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Musikmesse 2010 – Eine Mission für die Musik

Ab morgen öffnen sich wieder die Tore des Musikmekkas in Europa. Die Musikmesse / ProLight & Sound startet wieder in Frankfurt am Main und erwartet freudig alle musikbegeisterten Menschen dieser Welt, und die, die es noch werden wollen. Ganz nach dem Motto „mission for music“ werden rund 2340 Aussteller vom 24. bis 27. März ihre Produkte und teilweise atemberaubenden Innovationen dem Fach-, und später am Samstag auch dem allgemeinen Publikum präsentieren.

Ganz weit vorne bei den Neuheiten mit dabei ist das iTab, das erste elektronische Songbuch, das man, ähnlich wie ein Navi im Auto, spielend leicht auf seinen Gitarrenhals klemmen und damit sofort losjammen kann. Neben Text und Akkorden zeigt es auch die richtige Tonlage sowie den Rhythmus der zu singenden Stücke an. Eine Mischung aus mp3-Player, Karaokemaschine und Navigation quer durch die Musik. Absolut einzigartig bisher.

Neben Produkten aller wichtigen Musik-Marken aus allen Bereichen, wie z.B. Fender, Gibson, Roland, Yamaha, Schott, etc., bietet die Musikmesse / ProLight & Sound den Besuchern auch ein  atemberaubendes Rahmenprogramm. Namenhafte Musiker und Bands geben sich zum einen mal die Klinke bzw die Eddings bei zahllosen Autogrammstunden in die Hand, oder zeigen zum anderen in Showcases lieber gleich, was sie an ihren Paradeinstrumenten so drauf haben. Innerhalb der nächsten Tage werden dort neben vielen Anderen Künstler von den Toten Hosen, Rammstein, Anthrax, der Scorpions, Revolverheld, Panik, Ozzy Osborne’s Band, Within Temptation, Thin Lizzy, Eisblume, Peter Maffay’s Band, Trivium, Oomph oder auch Mimi Müller-Westernhagen anzutreffen sein. Zusätzlich finden an den Abenden auch noch zahlreiche hochkarätige Konzerte in Frankfurt selber statt. 
Mit über 1000 Konzerten und Events alleine auf dem Messegelände ist die diesjährige Musikmesse die größte Konzertveranstaltung Europas und zeigt, welch wichtige Rolle Musik im alltäglichen Leben spielt. Trotz der Wirtschaftskrise blickt die Branche vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Bisher spielen laut einer GfK-Studie gerade einmal 16,5 Prozent der Deutschen aktiv ein Instrument. Dahingehend besteht also noch ein großes Wachstumspotenzial, welches durch das gemeinsame Engagement der Musikmesse und Aussteller in ihrer Mission für die Musik hoffentlich auch erreicht werden kann. 

Ready, Set, Go! – Livingston im Interview

Als Support von Revolverheld, Thomas Godoj und Ich+Ich haben Livingston sich während der letzten 3 Jahre in Deutschland ihre Sporen verdient. Jetzt ist ihre aktuelle Single „Go“ sogar vom ZDF zur Hymne der Olympischen Winterspiele 2010 gemacht worden. Im Rahmen ihrer Sign-Language-Tour rocken die Herren am 14. März den Rosenhof. Drummer Paolo Serafini hat sich vorab etwas Zeit genommen, und mit uns über die Tour, Musik und Zivilcourage gesprochen.


Wie ist das für Euch, jetzt als Headliner und nicht mehr als Support unterwegs zu sein?
Es ist ein ziemlich unglaubliches Gefühl. Plötzlich hat man Leute im Publikum, die alle Texte auswendig können und mitsingen. Wenn man Support spielt, muss man die Fans erst mal für sich gewinnen. Das ist schon ein riesiger Unterschied und das Gefühl ist einfach unbeschreiblich.

Habt Ihr auf Eurer Tour jetzt einen eigenen Support dabei?
Ja, wir haben TAKIDA aus Schweden für die ersten Teil und Reisegruppe Fischer für den zweiten Teil der Tour dabei. Wir dachten, wir nehmen mal zwei Bands mit, damit die Leute, die vielleicht öfter zu den Gigs kommen, sich nicht so langweilen (lacht).

Wenn eine Tour so wie jetzt ansteht, wie lange und oft probt Ihr da?
Wir versuchen mindestens zwei Wochen davor wirklich intensiv zu proben, so 4 bis 5 Stunden am Tag. Wir sind sowieso eine Band, die wirklich gerne probt. Es kam auch schon vor, dass wir den ganzen Tag von 12 bis 22 Uhr geprobt haben (lacht).

Ihr macht jetzt schon seit fast 8 Jahren zusammen Musik, und werdet jetzt seit „Broken“ als Newcomer gehandelt. Wie ist das für Euch? Ist das für Euch persönlich ein besonderer Erfolg?
Ja, auf jeden Fall. Das ist eine große Belohnung. Es fühlt sich so an als ob man alles richtig gemacht hat und jetzt endlich die Ergebnisse sieht. Es hat zwar sehr lange gedauert, aber das ist auch eine gute Lektion, denn dann weiß man wenigstens, wofür man so lange gekämpft hat. Wir wollten alle immer schon von der Musik leben und das können wir jetzt. Damit ist für uns ein Traum der in Erfüllung gegangen.

Livingston ist eine sehr internationale Band. Ihr kommt aus Italien, Süd Afrika, Deutschland und England. Wie wirkt sich das auf Eure Musik aus?
Ich denke schon, dass sich das auf unseren Sound auswirkt. Wir hören dadurch alle einfach sehr unterschiedliche Musik. Unser Bassist Phil hört viel Tool und At the Drive-In, ich höre dann lieber John Mayer und so softeren Rock. Dann hat man einfach eine gute Mischung und Soundkombinationen wenn man Songs zusammen schreibt.

