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Hütte Rockt 10 – Ein Festival-Rückblick

Vor gut zwei Wochen war ich für die NOZ beim 10. Hütte Rockt Festival in Georgsmarienhütte unterwegs. Am Freitag habe ich die Welt im Liveticker unterhalten, am Samstag gab es einen Online-Artikel von mir und Montag dann eben noch einen großen Artikel in der Zeitung.  Damit Ihr auch lesen könnt, wie es mir zwischen den Donots und Jupiter Jones gefallen hat, gibt’s hier noch mal eine kleine Zusammenfassung.  Hütte Rockt 10 – Ein Festival-Rückblick weiterlesen

Interview mit Kettcar: „Belegte Brote dürfen nicht fehlen“

Das Kinder-Tretauto „Kettcar“ wird 50 Jahre alt, die Hamburger Band kettcar feierte am Wochenende den 10. Geburtstag ihres ersten Albums. Grund genug, ein wenig zu resümieren. Erik Langer, Gitarrist der Band, blickt im Interview auf die Anfänge der Band zurück und verrät seine Tricks mit dem Kettcar. Interview mit Kettcar: „Belegte Brote dürfen nicht fehlen“ weiterlesen

Ein Konzert für’s Wohnzimmer: Milow veröffentlicht „From North to South – Live“

Mit „Ayo Technology“ feierte der belgische Singer/Songwriter Milow vor vier Jahren seinen großen Durchbruch in Europa. Es folgten Goldene Schallplatten und ausverkaufte Tourneen. Ab Freitag, 19. Oktober, kann man sich nun Milow als Live-Erlebnis direkt ins Wohnzimmer holen.

Auf dem Album „From North to South – Live“ liefert der Belgier ein äußerst gefühlvolles Konzert, das seine musikalische Virtuosität und Qualität als Livemusiker spüren lässt. Einziger Nachteil: Nach der guten Stunde Musik möchte man mehr davon, mehr Milow live. Oder zumindest wünscht man sich sehr, man wäre bei diesem Konzert auch vor Ort dabei gewesen.

Kein Farbenfest in Osnabrück – Stadt erteilt Absage für elektronisches Musikspektakel „Festival of Colours“

Es hätte alles so bunt sein können. Farbpulver, feiernde Menschen, elektronische Musik – Ein Festival der Farben mitten in Osnabrück. Ähnlich wie das Holi Festival in Berlin, das dort Ende Juli stattfand, hätte das „Festival of Colours Osnabrück“ einige Tausend junge Menschen begeistern sollen. Doch daraus wird nichts. Die Stadt hat den Veranstaltern am Freitag eine Absage erteilt.

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Mitternachtskonzert in Osnabrück: Sportfreunde Stiller sorgen für Partystimmung in der Lagerhalle

Donnerstagabend, es ist kurz vor Mitternacht. In der Lagerhalle blickt das Publikum im großen Saal gebannt gen Bühne. Jedoch nicht in freudiger Erwartung auf eine Zugabe, sondern auf den ersten Song des Abends. Die Sportfreunde Stiller sind zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder in Osnabrück zu Gast und haben zu einer nächtlichen Clubshow geladen.

Grund für die ungewöhnliche Uhrzeit ist der Fußball. Wenn Deutschland in der EM-Gruppenphase Zweiter geworden wäre, hätten Jogis Jungs an diesem Abend das Viertelfinale bestritten. Und das hätten sich die Helden des WM-Songs „54, 74, 90, 2006“ natürlich nicht entgehen lassen dürfen. Die Fans der Sportfreunde Stiller stört dies offensichtlich kaum. Das Konzert ist seit Wochen restlos ausverkauft. Einige nutzen die Gelegenheit, um in ihren Geburtstag hinein zu feiern, andere um ein verlängertes (Fußball-)Wochenende einzuläuten.

„Es war die Nacht im Himalaja“ schallt pünktlich zur Geisterstunde aus den Boxen. Unter den Klängen des Schlagers betritt das Münchner Trio fast schon etwas schüchtern die Bühne und startet mit der punkigen Nummer „Let’s did it“ in ihr 90-minütiges Programm. Zu so später Stunde brauchen die „Sportis“ anscheinend erst einen Moment, um auf der Bühne ihren Groove zu finden. Die ersten Minuten kommen streckenweise noch etwas dissonant daher, aber auch das Osnabrücker Publikum muss sich scheinbar erst noch die aufsteigende Müdigkeit aus den Knochen schütteln.

