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Interview: Glänzende Zeiten für Frida Gold

Es ist noch nicht mal ein ganzes Jahr her, als in Deutschland kaum jemand etwas mit dem Namen Frida Gold anfangen konnte. Als Support für Revolverheld tingelte die Band aus dem Ruhrgebiet mit der hübschen Frontfrau Alina Süggeler im Winter 2010 durch die Republik und gab einige Kostproben aus ihrem für 2011 angekündigten Debüt „Juwel“ zum Besten. „Pop all the way“ betitelte die Band einst ihre musikalische Mischung aus poppigen Texten und elektronischen Indie-Elementen.
Inzwischen hat sich Frida Gold Dank intensiver Marketingbemühungen einer großen Plattenfirma zu einem der deutschen Pop-Phänomene des Jahres gemausert, ihre Songs „Zeig mir wie du tanzt“, „Wovon sollen wir träumen“ und „Unsere Liebe ist aus Gold“ sind aus dem Radio kaum noch wegzudenken und bohren sich dank eingängiger Hooks hartnäckig direkt ins Ohrwurmzentrum. Eine Support-Tour mit Kylie Minogue, eine erste eigene, ausverkaufte Headliner-Tour, zahlreiche Auftritte bei Großereignissen wie dem Eurovision Songcontest und dem Bundesvision Songcontest sowie eine massive mediale Präsenz lassen kaum einen Zweifel: Der Frida-Gold-Hype geht um.
Doch wie empfindet die Band selbst diese plötzliche, riesige Aufmerksamkeit, die ihr da zuteilwird? Im Interview stand Bassist Andreas Weizel alias „Andi“ unserem Magazin Rede und Antwort: „Der Hype wird mir immer erst dann bewusst, wenn man aufgezählt bekommt, was in den letzten Monaten alles passiert ist. Wir empfinden das aber alles eher als einen Prozess. Wir sind ja nicht erst vor einem Jahr aus dem Boden gestampft worden, sondern haben schon die letzten drei Jahre an unserem Album gearbeitet. Die Aufmerksamkeit und die Reaktionen, die wir gerade von den Fans bekommen, haben wir uns natürlich immer gewünscht. Das erleben wir selbst aber eigentlich nur, wenn wir auf der Bühne stehen. Ansonsten sind wir immer schon dabei, die nächsten Schritte zu planen und zu entwickeln. Wir wollen den Leuten schließlich auch etwas bieten.“ 
Wohlgeplante Schritte, persönliche Weiterentwicklung. Die Band Frida Gold folgtihrem Plan, lebt ihren Traum. Ihr Ehrgeiz treibt sie an. „Wir sind als Band sehr ehrgeizig und wollen als Band noch ganz viel erreichen“, erzählt Andi. „Man braucht einen starken Willen, um das alles wirklich durchziehen und diesen Lebensstil mit allen Konsequenzen leben zu können. Ständig unterwegs zu sein, immer aus dem Koffer zu leben und die freien Tage an einer Hand abzählen zu können, sind auf der einen Seite dabei natürlich die schwierigen Aufgaben. Aber gerade bekommen wir sehr viel positive Energie zurück und diese Energie-Symbiose treibt uns weiter voran.“
Die allgegenwärtige Medienpräsenz ist für die Band eine Aufgabe, in die sie erst hineinwachsen musste. Trotz des Hypes können die Bandmitglieder noch ungestört auf die Straße gehen. Sie sind ihrer Heimat, dem Ruhrgebiet, treu geblieben und verbringen nach eigenen Angaben jede freie Minute mit ihren Familien und alten Freunden. Vermutlich hilft ihnen gerade der Kontakt zur „normalen“ Welt auf dem Boden zu bleiben. Auf die Frage, was es für ein Gefühl ist, nach so kurzer Zeit schon dieses Jahr bei den MTV Europe Music Awards als „Best German Act“ nominiert zu sein, antwortet Andi schon fast verlegen. „Das ist einfach toll. Wir fühlen uns unglaublich geehrt, zwischen so großen Namen aufgezählt zu werden.“ Mit Frida Gold gehen unter anderem die Beatsteaks, Clueso, Culcha Candela und Lena ins Rennen. „Wir sind da schon ein bisschen sprachlos“, so Andi weiter.
