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Playlist-Empfehlung: Digster „Hear it First“ – The Naked and the Famous-Vinyls zu gewinnen!

Wie entdeckt Ihr eigentlich neue Musik? Klickt Ihr Euch durch Spotify-Empfehlungen oder surft Ihr stundenlang bei Youtube? Bandcamp? Vielleicht sogar noch Myspace? Ich habe mich in diesem Blogpost ein bisschen näher mit der Spotify-Playliste „Hear it First“ von Digster beschäftigt. Und es gibt was zu gewinnen: 2 Vinyls von The Naked and the Famous!

Wie viele von Euch verbringe ich jeden Tag viel Zeit damit, die Musik meiner Lieblingsbands zu hören und neue Musik zu entdecken. Ich lasse mich gerne quer durch die Genre treiben. Seit es Spotify in Deutschland gibt, sieht das bei mir ungefähr so aus: „Wenn dir Frank Turner gefällt, könnten dir auch das hier gefallen.“ – „Du hast gestern Claire gehört, dann hör’ dir doch auch mal die hier an.“ – Oh ja!

Aber manchmal habe ich gar keine Lust, mir einfach nur komplette Alben oder EPs von Bands anzuhören, die mir aufgrund irgendeines Algorithmus eventuell gefallen könnten. Ich möchte neue Musik entdecken, einzelne Stücke, mich überraschen lassen. Früher war meine erste Adresse in solchen Fällen das Musiknetzwerk We Are Hunted. Leider haben sich die Betreiber vor einiger Zeit Twitter Music zugetan (mit dem ich mich einfach nicht so recht anfreunden kann) und mein geliebtes wearehunted.com traurigerweise geschlossen.

Hear it First!

Jetzt habe ich vor kurzem einen Dienst entdeckt, der für mich endlich die schmerzliche Lücke von We Are Hunted füllen kann: Digster mit seiner „Hear it first“-Playlist. Bei Digster handelt es sich um einen Musik-Playlist-Service, der von Universal Music ins Leben gerufen wurde und neben Spotify auch andere Streaming-Dienste wie beispielsweise Simfy oder WiMP bespielt.

Ähnlich wie früher bei We Are Hunted, gibt es via Digster wöchentlich aktualisierte Playlisten, in denen sich neben den aktuellen Newcomern auch schon mal echte Geheimtipps verstecken können. Besonders in der „Hear it First“-Playlist. Hier kümmert sich laut Presseinfo ein Team aus leidenschaftlichen Musikredakteuren um die Zusammenstellung des richtigen Musik-Mixes, und wühlt sich dabei durch das Repertoire verschiedener Major- und Indie-Label zurück – also nicht nur durch die Bands von Universal Music. Sehr löblich!

In der aktuellen „Hear it First“ tummeln sich derzeit Bands und Künstler wie Claire, Anna F., Family of the Year, The 1975, Haim, Mega! Mega!, Beech, Alin Coen Bands, London Grammar, Lorde, Broken Bells, Lily Allen… Die Liste lässt sich fast endlos fortsetzen. Gerade auf der Arbeit läuft die Liste bei mir nahezu auf Dauerschleife. Am besten hört Ihr aber selbst mal rein. Ich habe Euch das schicke Ding hier direkt eingebunden (weiter unten).

„Hear it First“ ist die erste, nicht mainstream-orientierte Playlist von Digster Deutschland. Entsprechend wird „Hear it First“ wohl erst einmal meine Hauptempfehlung bleiben. Um immer auf dem Laufenden zu bleiben, folge ich im Moment einfach sowohl dem Profil Digster Deutschland als auch der Playlist „Hear it First“ selbst. So bekomme ich derzeit immer automatisch eine Benachrichtigung, wenn es bei „Hear it First“ neue Musik zu entdecken gibt.

Verlosung

Weil mir Digster so gut gefällt und Weihnachten direkt vor der Tür steht, verlost LEISE/laut zwei feine Vinyls von The Naked and The Famous (die übrigens auch in der Playlist vertreten sind). Um zu gewinnen, schreibt bis zum 23.12.2013 eine Email mit dem Betreff „Ich will eine The Naked and The Famous-Vinyl gewinnen!!!“ und Eurem Namen an leiselaut.blog(a)gmail.com. Mit ein bisschen Glück fische ich zusammen mit dem Christkind Euch aus dem Lostopf.

