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Ben Schadow im Video-Interview mit LEISE/laut

Es ist schon ein paar Wochen her, da habe ich hier über das Konzert des Hamburger Musikers Ben Schadow im Osnabrücker Big Buttinsky berichtet. Kurz vorher hatten wir uns noch auf einem Spielplatz zusammengesetzt und ein bisschen gequatscht. Darüber, wie es ist, auf der Bühne zu stehen, von der Musik zu leben und all den Zweifeln, die einen heimsuchen, wenn es nicht gut läuft. Das Ergebnis seht Ihr hier:

Ben ist ab Juni schon wieder fleißig auf Tour. Checkt doch mal seine Tourdaten und besucht ihn zahlreich, damit er sich etwas weniger Gedanken machen muss.

Das hier war übrigens eine Premiere: Das allererste, ganz eigene Video-Interview auf LEISE/laut. Wie gefällt Euch das Format?

Wohnzimmer-Konzert in bitter sweet – Ben Schadow Band in Osnabrück

Es ist schon wirklich ein wenig traurig, wenn ein talentierter Musiker zusammen mit einer ebenfalls sehr talentierten Band auf Tour geht, nur die Welt da draußen anscheinend nichts davon mitbekommt. So geschehen am Sonntagabend im Big Buttinsky in Osnabrück: Ein zutiefst trauriger Ben Schadow aus Hamburg spielte zusammen mit seiner Band vor einer Handvoll Publikum ein bittersüßes Wohnzimmerkonzert.
Bis kurz vor Konzertbeginn hoffen alle Anwesenden, dass doch noch ein Paar Gesichter auftauchen und die ehemalige Kinokneipe in der Filmpassage Osnabrück füllen. Vergebens. Damit es im Raum nicht ganz so leer aussieht, packen alle fix mit an, schleppen die alten Kinosessel durch die Gegend und verwandeln den alten Perserteppich vor der Bühne kurzerhand in ein kleines Wohnzimmer, inklusive Couchtisch und Kerzenlicht. Eigentlich ganz gemütlich, wenn die Situation nicht so traurig wäre.

Aber was nützt das jammern, man muss das beste aus der Situation machen. So begrüßt Ben einfach jeden im Publikum einzeln und persönlich, lernt die Namen schnell auswendig und bezieht jeden einfach mit in den Gig ein. Alle geben sich Mühe und jeder applaudiert für drei, in der Hoffnung, dass das die Enttäuschung des schüchternen Musikers vielleicht ein kleines bisschen lindert.

Ben spielt sich zusammen mit seiner Band durch sein aktuelles Album Liebe zur Zeit der Automaten und gräbt hin und wieder auch mal einen Song von seiner vorletzten Band „Les Garçons“ aus. So zum Beispiel „Buona Sera Signore Buona Sera“, bei dem das komplette Publikum spontan kurzerhand auf die Bühne geholt wird, um den Refrain zu singen: „Italien, oh du mein heimliches Heimatland.“ Trotz fiesen Heuschnupfens macht Ben seine Sache sehr ordentlich. Er singt tapfer seine manchmal etwas um die Ecke gedachten Stücke, die textlich teils etwas eigenwillig aber immer sehr unterhaltsam sind. Drum herum erzählt fleißig Geschichten, die aber wohl oft eher dazu dienen, die eigene Verunsicherung zu überdecken. Anhand der Situation ist diese aber auch mehr als nachzuvollziehen.

Auch Bens Band zeigt sich flexibel und spielfreudig. Offenbar spontan überlegt Ben sich mitten in einem Song, dass sich nun jeder im Publikum von seinem Gitarristen David ein Solo im Stil seiner Lieblingsband wünschen darf. Auf Zuruf wandelt sich der Sound von klassischem Gitarren-Poprock zum Bob Marley Reggae-Style, über David Bowie zu Bad Religion, um nur einige zu nennen.

Bevor es in die Zugabe geht, bedankt sich Ben bei jedem in der ersten Reihe mit einer Umarmung. Den Abend beschließt die Ben Schadow Band mit einem Cover des Beck-Klassikers „Everybody’s got to learn sometimes“. Bleibt zu wünschen, dass sich bald mehr Menschen auf Bens Konzerten blicken lassen. Verdient hätte es der Wahl-Hamburger auf jeden Fall.