Dabei bedeuten der Band Nominierungen und Awards im Vergleich zu einer normalen Liveshow eher wenig. „Mit Awards kann man sich zwar schmücken, und in gewisser Weise sind sie auch eine Bestätigung für das, was man macht. Es ist aber kein direkter Austausch, es ist keine Emotion, die man zurück bekommt. Auf Tour ist das ganz anders. Uns ist es im Verhältnis viel wichtiger, jeden Abend mit Fans und Freunden zu feiern, Emotionen zu geben und genauso Emotionen zurück zu bekommen.“ Trotz großem Ehrgeiz verfolgt die Band bei dem MTV EMAs das Motto „Dabeisein ist alles.“ Chancen, wirklich zu gewinnen, rechnet man sich nicht aus.
Dank vollgepacktem Tourplan ist bisher auch noch gar nicht klar, ob die vier Hattinger am 6. November überhaupt bei der Award Show in Belfast live dabei sein werden. Der zweite Teil ihrer „Juwel“ Tour 2011 treibt sie von Mitte Oktober bis Anfang Dezember kreuz und quer durch Deutschland. Dabei soll jede freie Minute genutzt werden, um kreativ zu sein und an neuen Songideen für ein zweites Album zu arbeiten, verrät Andi.
Am Montag, den 24. Oktober haben sie ein Gastspiel im Rosenhof in Osnabrück. Die Erwartungen der Zuschauer sind hoch, die Band freut sich auf ihre Tournee, der Bassist besonders auf den geregelten Tagesablauf. „Wir fahren jetzt zum ersten Mal mit einem großen Nightliner“, schwärmt Andi. „Das Schöne an so einer Tour ist, dass man nach der ersten Woche schon fast so etwas wie einen geregelten Tagesablauf hat. Man fährt nachts, wacht auf, frühstückt, macht Soundcheck, gibt Interviews und abends spielt man das Konzert. Das fordert dann zwar etwa 90 Prozent der Kraft des Tages, aber insgesamt sind die Tage viel strukturierter als sonst.“ In Anbetracht der kommenden Konzerte mit verbesserter Liveshow und der gemeinsamen Zeit nehmen sie die mangelnde Privatsphäre im Tourbus gerne in Kauf: „Die nächsten Wochen werden für uns eine Zeit der Nähe. Wir sind endlich wieder alle zusammen. Das wird sehr schön.“
Die Musikwelt hat viele Stars und Sternchen aufund untergehen sehen. Für viele gehypte Bands ging es genauso schnell wieder abwärts, wie sie einst in den Pop-Olymp geschossen wurden. Angst vor einem medialen Absturz hat die Band aber nicht. „Medial gesehen kann man natürlich wahnsinnig schnell wieder verschwinden. Wir sind als Band und einzeln in unseren Persönlichkeiten aber so sehr gefestigt, dass wir in der Konsequenz auch weiter Musik machen würden, auch mit der gleichen Beständigkeit. Was uns ausmacht, ist ja nicht, dass wir in den Medien präsent sind, sondern dass wir die Möglichkeit haben, mit unserer Musik Menschen zu berühren. Das hat für uns mehr Bestand als die Nachrichten.“ Entsprechend verfolgt die Band für die Zukunft ein recht bodenständiges Ziel: „Wir wollen uns selbst treu bleiben und gleichzeitig unsere Musik weiter entwickeln. Wir haben uns immer gewünscht, Menschen mit unserer Musik zu berühren. Daran arbeiten wir weiterhin mit all unserer Kraft.“ 
Foto: Robert Wunsch