Einfach Neon – Newcomer Claire im Interview

Vor einigen Wochen habe ich Euch im Monday Madness die Newcomer von Claire vorgestellt. Mit ihrem Synth-Elektro-Indiepop mischen sie gerade die Szene von hinten auf. Kürzlich war die fünfköpfige Band aus München im Rahmen ihrer Tour in Osnabrück zu Gast. Meine liebe ehemalige os1.tv-Partytipps-Kollegin Theresa Pott hat Claire vor ihrem Gig in der Kleinen Freiheit zum Interview verhaftet, und mit Nepi (Synths), Flo (Gitarre), Fridl (Schlagzeug), Messel (Synths) und Josie (Gesang) ein sehr nettes Gespräch geführt.
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Monday Madness: The Dashwoods mit „The Sea“

Ein neuer Montag, ein neues Monday Madness! The Dashwoods sind mit einer neuen Single am Start. „The Sea“ heißt das gute Stück und ist ab 1. Oktober 2013, also ab morgen, als Gratis-Download erhältlich. Dazu hat die Band auch noch ein wunderschönes Video gedreht, im Oktober und November geht’s fleißig auf Tour. Aber Moment, Ihr kennt The Dashwoods gar nicht? Dann müsst Ihr erst recht unbedingt weiterlesen.

The Dashwoods aus Zeven sind mir seit Mitte 2011 ein Begriff. Damals landete ihre EP Loony Bin in meinem Briefkasten, wenige Monate später trat die Band unterstützt vom ARD-Radiosender bremenvier beim New Music Award 2011 in Berlin an. Gewonnen haben sie damals leider nicht, aber das zeugt insgesamt schon von der hohen Qualität, die das Trio aus dem Bremer Umland regelmäßig an den Tag legt. Kraftklub und Tonbandgerät haben diesem Award schließlich auch einiges zu verdanken.

Aber auch ohne Award in der Tasche haben sich die drei jungen Damen und Herren mit ihrem handgemachten Indiepoprock in den vergangenen zwei Jahren viel erspielt. Supportshows mit The Pigeon Detectives, We Were Promised Jetpacks oder Blood Red Shoes sowie Auftritte beim MS Dockville Festival, Reeperbahn Festival, Berlin Music Week oder der Breminale können sich The Dashwoods auf ihre „been there, done that“-Liste schreiben.

Grund dafür ist unter anderem ihre Mirage-EP, mit der sie 2012 viele Leute begeisterten. Seither ist nun schon wieder eine ganze Menge Zeit vergangen, viel hat sich getan. Die drei Musiker arbeiten aktuell fleißig an ihrem ersten Album, dass im Frühjahr 2014 erscheinen soll. „The Sea“ ist der erste Vorbote daraus und passend zum eintreffenden Herbstwetter wunderbar melancholisch und trotzdem mitreißend gelungen. Auch das Video zur Single kann sich sehen lassen. Deshalb, meine Damen und Herren, bitte schön, unser Monday Madness – Video der Woche.

Im Oktober und November geht es für The Dashwoods auf eine ordentliche Deutschlandtour. Vielleicht ja auch bei Euch in der Nähe. Hier die Dates:

The Dashwoods / The Sea Tour 2013

15.10. Potsdam, Waschhaus
18.10. Hamburg, Astra Stube
19.10. Berlin, Grüner Salon
29.10. Bernburg, Hotel Wien
02.11. Bremen, Lagerhaus
05.11. Mainz, Schon Schön
06.11. Göttingen, Apex
07.11. Koblenz, Zirkus Maximus
08.11. Jena, Café Wagner
09.11. Erding, Juz
04.12. Oldenburg, Polyester
05.12. Darmstadt, Schlosskeller

Alle Infos zur Band findet Ihr auf ihrer Homepage www.thedashwoods.de oder bei Facebook.

