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Regelmäßig trifft LEISE/laut Newcomer und etablierte Künstler zum Interview.

„Wir haben nicht damit gerechnet!“ – Interview mit Jini von Luxuslärm

Es wird laut. Luxuslärm stehen mit ihrem neuen Album „So laut ich kann“ und gleichnamiger Deutschland-Tour in den Startlöchern. Innerhalb eines guten Jahres hat sich die sympathische Band aus Iserlohn mit viel Blut und Schweiß von einer Lokalgröße über die Herzen ihrer Fans zum „Besten Newcomer 2009“ bei der 1live Krone gespielt. Und das alles ohne große Plattenfirma im Rücken. Am 27. Februar wird die Band die Bühnenbretter im Rosenhof zum Brennen bringen. Um uns schon mal auf das neue Album und das anstehende Konzert in Osnabrück einzustimmen, hat Sängerin Janine („Jini“) sich einen Moment Zeit genommen, und stand mir für blue am Telefon ausführlich Rede und Antwort.

Vor etwas über einem Jahr kannte euch ja eigentlich noch fast keiner. Jetzt habt ihr Anfang Dezember die 1Live Krone als bester Newcomer 2009 gewonnen, die vor euch schon Bands wie Wir sind Helden, Silbermond und Revolverheld entgegen nehmen durften. Was bedeutet so ein Preis für euch? Wie ging‘s euch, als ihr gehört habt, dass ihr wirklich gewonnen habt?

Es wird ja immer so häufig gesagt „wir haben da wirklich nicht mit gerechnet!“, aber bei uns war das tatsächlich so. Als wir dort am roten Teppich angekommen sind, haben wir uns erst mal tierisch gefreut, dass da wirklich Fans von uns standen und richtig Lärm gemacht haben. Das war so toll für uns, dass wir da so ne super Fan-Unterstützung hatten! Uns kennen ja wirklich noch nicht so viele Leute. Da ist es einfach besonders toll, dass wir gerade auch so viele treue Fans haben, die sich jeden Tag hingesetzt und sich den Arsch abgevotet haben. Im Endeffekt haben die Fans uns ja auch so die Krone gebracht. Gerade weil es so ein Publikumspreis ist, ist es für uns die größte Ehre, die es gibt.

Insgesamt sind wir da schon unglaublich stolz drauf. Gerade weil die anderen Bands bei der Krone im Gegensatz zu uns alle ziemlich große Plattenfirmen im Rücken haben, hätten wir nie damit gerechnet wirklich zu gewinnen. Normalerweise spielen Radiosender schon aus Prinzip keine Bands, die nicht irgendwo unter Vertrag sind. Bei uns war das schon eine echte Ausnahme. Und dann war es auch noch mal eine große Ausnahme, dass wir überhaupt nominiert worden sind. Als wir dann auch noch wirklich gewonnen haben, war das absolut unbegreiflich. Ich hoffe, dass wir die Leute, die jetzt durch die Krone auf uns aufmerksam geworden sind, auch mit unserem neuen Album begeistern und sie auf unsere Live-Konzerte ziehen können.

Bevor wir über euer neues Album sprechen. Ihr seid ja per Definition eine richtige Indie-Band, habt keinen Major-Deal und macht wirklich alles selber. Was für Vorteile oder auch Nachteile seht ihr darin?

Die gibt es beide. Nachteile sind definitiv, dass man natürlich alles selber machen muss. Der Tag müsste eigentlich 48 Stunden haben um das zu schaffen. Wir haben ne eigene Plattenfirma gegründet und sind daher also unsere eigene Plattenfirma, unser eigenes Management und unsere eigene Promotion-Firma. Wir versuchen daher nur Leute ins Boot zu holen, wo wir das Gefühl haben, dass sie da voll Bock drauf haben und hundertprozentig hinter stehen. Wir haben also ein sehr kleines Team. Aber so wissen wir wenigstens, dass die Sachen wirklich ordentlich gemacht werden, weil alle mit ganzem Herzen dabei sind. Dann hat man natürlich einfach immer viel zu wenig Zeit für Freunde und Familie. Das bleibt dann schnell mal auf der Strecke. Die Vorteile liegen aber auch klar auf der Hand. Wir sind nicht an irgendwelche Firmen gebunden, mussten keine Exklusivverträge über 20 Jahre unterschreiben und versprechen, dass wir 10.000 Alben machen, uns auf bestimmte Art kleiden und uns nach außen so und so geben. Wir können einfach wir selber sein.

Euer zweites Album „So laut ich kann“ kommt am 29. Januar in die Läden. Was ist bei diesem Album anders als bei „1000 Kilometer bis zum Meer“?

Generell finde ich das zweite Album gereifter. Beim ersten Album merkt man vielleicht noch, dass wir nicht richtig wussten in welche Richtung es gehen sollte. Wir waren ziemlich vorsichtig, auch gerade ich beim Einsingen. Viele Leute haben uns dann im letzten Jahr gesagt „Euer Album ist gut, aber live seid ihr zehntausend Mal besser!“ Deshalb haben wir das zweite Album jetzt auch genauso aufgenommen, wie wir es live spielen würden. Das hört man glaube ich auch, dass wir jetzt wesentlich selbstbewusster sind.

Außerdem sind unsere Texte auch um einiges reifer geworden. Die Texte auf dem ersten Album haben ja eher aus unseren eigenen Erfahrungen geschöpft. Jetzt sind auch viele Geschichten dabei, die uns unsere Fans nach den Konzerten erzählt haben. Der direkte Kontakt zu den Fans prägt einen schon. Es war uns wichtig, reale Texte zu schreiben und nicht irgendwelche Ideen aus der Luft zu greifen, denn wir wollen den Leuten ja auch das Gefühl geben, dass wir sie und ihre Sorgen verstehen. Gleichzeitig verarbeiten wir persönlich natürlich auch weiter unsere eigenen Erlebnisse in den Songs. Zum Beispiel bei „Wirf den 1. Stein“, in dem es um bösen Neid geht, den wir öfter erfahren.

Bei einigen Songs seid ihr von Laith Al Deen und Anne De Wolff von Rosenstolz unterstützt worden. Wie ist es zu dieser Zusammenarbeit gekommen?

Mit Laith durften wir letztes Jahr schon drei Termine in seinem Vorprogramm spielen. Da waren wir schon überglücklich, dass das geklappt hat. Wir als Bands haben einfach richtig gut zusammen gepasst. Ich bin ein großer Fan von seiner Stimme und bekomme immer Gänsehaut dabei. Er ist ein super Live-Musiker und genauso im Studio. Da sitzt einfach jeder Ton, ohne dass das Gefühl verloren geht. Wir haben einfach mal angerufen und angefragt. Er fand die Idee toll und hat dann eine Teil von „Jemand anders sein“ in Bonn eingesungen. Seine Stimme passt einfach perfekt und gibt dem Song unglaublich viel. Mein größter Traum wäre, dass er das noch mal live mit uns singt.

Mit Anne De Wolff hat unser Produzent Götz schon mal zusammen gearbeitet. Wir haben letztes Jahr drei Konzerte mit einem Philharmonieorchester zusammen gespielt. Dort haben wir unter anderem auch schon „Regen“ vom neuen Album gespielt und dieses Orchester hat dem Song so viel gegeben, dass wir auch auf dem Album eine Geige haben wollten. Götz hat dann bei ihr angerufen und sie hat dann bei drei Stücken die Geige eingespielt.