Sepalot im Interview – Den Wolken hinterher jagen

Sepalot alias Sebastian Weiss hat ein Herz für den Topf. Bei der HipHop-Band Blumentopf ist er seit Jahren als DJ für ordentliche Beats und besten Sound verantwortlich. Wenn Sepalot nicht gerade mit dem Topf auf der Bühne steht, produziert er künstlerisch wertvolle Solotracks und jagt mit den dabei geborenen Klängen den Wolken hinterher – ganz frisch auf seinem neuen Album Chasing Clouds, das diesen Freitag in die Läden kommt. Der sympathischen Bayer hat mit mir ein bisschen über die neue Platte gequatscht und verraten, wie er solche Tracks eigentlich produziert.

Du bringst am Freitag dein neues Album Chasing Clouds auf den Markt. Jagst du auch den Wolken hinterher oder was bedeutet der Titel für dich?

Der Titel bedeutet wörtlich natürlich das, was du gesagt hast. Den Wolken hinterher jagen. Gleichzeitig hat er aber auch so etwas fantastisches, etwas nicht greifbares, auch so ein bisschen was verträumtes. Für mich ist das ein schönes Sinnbild für alle Dinge, die schwer zu umschreiben und nur schwer begreiflich sind, genauso wie Musik das manchmal ist.

Wo und wie soll man dein Album am besten hören?

Wenn man ein Album macht, sollte immer eine Vision im Kopf haben, wo die Reise hingehen und welche Emotion dieses ganze Album transportieren soll. Man sollte sich also nicht nur Gedanken über jeden einzelnen Song machen, sondern sich die Zeit nehmen, das Album als ein Gesamtkunstwerk zu betrachten, was am Ende dann einen prägnanten Sound hat und eine bestimmte Stimmung transportiert. Das finde ich zum Beispiel immer sehr spannend. Wo jetzt jeder einzelne am besten in die passende Stimmung für das Album kommt, hängt natürlich vom Hörer ab. Bei einem ist es sicher die grüne Wiese, beim nächsten ist es der Strand und wieder beim nächsten ist es die Autobahnfahrt. Mit 120 km/h oder so. Ich weiß es nicht genau. Musik braucht den Hörer, der Ort ist nicht vorgegeben, wo man das Album am besten hört. Das muss jeder selber wissen.

Wo hörst du dein Album denn am liebsten?

Für mich ist das ein Album, was ich sehr gut zu Hause hören kann. Das heißt jetzt nicht, dass es bei mir rauf und runter läuft, aber ich finde es nicht so sehr cluborientiert. Es ist einfach ein Album, das auch sehr gut außerhalb der Tanzfläche funktioniert. Da sind so ein paar leicht melancholische, fast schon depressive Stimmungen drauf und das mag ich sehr gerne. Für mich ist es ein perfektes Autofahreralbum.

Chasing Clouds ist dein zweites Soloalbum. Viele haben an so ein zweites Album hohe Erwartungen. Hat dich das unter Druck gesetzt?

Von den Erwartungen anderer Leute fühle ich mich nicht unter Druck gesetzt. Es ist dann eher so der Druck, den man sich selbst macht, denn man will sich ja schließlich neu erfinden und mit seiner neuen Musik selbst begeistern. Die Suche nach dem speziellen Sound für das Album setzt einen dann unter Druck. Da war ich gerade am Anfang der Produktion noch etwas orientierungslos, weil ich nicht genau wusste, wo es hingehen sollte. Ich wollte nichts machen, was sehr elektronisch klingt. Ich wollte was machen, was sehr organisch, warm und sample-lastig klingt, wollte aber auch nicht, dass es sich wie ein HipHop-Album aus den 90er Jahren anhört. Das war so die Aufgabe, die ich mir im Kopf gestellt hatte, bei der ich aber lange Zeit nicht wusste, wie ich die lösen kann.

Woher nimmst du die Inspiration zu deiner Musik?

Die meisten musikalischen Inspirationen habe ich tatsächlich, wenn ich andere Musik höre. Das ist sehr breit gefächert, alle Genre inspirieren mich. Ich werde jetzt nicht nur von Soul oder HipHop inspiriert, das ist alles total offen. Das sauge ich alles auf wie ein Schwamm, zu meinem eigenen Leidwesen.

Wieso zu deinem eigenen Leidwesen?

Weil es einem manchmal unmöglich macht, einfach nur Musik zu hören, ohne dass der Kopf mitläuft.

Wenn du eine Idee hast, wie entsteht dann so ein typischer Sepalot-Track?