Foto: Marie Binning

Interview mit Marie Katzer: „Ich will gar nicht berühmt werden“

Sie ist Anfang 20, blond, liebenswert und alles andere als auf den Mund gefallen. Eigentlich steht Marie Katzer beim Osnabrücker Lokalsender os1.tv regelmäßig vor der Kamera. Auch ich habe schon das ein oder andere Interview oder Partytipps mit ihr zusammen gedreht. Doch Marie macht auch schon seit Jahren Musik. Seit einigen Monaten scheint sie das aufstrebende Sternchen in der Osnabrücker Musikszene zu sein, obwohl sie sich eigentlich gar nicht als Künstlerin sieht. Ich habe mit Marie ein bisschen über ihre Musik gequatscht und wie es denn so ist, plötzlich vor mehreren hundert Leuten eigene Songs zu spielen.
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CD Review: Two Hearts in Ten Bands mit „We are all in the same Boat“

Vor einigen Wochen habe ich Euch die Osnabrücker Formation Two Hearts in Ten Bands bereits in einem Monday Madness vorgestellt. Seit dem 2. September ist nun endlich ihre erste EP mit dem formschönen Titel We are all in the same Boat auf dem Markt. Sängerin Sarah Steinbrecher hat mir das gute Stück virtuell auf den Schreibtisch gelegt und ich habe mir die Songs mal genauer angehört.

Als Heartpop beschreibt die Band rund um das Steinbrecher-Zwillingspaar Sarah und Sina ihre Musik und genau diese Bezeichnung trifft wohl den Nagel auf den Kopf. Die sechs Songs sprühen allesamt nur so vor Herzblut, Energie und tiefer Emotion. Für ein Erstlingswerk ist das wirklich beachtlich. Es passiert mir nur äußerst selten, dass ich die EP einer Lokalband anhöre, und beinahe nach jedem Song entweder eine Gänsehaut oder einen Ohrwurm habe. Bei Two Hearts in Ten Bands ist das so.

Ohne großen Firlefanz und trotzdem detailverliebt arrangiert kommen die Stücke kraftvoll und gleichzeitig unglaublich berührend daher. Gute Laune und Melancholie wechseln sich nahtlos ab und entführen einen für eine knappe halbe Stunde in eine andere Welt. Dort tanzen wunderschöne Melodien und berührende Lyrics gemeinsam mit Sarahs starker Stimme eng umschlungen in die Nacht hinein. Sie rennen los, fallen lachend hin, wälzen sich in eingängigen Gitarrenriffs und Pianolicks der Band, stehen mit einem großen Lächeln wieder auf und blicken eingehüllt in eine Decke aus wunderbaren Harmonien hinaus auf das große weite Meer.

Da lässt sich nur hoffen, dass diese EP der Vorbote zu einem ebenso schönen Album ist, denn sechs Songs von diesen Damen und Herren sind einfach nicht genug. Vorerst kann man sich Two Hearts und Ten Bands aber wenigstens an zahlreichen Orten live anhören:

Two Hearts in Ten Bands Live

12.09.13 – Oldenburg, Polyester
19.09.13 – Osnabrück, Glanz & Gloria (Support: Marie Katzer), Release Party
20.09.13 – Münster, Sputnik Café + Support
28.09.13 – Melle, Herbstfest
29.09.13 – Melle, Herbstfest
09.10.13 – Hannover, Rocker
10.10.13 – Berlin, Zur Glühlampe
11.10.13 – Berlin, Berlin Acoustic Stage
25.10.13 – Velbert, Ehem. Gemeindezentrum
26.10.13 – Bremen, Orange
02.11.13 – Gelsenkirchen, Flora
22.12.13 – Göttingen, Exil

Two Hearts in Ten Bands sind:
Sarah Steinbrecher – Gesang
Sina Steinbrecher – Gesang, Gitarre
Katrin Remmert – E-Gitarre
Raphael Rahe – Bass
Richard Meier – Schlagzeug

Still Parade – Health

Im Mai habe ich Euch hier die Band Still Parade mit ihrer Single „Actors“ vorgestellt. Seit gestern sind die Jungs nun mit ihrem zweiten Stück „Health“ am Start, das zusammen mit dem Vorgänger auf dem frisch gegründeten Label Serve & Volley Records als 7″ Vinyl veröffentlicht wird. Auch diesen Song kann ich Euch nur ans Herz legen.