Warum habt ihr gerade „So Laut ich kann“ als Titel für das Album gewählt? Und worum geht es in dem Song „Schrei so laut ich kann“?

Generell war von vorne herein klar, dass unser Album „So laut ich kann“ heißen sollte, weil das auch schön unser Live-Motto verkörpert. Wir sind immer sehr laut live, geben richtig Gas und versuchen aus der Show etwas besonderes zu machen. Gleichzeitig haben wir viel an „Schrei so laut ich kann“ herum gebastelt. In dem Text geht es im Prinzip um häusliche Gewalt und darum, dass viele vielleicht nicht so eine schöne Kindheit hatten wie ich oder die Jungs jetzt zum Beispiel. Es gibt leider auch andere Formen, wo Eltern meinen ihre Kinder zu irgendwas zu prügeln zu müssen. Ich finde es ist einfach ein riesiges Thema diese Zivilcourage zu beweisen. Ich weiß, dass das in letzter Zeit auch leider wirklich oft schiefgegangen ist, und der der Zivilcourage bewiesen hat, im Krankenhaus gelandet oder bei der einen Geschichte sogar gestorben ist. Ich finde dieses Thema verdient einfach wahnsinnig viel Respekt, so dass wir das einfach auch zum Thema und Titel unseres Albums machen wollten. Es kann nicht immer alles happy hippo sein, das Leben ist leider auch einfach mal unfair. Deshalb wollten wir da einfach noch mal darauf aufmerksam machen. Zivilcourage muss man einfach haben und das drückt dieser Text auch unwahrscheinlich gut aus, finde ich. Am schlimmsten sind die, die mitbekommen, wie manche Leute ihre Kinder behandeln und dann das Maul nicht aufmachen. Ein wirklich schwieriges Thema, aber ich glaube, dass wir da einfach mal selbstbewusst drangehen und das in die Welt hinausrufen können.

Passend zum Album geht ihr ab Anfang Februar auf „So laut ich kann“-Tour. Am 27.02. kommt ihr auch nach Osnabrück. Was kann man live von euch da erwarten?

Wir freuen uns schon wahnsinnig auf die Tour! Der Vorverkauf läuft unglaublich gut. Unser erstes Konzert in Recklinghausen ist sogar schon ausverkauft, so dass wir sogar noch ein Zusatzkonzert geben. Mit solchen Zahlen hat keiner von uns gerechnet!
Ansonsten versuchen wir für diese Tour zum ersten Mal einen eigenen Lichtmann mitzunehmen. Bisher war das einfach nicht in unserem Indie-Band-Budget drin. Das wird jetzt unser persönliches Bonbon, dass wir das alles auch lichttechnisch so umsetzen können, wie wir uns das vorstellen. Dann wird‘s natürlich ein volles, längeres Programm spielen. Zwei Stunden lang, natürlich mit dem neuen Album aber auch Songs aus dem ersten Album, die beim Publikum immer super ankommen. Wir haben uns auch ein paar Bühnensachen überlegt, die ich aber noch nicht verraten darf. Da müsst ihr euch wohl überraschen lassen (lacht). Wir freuen uns auf jeden Fall auf die Leute, die uns dann wieder eine Gänsehaut bescheren wenn sie mitsingen.

Habt ihr eigentlich dann auch eine Support-Band dabei?

Nein. Wir hatten ja letztes Jahr öfter Support-Bands dabei und werden gerade auch mit Anfragen überschüttet. Das freut uns natürlich, aber wir haben gar nicht so viel Zeit, das alles richtig durchzuhören. Ende des Jahres wird es wohl noch so eine Tour geben und da kann man dann mal überlegen, Leute mitzunehmen. Wir möchten die Bands, die sich bei uns beworben haben natürlich auch nicht außer Acht lassen und sagen „das ist unwichtig“. Aber jetzt wollen wir uns erst mal einfach nur auf uns und das Publikum konzentrieren, damit die uns volle Breitseite abbekommen. Denn ich glaube es ist schon heftig, wenn man erst eine Stunde lang eine Supportband spielen lässt und dann noch mal zwei Stunden volles Brett Luxuslärm oben drauf setzt. Inzwischen haben wir einfach genug Programm, dass wir das selber machen können und für diese Tour wird es daher keine Vorband geben.

Ihr habt in den letzten Jahren so ziemlich alles an Konzerten, kleinen und größeren Festivals mitgenommen, was ging. Gab‘s bei einem Auftritt irgendwas Lustiges, was ihr nie vergessen werdet?

Auf dem Hafenfest in Hamm haben wir gespielt und da war…niemand! Es stand wirklich niemand vor der Bühne, das Wetter war furchtbar. Es war saukalt, es hat in Strömen geregnet, schon fast gehagelt, wir waren alle dick eingepackt und wären am liebsten wieder nach Hause gefahren. Dann, wirklich fünf Minuten vor bevor wir angefangen haben, kamen 300 Luxuslärm-Fans mit Regenschirmen, haben sich da dick eingemummelt hingestellt und mit uns richtig Party gemacht. Aber das lustigste war wohl letztes Jahr in Berlin im Magnet Club. Jan hat bei „Ja, Ja“ plötzlich die Augen weit aufgerissen, mit dem Kopf geschüttelt und „Jini! Ich muss auf‘s Klo!“ gerufen. Das ist uns noch nie passiert, dass einer von uns beim Konzert aufs Klo muss. Aber wir hatten vorher Chili Con Carne gegessen (lacht). Er ist dann losgerannt, aber leider auf der Mädels-Toilette gelandet. Total peinlich! Wir anderen haben dann drinnen mit den Leuten „1000 Kilometer bis zum Klo“ gesungen, bis er wieder kam. Richtig geil! Solche Sachen vergessen wir natürlich nicht.

Wer oder was wäre Luxuslärm ohne den Erfolg? Also was würdet ihr sonst beruflich machen?

Ich glaube wir würden alle trotzdem was mit Musik machen. Ich und die anderen würden genauso weiter in unserer Musikschule unterrichten. Bis auf Dave, der ist ja Physiotherapeut. Der würde das weiter machen, aber trotzdem weiter Gigs mit verschiedenen Coverbands oder eigenen Sachen spielen. Wir hätten glaube ich alle musikalische Berufe, sei es Musiklehrer oder Musiktherapeut. Auf jeden Fall etwas, dass mit Leuten und uns als Musiker zu tun hat. Musik steht bei uns einfach an erster Stelle. Wahrscheinlich würden wir trotzdem auf der Bühne stehen, sei es mit einer Coverband.

Was ist das für ein Musikschule die ihr da habt?

Das ist ja eigentlich unser Hauptberuf. Das ist unsere eigene Musikschule, die wir vor fünf Jahren aufgebaut haben. Jan, unser Trommler, ist der Besitzer und hatte damals die Idee. Er wollte das schon immer, eine eigene Rock- und Pop-Musikschule. Die ist jetzt hier bei uns in Iserlohn, hat inzwischen 430 Schüler und 24 Lehrer, die alle so in unserem Alter sind, also alle so zwischen 25 und 35. Das ist halt ne moderne Rock- und Pop-Musikschule, wo die Kinder genau das spielen können was sie wollen. Da waren auch schon ganz Süße dabei, die gerne unsere Lieder trommeln oder auf der Gitarren spielen lernen wollten. Der Jüngste ist jetzt 5 und die Älteste 70. Und egal was mit Luxuslärm passiert, die Musikschule werden wir behalten und auch weiter unterrichten. Wenn Luxuslärm irgendwann keiner mehr hören will, haben wir immer noch ein zweites Standbein. Wir sind ja auch keine Teenager mehr, die an die ganze Sache ganz blauäugig rangehen und denken „oooh, wir werden jetzt Superstars und verdienen dann Millioooonen!“. Das kann man heutzutage nur noch, wenn man Robbie Williams heißt.

