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Chasing Cars mit Snow Patrol

Die Kartbahn in Dettenheim-Liedolsheim. Wo sonst Motorengeheul und Bremsenquietschen die Pfälzer Landschaft beschallen, sorgten gestern meterhohe Boxentürme für eine nicht gerade leise Geräuschkulisse. Die T-Mobile StreetGigs hatte es in die badenwürttembergische Wallachhei verschlagen und bot dort circa 1600 glücklichen Gewinnern ein erstklassiges musikalisches Event mit Snow Patrol.

Den Anfang macht die Berliner Indie-Band Sometree, die auch gleich dem Supportband-Syndrom „schlechter Sound für die Vorband, damit der Hauptact besser wirkt“ zum Opfer fällt. Ihre Songs, die auf merkwürdige Art stark an eine experiementelle Version von Dashboard Confessional erinnern, gehen leider in einem nicht so schönen Soundbrei verloren, und überhaupt wirkt die Band auf der Bühne eher unsicher. In kleineren Clubs wären sie sicher besser aufgehoben.
Dann endlich der Moment auf den alle gewartet haben. Snow Patrol entern nach einer beeindruckenden LED-Projektion die Bühne und rocken los was das Zeug hält. Sänger Gary ist bestens gelaunt, flachst munter mit dem Publikum und widmet kreuz und quer jeden zweiten Song einer Person aus dem Publikum, den Motten, die auf der Bühne umher schwirren, oder den Bäumen des an das Gelände angrenzenden Waldes. Dabei lassen sie sich auch nicht lumpen und spielen wirklich jeden ihrer großen Hits und begeistern das Publikum ausnahmslos. Wirklich jeder singt und klatscht euphorisch mit, wenn Gary dazu auffordert. Die Band schafft es mit ihrer Musik, das große Areal ganz klein werden zu lassen und auf jedes Gesicht ein verträumt fröhliches Lächeln zu zaubern.
Die Zeit vergeht viel zu schnell. Wenn man nicht den letzten Shuttlebus kriegen müsste, um der dunklen Pampa zu entkommen, könnte man die ganze Nacht lang noch so weiter feiern. So trottet man dann nach dem Konzert leider doch über den Feldweg hinein in die Dunkelheit. Hier und da hört man zufriedenes Summen. Chasing Cars.

Eurocity Fest in Münster

Meine persönliche Open Air Saison 2009 ist seit Freitag nun offiziell eröffnet. Eingeläutet wurde das Ganze beim Eurocity Fest in Münster. Auf der LVM Bühne am Domplatz legten Oceana und Revolverheld eine ordentliche Show hin und rockten mit uns bis kurz nach Mitternacht.

Von Oceana haben wir aufgrund mehrerer verspäteter Züge leider nur noch die letzten 3 Songs gesehen. Die waren aber sehr gut und die junge Dame ist wirklich jedem wärmstens zu empfehlen.

Um 22.30 Uhr enterten dann die Revolvermannen die Bühne und setzten damit ihrem Live-Winterschlaf ein Ende. Nach über einem halben Jahr standen sie in Münster zum ersten Mal wieder auf der Bühne und waren heiß aufs Livespielen wie selten. Mit allerbester Laune fegten Johannes, Kris, Niels, Flo und Jakob über die Bühne und gaben ihr Bestes, um das Münsteraner Publikum zu begeistern. Das machte nach kleineren Startschwierigkeiten auch freudig mit und gab vor der Bühne zusammen mit den Herren auf der Bühne richtig Vollgas. Pogo, Crowdsurfen, Circle Pit. Für ein Stadtfest echt beachtlich, was die Rockfreunde im Publikum da hinlegten. Über kleinere Patzer wurde wohlwollend hinweg gesehen und gerade das weibliche Publikum war teilweise doch sehr kreischig aufgelegt. Besonders wenn Johannes das Konzert mit einem ersten Date verglich und um Knutscher vor der Haustür oder doch um einen Kaffee später in der Wohnung bat, gab es für viele kein halten mehr. Man kam sich vor wie auf den Konzerten der besten Bravo-Zeiten von 2006. Wenn mir jemand vor 5 Jahren einmal gesagt hätte, dass Karohemden, 10-Tagebärte, enge Hosen und Gitarren einmal solche Begeisterungsstürme auslösen würden, dem hätte ich sehr überzeugt den Vogel gezeigt. Aber jetzt, nett anzusehen war es ja doch schon irgendwie. …;-)

Von der Bühne gab es dafür ein ordentliches, volles 90 Minuten Set auf die Ohren, in dem neben einiger neuer Songs die obligatorischen Singles inklusive des EM Fansong „Helden 2008“ natürlich auch nicht fehlen durfte. Mit den ruhigeren Balladen wie Die Welt steht still, Unzertrennlich oder Mit Dir Chilln verzauberten die charmanten Hanseaten ihre Zuhörer, so dass später lautstark Zugaben gefordert wurden.

Die Herren verabschiedeten sich mit einem erstaunlich guten Fanta Vier Cover von „Was geht“ und ihrem Bundesvision Songcontest Hit „Freunde Bleiben“ und rissen nochmal so richtig die Hütte ab, bevor sie sich später unter das Münsteraner Feiervolk mischten.

Alles in allem eine absolut gelungene Saisoneröffnung. Ich lass mich überraschen, was der Sommer noch so bringt.