„Health“ ist eine elektronische Hommage an die aktuelle Folk Music. Mit minimalem Einsatz schaffen Still Parade auch hier wieder sanft einhüllende Klanglandschaften, in denen man sich zusammen mit seinen Gedanken wunderbar verlieren kann. Im Fokus stehen hier nicht die Lyrics sondern ganz klar nur eine Sache: Die Musik.

Die Single ist ab sofort in digitaler Form auf allen bekannten Plattformen erhältlich, am besten jedoch über Bandcamp.

Live sind Still Parade diesen Monat auch fleißig unterwegs. Unter anderem statten sie dieses Wochenende dem Berlin Festival einen Besuch ab und spielen am 27. September in Hamburg auf dem Reeperbahnfestival.

Hier könnt Ihr in beide Songs reinhören:

Der Blog rockt! Vol. 2 – Newcomer Konzert in Hamburg – Gewinnt Tickets!

Normalerweise veröffentliche ich hier im Blog keine vorgefertigten Pressemitteilungen oder Dinge ähnlicher Art. Vorhin erreichte mich jedoch eine Mail von Marc von www.blog-trifft-musik.de – Er und sein Team veranstalten am Freitag, 12. Juli, in Hamburg in der Bar 227 ein Konzert mit fünf Newcomer Bands. Kurz: „Der Blog rockt!“ Ich finde die Idee toll und andere Blogger mit tollen Ideen unterstütze ich grundsätzlich gerne. Daher lest nun bitte, was Euch Marc zu diesem Konzert zu sagen hat 😉

LEISE/laut verlost übrigens auch noch 1×2 Gästelistenplätze. Was Ihr dafür tun müsst, erfahrt Ihr am Ende des Artikels.

Der Blog Rockt II


Am Freitag ist es wieder soweit: Blog-Trifft-Musik lädt zum Spektakel „Der Blog Rockt“ ein! Nachdem die erste Auflage ein voller Erfolg war, wurde ziemlich schnell klar, dass man diese Veranstaltung weiterführen will und so wurden wieder fleißig Bands gesucht.  

Bestätigt für diesen Abend sind fünf klasse Bands! No Tone, die mit einem akustischem Set in den Abend einleiten werden, die Rocker Flying Fields, die Alternative Metaller Seen, die melodischen Punkrocker Risk Of Addiction und als Headliner für diesen Abend die extra aus Berlin angereisten Circus Rhapsody. 
 

Stattfinden wird das alles am 12.07.2013 in der Bar 227 (Max-Brauer-Allee 227, 22769 Hamburg) direkt unter Sternbrücke! Der Eintritt an diesen Abend wird 5,00 Euro betragen und Einlass ist um 20:00 Uhr 

Der Blog Rockt II

Bar 227

Max-Brauer-Allee 227
22769 Hamburg

12.07.2013

Einlass: 20:00 Uhr
Beginn: 20:30 Uhr

Eintritt: 5,00 €

 

Bands
No Tone http://blog-trifft-musik.de/bands/m-p/no-tone/
SEEN http://blog-trifft-musik.de/bands/q-t/seen/
Flying Fields http://blog-trifft-musik.de/bands/e-h/flying-fields/
Risk Of Addiction http://blog-trifft-musik.de/bands/q-t/risk-of-addiction/
Circus Rhapsody http://www.facebook.com/circusrhapsody

Gewinnt Gästelistenplätze!

Marc war so nett und hat uns hier gleich 1×2 Gästelistenplätze zur Verfügung gestellt. Wenn Ihr also Bock auf das Konzert habt und mit Begleitung für lau dahin wollt, kommentiert bis Donnerstag, 18 Uhr, diesen Beitrag mit „Ich will zu Der Blog Rockt! Vol. 2“. Die Plätze verlosen wir unter allen Teilnehmer.  – Vergesst bitte nicht, Euren Namen für die Liste und eine Emailadresse zu hinterlassen, damit wir Euch auch kontaktieren können, falls Ihr gewonnen habt. 
Viel Glück! 