Was sind sonst so Eure musikalischen Haupteinflüsse?
Die sind sehr unterschiedlich, jeder hat halt so seine Lieblingsbands. Die Bands die wir aber alle mögen sind zum Beispiel John Mayer, Jimmy Eat World, Jeff Buckley, Radiohead oder Peter Gabriel.

Das klingt nach einer guten Mischung.
Ja, ich finde ich auch. So bleibt es auch interessant. Wenn wir jetzt alle nur Foo Fighters hören würden, würden wir wahrscheinlich auch irgendwann wie die Foo Fighters klingen (lacht). Das wären dann aber einfach nicht „wir“.

Wie wichtig ist Euch die Meinung Eurer Fans wenn es um eure Musik geht? Lasst Ihr Euch von Kritik beeinflussen oder ist Euch das egal?
In der Anfangsphase ist es sehr interessant Kritik zu lesen. Ich persönlich versuche es nicht zu lesen, weil ich glaube, dass wir alle erwachsen genug sind um unsere Schwächen zu kennen. Und weil man sich sonst auch zu sehr verrückt macht. Ich finde es aber trotzdem interessant, wenn jemand etwas schlechtes zu sagen hat. Die sind dann nämlich meistens richtig ehrlich. Aber ansonsten ziehen wir unser Ding durch. Wenn die Leute unsere Musik mögen, super. Wenn nicht, dann ist das auch ok. Man kann ja nicht alles toll finden.

Mit wem würdet Ihr gerne mal zusammen arbeiten oder einen Song aufnehmen?
Das ist sehr individuell. Aber ich wäre überglücklich, wenn wir mal etwas mit Dave Matthews Band machen könnten. Das ist meine absolute Lieblingsband. Wegen deren Drummer habe ich überhaupt angefangen Schlagzeug zu spielen. Der hat mich wahnsinnig inspiriert.

Das Thema dieser blue-Ausgabe ist Gewalt und Zivilcourage. Wie stehst du zum Thema? Beweist du Zivilcourage?
Ich finde es wahnsinnig mutig von den Leuten die dazwischen gehen. Aber es ist wirklich tragisch, dass diese Personen dann so häufig selber leiden müssen.

Würdest du dazwischen gehen?
In so einer ganz ernsten Situation war ich zwar noch nicht, aber von meinen Prinzipien her würde ich schon dazwischen gehen. Man kann natürlich nie wissen. Wenn der andere ein Messer hat, ist es vielleicht intelligenter, die Polizei zu rufen. Aber sonst in der Schule habe ich mich öfter eingesetzt, wenn sich Leute gestritten haben.

Was sind jetzt die nächsten Ziele für Euch? Was möchtet Ihr dieses Jahr noch gerne erreichen?
Wir möchten einfach so viele Festivals wie möglich mitnehmen und vielleicht auch ein bisschen im Ausland spielen. Wir haben jetzt auch eine Tour in Schweden geplant. Wenn alles gut klappt auch in Süd Afrika und Japan, vielleicht auch in Amerika. Ansonsten möchten wir einfach gerne weiter erfolgreich in Deutschland sein, damit wir hier weiter so viel spielen können. Wir freuen uns jetzt aber erst mal wahnsinnig auf die Tour. Und auf Osnabrück. Da waren wir ja noch nie.

Konzertbericht: Luxuslärm im Rosenhof können laut


Von ungewohnten Klängen wurden am Samstag Abend die Besucher des Rosenhofs in Osnabrück begrüßt. Aus den Boxen rieselten zur Einstimmung auf Luxuslärm sanfte klassische Klänge von Beethoven, Bach und Mozart an Stelle von Rockbrettern von Foo Fighters, Lost Prophets und Pearl Jam. Dadurch wurde jedem Anwesenden sofort klar gemacht: Hier passiert heute Abend etwas ganz besonderes!

Mit einem fulminanten Intro unter einem Bassgewitter, das den ganzen Rosenhof im wahrsten Sinne des Wortes zum Beben brachte, enterte die fünfköpfige Band aus Iserlohn gegen 20:30 Uhr die Bühne und gab sofort Vollgas. Das krasse Kontrastprogramm zur vorangegangenen Pausenmusik. Wie ein Wirbelwind fegte Sängerin Jini über die Bühne und sang mit unglaublicher Hingabe Song um Song der überaus abwechslungsreichen Setliste. Auf dem Programm standen vor allen Dingen die Poprock-Titel ihres neuen Albums „So laut ich kann“ mit den Highlights „Sag es so wie es ist“, „Sie sieht es nicht“, „Feuer“ und „Wirf den ersten Stein“. Aber natürlich durften auch die besten Songs vom ersten Album wie „Unsterblich“ oder „1000 Kilometer bis zum Meer“ nicht fehlen.

Gut zwei Stunden lang verzauberten die fünf gut gelaunten Iserlohner das teils von weit her angereiste Publikum mit einer musikalisch einwandfreien Bühnenshow die von einer Lichtshow untermalt wurde, von der andere Indie-Bands nur träumen können. Dabei gab sich die Band sehr publikumsnah, ging immer wieder auf die Fans der ersten Reihen ein und erzählten zwischen den Songs immer wieder kleine Anekdoten aus ihrem Tour-Alltag. Nach 18 Songs und drei Zugaben verabschiedeten sich die Luxuslärmer sichtlich stolz und zufrieden von den Osnabrücker Fans und erfüllten später an ihrem Merchandise-Stand noch geduldig Autogrammwünsche.