Wenn du freie Auswahl hättest, mit wem würdet ihr oder du gerne mal zusammen arbeiten?

Das ist schwierig, da gibt‘s viele. Selig wäre sicher ne gute Band. Ich mag deren Stil sehr gerne. Unser Gitarrist würde gerne mal mit Udo Lindenberg zusammen arbeiten. Tja, und dann so Tagträume natürlich. Wenn ich mal mit Pink auf einer Bühne stehen würde, Alter Falter! Das wäre natürlich schon Hammer. Aber das ist ja nicht realistisch. Auf die anderen Wünsche kann man ja versuchen hinzuarbeiten.

Anderes Thema. Egal ob man die Zeitung aufschlägt oder Fernseher und Radio einschaltet, überall liest und hört man von der unglaublichen Erdbeben-Katastrophe auf Haiti. Spendet ihr?

Ja, mein Keyboarder meinte, dass man über iTunes einen gewissen Betrag spenden kann, wenn man da Songs kauft. Das werde ich auch auf jeden Fall machen. Die anderen Jungs haben auch schon gespendet. Ich weiß nicht, ob das wieder so eine Spendenflut ist wie bei der letzten Katastrophe, wo dann wirklich gesagt wurde „Wir wissen nicht mehr wohin mit den Spenden“. Aber ich glaube, das wird hier gar nicht so passieren. Da zählt wirklich jeder Euro. Wenn man die Berichte sieht, denkt man ja nur was für kleine Probleme wir dagegen in Deutschland haben. Daher möchte ich auf jeden Fall spenden.

Vielen Dank für das Interview!

Gerne! Toll dass das geklappt hat. Wir sehen uns in Osnabrück!

RELOAD Festival 2009 – Fotos und Video Online!

Darüber lesen konntet Ihr gestern schon, jetzt gibt’s auch endlich die passenden Bilder vom RELOAD Festival 2009 in Twistringen. Klickt Euch rein!

Entweder rechts oben über „Leiselaut – Impressionen“ oder ganz einfach HIER!

Das erste Video ist auch fertig geschnitten. Eine kleine Zusammenfassung des Tages könnt Ihr Euch direkt hier ansehen.

RELOAD Festival – Gekautes von der Bloodhound Gang

4. Juli 2009
Es staubt, es ist heiß, das Bier fließt in Strömen. Beste Stimmung auf dem RELOAD Festival in Twistringen zwischen Bremen und Vechta. Für Blue bin ich zusammen mit Kirsten, Freund Felix und Bruder Arne wieder unterwegs, um den lieben Usern der Stayblue Community auch von diesem Festival zu berichten.

Als wir Samstag nachmittags gegen 15:30 Uhr endlich am Gelände ankommen, tummeln sich auf dort gerade einmal ein paar Hundert Leute. Wahrscheinlich schlafen die meisten noch, denn am Vorabend haben unter anderem Anthrax den Besuchern ordentlich eingeheizt. Die Stimmung muss bombig gewesen sein, schließlich liegt zur Begrüßung auch schon eine Alkoholleiche vor dem Eingang auf dem Grünstreifen am Straßenrand. Einen Schuh hat er am Abend vorher verloren. Nette Passanten dekorieren den jungen Mann liebevoll mit Goldfischkräckern und anderen Leckereien. Zur Kunstwerksvollendung werden Blumen niedergelegt. Der weiteren kreativen Entfaltungen bereiten allerdings drei Sanitäter des DRK dann doch vorsichtshalber ein Ende und transportieren den Unbekannten auf einer Trage ins Lazarett. Sein weiteres Schicksal bleibt unklar.

Am Kassenhäuschen dann ein kleiner Schock. Es gibt keine Pressepässe mehr. Wir sollen einfach so mit allem unserem Equipment reingehen. Doof nur, dass die Security das anders sieht. Ohne Pässe keine großen Kameras auf dem Gelände. Und ohne große Kameras keine guten Bilder. Doof. Zum Glück treffen wir zufällig den Veranstalter an, der auf seinem Fahrrad an diesem Wochenende locker seine Hundert und mehr Kilometer zusammen strampelt. Er drückt uns kurzerhand 3 Pässe in die Hand – so werde ich in drei Sekunden vom Pressefuzzi zum Techniker und Kirsten zum VIP und haben so doch vollen Backstage Zugang. Glück gehabt!
Auf der Bühne spielen Accessary vor einer Handvoll Zuschauern gerade ihre letzten beiden Stücke. Es ist ein nettes, sehr überschaubares Festival auf dem Land, mit Bullenreiten, viel Musik und ganzen Schweinen am Grillspieß. Wir drehen unsere ersten Takes vor der Bühne und Backstage, und gucken uns unsere ersten Interviewopfer aus. Die Wahl fällt auf One Fine Day, die sich gerade auf ihren anstehenden Auftritt vorbereiten. Die lieben Jungs aus Kiel und Hamburg legen ein sehr ordentliches Set hin, dass definitiv mehr Zuschauer verdient gehabt hätte. Da sie Abends jedoch noch auf der Breminale spielen werden, haben sie den undankbaren Slot um 16 Uhr erwischt. Trotzdem heizen sie den Leuten vor der Bühne ordentlich ein und verbreiten eine Stunde lang allerfeinste Stimmung. Nach kurzer Verschnaufspause und Stärkung stehen mir dann Marten und Eric Rede und Antwort. Ganz idyllisch, ganz romantisch mitten auf einer grünen Wiese.

Derweil rocken sich The Sorrow die Seele aus dem Leib. Es soll wohl ein ordentliches, bretthartes Set gewesen sein. Das meiste zog jedoch an mir während des Interviews backstage ungewürdigt vorüber. Zu Wirtz bin ich dann aber doch wieder gerade noch rechtzeitig vorne im Graben, und habe genau noch den Rest des laufenden Songs Zeit, um Fotos zu machen. Die Musik mit deutschem Text ist sehr eigenwillig aber irgendwie auch sehr gut. Vor der Bühne ist es inzwischen auch schon um einiges voller. Es gibt nicht mehr ganz so viele riesige, gähnende Lücken im Publikum.

Gegen 20 Uhr entern dann die Jungs von Itchy Poopzkid die Bühne und der Knoten in der Menge platzt endgültig. Na endlich! Es wird gepogt, getanzt und gecrowdsurft was das Zeug hält. Die drei Schwaben geben alles und ernten für ihre punkige Geradeaus-Nachvorn-Mucke wohlverdienten Applaus. Ich schieße ein paar schicke Fotos von vorne aus und gucke mir den Rest gechillt von der Seite aus an. Ich werde von der Musik angesteckt und muss meine unbegründete, vorurteilhafte Meinung über die Band „Die sind doch sooo 2007“ ganz schnell revidieren. Von denen kann man noch großes Erwarten, solange sie nicht aus ihrem Bandnamen rauswachsen.