Monday Madness: Videopremiere von Still Parade – „Actors“

Ein wunderschöner Song, ein wunderschönes Video. Das liefert die Dreamfolk-Band Still Parade mit ihrer ersten Single „Actors“. Selten habe ich so schön bunte Flüssigkeiten in klaren Flüssigkeiten versinken sehen, und nur selten wurde das ganze so schön untermalt wie von Still Parade. Das ist für mich heute Grund genug, das am Montag, 20. Mai, veröffentlichte Video zum Monday Madness der Woche zu erklären – auch wenn heute schon Mittwoch ist.

„Actors“ ist laut Pressemitteilung ein Vorgeschmack auf das bald erscheinende Debüt-Album, das in drei Jahren Arbeit entstanden ist. Still Parade zeichnen sich durch ihre Kombination von warmen Synthesizern, sanft gepickten Gitarrenklängen, hallenden Drums und sanften Vocals aus.

Viele Informationen gibt es über die Band (oder den Künstler, so genau kann man das noch gar nicht sagen) noch nicht. Bisher haben sie etwas über 200 Fans bei Facebook und ich wurde gerade Follower Nummer 10 bei Twitter. Wenn der Rest des versprochenen Debüts aber auch nur halb so gut ist wie „Actors“, dann erwartet uns hier möglicherweise etwas ganz, ganz großartiges.

Mehr Infos zu Still Parade findet Ihr hier:

Facebook
Twitter
Soundcloud

Bei Soundcloud könnt Ihr den Song auch legal und gratis herunterladen.

Music Calling Festival im Rosenhof bot große Bühne für Newcomer

Einen Platz für Newcomer bot vergangenes Wochenende das Music Calling Festival im Osnabrücker Rosenhof. Von Donnerstag bis Samstag präsentierten sich aufstrebende Bands und Künstler aus den Bereichen Hip Hop, Pop und Rock/Indie dem Publikum. Ich war für LEISE/laut beim Pop Day (Freitag) und Rock/Indie Day (Samstag) am Start und mir  den Osnabrücker Singer/Songwriter Fabian von Wegen, Tom Lüneburger aus Berlin, die Hamburger Band Tonbandgerät, die niederländischen Indie-Rocker von Go Back to the Zoo, Mega! Mega! Und Balthazar angehört.

Pop Tag

Los ging es am Freitagabend mit Fabian von Wegen. Der junge Mann kann was, schreibt alle seine Texte selbst und weiß auch, sich auf der Bühne zu präsentieren. Begleitet von seiner Band singt er seine Songs mit viel Hingabe und Emotion.  Zu 100% überzeugen kann er mich jedoch nicht – mir fehlt hier die Abwechslung, die Töne sitzen oft nicht so recht und nach einer guten halben Stunde hört sich doch fast jedes Stück irgendwie gleich an.  Ein bisschen zu schnulzig und radiopoppig ist die Musik für mich, austauschbar… aber mir kann ja auch nicht alles gefallen.

Setlist von Tom Lüneburger

Viel besser gefällt mir da schon Tom Lüneburger. Der Berliner Singer/Songwriter packt mir ab dem ersten Ton mit seiner markant, rauchigen Stimme, einfühlsamen Melodien und schrägen Anekdoten, die angeblich alle sein Pianist erlebt hat. Der sitzt übrigens nicht etwa an einem echten Klavier, auch wenn das erst so aussieht. Da sich die Dinger bekanntlich so schlecht transportieren lassen, hat man dem handlicheren E-Piano einfach ein großes Gehäuse in Klavierform gebaut. Auch nicht schlecht. Darauf steht stilsicher ein Armleuchter mit brennenden Kerzen, daneben eine Stehlampe aus Omas Wohnzimmer. Tom Lüneburger weiß, wie man es schafft, dass das
Publikum einem an den Lippen klebt, jede nächste Textzeile ungeduldig erwartet und jeden Song komplett in sich aufsaugt wie ein hungriger Schwamm. So geht es mir zumindest. Vielleicht ist dieser junge Mann da auf der großen Bühne in zwei, drei Jahren der nächste Aki Bosse? Man weiß es nicht. Ich kaufe mir jedenfalls nach seinem Set beide Alben, die seither in meinem Auto rauf und runter laufen.