Dass Luxuslärm immer eine Reise wert sind, bewiesen zwei Fans in der ersten Reihe: Das Konzert im Rosenhof war für sie bereits das vierundsiebzigste. Und nach dem gelungenen Abend zu urteilen, wird sicher auch noch das ein oder andere dazu kommen. Gelegenheit dazu wird es im Festivalsommer 2010 mit Sicherheit genug geben.

Setliste:

Intro
Du weißt nicht wie das ist
Sag es wie es ist
Was ist mit mir
Feuer
Was sag ich jetzt
Nichts ist zu spät
Leb deine Träume
Vergessen zu vergessen
Sie sieht es nicht
Zeichen
Schrei so laut du kannst
Komm ins Licht
Wirf den ersten Stein
Regen
Jemand anders sein
1000 Kilometer bis zum Meer
Letzter Tag

Zugaben:

Unsterblich
Abschied
Etwas bleibt
Weitere Bilder findet hier hier bei Flickr!

„Wir haben nicht damit gerechnet!“ – Interview mit Jini von Luxuslärm

Es wird laut. Luxuslärm stehen mit ihrem neuen Album „So laut ich kann“ und gleichnamiger Deutschland-Tour in den Startlöchern. Innerhalb eines guten Jahres hat sich die sympathische Band aus Iserlohn mit viel Blut und Schweiß von einer Lokalgröße über die Herzen ihrer Fans zum „Besten Newcomer 2009“ bei der 1live Krone gespielt. Und das alles ohne große Plattenfirma im Rücken. Am 27. Februar wird die Band die Bühnenbretter im Rosenhof zum Brennen bringen. Um uns schon mal auf das neue Album und das anstehende Konzert in Osnabrück einzustimmen, hat Sängerin Janine („Jini“) sich einen Moment Zeit genommen, und stand mir für blue am Telefon ausführlich Rede und Antwort.

Vor etwas über einem Jahr kannte euch ja eigentlich noch fast keiner. Jetzt habt ihr Anfang Dezember die 1Live Krone als bester Newcomer 2009 gewonnen, die vor euch schon Bands wie Wir sind Helden, Silbermond und Revolverheld entgegen nehmen durften. Was bedeutet so ein Preis für euch? Wie ging‘s euch, als ihr gehört habt, dass ihr wirklich gewonnen habt?

Es wird ja immer so häufig gesagt „wir haben da wirklich nicht mit gerechnet!“, aber bei uns war das tatsächlich so. Als wir dort am roten Teppich angekommen sind, haben wir uns erst mal tierisch gefreut, dass da wirklich Fans von uns standen und richtig Lärm gemacht haben. Das war so toll für uns, dass wir da so ne super Fan-Unterstützung hatten! Uns kennen ja wirklich noch nicht so viele Leute. Da ist es einfach besonders toll, dass wir gerade auch so viele treue Fans haben, die sich jeden Tag hingesetzt und sich den Arsch abgevotet haben. Im Endeffekt haben die Fans uns ja auch so die Krone gebracht. Gerade weil es so ein Publikumspreis ist, ist es für uns die größte Ehre, die es gibt.

Insgesamt sind wir da schon unglaublich stolz drauf. Gerade weil die anderen Bands bei der Krone im Gegensatz zu uns alle ziemlich große Plattenfirmen im Rücken haben, hätten wir nie damit gerechnet wirklich zu gewinnen. Normalerweise spielen Radiosender schon aus Prinzip keine Bands, die nicht irgendwo unter Vertrag sind. Bei uns war das schon eine echte Ausnahme. Und dann war es auch noch mal eine große Ausnahme, dass wir überhaupt nominiert worden sind. Als wir dann auch noch wirklich gewonnen haben, war das absolut unbegreiflich. Ich hoffe, dass wir die Leute, die jetzt durch die Krone auf uns aufmerksam geworden sind, auch mit unserem neuen Album begeistern und sie auf unsere Live-Konzerte ziehen können.

Bevor wir über euer neues Album sprechen. Ihr seid ja per Definition eine richtige Indie-Band, habt keinen Major-Deal und macht wirklich alles selber. Was für Vorteile oder auch Nachteile seht ihr darin?

Die gibt es beide. Nachteile sind definitiv, dass man natürlich alles selber machen muss. Der Tag müsste eigentlich 48 Stunden haben um das zu schaffen. Wir haben ne eigene Plattenfirma gegründet und sind daher also unsere eigene Plattenfirma, unser eigenes Management und unsere eigene Promotion-Firma. Wir versuchen daher nur Leute ins Boot zu holen, wo wir das Gefühl haben, dass sie da voll Bock drauf haben und hundertprozentig hinter stehen. Wir haben also ein sehr kleines Team. Aber so wissen wir wenigstens, dass die Sachen wirklich ordentlich gemacht werden, weil alle mit ganzem Herzen dabei sind. Dann hat man natürlich einfach immer viel zu wenig Zeit für Freunde und Familie. Das bleibt dann schnell mal auf der Strecke. Die Vorteile liegen aber auch klar auf der Hand. Wir sind nicht an irgendwelche Firmen gebunden, mussten keine Exklusivverträge über 20 Jahre unterschreiben und versprechen, dass wir 10.000 Alben machen, uns auf bestimmte Art kleiden und uns nach außen so und so geben. Wir können einfach wir selber sein.

Euer zweites Album „So laut ich kann“ kommt am 29. Januar in die Läden. Was ist bei diesem Album anders als bei „1000 Kilometer bis zum Meer“?