Dann kommt 4Lyn. Was ist passiert? Ich erinnere mich nicht wirklich an das Set, aber auch nicht daran, was ich in der Zeit gemacht habe. Nur der Spruch „Wie viele Mädels sind hier auf dem Platz?“ Mittellautes Kreischen als Antwort. „Hm, das ist nicht Revolverheld. Aber passt.“ Dazu scharwenzeln hinter der Bühne drei Roadies herum, die mir unglaublich bekannt vorkommen. Den Drei scheint nicht anders zu gehen. Immer wieder gucken wir uns verstört an, aber kommen nicht darauf, woher wir uns kennen könnten. Der Revolverheld-Spruch macht die Sache nicht besser. Bis es mir Stunden später wie Schuppen von den Augen fällt: Oktober 2008, Helden 2008, Tour. Ja. da waren sie dabei. Und ich auch. Und jetzt sind sie vestört, warum ich hier backstage hocke…

Nach 4Lyn kommt dann endlich, worauf wirklich jeder hier auf dem Gelände gewartet hat. Die Bloodhound Gang. Im Fotograben ist es eng. Laufend tritt man sich auf die Füße und von hinten kommt ein Crowdsurfer nach dem nächsten geflogen. Die Bloodhoung Gang brettert los, als ob es kein Morgen gäbe. Das Publikum ist außer Rand und Band, die Stimmung ist binnen Sekunden auf dem Siedepunkt. Die drei Songs im Graben kommen mir undendlich lang vor, weil einfach so viel passiert: Rauchfontänen, Bierduschen, Becherwerfer. Auf einmal steht Evil Jared hinter mir und versorgt die erste Reihe mit eiskaltem Jägermeister. Vor lautern Fotografen habe ich ihn fast nicht kommen sehen. Ich knipse drauf los, das muss irgendwie aufs Bild. Plötzlich dreht er sich um, baut sich vor mir auf. Der stiernackige Hüne schaut mir in die Augen, grinst auf einmal extrem frech und mir rutscht das Herz vor Angst in die Hose. Dabei ist er doch ganz lieb. Er will mir doch auch nur etwas vom besten Schnaps Deutschlands einflößen, als einziger der Fotografen. Meine Angst ist wirklich unbegründet.

Einen Moment später das nächste Highlight meines Abends. Kurz vor Beginn des dritten Songs (und damit des letzten, währenddessen man im Graben sein darf), machen Jimmy Pop und Evil Jared den Vorschlag, alle Fotografen könnten während des Songs ja von der Bühne aus Fotografieren. Keiner reagiert. Anscheinend hat kaum einer wirklich verstanden, was die wirklich wollen. Ich gucke mich ungläubig um und mache einen zaghaften Schritt auf den Bühnenaufgang zu. Und schon ziehen mich die beiden Bloodhound Gang Member hoch auf die Bühne. Unglaublich. Nach mir stürmen natürlich alle anderen auch den Bühnenaufgang und knipsen 5 Minuten lang was das Zeug hält die Jungs aus einer eher ungewöhnlichen Perspektive.

Danach ist mir eigentlich alles egal. Ich genieße nur noch die Show, auch wenn die Aktionen rund um „Ich kotz im Strahl“ und wir bewerfen uns mit „Ge-Ka-Utem“ nicht gerade appetitlich sind. Die Menge tobt und die Band hat einen Mordsspaß. Angeblich sogar mehr als bei Rock am Ring und Rock im Park.

Nach gut zwei Stunden ist alles vorbei. Ich gehe nochmal schnell nach hinten und packe ein. Auf dem Weg zum Ausgang treffe ich noch kurz den Schlagzeuger von Itchy Poopzkid, der mein TWLOHA-Shirt toll findet. Ich sage ihm, dass ich ihn auf der Musikmesse gesehen habe. Er: „Jaaaa, aber du hast nicht hallo gesagt! Nächstes Mal komm vorbei und sag hallo, ja? Das machen so wenige! Das musst du mir jetzt versprechen!“

Okay, versprochen.

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Bilder gibt’s wieder bei Flickr, entweder rechts oben über „Leiselaut – Impressionen“ oder ganz einfach hier.

Interview mit Die Happy – Von Hundekatzen und Tourbuspannen

Am 27. März haben Die Happy mit ihrer „Live&Acoustic“-Tour Station im Rosenhof in Osnabrück gemacht. Sängerin Marta stand mir für stayblue vor dem Konzert Rede und Antwort und verriet unter anderem warum ihr Hund „Katze“ heißt, beschrieb ihre Traum-Location für ein Konzert und plauderte aus, was für Pannen einem im Tour-Alltag schon mal passieren können.

Ihr seid gerade mit Eurer Live&Acoustic Tour quer durch Deutschland unterwegs. Was ist für Euch das Besondere an dieser Tour?

Marta: Wir haben das schon mal gemacht, vor 5 Jahren. Das Besondere ist einfach, dass wir drei extra Musiker dabei haben, drei Freunde, und die Atmosphäre ist einfach ein bisschen anders. Das werdet ihr ja noch sehen. Wir sind ganz nett angezogen, zumindest denken wir, dass wir ganz nett angezogen sind. Wir sitzen, natürlich, zumindest die meiste Zeit. Ich halte das meistens nicht so lange durch. Fast alle Lieder sind einfach ein bisschen umarrangiert, alles ist einfach viel gemütlicher. Die Jungs haben mir sogar eine Vase mit Blumen auf mein Tischchen auf der Bühne gestellt. Es ist alles ein bisschen aufgeräumter und macht einfach tierisch Spaß, weil es einfach alles viel privater ist, habe ich das Gefühl.

Ist das für Euch der Hauptunterschied zwischen den Unplugged-Shows und den anderen Shows, also dass alles viel ruhiger ist, ihr sitzt und nicht so viel rumspringen könnt wie sonst? Oder gibt es da noch mehr Unterschiede?

Marta: Wir reden einfach viel mehr miteinander, machen viele Witze. Es ist dann auf der Bühne nicht mehr so, dass vier Leute in der Band auf einmal direkt ins Publikum schwitzen, rocken, schreien und total abgehen. Natürlich rocken wir jetzt auch, aber es ist dann eher so: „Ach komm Patrick, jetzt spiel‘ du doch mal das Solo!“ Ich weiß gar nicht genau, wie ich das beschreiben soll. Jetzt ist das so wie ein kleiner Schulausflug. Wir setzen uns einfach auf die Bühne und da sind dann ein paar Leute, wir spielen einfach und machen ganz viele Witze. Es wird ganz viel geredet und wir spielen auch viel länger. Ich glaube gestern hatten wir ein besonders konversationsreiches Konzert. Wir haben glaube ich über zweieinhalb Stunden gespielt, weil wir so viel gequatscht haben zwischendurch. Es war unglaublich witzig. Wir haben insgesamt bestimmt eine halbe Stunde gequatscht.

Man hat das ja meistens, dass einem manche Songs in bestimmten Situationen besonders viel bedeuten. Bedeutet Euch auf dieser Tour ein Song jetzt besonders viel, gerade weil ihr ihn unplugged spielt?