Der etwas holperige Auftakt ist bis zum Ende dritten Songs „Alles Roger“ schon fast wieder vergessen. Die Fans lassen sich langsam aber sicher aus der Reserve locken, während Peter, Rüde und Florian wohl ihre musikalische Mitte wieder gefunden haben. Das Trio steigert sich spürbar von Song zu Song. Dafür werden sie auch tatkräftig unterstützt: Streicher, Bläser, Backgroundsänger, zusätzliche Gitarren, ein Piano und Saxofone. Zeitweise drängen sich bis zu 15 Musiker auf der kleinen Bühne der Lagerhalle und verleihen den gewöhnlich eher einfach gehaltenen Sportfreunde-Stiller-Songs eine besondere Tiefe.

Die Stücke auf der Sportis-Setliste an diesem Abend sind altbekannt. Kein Wunder, das jüngste Album der Band ist schließlich schon wieder einige Jahre alt. Man spielt sich quer durch eineinhalb Jahrzehnte Bandgeschichte und Diskografie. Von „Wellenreiten“ über „Ein Kompliment“ und „Ich Roque“ bis zur aktuellsten Single „Lass mich nie mehr los“ ist an diesem Abend alles dabei. – Fast alles, denn zu ihrem Fußballhit von 2006 möchte sich die Band trotz ausdrücklicher Wünsche aus dem Publikum nicht hinreißen lassen. Auch die beste Fußballstadion-Choreografie mit „HUMBA!“-Gesang, Hüpfen und Hinsetzen kann nicht weiterhelfen. Stattdessen präsentieren die Sportis zwei neue Songs: Die treibende Rocknummer „Clowns und Helden“ sowie die melodisch melancholische Indiepop-Nummer „Wunderlied“, die mit beachtlichem Ohrwurmpotenzial daher kommt. Wie die meisten Stücke der Sportfreunde Stiller leben auch diese Stücke wieder von gewitzten Texten kombiniert mit eingängigen Melodien.

Der guten Stimmung im Saal tut das Fehlen der Fußball-Hymne keinen Abbruch. Die Osnabrücker klatschen, tanzen und singen trotzdem begeistert mit, ohne dass die Band großartig die Publikumsanimationskeule schwingen müsste. In der aufgeheizten intimen Atmosphäre der Lagerhalle entsteht so schnell im Publikum eine selbst für die Sportfreunde überraschende Eigendynamik. „Ach, wäre ich doch gerne Campino“, ruft Sänger und Gitarrist Peter Brugger der Menge grinsend entgegen, als gut 500 Kehlen der Band minutenlang „Eisgekühlter Bommerlunder“ von den Toten Hosen entgegen grölen.

Die Sportfreunde Stiller wirken an diesem Abend auf der Bühne wie die erwachsen gewordenen Jungs von nebenan. Authentisch natürlich und mit viel Spaß an der Sache. Musikalisch ist die Band zwar nicht immer perfekt, dafür im Gesamtpaket umso sympathischer.