Generell finde ich das zweite Album gereifter. Beim ersten Album merkt man vielleicht noch, dass wir nicht richtig wussten in welche Richtung es gehen sollte. Wir waren ziemlich vorsichtig, auch gerade ich beim Einsingen. Viele Leute haben uns dann im letzten Jahr gesagt „Euer Album ist gut, aber live seid ihr zehntausend Mal besser!“ Deshalb haben wir das zweite Album jetzt auch genauso aufgenommen, wie wir es live spielen würden. Das hört man glaube ich auch, dass wir jetzt wesentlich selbstbewusster sind.

Außerdem sind unsere Texte auch um einiges reifer geworden. Die Texte auf dem ersten Album haben ja eher aus unseren eigenen Erfahrungen geschöpft. Jetzt sind auch viele Geschichten dabei, die uns unsere Fans nach den Konzerten erzählt haben. Der direkte Kontakt zu den Fans prägt einen schon. Es war uns wichtig, reale Texte zu schreiben und nicht irgendwelche Ideen aus der Luft zu greifen, denn wir wollen den Leuten ja auch das Gefühl geben, dass wir sie und ihre Sorgen verstehen. Gleichzeitig verarbeiten wir persönlich natürlich auch weiter unsere eigenen Erlebnisse in den Songs. Zum Beispiel bei „Wirf den 1. Stein“, in dem es um bösen Neid geht, den wir öfter erfahren.

Bei einigen Songs seid ihr von Laith Al Deen und Anne De Wolff von Rosenstolz unterstützt worden. Wie ist es zu dieser Zusammenarbeit gekommen?

Mit Laith durften wir letztes Jahr schon drei Termine in seinem Vorprogramm spielen. Da waren wir schon überglücklich, dass das geklappt hat. Wir als Bands haben einfach richtig gut zusammen gepasst. Ich bin ein großer Fan von seiner Stimme und bekomme immer Gänsehaut dabei. Er ist ein super Live-Musiker und genauso im Studio. Da sitzt einfach jeder Ton, ohne dass das Gefühl verloren geht. Wir haben einfach mal angerufen und angefragt. Er fand die Idee toll und hat dann eine Teil von „Jemand anders sein“ in Bonn eingesungen. Seine Stimme passt einfach perfekt und gibt dem Song unglaublich viel. Mein größter Traum wäre, dass er das noch mal live mit uns singt.

Mit Anne De Wolff hat unser Produzent Götz schon mal zusammen gearbeitet. Wir haben letztes Jahr drei Konzerte mit einem Philharmonieorchester zusammen gespielt. Dort haben wir unter anderem auch schon „Regen“ vom neuen Album gespielt und dieses Orchester hat dem Song so viel gegeben, dass wir auch auf dem Album eine Geige haben wollten. Götz hat dann bei ihr angerufen und sie hat dann bei drei Stücken die Geige eingespielt.

Warum habt ihr gerade „So Laut ich kann“ als Titel für das Album gewählt? Und worum geht es in dem Song „Schrei so laut ich kann“?

Generell war von vorne herein klar, dass unser Album „So laut ich kann“ heißen sollte, weil das auch schön unser Live-Motto verkörpert. Wir sind immer sehr laut live, geben richtig Gas und versuchen aus der Show etwas besonderes zu machen. Gleichzeitig haben wir viel an „Schrei so laut ich kann“ herum gebastelt. In dem Text geht es im Prinzip um häusliche Gewalt und darum, dass viele vielleicht nicht so eine schöne Kindheit hatten wie ich oder die Jungs jetzt zum Beispiel. Es gibt leider auch andere Formen, wo Eltern meinen ihre Kinder zu irgendwas zu prügeln zu müssen. Ich finde es ist einfach ein riesiges Thema diese Zivilcourage zu beweisen. Ich weiß, dass das in letzter Zeit auch leider wirklich oft schiefgegangen ist, und der der Zivilcourage bewiesen hat, im Krankenhaus gelandet oder bei der einen Geschichte sogar gestorben ist. Ich finde dieses Thema verdient einfach wahnsinnig viel Respekt, so dass wir das einfach auch zum Thema und Titel unseres Albums machen wollten. Es kann nicht immer alles happy hippo sein, das Leben ist leider auch einfach mal unfair. Deshalb wollten wir da einfach noch mal darauf aufmerksam machen. Zivilcourage muss man einfach haben und das drückt dieser Text auch unwahrscheinlich gut aus, finde ich. Am schlimmsten sind die, die mitbekommen, wie manche Leute ihre Kinder behandeln und dann das Maul nicht aufmachen. Ein wirklich schwieriges Thema, aber ich glaube, dass wir da einfach mal selbstbewusst drangehen und das in die Welt hinausrufen können.

Passend zum Album geht ihr ab Anfang Februar auf „So laut ich kann“-Tour. Am 27.02. kommt ihr auch nach Osnabrück. Was kann man live von euch da erwarten?

Wir freuen uns schon wahnsinnig auf die Tour! Der Vorverkauf läuft unglaublich gut. Unser erstes Konzert in Recklinghausen ist sogar schon ausverkauft, so dass wir sogar noch ein Zusatzkonzert geben. Mit solchen Zahlen hat keiner von uns gerechnet!
Ansonsten versuchen wir für diese Tour zum ersten Mal einen eigenen Lichtmann mitzunehmen. Bisher war das einfach nicht in unserem Indie-Band-Budget drin. Das wird jetzt unser persönliches Bonbon, dass wir das alles auch lichttechnisch so umsetzen können, wie wir uns das vorstellen. Dann wird‘s natürlich ein volles, längeres Programm spielen. Zwei Stunden lang, natürlich mit dem neuen Album aber auch Songs aus dem ersten Album, die beim Publikum immer super ankommen. Wir haben uns auch ein paar Bühnensachen überlegt, die ich aber noch nicht verraten darf. Da müsst ihr euch wohl überraschen lassen (lacht). Wir freuen uns auf jeden Fall auf die Leute, die uns dann wieder eine Gänsehaut bescheren wenn sie mitsingen.

