschen hat. Wegen mir dürfte die Band gerne noch eine Stunde länger spielen. Der Platz hätte mit Sicherheit auch nichts dagegen. Von der puren Energie da kann man einfach nicht genug bekommen.
21:15 Uhr: schade, dass die Bands im Zelt immer nur 30 Minuten spielen. Strike Anywhere feiere ich selbst beim Fotografieren im Graben völlig ab und von den unendlich langen Dreads des Frontmanns fasziniert. Durch die Punkrock Songs mit den Ohrwurm-Melodien fühle ich mich in meine Abizeit versetzt und frage mich, ob ich die Jungs nicht irgendwo schon mal live gesehen habe. Ich kann mich aber nicht erinnern. Leider muss ich die Jungs vorzeitig verlassen, um noch mal fix am Auto einen Pulli zu angeln. Ohne Sonne wird es hier kalt und ich will bei Skunk Anansie nicht frieren. Aber Strike Anywhere werde ich irgendwann sicher noch mal besuchen.

Ein paar Fotos von STRIKE ANYWHERE gibt’s hier.

20:50 Uhr: Wie geil sind denn bitte Suicidal Tendencies?! Noch selten habe ich eine so energiegeladene Band gesehen, die dabei trotz ihrer Rohheit so unglaublich authentisch und sympathisch rüberkommt. Vor der Bühne tobt ein Moshpit so als ob es für die größte Staubwolke des Festivals einen Preis gäbe. Nur allzu gern lassen sie sich von den Suicidals zu einem massiven Circle Pit animieren. Gleichzeitig fegen die Kalifornier über die Bühne wie die jungen Derwische. Und dann springen auch noch ein paar Fans hoch zur Band und tanzen gemeinsam mit den Mannen. Skate for life! 

Meine Lieblingsgestalten während dieses Sets ist aber ein als Elfe verkleideter Typ, der Seifenblasen pustet, und ein weißhaariger Lokalredakteur Mitte 70, der es sich in der vorderen Welle rechts neben der Bühne in einem Campingstuhl bequem gemacht hat. Kudos für so viel Selbstverständnis.

Fotos von SUICIDAL TENDENCIES? Bitte hier lang!

20:07 Uhr: Vorbei ist es mit gechillter Abendstimmung im Zelt: die Trancecore Formation Eskimo Callboy aus dem Ruhrpott mischt die Meute mal so richtig heftig auf. Im Fotograben fängt einem von all dem Bassgewitter an das Gesicht zu jucken und die ersten Crowdsurfer fühlen sich berufen, die wallenden Wogen vor der Bühne zu testen. Die Secus im Graben sind ein wenig überfordert und fischen den ersten postpubertierenden Surfer nur so gerade noch im letzten Moment am Gürtel aus der Menge. Ich vermisse die OKS Security. Da wäre sowas nicht passiert. Eskimo Callboy passen zu ihrem Publikum – sie sind jung, laut und prollig. Ich habe entschieden, dass die einfach nicht mein fall sind, sollen doch die kleinen Mädels dahin rennen. Ich warte jetzt auf Suicidal.

Fotos von ESKIMO CALLBOY? Hier entlang!

19:31 Uhr: Das Heilige Karamellbonbon (meine freie Übersetzung von Karamelo Santo) mischt das Serengeti mit einer krachenden Runde Ska-Mucke ordentlich auf. Es staubt vor der Bühne wie in der wahren Serengeti – kein Wunder, so wie die Masse tanzt. Die südamerikanischen Rhythmen passen perfekt zur gemütlichen Abendstimmung, so chillig sollte jedes Festival starten. Na gut, die Screamo Punk Bands vom Nachmittag habe ich zugegebener weise ja im Auto verpasst. Derweil stehen die Black Seeds nahezu unerkannt am merch und geben Autogramme. oder sollen es zumindest, aber keinen interessiert das so richtig. Das tut mir irgendwie leid, aber ich habe auch nichts dabei, was sie unterschreiben könnten.

Für Fotos von Karamelo Santo bitte HIER entlang!

19.10 Uhr: Es geht ins Zelt zu WATSKY aus den USA. Nach der geballten Ladung Metal vom Reload Festival muss ich mich erst wieder daran gewöhnen, dass es a auch noch andere Musikrichtungen gibt. Wie schön! Watsky bringen das Zelt mit mitreißendem Hiphop zum feiern. Arme bouncen, Konfetti fliegt und die Band baut live ganz ausgezeichnete Beats. Durch die Unterstützung von einer Sängerin kommt noch mal extra Pfeffer hinzu. Spaß macht’s! Jetzt aber schnell zum Auto und den Lara Drift Gurt geholt. Bei Karamelo Santo will ich schließlich doch im Graben stehen.

Für Fotos bitte HIER entlang!

