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„Aelita“: Neues Mando Diao-Album im Frühjahr 2014

Mando Diao melden sich zurück! Wie soeben vermeldet wurde, veröffentlichen die Schweden im Frühjahr 2014 ihr neues Album „Aelita“. Wie es Plattenfirmen so gerne behaupten, sollen Mando Diao sich vom Sound her auf ihrer neuen Scheibe ganz neu erfunden und „die Popmusik neu definiert“ haben. Erste Eindrücke gibt es bereits in einem kleinen Video Teaser.


Tatsächlich klingen diese Sequenzen nicht unbedingt nach dem, was man aus den vergangenen Jahren von Mando Diao gewöhnt war. Laut eines Zitats von Gustaf Norén auf der Band-Website sei die Band häufig gefragt worden, ob es mit dem neuen Album wieder zurück zum „alten Mando Diao Sound“ gehen solle. Dabei habe man aber festgestellt, dass es den einen Mando Diao Sound gar nicht gibt. Man habe sich persönlich weiterentwickelt und den Sound ebenso. Kein Album ähnele dem anderen. Man sei immer auf der Suche nach einer neuen Dimension, die man mit „Aelita“ sicher wieder finden würde.

– Na, da dürfen wir also gespannt sein, ob sich hinter diesen großen Worten dann im Frühjahr auch wirklich eine Platte mit Hand und Fuß auftun wird. Um sich einen richtigen Eindruck verschaffen zu können, müssen wir aber uns wohl oder übel noch etwas gedulden. „Aelita“ soll Ende April 2014 das Licht der Welt erblicken.

Zuletzt hatten Mando Diao 2011 ihr Album Infruset veröffentlicht. Anlässlich des 100. Todestages des schwedischen Dichters Gustaf Fröding erschien die Platte damals ausschließlich in schwedischer Sprache. In ihrem Heimatland brachen Mando Diao damit alle Rekorde und hielt sich ein ganzes Jahr lang an der Spitze der Charts.

Alle Infos zum neuen Album gibt’s für Euch hier.

Foto: Diktator AB/Universal Music

CD Review: The Soundtrack Of Our Lives – Throw it to the Universe

The Soundtrack Of Our Lives (TSOOL) trennen sich zum Ende des Jahres. Eine furchtbare Nachricht. Gott sei Dank gehen sie nicht ganz leise, sondern mit einem lauten Knall. Zum Abschied veröffentlicht die Band rund um Ebbot Lundberg nach 17 Jahren Bandgeschichte noch ein letztes Meisterwerk: Throw it to the Universe.

Dreizehn Tracks ohne Schnickschnack, keine Allüren sondern purer, reiner Rock’n’Roll, so wie ihn wohl unsere Eltern einst gehört haben. Zumindest fühlt es sich ab dem ersten Ton von Throw it to the Universe so an, als ob man sich auf eine Zeitreise durch eine Plattensammlung der ganz Großen begibt. TSOOL machen auch auf ihrer letzten Scheibe das, was sie am besten können: 1960s-Rock mit wunderschönen Melodien und psychodelischen Passagen.

Auch auf diesem Abschiedsgeschenk gelingt es den Schweden wieder, große Klangwände zu bauen, ohne dabei überheblich oder gar größenwahnsinnig zu klingen. Die Töne verzaubern, ziehen einen mit viel Feenstaub direkt in den Song hinein und lassen einen erst wieder los, wenn der letzte Beat aus den Boxen verhallt ist.

Noel Gallagher sagte angeblich vor kurzer Zeit in einem Interview: „Die Auflösung von The Soundtrack of Our Lives wäre für mich musikalisch so ziemlich das Schlimmste, was 2012 passieren könnte.“ Track Nummer 10 scheint ihm da traurig ins Gesicht zu rufen „Nothing lasts forever“. Ein bittersüßer Song, der durch seine Melodie und Energie einen sofort trifft und berührt. Tief drinnen in der Seele, ohne dass man sich dagegen wehren könnte.

Und so geht es einem auch mit den restlichen Songs des Albums. Großartige Melodien paaren sich mit Textzeilen, die den Nagel auf den Kopf treffen. Textzeilen, die motivieren und trotz Melancholie auch immer wieder vorsichtig optimistisch in die Sonne blinzeln, wenn sie sich denn dann mal zwischen all den grauen Wolken blicken lässt. Alles wird gut, mach dir keine Sorgen, das Leben geht weiter.

Es gibt Alben, bei denen man sich nach den ersten drei Tracks wundert, wann denn das Album wohl endlich zu Ende sein mag. Bei Throw it to the Universe ist das nicht der Fall. Man wundert sich eher, dass man schon am Ende angekommen ist. Hat man die CD nicht gerade erst in den Player geschoben? Die Nadel bei der LP auf Anfang gesetzt? Beim mp3-Player auf Start gedrückt? Laut Display sind seitdem wirklich schon 46 Minuten und 28 Sekunden vergangen. Wie im Flug, mit einem einzigen Flügelschlag.