Habt ihr eigentlich dann auch eine Support-Band dabei?

Nein. Wir hatten ja letztes Jahr öfter Support-Bands dabei und werden gerade auch mit Anfragen überschüttet. Das freut uns natürlich, aber wir haben gar nicht so viel Zeit, das alles richtig durchzuhören. Ende des Jahres wird es wohl noch so eine Tour geben und da kann man dann mal überlegen, Leute mitzunehmen. Wir möchten die Bands, die sich bei uns beworben haben natürlich auch nicht außer Acht lassen und sagen „das ist unwichtig“. Aber jetzt wollen wir uns erst mal einfach nur auf uns und das Publikum konzentrieren, damit die uns volle Breitseite abbekommen. Denn ich glaube es ist schon heftig, wenn man erst eine Stunde lang eine Supportband spielen lässt und dann noch mal zwei Stunden volles Brett Luxuslärm oben drauf setzt. Inzwischen haben wir einfach genug Programm, dass wir das selber machen können und für diese Tour wird es daher keine Vorband geben.

Ihr habt in den letzten Jahren so ziemlich alles an Konzerten, kleinen und größeren Festivals mitgenommen, was ging. Gab‘s bei einem Auftritt irgendwas Lustiges, was ihr nie vergessen werdet?

Auf dem Hafenfest in Hamm haben wir gespielt und da war…niemand! Es stand wirklich niemand vor der Bühne, das Wetter war furchtbar. Es war saukalt, es hat in Strömen geregnet, schon fast gehagelt, wir waren alle dick eingepackt und wären am liebsten wieder nach Hause gefahren. Dann, wirklich fünf Minuten vor bevor wir angefangen haben, kamen 300 Luxuslärm-Fans mit Regenschirmen, haben sich da dick eingemummelt hingestellt und mit uns richtig Party gemacht. Aber das lustigste war wohl letztes Jahr in Berlin im Magnet Club. Jan hat bei „Ja, Ja“ plötzlich die Augen weit aufgerissen, mit dem Kopf geschüttelt und „Jini! Ich muss auf‘s Klo!“ gerufen. Das ist uns noch nie passiert, dass einer von uns beim Konzert aufs Klo muss. Aber wir hatten vorher Chili Con Carne gegessen (lacht). Er ist dann losgerannt, aber leider auf der Mädels-Toilette gelandet. Total peinlich! Wir anderen haben dann drinnen mit den Leuten „1000 Kilometer bis zum Klo“ gesungen, bis er wieder kam. Richtig geil! Solche Sachen vergessen wir natürlich nicht.

Wer oder was wäre Luxuslärm ohne den Erfolg? Also was würdet ihr sonst beruflich machen?

Ich glaube wir würden alle trotzdem was mit Musik machen. Ich und die anderen würden genauso weiter in unserer Musikschule unterrichten. Bis auf Dave, der ist ja Physiotherapeut. Der würde das weiter machen, aber trotzdem weiter Gigs mit verschiedenen Coverbands oder eigenen Sachen spielen. Wir hätten glaube ich alle musikalische Berufe, sei es Musiklehrer oder Musiktherapeut. Auf jeden Fall etwas, dass mit Leuten und uns als Musiker zu tun hat. Musik steht bei uns einfach an erster Stelle. Wahrscheinlich würden wir trotzdem auf der Bühne stehen, sei es mit einer Coverband.

Was ist das für ein Musikschule die ihr da habt?

Das ist ja eigentlich unser Hauptberuf. Das ist unsere eigene Musikschule, die wir vor fünf Jahren aufgebaut haben. Jan, unser Trommler, ist der Besitzer und hatte damals die Idee. Er wollte das schon immer, eine eigene Rock- und Pop-Musikschule. Die ist jetzt hier bei uns in Iserlohn, hat inzwischen 430 Schüler und 24 Lehrer, die alle so in unserem Alter sind, also alle so zwischen 25 und 35. Das ist halt ne moderne Rock- und Pop-Musikschule, wo die Kinder genau das spielen können was sie wollen. Da waren auch schon ganz Süße dabei, die gerne unsere Lieder trommeln oder auf der Gitarren spielen lernen wollten. Der Jüngste ist jetzt 5 und die Älteste 70. Und egal was mit Luxuslärm passiert, die Musikschule werden wir behalten und auch weiter unterrichten. Wenn Luxuslärm irgendwann keiner mehr hören will, haben wir immer noch ein zweites Standbein. Wir sind ja auch keine Teenager mehr, die an die ganze Sache ganz blauäugig rangehen und denken „oooh, wir werden jetzt Superstars und verdienen dann Millioooonen!“. Das kann man heutzutage nur noch, wenn man Robbie Williams heißt.

Wenn du freie Auswahl hättest, mit wem würdet ihr oder du gerne mal zusammen arbeiten?

Das ist schwierig, da gibt‘s viele. Selig wäre sicher ne gute Band. Ich mag deren Stil sehr gerne. Unser Gitarrist würde gerne mal mit Udo Lindenberg zusammen arbeiten. Tja, und dann so Tagträume natürlich. Wenn ich mal mit Pink auf einer Bühne stehen würde, Alter Falter! Das wäre natürlich schon Hammer. Aber das ist ja nicht realistisch. Auf die anderen Wünsche kann man ja versuchen hinzuarbeiten.

Anderes Thema. Egal ob man die Zeitung aufschlägt oder Fernseher und Radio einschaltet, überall liest und hört man von der unglaublichen Erdbeben-Katastrophe auf Haiti. Spendet ihr?