Zu fortgeschrittener Stunde lockern Tonbandgerät aus Hamburg die bis hierhin doch sehr gemütliche Stimmung ein wenig auf. Es darf ein bisschen getanzt werden. Ich bin im Vorfeld ein wenig skeptisch, da mich die zwei Jungs und Mädels zwei Wochen zuvor im Vorprogramm von Bosse nicht so ganz überzeugen konnten. Wie schön ist es da zu sehen, dass sie an diesem Abend anscheinend wesentlich weniger aufgeregt sind und sich souverän durch ihr Programm spielen. Manchmal möchte man zwar immer noch zur Gitarristen rennen und für sie ein bisschen am Effektgerät herumspielen, aber längst nicht so dringend wie damals in Dortmund. Gut machen sie ihre Sache und vielleicht trauen sie sich in den nächsten Jahren ja auch bei ihrer Musik mal ein bisschen mehr. Potenzial ist auf jeden Fall genug vorhanden.

Mega! Mega! rocken den Rosenhof mit jeder Menge Party-Attitüde.

Rock Tag

„Los, hopp, ab in den Rosenhof! Die Jungs aus Holland haben mehr Publikum verdient!“ schreibt mir eine Freundin am Samstagabend per SMS. Da stehe ich schon längst auf meinem Longboard und bin schon fast am Rosenplatz. Go Back to the Zoo eröffnen heute den Abend des letztes Music Calling Tages und müssen sich vor einer Handvoll Menschen beweisen. Alle, die an diesem Abend nicht dabei waren, haben wirklich etwas verpasst. Die Niederländer spielen straighten Indie-Rock, der auch auf größeren Festivals die Menge begeistern dürfte. Leider sind sie hierzulande noch recht unbekannt, aber das wird sich in den nächsten Monaten hoffentlich ändern. Die Herren haben nämlich echt was auf dem Kasten und bringen schließlich auch das behäbige Osnabrücker Konzertpublikum zum Tanzen.

Weiter geht’s kurz darauf mit Mega! Mega! Die ursprünglich aus dem Saarland stammende Postpunk-Kapelle ist für mich das überraschende Highlight des Abends. Schnell und rau, freche Texte und unterschwellige Partyattitüde. Sehr sympathisch. Die Jungs sprühen nur so vor Energie und verleiten die Leute mit ihren Mitgröhl-Texten zu wilden Tanzeinlagen. Ein volles Moshpit ist das einzige was gerade noch fehlt. Irgendwie erinnert mich die Darbietung an eine durchgeknallte Mischung aus Fotos, Kraftklub und Turbostaat – wenn man diese Band überhaupt mit irgendwas vernünftig vergleichen kann. Was die Jungs da mit mitreißender Spielfreude aus den Boxen donnern lassen, macht unglaublich viel Spaß. Das Debüt-Album erscheint Ende Juni und ich wage es jetzt einfach mal, den Herren einen sehr heißen, sehr erfolgreichen Festivalsommer zu prophezeien. Auf meiner Must-See-Again-Liste stehen sie zumindest schon mal.

Balthazar aus Belgien überzeugen mit hochkarätigem Avantgarde-Indie.

Das absolute Kontrastprogramm liefern im Anschluss Balthazar aus Belgien. Musikalisch extrem hochwertigen Avantgarde Indierock haben die Damen und Herren da im Gepäck. Die Bühne ist vollgepackt
mit Musikern, unterschiedlichsten Instrumenten und jeder Menge experimenteller Klänge. Nach dem ganzen Partyalarm zuvor habe ich ein wenig Schwierigkeiten, mich richtig auf die Band einzulassen und ihr die Aufmerksamkeit zu schenken, die dieser hochkarätigen Leistung da eigentlich gebührt. Zuletzt habe ich mich so gefühlt, als ich das Album von Emanuel and the Fear zum allerersten Mal gehört habe. Das Album ist übrigens absolut großartig, setzt aber für den vollen Genuss eine gewisse Ernsthaftigkeit voraus. An diese großartige New Yorker Band erinnern mich Balthazar sehr. Und auch wenn mein Innerstes an diesem Abend nicht so richtig bei Balthazars Musik ankommen will, genießt der überwiegende Teil des Publikums das anspruchsvolle Set sichtlich. Die Tanzfläche ist im Vergleich zum Rest des Tages proppenvoll, die Menge schwoft und groovt enthusiastisch und verliert sich zufrieden in den raumeinnehmenden Klängen.