Mittlerweile mache ich fast alles unterwegs. Ich habe so ein kleines mobiles Studio. Die meisten Ideen oder Layouts sind tatsächlich in irgendwelchen ICE-Zügen oder auf Autofahrten hinten auf der Rückbank entstanden. Es gibt gar nicht so einen festen Weg. Manchmal ist es ein Melodiefragment, das mir im Kopf hängen bleibt, mal ist es eine Textzeile oder eine Emotion, die ich gerne in einem Song verarbeiten würde. Dann schaltet man am besten den Kopf aus, soweit das geht, und versucht dann einfach, irgendwelche Skizzen zu komponieren. Ich versuche das immer alles ganz kurz und knapp festzuhalten und lasse es dann erst mal eine Weile liegen. Erst wenn man sich das Ganze später dann noch mal mit etwas Abstand anhört, kann man feststellen, ob die Idee oder die Essenz des Songs es wert ist, daran weiter zu arbeiten. Wenn die Ursprungsidee des Songs nicht stark genug ist, kann man ihn wieder vergessen.

Funktioniert dein kreativer Prozess auch so, wenn du mit Blumentopf zusammenarbeitest?

Da ist der kreative Prozess ganz anders. Wenn ich solo einen Song mache, ist das etwas vollkommen egoistisches und irrationales. Man braucht auf nichts und niemanden Rücksicht zu nehmen. Am besten denkt man auch gar nicht daran, wie und ob das anderen Leuten gefallen könnte und lebt man sich als Künstler voll aus. Erst nachher guckt man, ob man diese Songs verwerten kann. Nur so schafft man wirklich kreative Impulse. In einem Bandkontext kann man nicht so egoistisch vorgehen. Da geht es dann ja darum, dass sich fünf Leute in dem Song verwirklichen und final wieder finden können. Das bedeutet natürlich viele Kompromisse, die nicht immer leicht sind. Bei fünf Leuten hat man aber auch fünf mal so viel Input wie allein. Das hat dann einfach eine ganz andere Dynamik. Da sind dann auf einmal Ideen da, auf die man allein niemals gekommen wäre.

Die erste Single deines Albums ist der Song „Rainbows“. Erzähl doch mal, was steckt dahinter?

„Rainbows“ ist vom Genre ein totaler Zwitter. Es klingt ein bisschen nach Disko, gleichzeitig aber auch nach Indierock, Soul und ist für mich einfach wahnsinnig schwierig einzuordnen. Der Song transportiert eine ganz starke, relativ melancholische Stimmung. Darin steckt auch die maßgeblich Textzeile „You better find someone to love you, someone who‘s gonna paint rainbows above you“. Das ist etwas sehr trauriges, etwas sehr abschließendes, so nach dem Motto „such dir jemanden der dich liebt, ich bin es nicht“. Gleichzeitig ist dieser Song aber auch sehr hoffnungsvoll und hat sehr viel Freude, sodass eine ganz intensive Spannung zwischen dem Depressiven und der Hoffnung entsteht.

Das Video zu dem Song ist sehr gelungen. Woher kam die Idee?

Die Idee habe ich zusammen mit dem Kameramann entwickelt. Es greift im Endeffekt diese Emotion auf; jemand verabschiedet sich von seiner Liebe. In dem Fall fährt derjenige zu seiner eigenen Beerdigung und ich bin der Chauffeur, der diese ganze Story erzählt. Ich kutschiere ein 60er, 70er Jahre High Society Pärchen durch die Gegend, sie macht ihm andauernd Szenen, er ist schon total resigniert, am Schluss steht sie nur noch allein da und er hat sich verabschiedet.

Du arbeitest auf deinem Album unter anderem auch mit Fashawn zusammen. Wie kam es zu der Kollaboration?

Ich fand Fashawns Sachen schon immer richtig gut, auch die letzten Alben, ganz großartig. Ich hatte diesen Song „Change“ schon fertig, ohne Vocals, und habe Fashawn einfach drauf gehört und dachte, das ist die perfekte Kombination. Fashawn und das Instrumental. Zu der Kollaboration kam es dann ganz unromantisch, ich habe ihn einfach angefragt und dann gab‘s den Song.

Du hattest auf deiner Homepage auch die Aktion „Change“ feat. Fashawn and You – Add your 16 Bars, bei der deine Fans ihre eigene Strophe dazu schreiben konnten. Wie bist du auf die Idee gekommen?