18.14 Uhr: während ich so vor mich hingroove, läuft plötzlich eine Frau an mir vorbei, die mir merkwürdig bekannt vorkommt. Wenige Sekunden später entdecke ich ihren Artist Pass. Es ist tatsächlich Skin von Skunk Anansie, die sich da in die Menge gemogelt hat und sich ganz relaxt neben mir zum Beat der Kiwis bewegt.
18.00 Uhr: Nach einer Irrfahrt rund um dem Safaripark bin ich auch endlich auf dem Gelände angekommen. Die Sonne brennt, die Stimmung ist entspannt und ausgelassenen. Auf der Bühne jammen gerade passend dazu die Black Seeds aus Neuseeland auf der Main Stage. Den Fotograben spare ich mir gerade noch eine Runde. Erst mal richtig ankommen und die Atmosphäre aufsaugen. Das Gelände liegt idyllisch in einem Kiefernwald und ist nicht unbedingt viel kleiner als es früher das Area4 Festival war. 1Live hat eine 6-Master-Zeltbühne mitgebracht, Marlboro eine Lounge und die Veranstalter einen Autoscooter. So lässt sich das aushalten, auch wenn es hier keinen Pressebereich gibt.

15.30 Uhr: Na das fängt ja gut an. Ich stehe in Borgholzhausen im Landstraßenstau. Es kann sich nur noch um Stunden handeln.
14:53 Uhr: Es geht los! Ich war heute morgen extra schon um 7 Uhr auf der Arbeit, damit ich früher Feierabend machen konnte. Jetzt noch schnell nach Hause und den vergessenen iPad Connector für die Kamera und die Zahnbürste einpacken und dann ab auf die Landstraße. Ich freue mich schon auf Skunk Anansie heute Abend 🙂

Serengeti Festival holt vom 19.-21. Juli 50 Topacts nach Ostwestfalen/Lippe

Seeed, Broilers, Skunk Anansie – dies sind nur die Headliner des Serengeti Festivals, das vom 19. bis 21. Juli wieder im beschaulichen Schloss Holte-Stukenbrock stattfindet. Bereits zum achten Mal holt das Festival eine bunte Mischung aus Rock, Metal, Hardcore, Indie und Pop in die Region Ostwestfalen/Lippe. Und das für verhältnismäßig schmales Geld: Ein Kombiticket für alle drei Tage kostet im Vorverkauf gerade mal um die 80 Euro. Inklusive Camping.

In den vergangenen Jahren ist das Festival beständig gewachsen und hat sich inzwischen im westdeutschen Raum als charmantes, mittleres Festival etabliert, das unter anderem vom Radiosender 1Live präsentiert wird. 2012 feierten insgesamt fast 29.000 Musikfan über drei Tage verteilt auf dem Gelände neben dem Safaripark in Schloss Holte-Stukenbrock. Den können die Festivalbesucher auch in diesem Jahr wieder traditionell vergünstigt besuchen.

Während andere Festivals längst die 150 Euro-Marken überschritten haben, gibt es beim Serengeti Festival noch drei Tage Musik mit einem hochkarätigen Line-Up zum fairen Preis. Neben den bereits erwähnten Headlinern sind unter anderem Bosse, Danko Jones, Suicidal Tendencies, Kettcar, Triggerfinger, Itchy Poopzkid und Funeral for a Friend auf zwei Bühnen am Start, um nur mal einige der vielen bekannten Namen zu nennen.

Insgesamt werden an den drei Tagen 50 Bands auf zwei Bühnen die Region OWL ordentlich zum Beben bringen. Auf alle, die bereits am Donnerstag feierwütig sind, wartet auch noch eine Warm-Up Party mit The Mahones, MC FITTI, Die Kassierer und Fra Diavolo, auch bekannt als Teute und Totze von den Beatsteaks.

Genaue Ticketinfos findet Ihr hier.

Und hier noch einmal alle Bands im Überblick:

Seeed, Broilers, Skunk Anansie, Bosse, Danko Jones, Suicidal Tendencies, Skindred, Kettcar, Irie Révoltés, Triggerfinger, Disco Ensemble, Die Orsons, Itchy Poopzkid, Dope D.O.D., Action Bronson, The Black Seeds, Wirtz, Funeral for a friend, Balkan Beat Box, Adept, Hoffmaestro, Montreal, Großstadtgeflüster, Karamelo Santo, Eskimo Callboy, Monsters of Liedermaching, Strike Anywhere, Solillaquists of Sound, Gasmac Gilmore, Mega!Mega!, Templeton Pek, Dirk Siedhoff & Friends, Valient Thorr, Watsky, The Creepshow, His Statue Falls, Radio Havanna, Scherf & Band, The Esprits

All Night Long: Fritz Kalkbrenner, Chase&Status, Supershirt, Fuck Art! Let’s Dance!, Nick Rave aka. Torsun

www.serengeti-festival.de

Foto: Vibra Agency

Serengeti Festival 28.06.2008 – Revolverheld


Eigentlich sollte heute mein neues Experiment starten: Zwei Festivals an einem Tag. Jedoch machte mir das Wetter in Münster beim Vainstream einen dicken Strich durch die Rechnung und so verkaufte ich dort vor Ort noch schnell mein Ticket und begab mich lieber schon am Nachmittag nach Ostwestfalen, wo im kleinen Städtchen Schloss Holte Stukenbrock heute einmal nicht nur der Safaripark die größte Attraktion sein sollte.

