Schlagwort-Archive: Hyde Park

K.I.Z. – Weltuntergangsparty im Hyde Park Osnabrück

Vor lauter Adventskalender-Videos vergesse ich hier schon fast das Wesentliche im Blog. Die Konzertberichte. Letzte Woche war ich im Auftrag der Neuen Osnabrücker Zeitung im Hyde Park bei K.I.Z. und durfte Zeuge einer massiven Weltuntergangsparty werden. K.I.Z. – Weltuntergangsparty im Hyde Park Osnabrück weiterlesen

Adventskalender #1 – Tickets für Mark Forster in Osnabrück

Es geht los mit meinem Adventskalender. Gleich zu Beginn habe ich schon etwas ganz großartiges für Euch: 1×2 Plätze auf der Gästeliste für das ausverkaufte Konzert von Mark Forster am 5. Dezember im Hyde Park in Osnabrück. Adventskalender #1 – Tickets für Mark Forster in Osnabrück weiterlesen

Milky Chance im Hyde Park: Viel Lärm um wenig

Warum geht man eigentlich immer wieder auf Konzerte von Bands, von denen man nur einen einzigen Song kennt? Das habe ich mich während des Konzerts von MilkyChance am 31. Januar im Hyde Park in Osnabrück gefragt. Wie es wohl keinem entgangen ist, wird das Duo aus Kassel von den Massenmedien seit Monaten unglaublich gehyped, ihre Single „Stolen Dance“ kann inzwischen wohl jedes Kleinkind dank übermäßiger Heavy Rotation im Radio mitsingen. Aber können die auch noch was anderes außer dem Song? Ich war neugierig.
Milky Chance im Hyde Park: Viel Lärm um wenig weiterlesen

Hymnen zum Erwachsenwerden: Casper begeistert junges Publikum im ausverkauften Hyde Park

Osnabrück. „Also ich kann mit der Musik absolut nichts anfangen“, erzählt eine Mutter vor den Türen des Hyde Parks. Ihre 16-jährige Tochter höre aber nichts anderes mehr. Der groß gehypte Bielefelder Rapper Casper war am Sonntagabend mit seiner ausverkauften „Der Druck steigt“-Tour zu Gast in Osnabrück und sorgte damit für große Begeisterung.

Die ersten Fans standen bereits ab 11 Uhr vor der Halle, um ganz nah dabei zu sein. Das Publikum ist an diesem Abend auffällig jung, hauptsächlich halbstarke Jungs und Teenager-Mädchen, von denen einige sogar noch von ihren Eltern begleitet werden. Diese lassen das Konzert wohl eher über sich ergehen, als dass sie es genießen.

Für die Fans scheint es aktuell nichts Besseres als Casper zu geben. Als der 29-Jährige, von dichtem Trockeneisnebel umwabert, geradezu feierlich die Bühne betritt und unter donnernden Beats seine Show mit „Der Druck steigt“ beginnen lässt, zieht ein tosender Begeisterungssturm durch den Hyde Park, der sich bis zum Ende des Konzerts kaum legt.

Casper begeistert mit seiner ganz eigenen Interpretation von deutschem Rap. Statt auf klassische Hip-Hop-Beats bettet Casper seine Lyrics auf einen bunten Stilmix verschiedener Genres. Der Bielefelder kombiniert seinen Rap mit Indierock- und Elektroelementen, die nicht vom Band, sondern mit viel Power von seiner Live-Band gespielt werden. So wundert es dann auch fast schon nicht mehr, dass Casper während des Songs „Rock’n’Roll“ Rockshow-Elemente wie „Wall of Death“ und Pogo-Tanz von seinem Publikum verlangt.

Caspers Texte handeln von Freundschaft, Liebe und Enttäuschungen, von Verlusten, Zukunftsangst und dem Erwachsenwerden. Die kratzig-raue und oft aggressiv klingende Stimme ist gewöhnungsbedürftig, kontrastiert aber geschickt die häufig melancholisch-emotionalen Inhalte seiner Texte. Mal gibt er sich laut und rebellisch, im nächsten Moment wieder leise und regelrecht zerbrechlich. nahezu wie das emotionale Auf und Ab der Pubertät.

Das teils noch pubertäre Publikum zeigt sich absolut textsicher, schreit sich fast jede einzelne Zeile mit voller Kraft aus dem Leib. Es hat fast den Anschein, als ob Caspers Texte für sie ihre Hymnen zum Erwachsenwerden wären, die alle Antworten auf die Fragen liefern, die sie in dieser Zeit beschäftigen.