Marta: Ein spezielles Lied, dass eine komplette Umänderung hinter sich hat, ist „Ordinary Song“. Normalerweise ist der so richtig zum Tanzen und Springen. Wir spielen den jetzt nur mit Klavier und obwohl der Text eigentlich sehr witzig ist, ist das ganze Lied so sehr auf traurig gemacht. Das ist glaube ich unser Lieblingslied auf dieser Tour. Das Licht wird dann auch richtig runtergefahren und das ist dann einfach ein tolles Gefühl.

Ihr seid jetzt dann insgesamt zwei Wochen auf Tour und habt dann ja ein bisschen frei, bevor es wieder voll in die Festivalsaison geht. Spielt ihr lieber kleine Clubgigs oder große Festivals?

Marta: Das kommt drauf an. Zu den Clubgigs kommen Leute, die nur uns sehen wollen, weil nur wir spielen. Oder die Vorband. Die kennen dann schon die Texte und es ist ein bisschen einfacher sie rumzukriegen, würde ich sagen. Wobei das manchmal auch schon eine harte Nuss ist, weil manchmal, wenn Leute einfach nur aus Neugierde vorbei kommen, hat man die nicht immer sofort in der Hand. Aber man muss bei den eigenen Konzerten einfach nicht so viel kämpfen. Bei den Festivals, wo es mehr Bands gibt, ist es manchmal schwieriger. Vor allem, in der Schweiz, wo sich dann zum Beispiel Metal-, Rock-, Pop-, und Hiphop-Bands treffen. Da sind dann die Hiphopfans, die uns scheiße finden und unsere Fans, die HipHop scheiße finden. Das ist dann immer ein bisschen schwierig. Aber auf der anderen Seite steht man auf der Bühne, meistens wenn schönes Wetter ist, es weht ein Lüftchen durch die Haare. Festivals bedeuten einfach auch Sommer. Und nach diesem langen Winter freuen wir uns alle auf den Sommer. Heute morgen, als wir irgendwo gegen zehn an der Raststätte kurz halt gemacht haben, und die Sonne so ein bisschen anfing zu scheinen. Alle von uns wollen Sommer und deswegen bedeuten Festivals für uns einfach Sommer, Luft, Freiheit.

Wenn es gerade um Festivals geht oder eben jetzt um eure Unplugged Tour. Euch gibt‘s ja schon seit vielen, vielen Jahren und ihr habt ja vom riesigen, lauten, Festival bis zum leisen und intimen Unplugged Gig alles gespielt. Gibt es da noch irgendwas, zum Beispiel eine besondere Location, was ihr unbedingt noch spielen wollt?

Marta: Ich würde zum Beispiel gerne in Paris spielen. Aber dann nicht nur vor zehn Leuten, die zufällig vorbeikommen oder ein paar deutschen Fans, die extra anreisen würden. Frankreich ist für mich immer so das Ziel. Und sonst überhaupt andere Länder. Wir haben einen großen Teil von Europa schon gespielt. Es gab auch schon Anfragen für Brasilien aber das lohnt sich dann kaum, weil wir ja auch Techniker dabei haben, die auch Geld kosten. Man will nicht draufzahlen. Aber man muss zwar auch nicht unbedingt bei den Auftritten verdienen. Einmal waren wir auf den Azoren, die ja zu Portugal gehören, aber mitten im Ozean zwischen Amerika und Europa liegen. Das war unglaublich speziell. Wir haben einen kompletten Tag für die Anreise gebraucht, weil wir drei Flüge nehmen mussten und dann den halben Tag in Lissabon am Flughafen hatten. Okay, wir kennen uns in Lissabon aus und sind dann mit dem ersten Taxi in die Stadt was Essen gefahren, um uns die Zeit ein bisschen zu verkürzen. Aber das war wirklich unglaublich, weil wir erst um 2 Uhr morgens gespielt haben. Und ich natürlich, ich muss immer alles sehen. Abenteuer Hurra! Ich habe mir dann ein Auto gemietet und niemand wollte mitkommen, bis auf Ralph, unser Bassist. Den habe ich schon am Abend davor überredet: „Ich weck‘ dich, ist mir scheißegal! Wir haben ein Auto und wir fahren jetzt!“ Und dann haben wir noch unseren Schlagzeuger und unseren einen Techniker getroffen, die dann doch morgens früh aufgewacht sind und den Frühstücksraum gesucht haben. Wir haben dann gesagt: „Ach kommt, Jungs. Wann kommen wir denn schon mal wieder auf die Azoren? Lass uns kurz mal rumfahren!“ Wir haben dann auch wirklich in zwei Stunden die komplette Insel geschafft, weil die wirklich miniklein ist. Wir hatten hier dann Frühstück und sind dort ein bisschen spazieren gegangen. Nach dem Soundcheck, weil wir wirklich erst so spät gespielt haben, hatten wir die Idee, dass wir alle von unserer Gage einladen, und sind Wale gucken gegangen. Die Wale haben sich dann aber versteckt und wir haben nur Delfine gesehen. Das war schon sehr speziell dahin zu fliegen. Wir haben die Anfrage wieder dahin zu fliegen, am 1. September. Ich hoffe, dass es klappt. Das war wirklich sehr, sehr speziell. Und genau deswegen würde ich mir auch andere Länder wünschen. Japan zum Beispiel. Wir haben da schon zwei oder drei Platten veröffentlicht, aber bisher hat es sich noch nicht gelohnt, da für Auftritte hinzufliegen. Ich glaube Ausland wäre einfach das Stichwort. Weiteres Ausland.

Ihr habt ja oft auch Gastmusiker auf der Bühne. Im Dezember in Hamburg hattet ihr unter anderem Lotto King Karl dabei. Gerade hast du von deiner Traum-Location erzählt. Wenn ihr freie Auswahl hättet, mit welcher Band oder mit welchem Künstler würdet ihr gerne unbedingt mal zusammen arbeiten oder auftreten?

Marta: Also von den Rockbands, ich liebe wirklich Incubus schon jahrelang und seit etwa einem Jahr finde ich Mutemath, eine Band aus Amerika, auch super geil. Mit denen irgendwo aufzutreten wäre mein absoluter Traum. Und natürlich, so eine Zusammenarbeit wäre auch interessant. Zum Beispiel, John Mayer finde ich auch unglaublich. Wenn der mich fragen würde, ob ich mit ihm ein Lied singe. Oder James Morrison, der Nelly Furtado fragen muss. Hallo, die ist schon berühmt! Die macht schon mit allen was. Warum guckt man nicht nach Europa?

Ihr habt laut Eurer Myspace-Seite in Eurer Bandgeschichte schon weit über 850 Konzerte gespielt. Da ist auf der Bühne ja auch bestimmt schon einiges schiefgegangen. Was war so das Peinlichste, dass ihr nie vergessen werdet?

Marta: So viel Peinliches ist uns da eigentlich noch nie richtig passiert. Wir haben noch nie Playback gespielt, so dass da irgendwas nicht richtig gelaufen wäre oder so. Wenn dann Faux-Pas passieren, ist das wenn wir uns selber verspielen. Ich weiß, einmal haben wir nicht proben können weil wir im Studio waren, und hatten direkt danach ein Konzert. Wir haben dann einfach das alte Programm rausgeholt und gesagt, wir spielen das, weil einfach keine Zeit war. Mir ist dann bei einem Lied nicht mal mehr die Melodie eingefallen. Ich wusste gar nicht mehr was ich singen soll, nicht mal den Text. Ich habe dann eine Tanzeinlage hingelegt, hab den Jungs gesagt, spielt noch mal den Durchlauf, und bin dann unauffällig zum Gitarristen: „Hey, wie geht nochmal die Melodie und der Text?“ Zum Glück ist mir die Melodie dann eingefallen.

