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Fazit: Olympianominierung fürs Hurricane Swimteam – Hurricane Festival 2016

Ganz offiziell: Ich nominiere hiermit das Hurricane Swim Team 2016 für die nächsten Olympischen Festivalspiele. Nachdem das LEISE/laut U-Boot nun aus dem Matsch der Scheeßeler Seenplatte wieder aufgetaucht ist, kann ich jetzt endlich für Euch meine Eindrücke vom 20. Hurricane Festival zusammenfassen. Vorab: Trotz aller Wettereskapaden, Programmausfälle und Schlammlawinen war das Hurricane Festival 2016 auf seine ganz eigene Art eines der für mich schönsten und erinnerungswürdigsten Festivals, auf dem ich in den letzten 15 Jahren war.  Fazit: Olympianominierung fürs Hurricane Swimteam – Hurricane Festival 2016 weiterlesen

Royal Republic im Rosenhof – Bis das Wasser von der Decke tropft

Osnabrück. Royaler Besuch im Rosenhof. Zahllose Pappkronen zieren die Köpfe der dicht gedrängten Masse vor der Bühne. Ganz nach dem Motto des Albums „We are the Royal“, ist am gestrigen Donnerstagabend das gesamte Fan-Kollektiv der schwedischen Rockband Royal Republic etwas ganz Besonderes. Es ist stickig und heiß, so manchem Fan rinnt in freudiger Erwartung bereits vor Konzertbeginn die Suppe von der Stirn.

Als die vier Schweden dann mit leichter Verzögerung die Bühne entern, gibt es im Zuschauerraum kein Halten mehr. Pogen, moshen, hüpfen, springen und mit grölen, bis die Stimmbänder nachgeben. Die Security hat im engen Bühnengraben alle Hände voll zu tun, und gibt ihr Bestes, die ständig anfliegenden Crowdsurfer aufzufangen und sicher auf die Füße zu stellen. Frontmann Adam Grahn und seine Mannen freuen sich sichtlich über so viel Körpereinsatz und geben ebenfalls ab der ersten Sekunde Vollgas. Heißer, energetischer Schwedenrock mit frechen, humorvollen Texten und einer ordentlichen Portion Rockstar-Attitüde erfüllt den Raum und lässt die Temperatur gleich noch einmal um ein paar Grad steigen.

Royal Republic singen von Dates mit „The President‘s Daughter“ und behaupten mit einem Augenzwinkern „I can see your underwear from down here“. Bereits nach wenigen Songs sieht Grahn aus, als ob er samt Instrument und seinem schwarzen Hemd unter die Dusche gesprungen wäre. Die Schweißtropfen fliegen in alle Richtungen, teilweise hat man das Gefühl, dass es gleich von der Decke tropft. Gerade diese feucht-nasse Atmosphäre scheint die Band noch mehr anzuspornen und begeistern die Masse mit einem Highspeed-Akustikset und einem reellen Cover des Motörhead-Klassikers „Ace of Spades“. Dazu gibt es für die Fans erste Ausblicke auf das kommende Album: Royal Republic präsentieren während ihrer Show gleich zwei neue Songs, die den Fans die Münder wässrig machen.

Dazwischen stellt Grahn immer wieder seine in den letzten Monaten, neu gewonnenen Deutschkenntnisse zur Schau. So singt er kurzerhand seine eigene Version von „Mein Hut, der hat drei Ecken“ und erzählt den Osnabrückern mit einem fetten Grinsen im Gesicht, dass Gitarrist Hannes Irengård eine „geile Schwester“ hat. Die Fans feiern die Band für so viel Einsatz, und stimmen bereits nach weniger als der Hälfte des Konzerts erste Lobgesänge auf den Abend an. „Oh, wie ist das schön!“ donnert es aus fast 1000 Kehlen. Stadionatmosphäre im ehemaligen Kinosaal.

Mit ihrer Single „Tommy-Gun“ beschließen Royal Republic den regulären Teil ihrer Show und kratzen noch mal fast alle Reserven zusammen. Die Menge tobt durchgehend und so dauert es auch nicht lange, bis die Royal Republic mit ihrer Frontmann-Rampensau Grahn unter tosendem Jubel für die Zugabe wieder zurück auf die Bühne stürmen. Unter den Klängen von „Full Steam Space Machine“ heißt es ein letztes Mal an diesem Abend volle Kraft voraus, ein letztes Mal so hoch springen, wie es die Sprunggelenke zulassen, bevor es für alle zurück nach draußen in die Kälte geht.

