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„Viel besser als Good Charlotte!“ – SUM 41

„Wegen der riesigen Nachfrage muss das SUM 41 Konzert vom Rosenhof in den Hyde Park verlegt werden“. Fast 1600 begeisterte Fans fanden am Sonntagabend ihren Weg zu den kanadischen Punk-Helden von SUM 41, die mit ihrer „European Tour“ gerade für drei Konzerte und ein Festival auch in Deutschland unterwegs sind.

Ab vier Uhr nachmittags hatten es sich die ersten Hardcore-Fans bereits vor dem Eingang bequem gemacht, um auch ja in die erste Reihe zu kommen. Wenn sich eine international mit Platin ausgezeichnete Band schon mal nach Osnabrück verirrt, will man schließlich ganz vorne mit dabei sein.

Entsprechend aufgeheizt ist die Stimmung schon, als Support Radio Havanna aus Berlin die Bühne entern. Die Osnabrücker lassen sich schnell von dem dargebotenen Deutsch-Punk mitreißen und klatschen gut gelaunt mit. „Osnabrück muss ich mir merken. So geil ist das nicht in Berlin“, ruft Sänger Fichte begeistert über so viel Einsatz der Masse entgegen. Knapp 45 Minuten lang rocken die Jungs mit vollem Körpereinsatz was das Zeug hält und legen ein ordentliches Set auf’s Parkett.

„SUM 41! SUM 41!“ Die Menge ist nun endgültig heiß auf die vier Kanadier. Es soll weitergehen, sofort! Aber statt Live-Musik gibt es erst mal eine gefühlte Ewigkeit Rock aus der Konserve. So hat wenigstens jeder Anwesende einmal das AC/DC Best-Of fast in ganzer Länge gehört. Der Stimmung tut dies jedoch keinen Abbruch. Als SUM 41 nach 45 minütiger Pause endlich die Bühne stürmen, gibt es kein Halten mehr. Kreischende Mädchen in der ersten Reihe, pogende Halbstarke direkt dahinter. Die Menge feiert sich und die Band, als gäbe es nichts anderes auf der Welt.

Der erste Höhepunkt des Abends kommt früh: Im dritten Song „All to blame“ holt Frontmann Deryck Whibley zum ersten Mal Fans aus der ersten Reihe auf die Bühne. Der Hyde Park ist ein brodelnder Hexenkessel, der immer wieder kurz vor dem Überkochen steht. Ob Billy-Idol-Cover, neue Songs vom kommenden Album „Screaming Bloody Murder“, Metal-Intermezzi, Animationseinlagen oder Gesangsaufforderungen, das Publikum frisst der Band sprichwörtlich aus der Hand. Nicht ohne Grund: Die gesamte Band bemüht sich während der gesamten 90 Minuten ehrlich und ohne falsche Arroganz um ihre Fans und punktet so auf ganzer Linie.

SUM 41 schlugen ein wie eine Bombe. Dank ihrem abwechslungsreichen, gut durchdachten Mix aus alten Krachern, frischem Material, Improvisation und Live-Klamauk blieb gestern kein Auge trocken. Klitschnass, k.o. aber glücklich war der allgemein vorherrschende Zustand der glücklich-zerrockten Fans. „Viel besser als Good Charlotte letztens“, ruft ein Mädchen begeistert ihren Freunden nach dem Konzert zu. Bands wie SUM 41 sollten sich öfter nach Osnabrück verirren.

Setliste:
Direction
Skumfuck
All to Blame
Walking Disaster
Over my Head
Rebel Yell
Screaming Bloody Murder
Motivation
Hell Song
Metal Mayhem
Mr. Amsterdam
Underclass Hero
Makes no Difference
Still Waiting
In too Deep
____________________
Perfect
Fat Lip
Pap