Was aber auch ein bisschen ungeschickt war, als wir Pink! zum ersten mal supportet haben. Ich komme auf die Bühne, ganz selbstbewusst, weil da 3000 Leute standen und dachte so „Ja! Wir zeigen denen dass auch wir gut sind!“. Beim zweiten Lied laufe ich dann rückwärts, stolpere voll übers Schlagzeug und bin dann echt wie so ein Käfer mit allen Vieren nach oben auf dem Rücken gelandet. Das war schon sehr unangenehm. Nicht wegen der Schmerzen sondern wegen den ganzen Leuten.

Aber was gestern zum ersten Mal richtig passiert ist, wir sind ja gerade mit einem Nightliner unterwegs. Wir sind nach dem ersten Konzert von Wuppertal nach Hameln losgefahren. Ich bin schon früh ins Bett gegangen, aber die Jungs erst viel später. Morgens, um halb sieben weckt uns unsere Tourbegleiterin und sagt: „Ich habe schlechte Nachrichten. Wir stehen auf der Autobahn und haben eine Panne.“ Unser Busfahrer Ralf ist unglücklich überall rumgerannt und alles war schön beleuchtet, damit kein anderes Auto in uns rein fährt. Und wir mussten alle aus dem Bus aussteigen. Alle man raus, um sieben Uhr morgens. Es hat geregnet, es war arschkalt, beide Hunde liefen draußen rum und alle wollten ins Bett. Wir wurden dann in die Werkstatt abgeschleppt und durften dann endlich wieder in den Bus und weiterschlafen. Ich habe zum Glück einen super Schlaf und habe deshalb nichts gemerkt. Aber es muss unglaublich laut im Bus gewesen sein. Die anderen haben wohl nicht so gut geschlafen (lacht). Die haben dann überall rum geschraubt und ein Stück Getriebe ausgebaut. Dann kam die Tourbegleiterin wieder und meinte so: „Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte Nachricht, dieser Bus wird für die nächste Woche nicht mehr fahren. Die gute Nachricht, es steht ein neuer Bus da.“ Wir mussten dann komplett umziehen. Zum Glück hatte ich die Koffer am Tag vorher gerade erst so in den Bus geschmissen und noch nicht so richtig ausgepackt. Aber unser Gitarrist, sobald der in den Bus einsteigt, macht der gleich seine kompletten Koffer in die Ablagen. Seine T-Shirts und Jeans, oder das Bettchen für seinen Hund. Er musste alles wieder einpacken, nach dem halben Tag, und wieder komplett ausziehen. Und heute Abend ziehen wir schon wieder um. Das war nur ein Ersatzbus. Der muss mit einer anderen Band weiter fahren. Aber das war echt ein verrückter Tag. Wir hätten um elf Uhr in Hameln sein sollen und kamen erst um halb vier an. Wir haben Gott sei Dank so viele gute Techniker, so dass wir es trotzdem geschafft haben, alles so aufzubauen, dass wir nur eine halbe Stunde zu spät anfangen konnten. Das ist bei vier Stunden Verspätung wirklich unglaublich.
Die wirklich peinlichen Sachen passieren eher hinter den Kulissen. Ansonsten, mir ist noch nie eine Brust rausgesprungen oder die Hose runter gerutscht. Das passiert eher unseren Fans.

Wie man ja gerade schon von dir gehört hat, ist so ein Tourbus ja schon wie ein Zuhause. Welche 3 Dinge dürfen bei Euch auf Tour auf gar keinen Fall fehlen?

Marta: Natürlich der iPod. Musik muss dabei sein. Für die Jungs mittlerweile, obwohl ich nicht so oft mitspiele, ist Poker. Also Pokerkarten und Chips. Und, ja, eigentlich immer etwas, mit dem man sich die Zeit vetreiben kann, zum Beispiel Bücher. Wobei, eigentlich noch viel wichtiger ist der Rechner, weil wir so weit von unseren Freunden und Familien weg sind. Der darf nicht fehlen. Dann natürlich noch Internet. Zum Glück haben jetzt immer mehr Clubs auch W-LAN, so dass wir dann noch schnell mit unseren Freunden und Familien chatten können oder noch schnell Interviews per Mail bearbeiten können. Das ist wirklich für uns super wichtig.

Euer aktuelles Album SIX ist jetzt seit knapp einem Jahr draußen. Plant ihr schon Euer nächstes Album oder steht das noch in den Sternen?

Marta: Ja, am 5.6. kommt unser Best Of Album raus. Aber es ist nicht so, dass da einfach nur alle unsere Singles drauf sein werden. Manche Singles werden wir da auch gar nicht drauf packen. Auf der Homepage haben wir schon seit einem halben Jahr ein Voting, wo sich jeder Fan aus allen unseren Songs seine drei Lieblingslieder aussuchen kann, und die mit den meisten Stimmen haben wir neu aufgenommen und packen die dann auf das Album. Dabei ist auch eine neue Version von „Supersonic Speed“. Außerdem ist dann noch ein kompletter Live-Auftritt vom 30.12.2008 aus der Großen Freiheit in Hamburg als DVD mit dabei, alle unsere Videos sind drauf und dann schreiben uns unsere Fans gerade ihre Geschichten, die sie mit den Liedern verbinden. Es wird also eine sehr, sehr bunte Sache und wir kämpfen auch darum, dass es zum kleinen Preis zu haben sein wird. Wenn ich mich nicht irre, gibt es sogar ein 32-Seiten-Booklet mit ganz vielen alten Bildern und unseren Kommentaren dazu. Es ist so ein „Drumherum-Werk“. Und wir werden ab Sommer natürlich wieder anfangen neue Lieder zu schreiben, weil wir nächstes Jahr, also 2010, gerne wieder ein neues Album veröffentlichen würden.

Schön. Danke, damit wären eigentlich alle meine Fragen beantwortet.

Marta: Ach, falls es dich noch interessiert, ich habe nebenher angefangen, in einem Musical in Prag zu singen. Das heißt Mona Lisa. Ich spiele da die Hauptrolle und habe auch noch eine zweite Rolle. Wenn ich nicht gerade die Hauptrolle spiele, spiele ich die Andere, ihre Schwester. Deshalb bin ich jetzt auch ständig am Hin- und Herreisen. Wir hatten am 4. März in Prag die Premiere und jetzt spielen sie gerade. Ich habe ihnen vorhin schon eine SMS geschrieben und ihnen „viel Spaß“ gewünscht. Pro Rolle gibt es immer drei Künstler, damit man nebenher auch noch andere Sachen machen kann. Es ist für mich auch einfach sehr lustig.

Also wenn du gerade nicht mit Die Happy unterwegs bist, bist du dann in Prag und singst im Musical?

Marta: Genau. Deshalb ist mein Hund auch der größte Reisehund auf der Welt, weil er ständig mit mir überall hin mit fährt. Er ist auch schon ein bisschen ruhiger geworden, weil er sich daran gewöhnt hat.