Hauptsache Dagegen – Anti-Flag liefern heiße Show in der Kleinen Freiheit

Osnabrück. Es ist heiß und stickig, die Luft in der ausverkauften kleinen Freiheit ist zum Schneiden dick. Geballte Fäuste und ausgestreckte Mittelfinger recken sich in enthusiastischer Protesthaltung gen holzvertäfelter Zimmerdecke, die Menge skandiert immer wieder „You’ve gotta die, gotta die, gotta die for your government, die for your country? That’s shit!“ Auf der Bühne steht die amerikanische Punkband Anti-Flag aus Pittsburgh, Pennsylvania und heizen in Hemd und Krawatte dem Osnabrücker Publikum ein.
Mit ihren politisch aufgeladenen Texten, rasend schnell bretternden Gitarrenriffs und wütenden Hooks gibt das Punk-Quartett rund um Frontmann Justin Sane ab der ersten Sekunde Vollgas und peitscht die Menge unweigerlich nach vorne. So sehr, dass nach dem ersten Song zahlreiche Fans aus den vordersten Reihen umgeschubst auf der Bühne liegen. Nach kurzer Ermahnung zur gegenseitigen Achtung geht es weiter – roh, laut, hart, aber dennoch auf ganz eigene Art freundschaftlich. Statt einer „Wall of Death“ fordern Anti-Flag „Wall of Hugs“ – statt wie üblich wild ineinander zu springen, umarmt sich die Menge auf Kommando.
Anti-Flag sind dem Band-Namen entsprechend so ziemlich gegen alles –gegen die Regierung, gegen die Polizei, gegen das System, aber auch gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie. Justin Sane und seine Mannen werden während ihres schweißtreibenden, mit 18 Stücken vollgestopften 70-minütigen Sets nicht Müde, ihre Überzeugung immer wieder mit plakativen Parolen zu betonen. Der Masse gefällt das. Und so wird in der Zugabe besonders der sehnsüchtig erwartete Klassiker der Band „Die for the government“ noch einmal mit besonders viel Pogo und Crowdsurfing bedacht.

Feels Like Home: Ein Zuhause für Newcomer

Berlin. Madi Diaz streicht sich nervös eine dunkelbraune Haarsträhne aus dem Gesicht, als sie die Bühne im Maschinenhaus der Kulturbrauerei in Berlin betritt. Die amerikanische Singer-Songwriterin aus Nashville ist zum ersten Mal in Deutschland. In den USA ist die junge Musikerin bereits viel getourt. Ihr aktuelles Album wurde von John Alagia produziert, der auch für den Sound von John Mayer oder Dave Matthews Band verantwortlich war. Hier kennt sie keiner.

Genauso geht es Andrew Belle aus Chicago. In seiner Heimat wird der smarte Musiker regelmäßig im Radio gespielt, viele seiner Songs wurden in großen amerikanischen TV-Serien wie „Grey’s Anatomy“ verwendet, ein anderer untermalte gar eine Werbekampagne von Microsoft. In Deutschland kann kaum jemand etwas mit seinem Namen anfangen. Noch nicht. Vielleicht wird sich das bald ändern.
Madi Diaz und Andrew Belle haben das Glück, bei der „Music & Reading“-Veranstaltungsreihe „Feels like Home“ dabei zu sein. Das soziale Benefiz-Projekt, das 2009 von Johannes Strate, Sänger der Band Revolverheld, und der Hamburger Nachhaltigkeits- und Kommunikationsberaterin Dannie Quilitzsch ins Leben gerufen wurde, holt regelmäßig unbekannte internationale Musiker nach Deutschland. Meistens handelt es sich dabei um handverlesene, musikalische Ausnahmetalente der amerikanischen Singer-Songwriter-Szene.
Eingerahmt von Lesungen deutschsprachiger Autoren, wie in Berlin von Stromberg-Schauspieler Oliver Wnuk, oder von Zeit zu Zeit auch mal neben etablierten deutschen Künstlern wie zum Beispiel Philipp Poisel, haben die Musiker wie aktuell Madi Diaz oder Andrew Belle die Chance, sich zum ersten Mal einem deutschen Publikum zu präsentieren und mitunter auch in der hiesigen Musikszene Fuß zu fassen.
Madi Diaz sang Stücke aus ihrem Album „Plastic Moon“.

Neben Musik und kulturellem Austausch wird bei Feels Like Home auch soziale Verantwortung großgeschrieben, die Dannie Quilitzsch und Johannes Strate besonders am Herzen liegt. „Alle Erlöse, die durch Spenden und Ticketeinahmen erzielt werden, fließen in soziale Projekte, die wir jedes Mal im Vorfeld aussuchen“, erklärt Quilitzsch. Von der aktuell sechsten Feels Like Home-Auflage profitierte der Berliner Verein „Ruby Tuesday“, der jedes Jahr ein Rock Camp für Mädchen veranstaltet. Mit Musik wollen sie die Mädchen stark machen, mit dem Ziel, irgendwann die männliche Dominanzstruktur in der Musikbranche zu durchbrechen.

