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Liveblog: tiefenentspannter Sonntag beim Chiemsee Summer

Guten Tag, Chiemsee Summer! Jetzt ist schon der letzte Tag und damit das Festival fast vorbei. Fünf Tage lang haben wir auf deinen Wiesen gewohnt und deinen Bands gelauscht. Heute startet unser Liveblog etwas später als sonst – und auch etwas dünner, denn das gesamte Festival liegt in einem tiefenentspannten Sommerschlaf. Liveblog: tiefenentspannter Sonntag beim Chiemsee Summer weiterlesen

Video: Bad Religion feiern Album Release zu „True North“

Vergangenen Freitag habe ich mich hier schon sehr über das neue Album True North von Bad Religion gefreut. Jetzt habe ich auf Youtube ein Video vom offiziellen Release-Event in Los Angeles gefunden. Fans hatten die Möglichkeit, bei dem legendären Radiosender KROQ Plätze für das kleine Exklusiv-Konzert und die Question&Answer-Session mit der Band gewinnen. Per Livestream konnte der Rest der Welt an den Bildschirmen zu Hause live dabei sein.

Leider fehlt der Anfang der Interviewsession, dafür sind die Live-Stücke komplett mit dabei. Freut Euch auf „Fuck You“, „Past is Dead“, „Dept. of False Hope“, „True North“, „Robin Hood in Reverse“ und „Sorrow“.

„True North“: Bad Religion sind mit neuem Album zurück

Happy Release Day! Seit heute morgen steht das neue Album von Bad Religion in den Regalen: True North. Seit nunmehr über dreißig Jahren steht die Band rund um Greg Graffin und Brett Gurewitz auf der Bühne und hält die Fahne des kalifornischen Punkrocks hoch. Die Band feiert das am Montag mit eine Album-Release-Hangout-Sendung beim legendären Radiosender KROQ. Ich habe mir das Album mal genauer angehört.

Ich finde es immer wieder faszinierend, wenn eine Band wie Bad Religion länger Musik macht, als ich auf diesem Planeten lebe. Und das mit einem ungebrochenen Willen und einer einfach nicht enden wollenden Energie. Davon sollten sich einige andere Kapellen mal eine Scheibe abschneiden. Aber das ist ein anderes Thema.

True North schlägt genau in die Art von Musik-Kerbe, die Bad Religion Fans seit Jahrzehnten so lieben. Gnadenlos schnell, eingängige, fast schon hymnische Melodien und anprangernde, intelligente Texte voll leidenschaftlicher Gesellschaftskritik, die die Welt im Jahr 2013 scheinbar mehr nötig hat als je zuvor. Mit fast jedem der 16 knackig kurzen Songs möchte man die Faust gen Himmel reißen und sich von Greg Graffins Stimme zur Revolution antreiben lassen. Musikalisch klingt True North an sich wie eh und je – eben typisch nach Bad Religion. Während in den letzten Jahren immer mal wieder bemäkelt wurde, dass die Band immer eintöniger und langweiliger klingen würde, scheint man sich auf der neuen Platte auf alte Punkrock-Wurzeln zu besinnen, um diesem Trend entgegen zu steuern. Dabei herausgekommen sind durchaus ein paar Stücke, die sich aus dem üblichen Einheitsbrei lösen und mit frischem Old-School-Punk-Charme für Abwechslung sorgen.

Trotzdem: Neue, richtig große Hymnen zum Mitgrölen wie einst zum Beispiel „American Jesus“ sucht man auf True North vergeblich. Auch die Single „True North“ reicht unter diesem Aspekt nicht ganz an alte Größen heran. Aber vielleicht ist das auch ja auch gewollt. Vielleicht soll man sich bei dieser Platte als Fan weniger mit der Eingängigkeit der Hooks und Melodien, sondern wirklich mal ganz intensiv mit den Texten auseinander setzen. Diese sind nämlich äußerst ausgeklügelt, teilweise schon fast virtuos, wenn man das bei Punkrock Songs überhaupt so nennen darf. Ich mache es einfach. Denn wenn ich eins an Bad Religion neben den Melodien wirklich bewundert habe, waren es die Texte und die Bilder, die mit denen sie mich beim Zuhören immer wieder überraschten und aufgerüttelt haben.