Ja, mein Keyboarder meinte, dass man über iTunes einen gewissen Betrag spenden kann, wenn man da Songs kauft. Das werde ich auch auf jeden Fall machen. Die anderen Jungs haben auch schon gespendet. Ich weiß nicht, ob das wieder so eine Spendenflut ist wie bei der letzten Katastrophe, wo dann wirklich gesagt wurde „Wir wissen nicht mehr wohin mit den Spenden“. Aber ich glaube, das wird hier gar nicht so passieren. Da zählt wirklich jeder Euro. Wenn man die Berichte sieht, denkt man ja nur was für kleine Probleme wir dagegen in Deutschland haben. Daher möchte ich auf jeden Fall spenden.

Vielen Dank für das Interview!

Gerne! Toll dass das geklappt hat. Wir sehen uns in Osnabrück!

Luxuslärm – So laut ich kann


Mit ihrem Debüt „1000 Kilometer bis zum Meer“ haben sich Luxuslärm aus Iserlohn bis zur 1Live Krone 2009 gespielt und dort den Award als „Bester Newcomer“ abgesahnt. Und das alles ohne große Plattenfirma im Rücken. Ab morgen steht der Nachfolger So laut ich kann ganz frisch in den Läden.

Für viele Bands bedeutet das zweite Album alles oder nichts. Daran wird gemessen, ob man sich weiter auf dem knallharten Musikmarkt behaupten kann, oder ob man doch lieber wieder den Rückzug in die Versenkung antreten sollte. Diese Frage stellt sich bei Luxuslärm mit dieser Platte sicherlich nicht. Mit So laut ich kann legt das Quintett rund um Frontfrau Janine „Jini“ Meyer wirklich ein beachtliches zweites Album mit 14 Rock/Pop-Tracks nach, das im Großen und Ganzen auch den härtesten Kritikern gut standhalten dürfte. Mal poppig, mal rockig. Mal gefühlvoll, mal frech und rotzig. So laut ich kann besticht besonders durch Vielseitigkeit, authentische Texte und ausgefeilte, wirkungsvolle Arrangements. Im Vergleich zum ersten Album eine klare Steigerung, die man hören kann.
Trackliste:
Sag‘ es wie es ist
Sie sieht es nicht
Nichts ist zu spät
Feuer
Jemand anders sein
Du weißt nicht wie das ist
Komm‘ ins Licht
Vergessen zu vergessen
Regen
Leb‘ deine Träume
Schrei so laut ich kann
Etwas bleibt
Wirf den 1. Stein
Letzter Tag
Während man auf dem ersten Album 1000 Kilometer bis zum Meer noch teilweise das Gefühl hatte, dass die Band selber nicht so genau wusste, wo die Reise hingehen soll, fährt das Quintett dieses mal eine ganz klare Linie. Die führt poppig rockig gerade aus, ohne viele unnötige Schlenker und Schnörkel. So laut ich kann klingt gereifter, mutiger und selbstsicherer. Popsongs und Balladen sind auf diesem Album herrlich gefühlvoll und überaus berührend, die rockigen Nummern gehen beinahe kompromisslos gerade aus nach vorne. Genauso wie es sich die Fans wünschen dürften.
Wenn Luxuslärm auf diesem Album eins sind, dann authentisch. Dabei setzt die Band auch bei diesem Album wieder auf den hohen Wiedererkennungswert der überaus wandelbaren und vielseitigen Stimme von Sängerin „Jini“ Meyer. Sie zieht einen ab dem ersten Ton in ihren Bann und sorgt dafür, dass wirklich fast jede Nummer absolut überzeugend beim Zuhörer ankommt; egal ob gerade eine mit Sehnsucht schwerbepackte Ballade wie „Feuer“ oder eine druckvolle, gitarrenlastige „Voll auf die Zwölf“-Nummer wie „Wirf den 1. Stein“ auf der Setliste steht.
Gerade textlich haben sich Luxuslärm entschieden weiter entwickelt. Die Songs erzählen allesamt lauter kleine Geschichten von Alltagssorgen, Liebe, Sehnsucht und Optimismus. Laut Sängerin Jini sind viele Songs auch durch Geschichten ihrer Fans inspiriert. Auf dem ersten Album gab es noch die ein oder andere Passage, die zwar aussagekräftig war, aber im Gesamtbild eher holperig anmutete. Böse Zungen nennen so etwas „Reim dich oder ich fress‘ dich!“ – Von diesen Fällen gibt es auf So laut ich kann erfreulicherweise so gut wie keine mehr. Wenn überhaupt, fallen diese jetzt wirklich winzigen Passagen in den schönen Klangwänden aus Gitarren, Pianos, Streichern und Percussion frühestens beim dritten oder vierten Hören auf, und auch dann verzeiht man sie jetzt gerne in Anbetracht des musikalischen Gesamtniveaus. Zu dem trägt auch mit Sicherheit die Zusammenarbeit mit keinem geringeren als Laith Al Deen bei, der dem Song „Jemand anders sein“ mit seiner Stimme eine ganz besondere Note verleiht. Auch Anne de Wolff von Rosenstolz hat sich mit ihrem Geigenspiel in „Regen“ und zwei anderen Songs auf diesem Album verewigt.
Insgesamt hat diese Platte alles, was ein ordentliches Poprock-Album braucht: schöne, eingängige Melodien, glaubwürdige Texte und viel wichtiger noch, genug neues gutes Material, mit dem die Luxuslärmer live wieder richtig aufdrehen und das gesamte Publikum ab dem ersten Ton mitreißen können. Von den Live-Qualitäten kann man sich auf der „So laut ich kann“-Tour überzeugen.
„So laut ich kann“-Tour 2010:
05.02. Recklinghausen – Vest Arena
06.02. Recklinghausen – Vest Arena (Zusatztermin)
07.02. Bremen – Modernes
12.02. Kufstein (A) – Kulturfabrik
13.02. München – Backstage
14.02. Frankfurt/Main – Batschkapp
18.02. Berlin – Magnet Club
19.02. Dresden – Scheune
20.02. Stuttgart – LKA Longhorn
25.02. Köln – Werkstatt
26.02. Hannover – Musikzentrum
27.02. Osnabrück – Rosenhof
28.02. Hamburg – Knust