Du machst ja wirklich wahnsinnig viele verschiedene Sachen nebenher. Du singst mit Oomph zusammen, jetzt das Musical. Wie seid ihr da überhaupt auf die Unplugged-Idee gekommen?

Marta: Ziemlich am Anfang, gerade so als unsere ersten beiden Alben rausgekommen sind, sind wir immer wieder von Radio- und Fernsehsendern eingeladen worden und sollten da spielen. Die wollten aber immer, dass wir Vollplayback machen. Da hatten wir keinen Bock drauf. Wir haben gesagt, dass wir lieber unplugged spielen. Mit einer Gitarre und einem Bass gibt‘s keinen Stress mit dem Sound. Unser Schlagzeuger spielt dann Cajon, diese Holzkiste auf die man so drauf klopfen kann. Seitdem spielen wir einfach lieber unplugged, anstelle uns irgendwo hinzustellen und Vollplayback zu machen. Und dann haben wir gedacht, lass uns das doch machen, als Tour. Dann wurden wir damals noch von Viva Zwei eingeladen und haben dann auf der Party von der Silvestershow unplugged gespielt. Das war so geil, so ganz harte Lieder unplugged zu spielen, und wir haben uns wieder gedacht, lass uns das einfach machen. Vorbild war natürlich immer MTV-Unplugged. Nirvana waren auch phänomenal. Wir haben dann damals eben unsere drei Freunde eingeladen, zwei aus Ulm und ein Mädchen, Percussionistin aus München. Mittlerweile ist von den dreien nur der Gitarrist Patrick geblieben, weil alle Anderen viel zu viel Arbeit haben. Es war einfach eine der schönsten Touren, die wir je gehabt haben. Es ging um nichts. Es ging nicht um den Erfolg sondern nur darum, dass wir das machen, was uns tierisch Spaß macht. Wir ziehen uns gut an. Die Jungs hatten natürlich noch nie ‘nen Anzug im Schrank und mussten dann zu H&M rennen, um sich Anzüge zu kaufen. Ich konnte noch nicht auf Absätzen laufen. Die paar Schritte auf die Bühne habe ich noch geschafft, aber dann sind die Schuhe nach hinten geflogen. Das war einfach so geil, dass wir gesagt haben, das müssen wir wiederholen. Vorletztes Jahr im November haben wir zwei Auftritte gehabt, weil in Dortmund so eine Reihe gelaufen ist. Da haben sie uns angefragt, aber für ein Konzert zwei Wochen lang zu proben hätte sich nicht gelohnt. Deshalb haben wir dann noch ein zweites Konzert in Hamburg gemacht und haben uns nach diesen paar Jahren wieder gesehen und uns gleich gesagt: „Ey, lass uns das bald wieder machen!“ Wir sind dann sofort zu unserer Agentur: „Wir wollen wieder!“ Und dann war jetzt war einfach der passende Zeitpunkt, so zum Frühlingsanfang.

Und warum heißt dein Hund eigentlich Katze???

Marta: Ich war gerade im Urlaub, als ich wusste, dass ich sie eine Woche später abholen würde. Es war Sommer, ich hatte unglaublich gute Laune und war einfach sehr witzig drauf.

(Allgemeines Gelächter)

Schön.

Marta: Ja, dann sehen wir uns später. Viel Spaß beim Konzert.

Danke, das wünschen wir dir auch!


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Axel Bosse im Interview – Mit dem Taxi Richtung Sehnsucht


Am 6. Februar geht Axel Bosses drittes Album „Taxi“ an den Start. Die aktuelle Single „3 Millionen“ wird bereits fleißig von vielen Radiosendern gespielt und das Video gibt es bei MTV zu sehen. Ich hatte den netten Wahl-Hamburger zum Interview an der Strippe und habe mir viel zum neuen Album und der anstehenden Tour erzählen lassen. Dazu gab‘s noch Geheimtipps für Hamburg.

Du bist ja schon eine ganze Zeit im Geschäft und bringst jetzt dein drittes Album „Taxi“ raus. Trotzdem kennen viele Leute dich und deine Musik noch nicht so gut. Wie würdest du deine Musik beschreiben?

Bosse: Meine Musik besteht aus ein paar Gitarren, aus ein bisschen Klavier, hier und da einer Akustik Gitarre. Manchmal vielleicht auch ein paar Streicher. Ich singe auf deutsch. Und ich singe auf dem Album über Sehnsucht und über das Ende von Dingen und das Weitermachen.

Dein letztes Album „Guten Morgen Spinner“ hast du schon vor zweieinhalb Jahren heraus gebracht. Würdest du sagen, dass sich dein Sound in der langen Zeit verändert hat oder du dich mit dem neuen Album weiterentwickelt hast?

Bosse: Ja, sehr. Beim letzten Album hatte ich einfach Lust, ein Live Rock‘n‘Roll Album zu machen, wo man einfach fünf Tage mit einem Produzenten ins Studio geht, nicht viel probt, einfach nur jammt und Songs einspielt. Beim neuen Album war der Plan das eben genau nicht so zu machen, sondern sich extrem viel Zeit zu lassen, auf den Sound zu achten, viel auch ohne Band zu machen. Wir haben ganz viel auch nur zu zweit gemacht, mein Produzent Jochen Naaf und ich. Wir haben ziemlich viel an Texten und Songs gearbeitet und haben alles in allem wirklich ein Jahr gebraucht, bis das alles überhaupt so entstanden ist.
Der Sound hat sich auf jeden Fall immens verändert. Es ist keine Rock‘n‘Roll-Scheibe mehr sondern eher eine Indie-Pop-Scheibe, oder wie auch immer man das nennen will. Sie ist vor allem sehr liedlastig. Es geht gar nicht mehr darum, einen geilen Gitarrensound zu haben. Es ging uns in erster Linie um Songs und wie man die Songs umsetzt, damit sie am besten wirken. Darüber habe ich mir bei dem Album davor eigentlich echt superwenig Gedanken gemacht.

Du hast dein neues Album komplett ohne große Plattenfirma im Nacken aufgenommen. Was ist das führ ein Gefühl, das Endprodukt dann endlich in den Händen zu halten? Ist das irgendwie anders als vorher?

Bosse: Eigentlich ist Vieles beim Alten. Man bangt natürlich immer noch mit – Was schreiben die Leute darüber? Wie viele Klicks gibt‘s auf MySpace? Spielt MTV das Zeug? Wie läuft‘s im Radio und wie laufen die Konzerte? Alles das ist gleich geblieben, nur mit dem Unterschied, dass wir das alles gerade selber organisieren und finanzieren. Wir haben jetzt einfach ganz viel mit dem zu tun, was sonst bei der Plattenfirma Promoter übernehmen. Früher bei EMI haben bestimmt 25 Leute für mich gearbeitet und das macht man jetzt alles selber. Alles läuft über unsere eigenen Schreibtische. Das ist dann natürlich was ganz Anderes wenn du dann das Album in der Hand hältst und endlich alles fertig ist. Das ist jetzt umso mehr meins – oder unsers.

Dein neues Album heißt ja „Taxi“. Wenn ich das Wort „Taxi“ höre, denke ich erst mal an gelbe, stinkige Autos, aber auch an Aufbruch und unterwegs sein. Wie bist du auf den Titel Taxi gekommen? Hat der eine Besondere Bedeutung für dich? Kann man dieses Album auch als eine Art Aufbruch für dich sehen?