Das Serengeti. Ein schönes, sehr überschaubares Festival auf dem Gelände eines Schulzentrums fand ich dort vor. Eigentlich ist das Serengeti ein einschlägiges Heavy-Metal Festival, so dass Revolverheld und MIA. eigentlich mal so gar nicht ins Line Up passen wollten. Aber jedes Festival braucht ja seine Publikumsmagneten und ich muss ganz ehrlich sagen, ohne diese hätte ich meinen Weg auch nicht unbedingt in die Provinz gefunden.

Nun gut. Eigentlich ist es ja wirklich egal wo das Festival ist, Hauptsache es wird gerockt. Und das wurde es. Natürlich legten die Geheimtipps im Line-Up grandiose Sets hin und wärmten das Publikum ordentlich für die Headliner Revolverheld und MIA. auf. Während bei den Bands des Tages eher schwere, schwarzgekleidete Menschen mit langer Haarpracht den Platz vor der Bühne bevölkerten, hätte das Publikum bei Revolverheld nicht unterschiedlicher sein können. Vom 8-jährigen Metalsohn, über vereinzelt weitgereiste Hardcore-Revolverheldfans, bis hin zu den 17-jährigen Dorfpunks und den Eltern der Halbstarken war an diesem Abend wirklich alles dabei. Die Stimmung war gut, es war laut, es hat gekracht und gerockt. Man sollte es nicht glauben, aber selbst bei den Hamburger Jungs wurde exessiv dem Crowdsurfen gefröhnt, so dass die Securities vorne alle Hände voll zu tun hatten. Yeah! Revolverheld rockten für ca 70 Minuten den Platz und allgemein war es einfach nur eine fette, laute Party.

Ob die Party später bei MIA. weiter ging, ist mir leider nicht bekannt. Aufgrund allgemeiner Erschöpfungserscheinungen (es lagen ja bereits das Hurricane, die Kieler Woche, ne fette Grippe, Münster und allgemein die Fahrt von Kiel hinter mir) fiel mir die Entscheidung doch schon lieber die Heimfahrt anzutreten, so gar nicht schwer. So ging es wohl auch einigen anderen Festivalbesuchern, denn man hörte immer wieder: „Oh man, die sind sooo schlecht! So nen Scheiß muss ich mir nicht geben!“ – Nun denn: ein Beweis mehr, dass der Clash zwischen Heavy Metal und deutschem Indie Elektro Pop vielleicht doch zu groß ist – egal wie bekannt die Band auch sein mag.

Erkenntnisse des Tages:
::Adapterkassetten halten bei Dauerbetrieb höchstens zwei Jahre::Querschnittsgelähmte können manchmal doch laufen::Schals durchschneiden ist sinnlos – Egal wer ihn vorher angefasst hat::MIA. ist kein Rock. MIA. ist kein Metal. MIA. ist… ach keine Ahnung was sich die Veranstalter dabei gedacht haben.::Sicherheitshinweis: Mikroständer sind KEINE Krücken:: Punkt.

FOTOS gibt es hier.

Serengeti+Vainstream Update

Natürlich kann ich es mal wieder nicht abwarten bis die Veranstalter die offiziellen Spielpläne veröffentlichen. Daher habe ich den Nachmittag damit verbracht, die Schedules der bestätigten Bands zu checken und einen vorläufigen Plan zu basteln, an dem ich mich orientieren kann.

So wie es gerade aussieht, gerät mein bisheriger Plan für mein Wahnsinnswochenende leicht ins Wanken. Anstelle von Revolverheld sind MIA. am Samstag Abend Headliner – die Herren mit dem offiziellen EM Song werden wohl „nur“ Co-Head sein.

Das bringt meine Planung leicht durcheinander – jetzt kann ich gerade nur hoffen, dass einige Bands beim Vainstream früher spielen als angenommen, damit ich nicht erstens nicht all zu viel grandiose Kapellen verpasse und obendrein erst beim Intro in Holte auf den Parkplatz rolle.

Ich werde das alles im Auge behalten. Im schlimmsten Fall muss das Serengeti eben dran glauben und mein erster Besuch bei den Helden 2008 muss noch etwas auf sich warten lassen.

Das Line-Up beim Vainstream ist eben doch wesentlich ansprechender. Da täte es um einiges mehr weh dort einige Bands zu verpassen.