Der Bielefelder hat die junge Masse fest im Griff, lässt sie die Arme zum Beat schwenken, schreien und vollkommen durchdrehen. Einzig die Hormone einiger Mädchen kann er nicht kontrollieren. So flammen den ganzen Abend über immer wieder ohrenbetäubende „Ausziehen! Ausziehen!“-Sprechchöre auf, die man sonst doch eher von Popkonzerten kennt. Casper nimmt es mit Humor, macht sich einen Spaß daraus, „alle über 18 und Geschlechtsreifen“ allein skandieren zu lassen, und ist sichtlich überrascht, als der Saal an dieser Stelle nicht vollkommen stumm bleibt.

Nach gut 90 Minuten und insgesamt 19 Stücken aus der aktuellen Platte „XOXO“ und älteren Alben beendet Casper seine Show vor einem völlig ekstatischen Publikum mit dem Song „So perfekt“. Die Textzeile „Alles wird perfekt, so perfekt!“ spricht den Fans wohl aus der Seele.

Nur noch kurz Osnabrück retten – Tim Bendzko begeistert 1700 Fans im Osnabrücker Hyde Park

Osnabrück. Die Schlange vor dem Hyde Park windet sich vom Eingang quer über den Parkplatz bis weit hinaus auf den Fürstenauer Weg. 1700 Fans kamen am Mittwochabend, um das Nachholkonzert des Berliner Sängers Tim Bendzko mitzuerleben. Mit einer virtuos vielseitigen Show bewies der Sänger, dass er kein künstlich hochgejubeltes Medienphänomen ist, sondern allein durch sein Talent überzeugen kann.

Die Bühne ist in tiefblaues Licht getaucht. Die Menge jubelt, als der von vielen Fans lang ersehnte Abend mit den ruhig groovenden Tönen von „Du warst noch nie hier“ endlich seinen Lauf nimmt. Fast zwei Monate hatten sie auf diesen Moment warten müssen, da das Konzert im Januar wegen Krankheit verschoben werden musste.

Statt Tim Bendzko bekommt das Osnabrücker Publikum jedoch zunächst nur die sechsköpfige Liveband des Musikers zu Gesicht. Bendzko bleibt im Verborgenen, lässt seine gespannten Fans nur durch seinen Gesang wissen, dass er wirklich hier ist. Der Jubel ist ohrenbetäubend, als sich Bendzko endlich zu erkennen gibt. Als er sich dann auch noch offen für die Absage des ursprünglichen Konzerttermins entschuldigt, gibt es für die Menge zum ersten Mal kaum ein Halten mehr.

Bendzko gibt sich an diesem Abend erstaunlich vielseitig. Mit herzergreifenden Pop-Balladen wickelt er die überwiegend weiblichen Fans im Handumdrehen um den kleinen Finger, nur um im nächsten Moment wieder mit durch Hip-Hop beeinflussten, groovenden Tanznummern das Rhythmusgefühl seiner Zuschauer auf die Probe zu stellen.

Bendzko ist gut gelaunt und wirbelt gut bei Stimme über die Bühne. Die Töne sitzen, auch bei seiner Band. Diese unterstützt den blonden Lockenkopf mit beachtlicher Spielfreude. Wahre Multitalente hat sich der Berliner da zusammengesucht. Neben der Standardbesetzung aus Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard finden unter anderem regelmäßig Akkordeon, Cello und Orgel ihren Einsatz. Viele Stücke erreichen dank dieser großen Virtuosität eine unerwartet greifbare Tiefe.

Die Show folgt einer ausgefeilten Dramaturgie, mit der Tim Bendzko das Osnabrücker Publikum gute eineinhalb Stunden lang in seinen Bann zieht. Die Songtitel sind stets an der rechten Stelle platziert. So beginnt beispielsweise die Zugabe mit dem Titel „Viel mehr davon“, der von den Osnabrücker Fans mit strahlenden Gesichtern aus vollem Hals mitgesungen wird. Auch sie wollen mehr. Keine Nummer seines aktuellen Albums „Wenn Worte meine Sprachen wären“ fehlt, die Liste wird sogar noch um einige unbekanntere, alte Stücke erweitert.

Als absolute Highlights entpuppen sich die großen Chart-Erfolge des Sängers. Mit „Nur noch kurz die Welt retten“ will Bendzko auch kurz Osnabrück retten. Zur Überraschung holt er dafür den Rapper F.R. aus dem Vorprogramm auf die Bühne, der den Song mit fetzenden Raps auffrischt. Eine wohltuende Verjüngungskur für den fast totgespielten Titel. Während „Wenn Worte meine Sprache wären“ scheint es dann so, als hätte sich ein überdimensionaler Mädchenchor in den Hyde Park verirrt. Voller Inbrunst singt die begeisterte Menge jede Zeile mit, teils sogar beinahe lauter als Bendzko selbst. Dieser genießt die unerwartete Serenade sichtlich.