Bosse: Das ist gar nicht mal so auf mich bezogen. Ich habe einfach nur nach etwas gesucht, dass für mich das Gefühl des Albums, wenn ich es so höre oder auch wenn Andere es hören, zusammenfasst. Am Ende, wenn man das Werk dann seinen drei oder vier Leuten vorspielt, sagt einer vielleicht „wow, klingt aber ganz schön sehnsüchtig“ oder „ganz schön auf der Reise“ oder hier und da auch mal „endlich angekommen“. Taxi fand ich da ganz gut. Es gibt ein Lied auf dem Album, Irgendwo Dazwischen, da setzt sich die Person ins Taxi und fährt dann wirklich für immer weg. Und da es auf dem Album sehr oft um das Gefühl geht, was passiert wenn Sachen aufhören und andere Sachen neu beginnen, fand ich das Taxi ganz geil. Also eigentlich das Taxi zum Flughafen. Oder eben das Taxi nach Paris (lacht).

Am 23. Januar kommt als erste Single vom neuen Album „3 Million“ als Digitaler Download raus. Warum hast du dich gerade für den Song entschieden?

Bosse: Am Ende ist das überhaupt nicht mehr meine Entscheidung. Okay, ich entscheide das zwar schon, aber ich habe mich da auch sehr auf Jochen und meine anderen Leute verlassen. Die vierzehn, fünfzehn Lieder, die man für so ein Album aufnimmt, die höre ich seit einem Jahr andauernd – vom ersten Basston an. Und ich bin dann irgendwann einfach raus wenn‘s darum geht, zu sagen was die Leute berührt oder worauf ich eigentlich Lust habe. Alle empfanden 3 Millionen als einen guten Start, weil der Song auch immer noch so eine kleine Brücke zu meinem zweiten Album spannt. Gerade, weil da noch ein paar mehr Gitarren sind, er aber trotzdem textlich und vom Grundgefüge her das neue Album auch ganz gut zusammen fasst.

Du sagst, dass du nach all der Zeit nicht mehr genau weißt, was andere Leute berühren könnte. Gibt es auf dem Album denn einen Song, der dir selber richtig viel bedeutet und mit dem du persönlich besonders viel verbindest?

Bosse: Mit jedem Song verbinde ich irgendwas, ist ja klar. Ich habe da immer so meine Phasen. Im Moment höre ich schon sehr viel 3 Millionen. Das liegt aber nicht daran, dass ich das mir auf die Ohren lege, sondern weil ich das Video so gerne gucke. Was aber wiederum wohl daran liegt, dass ich da selber gar nicht so drin vorkomme. Ich gucke Laura Tonke ganz gerne beim Laufen zu und finde es toll, dass sie da mitgemacht hat. Deshalb ist das gerade so mein Lied. Ansonsten bleibe ich dann immer eher so bei den ruhigeren Nummern hängen. Gegen Murphy höre ich auch öfter mal.

Das ist schön, denn mir persönlich gefallen auch „Gegen Murphy“ und „Alter Strand“ besonders gut. Erzähl doch mal was zu den beiden Songs.

Bosse: Klar. Gegen Murphy. Darin geht es darum, dass alle immer über Murphys Gesetz sprechen. Ich habe das einfach genommen und auf eine Waagschale gelegt: Was passiert mit deinem Leben, wenn es wirklich Murphys Gesetz gibt und wenn alles immer schlecht ausgeht und man immer Pech hat? Im Song sage ich, dass ich das alles nicht glaube. Auch gerade weil ich im Bezug auf Liebe, Familie, Treue, Vertrauen, aber auch auf Freunde gar nicht darauf stehe, wenn mir jemand einen von Murphys Gesetz erzählt. Ich glaube, man hat superviele Sachen selbst in der Hand und muss manchmal einfach nur danach greifen und sich auch einfach mal vertrauen.

Alter Strand ist eigentlich ein Lied über alte Freunde und einen guten Ort. Ich hatte dabei die ganze Zeit ein Bild von meiner Lieblingsinsel Amrum vorm Auge. Das ist so ein Ort wo ich seit ich null bin wirklich jedes Jahr bin – jetzt bin ich 28. Da passiert mir das ganz oft, dass ich über den Strand gehe und viele Leute sehe, die mich gar nicht wieder erkennen und ich sie auch nur so halb. Dann hat man oft so das Gefühl: „Alter Schwede! Was ist da eigentlich passiert?“ Früher haben wir zusammen am Strand Löcher gebuddelt und mit Hölzern und Sand zugedeckt, damit irgendwelche Opas reintreten. Und jetzt sitzen wir hier, die Eine ist 35 und hat‘s in der Politik geschafft und der Andere ist Musiker geworden.

Im März geht‘s für dich auf „Taxi“-Tour quer durch Deutschland. Was können die Leute live von dir erwarten?

Bosse: Wir haben unsere Touren früher immer im Sommer gespielt. Das waren immer extrem energiegeladene Konzerte, wo es dann immer so unglaublich heiß war, dass von der Decke getropft hat. Ich glaube, das wird dieses Mal auch so sein. Wobei es eben einfach zwei, drei Momente mehr geben wird, in denen man sich auch mal ausruhen kann. Ansonsten sind wir die gleiche Band. Wir haben noch einen tollen Pianisten dazu bekommen der sonst für Peter Licht spielt. Der und ich sind dann dafür da, dass man hin und wieder auch mal ein paar ruhigere Momente hat. Und sonst werden das wohl alles recht lange Konzerte. Wir haben jetzt ja schon drei Alben, und ich habe jetzt schon so viele Songs, die ich spielen will. Da kann ein Konzert dann wohl so zwei Stunden dauern.

Du wohnst ja schon länger in Hamburg. Hast du da vielleicht einen „Geheimtipp“ für uns, wo man in Hamburg hingehen kann, wenn man nicht das typische Touristenprogramm absolvieren will?

Bosse: Ja, habe ich. Ich wohne etwas außerhalb, in Hamburg-Blankenese. Wenn man da die Elbchaussee runter immer weiter geradeaus fährt, dann kommt man nach Wittenbergen. Wittenbergen ist so eine Art Nordseestrand, nur eben an der Elbe. Den kennen auch gar nicht so viele – die meisten biegen immer zu früh links ab. Da gibt‘s echt ganz schöne, weiße Sandstrände mit so kleinen Dünen und Heidelandschaft. Da mal mit seiner Freundin spazieren zu gehen, das kann ich nur empfehlen. Und ansonsten noch das BP1 auf der Schanze am Schulterblatt. Direkt neben dem Bedford Café. Da ist es auch immer richtig nett, obwohl das auch nicht so viele Leute kennen.

Mehr Infos zu Bosse, Album und Tour gibt es auf www.bosse-rockt.de , www.myspace.com/axelbosse

Bosse „Taxi“ Tour 2009
06.03. Dortmund – VISIONS PARTY @ Suite023
07.03. Bielefeld VISIONS PARTY @ Forum
12.03. Berlin, Kleiner Postbahnhof
13.03. Hamburg, Knust
14.03. Lingen, Alter Schlachthof
17.03. Frankfurt/Main, Nachtleben
18.03. München, 59 to 1
19.03. Köln, Luxor (Ex-Prime Club)
21.03. Stuttgart, Jugendhaus West

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