Insgesamt ist das Music Calling Festival eine Bereicherung für die Osnabrücker Konzertszene. Super Bands zum fairen Kurs, deren Namen man für die nächsten Jahre auf jeden Fall im Hinterkopf behalten sollte. Bleibt zu hoffen, dass sich der gemeine, musikinteressierte Osnabrücker zukünftig mal etwas beherzter von der Couch herunter traut und sich ganz mutig Konzerte ansieht, bei denen nicht die ganz großen Namen auf dem Line Up stehen. Denn wer weiß, einige der Unbekannten von heute könnten schließlich die ganz großen von morgen sein.

A Home. A Heart. Whatever. – Vielversprechender Indie aus Bayern

Es gibt Tage, da flattern so viele Mails mit merkwürdiger Musik in unser LEISE/laut Postfach, dass die guten Sachen darin vollkommen untergehen. So geschehen mit der Mail von A Home. A Heart. Whatever. aus Bayern, die Mitte März den Release einer neuen Single verkündete. „1991“ heißt das gute Stück und ist Vorbote des neuen Albums Same Same, das im Juni erscheinen soll.

A Home. A Heart. Whatever. Noch nie gehört? Kein Problem, bis zu dieser Mail hatte ich das Trio, das laut Homepage aus Augsburg, München und Weilheim stammt, auch nicht auf dem Schirm. Dabei gibt es die Band rund um Tobias Mecklinger, Marcus Schreiner und Florian Zabel schon seit 2007, ihr erstes self titled Album erschien 2010. Man könnte jetzt glauben, man habe es wieder mal mit einer typisch studentischen Indie-Band zutun, die sich gerade aus ihren dunklen Probenkellern empor spielt. Doch dem ist nicht so. Zumindest zwei Drittel des Trios haben bereits einschlägige Bühnenerfahrung in anderen Bands gesammelt, sind in den frühen Nuller Jahren quer durch Europa getourt, haben bei Rock am Ring/Park gespielt, waren mit Weezer und den Stereophonics als Support unterwegs, so erzählt zumindest die Bandbiographie, die A Home. A Heart. Whatever auf ihrer Homepage veröffentlicht haben. Doch all das spielt heute keine Rolle mehr.

A Home. A Heart. Whatever. haben sich ihrer eigenen Interpretation von Indie verschrieben. Schicke Melodien mit der richtigen Portion elektronischer Spielereien, kombiniert mit härteren Rock- und zarten Folk-Elementen prägen das Bild des ersten Albums. Die Single „1991“ mit dem Zusatztrack „Let Go“ kommt einen Tick elektronischer daher, wirkt dafür im Sound aber noch eine ganze Spur ausgereifter und moderner und könnte problemlos den Soundtrack einer amerikanischen Serie bestücken („1991“) oder für die ein oder andere wilde Tanzeinlagen in meinem Lieblingsclub sorgen („Let Go“). 



Ich schätze, dass es sich auf jeden Fall lohnt, diese drei Herren weiter im Hinterkopf zu behalten. Die Single erfüllt ihren Zweck und macht neugierig auf mehr. Ich bin mehr als gespannt, wie sich die anderen Songs des neuen Albums wohl anhören werden. Ein genaues Datum für die Veröffentlichung steht noch nicht fest, ich halte Euch aber auf dem Laufenden.

Alle Infos zur Band mit allen Links zu Soundcloud, Bandcamp, iTunes und Co. findet Ihr auf www.ahahwe.com