Durch die starke kulturell-soziale Ausrichtung ist die Naturkosmetik-Marke eines großen amerikanischen Konzerns auf den Feels-LikeHome-Zug aufgesprungen: Man hat die Veranstaltung in der Berliner Kulturbrauerei kurzerhand zum ersten „Origins Rocks Earth Month“-Konzert erklärt, die bisher nur in den USA stattfanden. Vor Ort lässt man die Besucher alte Kosmetik recyclen und verspricht, für jede anwesende Person einen Baum zu pflanzen. „Anlässlich des bevorstehenden, weltweiten ‚Earth Day‘ am 22. April möchte wir hier das Umweltbewusstsein der Besucher stärken“, erklärt Vertreterin der Marke Anja Elbert unserer Zeitung vor dem Konzert.
Was 2009 bei einer New-York-Reise als Idee von Strate und Quilitzsch begann und als kleines, familiär anmutendes Projekt in der Wohnzimmeratmosphäre des Hamburger Knust seinen Lauf nahm, ist jetzt mit seiner sechsten Auflage schließlich in ganz Deutschland angekommen. In der vergangenen Woche zog es die Feels-Like-Home-Familie auf ihrer kleinen Tour von Hamburg nach Berlin, Köln und München und damit in alle großen Medienstädte der Republik. Andrew Belle ist nach dem Konzert in Berlin vom Feels-Like-Home-Konzept begeistert: „Wir erreichen so ein Publikum, das wir sonst nie erreicht hätten. Ich bin sehr froh, bei dieser Tour dabei sein zu dürfen.“
Foto: Katharina Leuck

CD Review: Silbermond – „Himmel auf“

Silbermond sind erwachsen geworden: Nachdem ihr letztes Album konsequent die Erwartungen der Fans bediente, erobern sie mit „Himmel auf“ neue Gefilde – ohne sich dabei untreu zu werden.


„Durch die Nacht“ und „Symphonie“ hießen die ersten schmachtenden Rockballaden von Silbermond, mit denen die Bautzener Band ihren medialen Durchbruch schaffte. Das ist acht Jahre her. Inzwischen ist Silbermond längst ein fester und groß gefeierter Bestandteil des deutschsprachigen Musik-Mainstreams. Zahlreiche große Musikpreise, Top-10-Hits, Schallplatten in Gold und Platin, ausverkaufte Touren. Statt kleiner Clubs füllt die einstige Schülerband längst die großen Arenen der Republik, im Mai geht es auf eine kleine Europa-Tour. Eine regelrechte Bilderbuchkarriere. 

