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Frog Rock Q Open Air: Tausende feierten mit Ich + Ich, Revolverheld und Culcha Candela

Strahlender Sonnenschein, eine große grüne Wiese, gekühlte Getränke und gute Musik. Manchmal lässt sich das Erfolgsrezept eines jungen Festivals so einfach zusammen fassen. Am vergangenen Wochenende startete zum ersten Mal das „Frog Rock Q“ Open Air auf dem Segelflugplatz in Quakenbrück, das mit seinem vielseitigen Bandaufgebot auf zwei Bühnen besonders am Freitag und Samstag Tausende Besucher jeden Alters auf das großzügige Festivalgelände lockte. 
Kreischen, Tanzen, glücklich sein
Die Abendsonne zauberte am Freitag nicht nur den Besuchern ein goldenes Glühen ins Gesicht, als gegen 18 Uhr die Insolvent Insomniacs aus Osnabrück auf der Hauptbühne die Ehre hatten, das Festival zu eröffnen und dem rockenden Frosch zu zeigen wo es lang geht. Mit ihrem bläserlastigen Sound irgendwo zwischen Ska und Piratenrock boten sie dem bunt gemischten, aber trotzdem recht jungen Publikum ein schönes Aufwärmprogramm. 
Enno Bunger aus Leer hingegen schlug passend zur fast schon romantischen Abendstimmung ruhigere Töne an. Am Piano entführte er das Quakenbrücker Publikum, das es sich rund um die Bühne auf der Wiese bequem gemacht hatte, mit seinem melancholischen Indie-Acoustic-Pop in Traumwelten im „Hier und Jetzt“ mit „Ein bisschen mehr Herz“. 

Tito & Tarantula knüpften mit ihrem psychedelischen Mexiko-Rock nahtlos an die entspannte Stimmung an und sorgten für dickes Grinsen im Publikum, als Frontmann Tito gleich mehrere junge Zuschauer zum Tanzen auf die Bühne holte. Natürlich durfte der Klassiker „Only after Dark“ aus dem Film „From Dusk till Dawn“ nicht fehlen, der in der langsam untergehenden Sonne das inzwischen stark angewachsene Publikum auf der grünen Wiese begeisterte.
Das von vielen jüngeren Zuschauern sehnlich erwartete erste große Highlight des Abends kam pünktlich um 21:30 Uhr zusammen mit dem Mondschein in Form von fünf sympathischen Hamburger Jungs und lauter deutscher Rockmusik um die Ecke. Revolverheld lieferten gut gelaunt, mit viel Elan, Herzblut und voller Energie vor über 2000 Zuschauern ab, was sie am besten können. Mal leise, mal ohrenbetäubend laut, von großem Herzschmerz bis zum Tanzbeat voll auf die Zwölf. Mit diesem abwechslungsreichen Querschnitt durch alle drei Alben sorgten sie besonders unter den weiblichen Fans  an vorderster Front für Begeisterungsstürme. 
Mitsingen, Klatschen und frenetisches Kreischen bis die Stimmbänder nachgeben war auch bei Culcha Candela ab dem ersten Ton Programm. Mit ihren Megahits „Monsta“, „Hamma“, „Eiskalt“ und „Sommer in meinem Kiez“, gepaart mit ausgefeilten Choreographien, Publikumsanimationen und glatten Showelementen, verwandelten die Berliner den Quakenbrücker Segelflugplatz in einen wilden Hexenkessel, der sich bis spät in die Nacht vor der Bühne die Seele aus dem Leib tanzte. 
Chorprobe, Konzert-Yoga und Ausverkaufte Stimmung 

Das Kontrastprogramm zum jungen lauten Freitag lieferte am Samstag Ich + Ich, eine der erfolgreichsten Bands Deutschlands zusammen mit Supportact Ashley Hicklin. Letzterer überzeugte das im Vergleich zum Vortag im Durchschnitt spontan um 20 Jahre gealterte Publikum mit viel Charme, britischem Humor und seinem eingängig folkigem Acoustic-Pop. Der in Hamburg lebende Künstler war nach dem Konzert von neugewonnenen Fans belagert und erfüllte geduldig Foto- und Autogrammwünsche.
Über 3500 Besucher von nah und fern waren wieder bei bestem Wetter auf die grüne Wiese gepilgert um sich von Frontmann Adel Tawil und seinen herzerwärmenden Popnummern verzaubern zu lassen. Mit dem ersten Akkord hatte der sympathische Berliner das Publikum fest in der Hand. Jede Einladung zum Mitsingen wurde begeistert angenommen, so dass sich das Flugfeld teilweise in eine gefühlvolle Massenchorprobe verwandelte. Auch sämtliche Konzert-Yoga-Übungen alias Klatschen, Arme schwingen, Winken und Tanzen wurden ohne Zögern nahezu perfekt ausgeführt. Das zauberte selbst dem Künstler ein breites Honigkuchenpferdgrinsen ins Gesicht: „Quakenbrück, auch wenn das Konzert heute nicht ausverkauft ist, die Stimmung ist mindestens genauso magisch!“ 












Fotos: Katharina Leuck