Kann man sich in ein Album verlieben? Oh ja, man kann. Mit Throw it to the Universe möchte man sich an schlechten Tagen zudecken und einfach nur jede Textzeile glauben, die da voller Wärme aus den Lautsprechern schallt. „Shine on, there’s another day after tomorrow“ Schade, dass der Schlussakkord dieses Songs auch leider der letzte auf Throw it to the Universe ist.
 
Fazit:
The world would be a better place if there were more records like Throw it to the Universe

Reinhören kann man übrigens schon auf Spotify 😉

The Soundtrack Of Our Lives – ab 22.06.2012
Throw it to the Universe

Trackliste:
01. Throw It To The Universe
02. You Are the Beginning
03. When We Fall
04. Where’s the Rock?
05. Freeride
06. Waiting For the Lawnmowers
07. Faster Than the Speed of Light
08. Reality Show
09. Busy Land
10. If Nothing Lasts Forever
11. Solar Circus
12. What’s Your Story?
13. Shine On (There’s Another Day After Tomorrow)

Mando Diao: „MTV Unplugged – Above and Beyond“

Nirvana, Pearl Jam, Alanis Morissette, Eric Clapton. Sie alle haben durch ihre teils unvergesslichen Akustik-Auftritte bei „MTV Unplugged“ gezeigt, dass Rock‘n‘Roll auch fast ganz ohne Stecker funktionieren kann. Jetzt dürfen sich auch Mando Diao in die Liste dieser internationalen Superstars einreihen. Anfang September zeichneten die fünf Schweden in den Studios der Union-Film in Berlin-Tempelhof ihr eigenes „MTV Unplugged“ auf, das jetzt auf seine weltweite TV-Premiere am 11. November wartet. Passend dazu steht ab dem 12.11. das Doppelalbum „MTV Unplugged – Above and Beyond“ in den Plattenläden.
„Above and Beyond“ führt musikalisch einmal quer durch beinahe 10 Jahre Mando Diao-Erfolgsstory. Der Silberling überzeugt durch die gute Mischung aus Altbewährtem, raren B-Seiten, bisher unveröffentlichten Songs und gelungenen Cover-Versionen. Dabei dürfen beliebte Live-Kracher wie „Dance with Somebody“, „Down in the Past“ und „Gloria“ zwischen den insgesamt 23 neuinterpretierten Tracks natürlich nicht fehlen.  
Die neuen Arrangements der Songs rücken die sonst gerne so lauten Schweden in ein ganz neues Licht. Mit viel Leidenschaft und voll Energie zeigen Mando Diao bei dieser Gelegenheit, dass sie eben nicht nur eingängig soliden Schwedenrock abliefern können. Was hier geboten wird, ist musikalisch durchaus anspruchsvoll und vielseitig. Besonders die Stimmen der Sänger Gustaf und Björn versprühen plötzlich eine bisher kaum gekannte Wärme mit einer ordentlichen Extraportion Oldschool-Rock‘n‘Roll-Sexappeal, und das nicht nur in den ruhigeren Nummern. Manchmal möchte man fast meinen, sie hätten Nachhilfe bei Elvis Presley oder Bruce Springsteen persönlich genommen. 
In der Tat haben Mando Diao nicht auf hochkarätige Live-Unterstützung verzichtet. Um der Magie früherer MTV Unplugged gerecht zu werden, haben sie kurzerhand die singende Hollywoodikone Juliette Lewis, den legendären The Kinks-Sänger Ray Davies und die amerikanische Newcomerin Lana Del Ray mit ins Boot geholt. Das Resultat ist beachtlich. Die Schwedenrocker liefern so zusammen mit Juliette Lewis mit „High Heels“ ein intensives, rauchig-heißes Duett ab, bei dem man das gespannte Knistern zwischen den Akteuren regelrecht in den Fingerspitzen spüren kann. Bei so viel Funkenflug muss man sich ganz schön unter Kontrolle haben, um sich nach fünf sexy pulsierenden Minuten nicht den Schweiß von der Stirn tupfen zu müssen. 
Insgesamt stehen Mando Diao ihren internationalen Vorreitern bei diesem „MTV Unplugged“ musikalisch in so gut wie nichts nach. Erfreulich abwechslungsreich und überraschend unvorhersehbar ist dieses Live-Album eine schöne Ergänzung der Plattensammlung – nicht nur für eingefleischte Fans. Und für alle, denen das nicht genug ist, steht die DVD mit dem kompletten Auftritt ab dem 3. Dezember in den Regalen. 
4,5/5 Sterne
Elvis-Tribute-Faktor: 5/5
Sex, Drugs, Rock‘n‘Roll: 5/5
Erstes-Date-Tauglichkeit: 3,5/5


Erschienen in: OScommunity.de – Das Magazin, Ausgabe 21 | November 2010