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Wenn die Fliege das Pack packt – Le Fly und Das Pack in Osnabrück

Letzten Mittwoch gaben sich zwei überaus unterhaltsame Hamburger Bands im Bastard Club die Ehre. Le Fly und Das Pack machten in der Friedensstadt Station und spielten sich energiegeladen durch den Abend.

„St. Pauli Tanzmusik“ prangt dick und fett auf dem Banner der Hamburger Band „Le Fly“ unter einer stilisierten Stewardess. Die winzige Bühne im Keller des neuen Bastard Clubs ist mit Boxen und Instrumenten vollgestellt und wartet nur darauf, endlich bespielt zu werden.

Erst bin ich etwas erschrocken, als ich gegen 20:15 Uhr den Raum betrete. Mit mir sind hier unten gerade einmal zwei andere Mädels und diverse Bandmitglieder von Le Fly und Das Pack. Zum Glück tauchen eine Viertelstunde später, pünktlich zu Konzertbeginn, auch noch etwa 50 andere Menschen auf. Sie hatten sich vorher bloß oben im Raucherraum versteckt.

Bewaffnet mit Kamera und Co. suche ich mir einen netten Platz an der Bühne, als Le Fly auch schon mit ordentlich Krach und Getöse losbrettern. Ihr Sound erinnert streckenweise an Fettes Brot, gemischt mit einer guten Portion Deichkind, Ska, Punk und eben ihrer ganz eigenen Note. St. Pauli Tanzmusik. Das ist ab dem ersten Ton Programm und reißt das überschaubare Publikum schnell aus ihrer Feierabendstarre. Selbst mir fällt es beim Fotografieren hin und wieder äußerst schwer, nicht mitzutanzen und damit jedes Bild zu verwackeln. Gut 45 Minuten lang hauen die sympathischen Herren in Trainingsanzügen den Leuten die Beats um die Ohren als ob es keinen Morgen gäbe. Dazu gibt es das St. Paulianer Nationalgetränk Mexikaner. „Eine vollwertige, scharfe Mahlzeit“, wie die Band verkündet. Lecker.

Das Pack führen nach kurzer Umbaupause den Reigen weiter. Die beiden Musikanten aus dem Monsters of Liedermaching-Stadl wirken auf der winzigen Bühne nun beinahe einsam. Zumindest im Vergleich zum vollgestopften Zustand, der mit sechs Le Fly-Burschen vorher dort herrschte. Das hält sie aber nicht davon ab, das gut angeheizte Publikum direkt abzuholen und in nullkommanichts zu Pogo- und Polonaisetanzeinlagen zu bewegen. Leider ist mein Wecker für den nächsten morgen auf 5 Uhr gestellt, so dass ich mich bereits um 22:15 Uhr verabschieden muss. Da sind die beiden Herren mit den frech zotigen Texten gerade einmal mit etwas mehr als der Hälfte ihres Sets durch.

Nächstes Mal sehe ich zu, dass ich wirklich das ganze Spektakel mitnehmen kann.

An dieser Stelle vielen Dank an Le Fly, die mir ein wunderbares Exemplar ihres Albums vermacht haben. Das Ganze klingt gar wunderbar, so dass ich mich dem Silberling hier in der nächsten Diplomarbeitsschreibpause ausgedehnt widmen werde.

Fotos von Mittwoch (bisher erst mal nur von Le Fly) gibt’s wie immer bei Flickr.