Die Idee kam mir, weil ich so viel Feedback auf das Instrumental von „Change“ bekommen habe, nachdem ich das Anfang des Jahres schon mal auf meiner Homepage gepostet hatte. Leute haben dazu gerappt, ihre Konzerte damit eröffnet und so. Dann habe ich den Track mit Fashawn gemacht und wollte auch, dass er nur eine Strophe und einen Chorus rappt, weil ich nicht so einen langen Rapsong haben wollte. Ich wollte immer, dass die Gäste auch die Gäste auf meiner Musik bleiben und nicht den ganzen Song übernehmen. Das finde ich immer relativ langweilig bei so Producer-Alben. Da verstehe ich mich auch zu sehr als Künstler, als dass ich da meinen ganzen Platz für den Gast aufgeben könnte. Aber da ich immer so viel Feedback auf den Track bekommen habe, dachte ich mir, dass die anderen Leute einfach einen zweiten Part dazu schreiben könnten. Größtenteils sind da wahnsinnig tolle Sachen gekommen und es hat mich echt gefreut, dass sich so viele Leute auf so kreative Art mit meiner Musik auseinandersetzen und dazu neue Texte schreiben. Richtig cool!

Du hast im Juni auch noch dein „Beat Konducta – Bavaria“ mit 10 Tracks als Free Download herausgebracht. Was hat es damit auf sich?

Das war eine Idee, die ich schon länger im Kopf hatte, bei der ich aber nicht wusste, in welchem Rahmen ich das veröffentlichen kann. Ich wollte daraus kein reguläres Sepalot-Album machen. Dafür ist das Projekt einfach zu abgeschlossen und zu limitiert. Kurz zur Erklärung, ich habe mich ausschließlich bayrischer Musik und irgendwelcher Traditionals bedient, habe die auseinander gesägt, neu zusammengesetzt und daraus ein Instrumental-Beat-Album gemacht. Ich hatte damit schon öfters experimentiert und hatte hier einiges liegen, aber es war doch immer eher nur eine Idee. Ich wusste noch nicht, wohin damit. Dann bin ich irgendwann wieder über die Instrumental-Alben von Madlip gestolpert. Der hat die Serie „Beat Konducta“ herausgebracht. Dabei gibt es die Folgen Africa und Asia. Da habe ich mir gedacht, alles klar: Africa – Asia – Bavaria, das ist es! Das war dann auch der perfekte Name für so ein Projekt, denn das Ganze soll jetzt nicht als drittes Sepalot-Album verstanden werden, sondern ist vielmehr eine Studie bayrischer Musik in Bezug auf HipHop – nicht mehr, nicht weniger. Jetzt macht das gerade die ganz große Runde, was ich mir nie erträumt hätte. Inland, Ausland, überall kommt es wahnsinnig gut an, echt interessant. Ich bin mal gespannt, ob das Oktoberfest der Sache noch mal Extraschub gibt.

Wie baut man so einen Track überhaupt?

Bei diesem Beat Konducta Ding habe ich ausschließlich Tonquellen aus der Originalaufnahme genommen und habe also nicht noch zusätzlich Gitarre oder mit Keyboards darüber gespielt. Bei dem Ding wollte ich zeigen, wie sehr man diese einzige Aufnahme durch den Wolf drehen und etwas Neues daraus formen kann, ohne Geschmacksverstärker und künstliche Zusatzstoffe. Da ist es dann wirklich so, dass man sich einzelne Soundschnipsel auf Tasten legt, und dann damit etwas Neues einspielt. Das ist dann zum Beispiel eine freistehende Snare oder Bass Drum, ein Bläser-Akkord oder so. Bei meiner Platte war das natürlich ein bisschen anders, da habe ich auch einiges selbst eingespielt, aber hier war das ja eine Studie darüber, was man aus diesen alten Aufnahmen alles bauen kann.

Du gehst jetzt auf Tour. Was kann man da denn so erwarten?

Ich werde alles mögliche spielen. Natürlich sehr viel von meinen eigenen Sachen, von diesem aber auch vom letzten Album, aber ich werde auch viel Musik von anderen Leuten auflegen. Das sollen einfach sehr schöne, breit gefächerte Clubabende werden.

Was sind jetzt deine Ziele? Wo willst du mit der ganzen Geschichte hin?