Revolverheld sind zurück – Spinner


Während der Fußball-EM wurde ihre Fan-Hymne „Helden 2008“ rauf und runter gespielt, doch danach war es lange still um Revolverheld. Jetzt melden sich die smarten Hamburger zurück, und zwar mit einer neuen Single, die sich hören lässt. „Spinner“ ist ein Song voll kleiner „Spinner“-Geschichten, mit denen die Band der Welt wieder zeigen will, dass man an seine Träume glauben muss, um sie zu verwirklichen. Kein neues Thema für die Jungs. Ähnliches haben sie schon in ihrer 2007er-Single „Ich werd‘ die Welt verändern“ umgesetzt. Nichtsdestotrotz ist „Spinner“ kein schaler Aufguss alter Kamellen, sondern kommt als frisch gereifte Popnummer daher, die gute Laune und Lust auf Frühling und mehr macht. Ab dem 26. Februar ist das gute Stück im Handel erhältlich. Man darf gespannt sein, was Revolverheld dieses Jahr noch aus dem Ärmel schütteln. Das Album „In Farbe“ erscheint am 12. März.

Rock im Westen – Das Area4 Festival 2009

Der Süden hat das Southside Festival, der Osten das Highfield. Der Norden hat das Hurricane, und was hat der Westen? Das Area 4! Das geht dieses Jahr in die vierte Runde und brennt darauf, vom 21. bis 23. August wieder ordentlich die Pampa im Münsterland zu rocken.
Blue wird direkt vor Ort sein und Euch das Wochenende über mit frischen News und Bildern vom Geschehen versorgen, wenn sich ab Freitag auf dem Segelflugplatz Borkenberge in Lüdingenhausen die nationalen und internationalen Musikgrößen die Klinke in die Hand geben.
Insgesamt werden knapp 30 hochkarätige Bands aus Rock, Punk, Indie und Pop die grüne Start- und Landebahn zum Kochen bringen. Letztes Jahr rockten hier 15.000 fröhliche Festivalgänger. Dieses Jahr werden noch mehr erwartet. Das aktuelle Line-Up liest sich wie folgt:
Die Toten Hosen – Faith No More – Rise Against – The Offspring – Farin Urlaub Racing Team, Deftones – Eagles of Death Metal – AFI – Kettcar – Thursday – Jet – Anti-Flag – Life of Agony – Panteón Rococó – Mad Caddies – The Get Up Kids – Broilers – Rival Schools – Callejon – Turbostaat – Zebrahead – CJ Ramone – Alberta Cross – Baddies – Bombay Bicycle Club – Everlaunch – Revolving Door
Wer jetzt Lust bekommen hat, sollte sich beeilen. 3-Tages-Tickets gibt es noch für 94 Euro inklusive aller Gebühren, Parken, Camping, und 5 Euro Müllpfand nur noch an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder auf www.area4.de.
Damit man seine Sackkarre mit Gepäck und Bier nicht kilometerweit durch die Wildnis schieben muss, gibt es kostenlose Shuttle-Busse vom Bahnhof in Dülmen direkt zum Festivalgelände. Und was noch schöner ist: das 3-Tage-Kombi-Ticket macht dazu zwischen dem 20.08. und 24.08. eine kostenlose An- und Abreise mit allen Bussen und Regionalbahnen im Geltungsbereich des Münsterlandtarifs (VGM) sowie im Verbundtarifraum Rhein-Ruhr (VRR) möglich. Das Auto kann man also Getrost zuhause stehen lassen.

RELOAD Festival 2009 – Fotos und Video Online!

Darüber lesen konntet Ihr gestern schon, jetzt gibt’s auch endlich die passenden Bilder vom RELOAD Festival 2009 in Twistringen. Klickt Euch rein!

Entweder rechts oben über „Leiselaut – Impressionen“ oder ganz einfach HIER!

Das erste Video ist auch fertig geschnitten. Eine kleine Zusammenfassung des Tages könnt Ihr Euch direkt hier ansehen.

Fabelhafte Live-Action: „So sehr dabei (LIVE)“ von Clueso


Wer bisher noch nicht die Chance hatte, sich von Cluesos grandiosen Live-Qualitäten zu überzeugen, kann das ab dem 24. April wieder tun – und zwar direkt von der heimischen Couch aus. „So sehr dabei (LIVE)“ liefert sämtliche Live-Highlights der restlos ausverkauften Tour des smarten Erfurters direkt in die eigenen vier Wände.

Ab dem ersten Ton durchströmt eine unglaubliche Live-Atmosphäre den Raum, so dass man sich sofort wie einer der über fünfzigtausend Fans vorkommt, die im Herbst 2008 auf der Tour zusammen mit Clueso und Band feiern konnten.

Wer jetzt glaubt, dass es sich bei dieser Scheibe um einen reinen Aufwasch des vierten Studioalbums „So sehr dabei“ handelt, ist weit gefehlt. Durch das wohnzimmerähnliche Arrangement der Band, mit vornehmlich akustischen Instrumenten, bekommen die meisten Songs ein ganz neues Gesicht, kommen erfrischend anders daher und sind teilweise erst beim Einsetzen des Gesangs wieder zu erkennen. Nicht umsonst gewann der junge Mann im Dezember die Einslive Krone in der Kategorie „Bester Künstler“ und verwies damit sogar Thomas D. und Peter Heppner auf die Plätze.