Royal Republic überzeugen an diesem Abend auf voller Länge. Eine Band voll musikalischer Leidenschaft, die, trotz scheinbar live gelebter Rock‘n‘Roll Attitüde, sympathisch und auf dem Boden geblieben ist.

Video-Interview mit Royal Republic: „Richtig guter Sex“

Im letzten Jahr machten sich Royal Republic als Support der Donots einen Namen und heizten den Massen mit Songs ihres Debüt Albums We are the Royal ordentlich ein. Die vier Jungs liefern schwedischen Rock’n’Roll at its best, immer mit einem frechen Augenzwinkern und einer ordentlichen Portion Schalk im Nacken. Bevor sie am 17. November mit ihrer „Full Steam Space Machine“ in der Kleine Freiheit Station machen, standen uns Sänger Adam und Gitarrist Hannes schon mal Rede und Antwort.

Ihr macht selber auch großartige Musik und Ihr habt mit We are the Royal ein tolles Album vorgelegt.  Was braucht Ihr, um einen guten Rocksong zu schreiben?
Adam: Instrumente und Inspiration? Ich habe immer die besten Ideen, wenn ich eben nicht bewusst versuche, einen Song zu schreiben. 
Hannes: Wenn ich einen Song höre, den ich wirklich mag, versuche ich ihn nachzuahmen. Also, wenn Ihr einen unserer Songs hört und denkt, „hey, der Song erinnert mich an den und den Song“, dann ist das wahrscheinlich kein Zufall
Was für Musik hört Ihr zu Hause, wenn Ihr nicht gerade selbst Musik macht?
Adam: Alles Mögliche. Zurzeit höre ich sehr viel softe, ruhige Musik. Tom Petty, John Mayer, Bob Dylan. Viele akustische Sachen, um mich zu beruhigen und zu entspannen, wenn wir nicht auf Tour sind. 
Tolle Auswahl! Wie sieht’s bei dir aus, Hannes?
Hannes: Ich bin eher der Heavy Metal Typ der Band.
 Was war das beste Konzert, bei dem Ihr je wart? 
Hannes: Metallica haben vor ein paar Jahren in Kopenhagen gespielt. Ich hatte die Tickets schon ein Jahr im Voraus gekauft, weil ich so ein großer Fan bin. Ich musste die anderen Jungs zwar regelrecht dahin schleifen, aber sie waren doch recht beeindruckt. Ich war einfach nur im Himmel, ich liebe diese Band!
Ihr seid gerade auf großer Deutschlandtour. Wie würdet Ihr eine typische Royal Republic Show beschreiben?
Adam: Wie richtig guten Sex.
Hannes: An einem guten Abend. An einem schlechten Abend ist es aber nur wie mittelmäßiger Sex. Aber das ist immer noch schön.
Spielt Ihr lieber kleine, intensive Clubshows oder bevorzugt Ihr große Festivals?
Adam: Na Hannes, kommt es bei dir auf die Größe an?
Hannes: Vor dem Start der Festivalsaison habe ich riesig auf die großen Bühnen und das draußen spielen gefreut. Aber jetzt vermisse ich die richtig kleinen Punkrock-Clubs und freue mich richtig auf die kleinen Shows. 
Was macht Ihr 5 Minuten bevor Ihr auf die Bühne geht?
Adam: Wir machen ernsthafte Aufwärmübungen. Wir tanzen im Kreis herum und tun so, als ob wir Frösche, oder andere coole, rückgratlose Tiere wären. 
Ich habe Euch letztes Jahr als Support der Donots gesehen. Dabei warst gerade du, Adam, sehr um dein Aussehen bemüht. Mal ehrlich, wie lange braucht Ihr morgens um Euch fertig zu machen?
Adam: Mit der Frisur, die ich damals hatte, musste ich schon etwa eine Stunde vor den anderen Jungs aufstehen, weil ich nämlich duschen musste, um sie richtig hinzubekommen. Föhnen, Volumenzeugs, nochmal föhnen, Wachs, kämmen, wieder föhnen, Haarspray. Das hat immer eine Menge Zeit und Geld gekostet. 
Wie wichtig sind Euch Äußerlichkeiten allgemein?
Adam: Naja, ein „du siehst aber doof aus“ hört niemand gerne.
Hannes: Das ist eine sehr gute Antwort, die solltest du aufschreiben.
Adam: Mach ich, sobald wir hier fertig sind.