Die nächste Etappe nach der Veröffentlichung ist dann natürlich, die ganzen Konzerte oder vielmehr DJ Gigs zu spielen. Da freue ich mich schon sehr drauf. Das macht letztendlich auch immer sehr viel Spaß, endlich wieder aufzulegen und den Leuten die Musik zu präsentieren, die man zum einen selbst gemacht hat, zum anderen aber auch die man selber gut findet. Danach muss man einfach mal gucken, wo es einen noch hintreibt. Ende des Jahres steht auch wieder ein neues Blumentopf Album an, wir werden also ins Studio gehen und wieder kreativ arbeiten. Bei mir stehen sonst noch ein paar Auslandstermine auf dem Plan und man muss jetzt einfach mal gucken, wo die Reise hingeht. Das Feedback auf das Album ist jetzt schon riesig. Ich bin gespannt, was sich da noch so ergibt.

Chasing Clouds von Sepalot erscheint am 30. September 2011.

„Chasing Clouds“ Club Tour 2011
29.09.11 Mainz, Audiotreats Red Cat
01.10.11 Krefeld, Bosi Club
07.10.11 Bayreuth, Kolping Haus
08.10.11 Lüneburg, Salon Hansen
15.10.11 Erfurt, Centrum Club
20.10.11 München, Bob Beaman Club
22.10.11 Augsburg, Schwarzer Scharf
29.10.11 Münster. Skaters Palace

Foto: Brecheis

Musikmesse 2010 – Eine Mission für die Musik

Ab morgen öffnen sich wieder die Tore des Musikmekkas in Europa. Die Musikmesse / ProLight & Sound startet wieder in Frankfurt am Main und erwartet freudig alle musikbegeisterten Menschen dieser Welt, und die, die es noch werden wollen. Ganz nach dem Motto „mission for music“ werden rund 2340 Aussteller vom 24. bis 27. März ihre Produkte und teilweise atemberaubenden Innovationen dem Fach-, und später am Samstag auch dem allgemeinen Publikum präsentieren.

Ganz weit vorne bei den Neuheiten mit dabei ist das iTab, das erste elektronische Songbuch, das man, ähnlich wie ein Navi im Auto, spielend leicht auf seinen Gitarrenhals klemmen und damit sofort losjammen kann. Neben Text und Akkorden zeigt es auch die richtige Tonlage sowie den Rhythmus der zu singenden Stücke an. Eine Mischung aus mp3-Player, Karaokemaschine und Navigation quer durch die Musik. Absolut einzigartig bisher.

Neben Produkten aller wichtigen Musik-Marken aus allen Bereichen, wie z.B. Fender, Gibson, Roland, Yamaha, Schott, etc., bietet die Musikmesse / ProLight & Sound den Besuchern auch ein  atemberaubendes Rahmenprogramm. Namenhafte Musiker und Bands geben sich zum einen mal die Klinke bzw die Eddings bei zahllosen Autogrammstunden in die Hand, oder zeigen zum anderen in Showcases lieber gleich, was sie an ihren Paradeinstrumenten so drauf haben. Innerhalb der nächsten Tage werden dort neben vielen Anderen Künstler von den Toten Hosen, Rammstein, Anthrax, der Scorpions, Revolverheld, Panik, Ozzy Osborne’s Band, Within Temptation, Thin Lizzy, Eisblume, Peter Maffay’s Band, Trivium, Oomph oder auch Mimi Müller-Westernhagen anzutreffen sein. Zusätzlich finden an den Abenden auch noch zahlreiche hochkarätige Konzerte in Frankfurt selber statt. 
Mit über 1000 Konzerten und Events alleine auf dem Messegelände ist die diesjährige Musikmesse die größte Konzertveranstaltung Europas und zeigt, welch wichtige Rolle Musik im alltäglichen Leben spielt. Trotz der Wirtschaftskrise blickt die Branche vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Bisher spielen laut einer GfK-Studie gerade einmal 16,5 Prozent der Deutschen aktiv ein Instrument. Dahingehend besteht also noch ein großes Wachstumspotenzial, welches durch das gemeinsame Engagement der Musikmesse und Aussteller in ihrer Mission für die Musik hoffentlich auch erreicht werden kann.