Tim Bendzko überzeugt an diesem Abend auf ganzer Linie. Er ist eben doch ein wahres Talent und kein künstliches Medienprodukt.

Ravende Pandas beim Audiolith Schools Out in Osnabrück

Es ist noch ungewohnt hell im Osnabrücker Hyde Park, als die zweiköpfige Elektropop-Kombo Captain Capa das Audiolith Schools Out Festival am frühen Abend eröffnet. Die Party steigt derweil noch draußen auf dem Parkplatz, wo der ein armer Kerl im überdimensionalen Pandabärkostüm Fotos mit einigen Frittenbude-Fans macht. Doch einige junge Besucher nutzen das kurze Warm-Up des Duos, um sich auf das Elektro-Spektakel des Abends einzustimmen.

Pünktlich zum Ferienbeginn hat das Hamburger Plattenlabel Audiolith ihre Zugpferde Frittenbude, Egotronic, Supershirt und Captain Capa nach Osnabrück gekarrt, um mit den Osnabrücker Schülern jeden jemals dagewesenen Schulfrust an einem einzigen Abend einfach wegzufeiern.

Während die Stimmung beim Opener Captain Capa noch etwas verhalten ist, hüpft, springt und tanzt die Menge bei Supershirt schon so sehr, dass bereits nach wenigen Minuten auf der Tanzfläche tropische Temperaturen herrschen. Auf Supershirts Frage „Was kostet ein Bier?“ grölt die Menge begeistert „8000 Mark“, es frisst Frontmann Henry Witt förmlich aus der Hand und verwandelt sich auf Kommando begeistert in den schönsten Wald, den das Sprachrohr der Band jemals gesehen hat.

Egotronic übernehmen das beinahe schon kochende Publikum, das inzwischen längst seinen Weg von der Parkplatzparty hinein in den Hyde Park gefunden hat, und treiben es mit fetten Beats und provokativen Texten nah an ihre Grenzen. Die Leute „Raven gegen Deutschland“ und „Kotzen“ zusammen mit Frontmann Torsun, bewusst oder unbewusst, die Antwort auf die Kritik für„Raven gegen Deutschland“ in die Atmosphäre. Sie frönen dem „Lustprinzip“ und bleiben auch bei „Ich kann’s nicht sagen“ nicht stumm.

Kein Halten mehr gibt es schließlich bei Frittenbude. Der Club gleicht einem Partytempel auf Ibiza, nur dass hier statt leichtbekleideten Gogos Osnabrücker Schülerinnen auf den Tischen tanzen, während sich in der Menge die verschiedensten Jugendkulturen, vom Emo bishin zum HipHopper, zu einem riesigen Feiervolk im „Raveland“ verbünden. Sie helfen Steffen, der in dem überdimensionalen Pandabär-Kostüm steckt, eine seiner unlösbaren Aufgaben zu lösen, damit er zusammen mit Frittenbude einen Song performen darf. „Er muss unserem Tontechniker ein Bier bringen, es durch die Menge tragen, darf nichts dabei verschütten und auch nicht den Boden berühren“, ruft Sänger Johannes den Leuten entgegen. „Uns wäre es lieber, wenn er es nicht schafft. Lasst ihn fallen!“ – Doch darauf hört das Publikum nicht – sie tragen den Kuschelbär bis ans andere Ende der Halle und es geht tatsächlich kein Tropfen Bier daneben.

Der absolute Höhepunkt des Abends ist erreicht, als Frittenbude das von vielen sehnlich erwartete „Mindestens in 1000 Jahren“ anstimmen. Der Schweiß rinnt in Strömen über ekstatische Gesichter, der Refrain „Das ist Kunst, mindestens in 1000 Jahren“ wird von jedem aus vollem Hals mitgesungen. Auf der Bühne feiert sich dabei alles aus dem Audiolith-Clan, was sich noch aus dem Backstagebereich die Stufen hochquälen kann. So endet der Abend im Hyde Park in einer schweißtriefenden, von Glückshormonen erfüllten Familienfeststimmung. Zum perfekten Weltfrieden fehlt eigentlich nur noch, dass plötzlich ein Audiolith-Remix von „We are the World“ aus den Boxen dröhnt. Dem ist nicht so, dafür gibt es frenetischen Jubel aus der dichtgedrängten, klatschnassen Menge. Osnabrück ist zerstört, im positiven Sinne.