Während ich True North gerade zum gefühlten zehnten Mal durchhöre, wird mir lustiger Weise eine Sache plötzlich klar: Bad Religion gehören zu den wenigen Bands, die ich allein am Gitarrensound erkennen könnte. Nicht nur, weil ich seit fast 15 Jahren ihre Platten horte. Alles ist vertraut, man kennt einfach die Riffs, die Schlagzeug-Breaks und Fills. Und obwohl ich True North jetzt nicht als großartiges neues Album bezeichnen würde, gefällt es mir doch. Never change a running system. Wahrscheinlich funktioniert Bad Religion genau deshalb auch nach 31 Jahren noch.

Tracks

1. True North
2. Past is Dead
3. Robin Hood in Reverse
4. Land of Endless Greed
5. Fuck You
6. Dharma and the Bomb
7. Hello Cruel World
8. Vanity
9. In Their Hearts is Right
10. Crisis Time
11. Dept. of False Hope
12. Nothing to Dismay
13. Popular Consensus
14. My Head is Full of Ghosts
15. The Island
16. Changing Tide

Am Montag, 22. Januar, feiern Bad Religion zusammen mit einigen Gewinnern und dem weltberühmten Radiosender KROQ eine Release-Party, die man via Google Hangouts auf www.badreligion.com auch live im Stream verfolgen kann. Los geht es da um 15 Uhr (Pacific Standard Time), also um Mitternacht in Deutschland. Warum eigentlich gerade am Montag erst? Einfach weil das Album in den USA dann erst erscheint. Und falls Ihr Euch gerade außerhalb von Europa herum treibt, könnt Ihr vielleicht sogar den vollständigen Youtube-Albumstream nutzen, den die Band extra bereit gestellt hat. In Deutschland sind die Videos mal wieder GEMA-bedingt nicht verfügbar. Trotzdem, hier geht es lang.

Foto: Epitaph Records


Kieler Woche – Bad Religion

Nach einem anstrengenden Hurricane-Wochenende gab es für mich keine Zeit auszuruhen und es ging sofort weiter mit der Kieler Woche. Am Dienstag hieß es schlicht und ergreifend Arsch hoch und rocken. Von Delta präsentiert standen an diesem Abend die Punk-Urgesteine Bad Religion auf der „Unser Norden“-Bühne, gefolgt von der Indiecator.com Band Orange but Green und One Fine Day.
Das Publikum vor der Bühne war sehr gemischt. Vom Altpunk über Emokind, bishin zum BWL-Studenten mit Stehkragen hatte sich eine bunte Masse an der Hörn versammelt, um die Punk-Legenden zu sehen. Pünktlich um 19 Uhr legten Greg Graffin und Co los. Zunächst wirkte das Ganze auf er Bühne etwas verhalten und unmotiviert. Nach der ersten Hälfte es Sets aber waren auch alle müden Knochen der Musiker warmgerockt und so erzählte Greg eine Anekdote aus der Bandgeschichte nach der Anderen. Vor der Bühne tobte ein wildes Mosh-Pit mit Pogenden sämtlicher Altersgruppen und rockten zu neueren Hits der letzten 3 Alben, aber auch zu Klassikern wie Stranger than Fiction, Suffer und Generator. American Jesus durfte natürlich auch nicht fehlen.

Vor Generator wurde spontan ein Circle Pit gestartet, das auf der Kieler Woche wohl kaum übertroffen werden konnte… 😉

Nach knapp über einer Stunde verabschiedeten sich die Kalifornier auch schon wieder, denn noch am Abend sollte es von Kiel aus nach Norwegen gehen.
Natürlich verließen sie Kiel nicht, ohne vorher noch mal Sorrow gespielt zu haben.

Damit übergaben sie die Bühne an Orange But Green und später One Fine Day, die auch ordentlich abgingen.