Doch auch Bands mit Bilderbuchkarrieren haben ihre kreativen Krisen, die bewältigt werden müssen. Vergangene Woche veröffentlichten Silbermond ihr viertes Studioalbum „Himmel auf“. Eine Platte, bei der sich Sängerin Stefanie Kloß, Bassist Johannes Stolle, Gitarrist Thomas Stolle und Schlagzeuger Andreas Nowak entscheiden mussten, ob man sich weiter auf altbewährtes verlässt, sich an den Erwartungen der Masse orientiert, oder ob man nicht doch neue Wege beschreiten will.
Die Band hat sich offenkundig für die neuen Wege entschieden. Während das vorige, überaus erfolgreiche Album „Nichts passiert“ stellenweise so klang, als ob die Band fast schon krampfhaft die Erwartungen ihrer Fans erfüllen wollte, klingt „Himmel auf“ erfrischend freier und luftiger. Man möchte fast schon sagen erwachsener. Dabei beginnt Silbermonds Reise zum aufreißenden Himmel fast altbewährt, ganz Silbermond-typisch mit der melodiösen, eingängigen Rocknummer „Unter der Oberfläche“, die allerdings, mit Synthies und Chören angereichert, schon auf die neuen Wege schließen lässt. Es klingt fast so, als hätten Silbermond hier mit Coldplay und der Rockband The Killers angebandelt. Diesen Eindruck hat man bei dieser Platte nicht nur einmal.
Silbermond probieren sich neu aus, experimentieren mit indie-elektronischen Elementen und neuen Effekten, haben auf dem Weg gar ausprobiert, den Schlagzeug-Sound mit einem Mikrofon auf einer Damentoilette einzufangen. Unterwegs entfernen sie sich zur willkommenen Abwechslung immer weiter von ihrem ursprünglichen Deutschrocksound. Was davon bleibt sind die eingängigen Melodien, die Emotionalität und Authentizität der Band, mit der sie viele ihrer Anhänger in den letzten Jahren so sehr an sich binden konnten. Silbermond gelingt es, sich mit „Himmel auf“ neu zu erfinden, aus ihrer eigenen, eingefahrenen musikalischen Routine auszubrechen. 
Ihren neuen Stücken tut dieser Ausbruch hörbar gut. Statt krampfhaft auf auf authentisch getrimmte Rocknummern und herzzerreißende Balladen zu setzen, verleiht der Ausflug in andere Gefilde den neuen Titeln eine ganz eigene Größe und Tiefe. Eigentlich recht passend, denn trotz aller neuentdeckten musikalischen Spielereien, neuer Sounds und neuer Wege halten Silbermond zumindest an einem Format fest. Auch „Himmel auf“ liefert die für Silbermond nahezu obligatorischen Pop-Hymnen. Dabei kratzen einige auch im neuen Gewand an den Grenzen zu Pomp und Kitsch, aber ein paar typische Eigenheiten kann und sollte man wohl einfach nicht ablegen.
Auch textlich bleiben sich Silbermond treu. Man setzt auf bewährte Rezepte und erprobte Themen: Gefühle, Alltag, Gesellschaftskritik und die Krisen dieser Welt. Wie gewohnt ist alles in leicht verdauliche, anschauliche Bilder verpackt, ohne dabei im Plattitüden-Sumpf zu versinken oder sich etwa in verkopften Wortspielereien zu verlieren. Dieses mal eben alles nur eine Spur erwachsener als früher. 

CD Review: Y’akoto – Babyblues

Y‘akoto – Wer ist das überhaupt?

Vom Kultur-TV-Sender arte wird Y‘akoto bereits als echte musikalische Sensation gefeiert. Die junge Sängerin, die mit bürgerlichem Namen Jennifer Yaa Akoto Kieck heißt, wurde in Hamburg geboren, wuchs in Ghana auf, machte in ihrem Leben Zwischenstopps in Kamerun, Togo und dem Tschad. Inzwischen lebt sie wieder in Hamburg, Lomé und Paris. Als echte Weltenbummlerin hat die staatlich geprüfte Tanz-Pädgogin viele Themen, die sie in ihren gefühlvollen Soul-Nummern verarbeitet. Dabei fällt Y‘akoto besonders durch ihre außergewöhnliche Stimme auf.
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CD Review: Turntablerocker – „einszwei“

Eine durchtanzte Nacht im angesagtesten Club der Stadt – So ähnlich könnte man das Bild skizzieren, dass sich beim hören des neuen Albums „einszwei“ der Turntablerocker entwickelt. Michi Beck, Urgestein der Fantastischen Vier, und DJ Thomilla stoßen mit ihrer dritten Platte zwar keine neuen Türen der elektronischen Musik auf, sind aber weit davon entfernt im Einheitsbrei des wochenendlichen Clubgedudel unterzugehen.

Während viele Elektro-Platten sich gerne mal im Minimal verlieren oder sich mit stampfender Belanglosigkeit von der Tanzfläche rollen, schaffen es die Turntablerocker, diese Gefahr mit aufwändig kreativ produzierten Beats zu umschiffen. Klassische Elektroelemente, gepaart mit dem Retro-Charme der 70s-Disco, eingängigen Sample-Melodien, frechen Texten und einer riesigen Portion Tanzbarkeit sorgen für durchgehenden Bewegungsdrang. Das Besondere: die meisten Instrumente wurden klassisch eingespielt und erst danach elektronisch bearbeitet, kommen also nicht aus der Konserve.

Die ersten beiden Singles des Albums, „Alles auf die 303“ und „Von vorn“ liefern schon einen viel sagenden Vorgeschmack auf das, was da ab 30. März 2012 in den Regalen und Downloadshops zum Kauf bereit steht. Das Wochenende durchfeiern, die Füße wund tanzen und den Alltag vergessen. Das geht mit „einszwei“ wunderbar.