Die durchweg chilligen, sehr melodiösen Songs mit wunderbar intelligenten Texten über Alltag, Spaßhaben und Melancholie sind absolut zum Hinhören und machen Lust auf mehr. Schon nach dem ersten Track ist man ordentlich eingegroovt, und Stillsitzen kann man eigentlich gleich vergessen. Irgendwo zwischen Pop, Raggae und Acoustic sorgt Clueso zusammen mit seiner Band mit „Frische Luft“ und „Wir woll‘n Sommer“ für ordentliche Kopfnick-Action am Küchentisch. „Mitnehm“ und „Keinen Zentimeter“ garantieren so manche Tanzeinlage im Bad und spätestens bei „Chicago“ und „Barfuss“ erwischen einen Fernweh und Gänsehaut im Arbeitszimmer. Bemerkenswert ist, dass Clueso und Band dabei niemals gekünstelt wirken und einfach sie selber bleiben, was der ganzen Platte eine unglaublich harmonische und positive Stimmung verleiht. Nach gut 70 Minuten Spielzeit hat man definitiv noch „Keinen Bock zu geh‘n“, denn der Titel der Platte ist Programm: selten ist man bei einem Live-Album so sehr dabei wie hier bei Clueso. Die Musik des inzwischen gestandenen Singer/Songwriters ist live einfach ein Erlebnis und kommt so ganz direkt und völlig unverfälscht rüber.

Zum Glück ist die Zeit recht absehbar, in der man alleine durch die Wohnung tanzen und das Wohnzimmer im Kopf zum Konzertsaal werden lassen muss. Die Festivalsaison steht vor der Tür und passend dazu ist der Live-Kalender des sympathischen Thüringers wieder prall gefüllt: Unter anderem wird er am 20. Juni ordentlich das Hurricane Festival in Scheeßel rocken. Nach dem Album sollte man sich das auf keinen Fall entgehen lassen!


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Kreuzfahrt durch die Tomte-Welt


„AUSVERKAUFT“ ist dick und fett von mehreren Schildern am Rosenhof zu lesen. Die Nachfrage für das Abschlusskonzert der Frühjahrstour von Tomte am 28. März war so groß, dass bereits ein paar Tage vorher alle Tickets vergriffen waren. Somit waren die Erwartungen auch recht hoch an das, was Thees Uhlmann und seine Mannen am Samstag Abend dort in Osnabrück zum Besten geben würden.

Den Anfang macht um 19.45 Uhr die Münsteraner Kapelle Ghost of Tom Joad, die eigentlich für äußerst tanzbaren Indierock und mitreißende Bühnenshows bekannt ist. Die drei Westfalen spielen ein ordentliches halbstündiges Set, das klar die musikalischen Stärken der Band präsentiert. Jedoch wirken die Jungs streckenweise etwas erschöpft und unkonzentriert, was es ihnen nicht unbedingt leichter macht, das Osnabrücker Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Vielleicht sind das bereits die Nachwirkungen von sieben Tagen Tour mit Tomte, denn ihr aktuelles Album „Matterhorn“ ist wirklich gut und macht sonst Lust auf mehr.

Danach endlich: Tomte. Um 20:45 Uhr entern Thees Uhlmann, Dennis Becker, Nikolai Potthoff, Max Schröder und Simon Frontzek, mit ihren Instrumenten und Rotwein bewaffnet, die Bühne. Sie legen gleich mit Für immer die Menschen los und nehmen so den ganzen Rosenhof mit auf eine Kreuzfahrt durch den Ozean der Tomte-Alben. Ob man Tomte bereits seit ihrem 2000er Album Eine sonnige Nacht wegen ihrer ungewöhnlichen Texte verehrt, oder erst durch Der letzte Große Wal vom aktuellen Album Heureka auf den Geschmack gekommen ist, bei dieser detailverliebten Setliste ist für jeden Fan garantiert etwas dabei.

Frontmann Thees Uhlmann scheint bestens gelaunt, widmet mal allen Leuten über 30, mal sich selber den ein oder anderen Song und spielt mit vollem Einsatz, so dass ihm die Schweißperlen von der Nase tropfen. Zeit zum Ausruhen gibt es für die Band dann zum ersten Mal richtig nach 13 Songs. Begleitet von einem Cello, sorgen die fünf Hamburger mit einem wunderbaren Akustikset, bestehend aus Schrei den Namen deiner Mutter, Voran Voran, Es ist so dass du fehlst und New York, bei den fast 1000 Besuchern sicher für so manche Gänsehaut.

Licht aus, Vorhang, Zugabe. Bevor sich das Konzert endgültig dem Ende zu neigt, überrascht die Band ihre Crew noch mit einem anständigen Lobgesang, wie es sich bei einem ordentlichen Tourabschluss gehört. Rufus Wainwright‘s Hallelujah wird kurzerhand in eine Dankeshymne an die Tomte-Crew umgedichtet, was bei den Technikern für breites Grinsen und im Publikum für anerkennenden Jubel sorgt.

Nach insgesamt 21 Songs und fast zwei Stunden hat das Tomte-Kreuzfahrtschiff auch schon wieder seinen Hafen erreicht. Es war eine schöne Fahrt, aber für einen Tourabschluss war sie recht ruhig. Allerdings stehen die Festivaltermine auch schon wieder auf dem Plan, und wer weiß, vielleicht wagen sich Thees und seine Mannen mit Beginn des Sommers wieder in ganz andere Gewässer.


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