Alle verbleibenden Tourdaten findet Ihr hier!

Ben Schadow ist wieder unterwegs: Große Tour im April

„Liebe zur Zeit der Automaten“ betitelte der Hamburger Ben Schadow sein im vergangenen Jahr erschienenes Debütalbum. Jetzt ist er den ganzen April über  in voller Bandbesetzung wieder auf Tour, unter anderem am Sonntag, 21. April, in Osnabrück im Big Buttinsky.
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Ben Schadow – Liebe zur Zeit der Automaten

Der Hamburger Musiker Ben Schadow steht regelmäßig auf den Club-Bühnen des Landes. Nur kennt kaum jemand seinen Namen. Das könnte vor allem daran liegen, dass der vollbärtige junge Mann normalerweise im Hintergrund agiert und die Bass-Saiten zupft, während andere die Position im Mittelpunkt der Bühne einnehmen. Andere Leute wie zum Beispiel Dirk Darmstädter oder Bernd Begemann und Die Befreiung, die vielen dann schon eher ein Begriff sind.


Jetzt muckt der stille Ben Schadow auch selbst einmal auf, veröffentlicht am 18. Mai sein Debütalbum „Liebe zur Zeit der Automaten“beim Label Timezone Records in Osnabrück. Denn Ben Schadow kann viel mehr, als nur bei anderen Leuten für die richtige Bassline zu sorgen. Seit Jahren schreibt er Songs. Abwechslungsreich und vielseitig, irgendwo zwischen unschuldigem Sixties-Pop, Liedermacher-Retrosound und einer Portion Hier und Jetzt. Nachdenklich, melancholisch und gefühlvoll, gleichzeitig aber auch bissig gibt Ben Shadow seine vorwiegend leisen Songs zum Besten. Doch Schadow kann nicht nur leise, in wohldosierten Überraschungsmomenten kommen seine Songs fast schon rockig, laut und vor allen Dingen direkt um die Ecke – zumindest, was die Texte angeht.

Zwischendurch hat man das Gefühl, Olli Schulz hätte sich mit Sportfreunden Stiller an die Bar gesetzt, dabei aber die lauten Instrumente hinter sich gelassen und etwas Neues, Leises ausprobiert. So philosophiert Schadow in seinen Texten über zwischenmenschliche Beziehungen, manche echt, manche wohl eher erfunden, ohne dabei großartig kitschig zu werden. Musikalisch bleibt alles auf das wesentliche reduziert, jedoch ohne dabei platt oder undurchdacht zu wirken.

Insgesamt ein hübsches Album, dem man durchaus eine Chance geben kann. Die richtig schönen Seiten entdeckt man nach und nach beim mehrmaligen Hören.

Ben Shadows erste Single „Ich fall immer auf dieselben Dinge rein“ erscheint am 4. Mai. Passend zur Albumveröffentlichung steht auch gleich eine ausgedehnte Deutschlandtour ins Haus. Mit dabei: Pele Caster.

22.05. Dresden – Zille
23.05. Hildesheim – VEB Club
24.05. Erfurt – E-Burg , Cafe Duck Dich (open air)
25.05. Berlin – Valentinsstüberl (Neu-Kölln)
26.05. Halle – Brohmers
27.05. Kiel – Prinz Willy
30.05. Hamburg – Zentrale (Spätkonzert, n.d. Theatervorstellung)
01.06. Frankfurt – das Bett
02.06. Mannheim – O-Ton
03.06. Tübingen – tba
04.06. München – 8 Below
05.06. Stuttgart – Zwölfzehn
06.06. Dortmund – Pauluskirche
07.06. Köln – Theater/dieWohngemeinschaft
08.06. Itzehoe – Lauschbar“


Wer schon mal ein bisschen in die Platte reinhören will, geht bitte hier entlang. 


Ben Shadow
„Liebe zur Zeit der Automaten“
Timezone Records
Ab 18. Mai 2012