Alle Beiträge von Katharina Leuck

Ich bin der Kopf von LEISE/laut. Seit 2007 schreibe ich hier meine Erlebnisse auf Konzerten und mit Bands nieder, poste Videos (eigene, und solche, die mir einfach gefallen) und gebe mich meiner Musikleidenschaft hin.

StreetGigs: Rock‘n‘Roll und Popcorn-Schlacht mit Bloc Party

Samstag Abend. Der größte Saal des Cineplex in Münster platzt aus allen Nähten, aber etwas ist heute Abend anders. Den Leuten baumeln bunte VIP-Pässe um die Hälse und vor der Leinwand stehen Absperrgitter und Musikinstrumente. Anstelle des neuesten Hollywood Blockbusters steht ein T-Mobile Street Gig mit Bloc Party ins Haus. Street Gigs sind exklusive Konzerte mit internationalen Musikgrößen an ganz besonderen Locations – für ganz besondere Leute. Die VIP-Passträger sind die 500 glücklichen Gewinner, die heute Abend mit den Londoner Indie-Rockern die Hütte abreißen dürfen.

Die pompöse Kulisse des Kinosaals mit seinen unzähligen roten Samtsitzenreihen lässt so Einige anfangs noch zweifeln, ob hier in einigen Minuten wirklich richtig gerockt werden kann. Michi Ludes, Sänger und Gitarrist der Supportband Mikroboy aus Berlin, kommt sich auf der Bühne auch eher vor wie ein Tennisspieler auf dem Centrecourt: „Der Applaus klingt hier so gedämpft und gesittet!“ Sichtlich nervös aber gleichzeitig charmant gibt er sein Bestes, die gemütlich in die Sessel gelümmelte und mit Popcorntüten bewaffnete Menge mit melodiösem, nachdenklich-fröhlichem Indie-Poprock aus der Reserve zu locken. Etwa zwanzig Minuten und fünf Mikroboy-Songs später hat sich das anfangs noch etwas schwerfällige Publikum mit dem Konzept „Rocken im Kino“ angefreundet.

Zum Glück. So bleibt den Jungs von Bloc Party das Centrecourt-Gefühl erspart und es wird doch gerockt was das Zeug hält. Der Sound ist Dank der grandiosen Akustik des Kinos einfach einmalig und so bringen die Beats und Klangwände schnell auch den faulsten Hintern in Schwung. Jetzt lümmelt sich sicher niemand mehr faul auf seinem Sessel. Die Luft brennt förmlich. Es ist unglaublich heiß. Die Getränke fließen in Strömen und man hat eigentlich eher das Gefühl auf einem großen Festival zu sein. Als dann fast allen vollen Popcorntüten Flügel wachsen, hält Sänger Kele nichts mehr auf der Bühne. Er klettert quer über alle Sitzreihen, mitten hinein in den Popcornhagelschauer und singt beinahe einen kompletten Song mitten aus dem Bad in der Menge.

Die Zeit vergeht viel zu schnell. Nach nur einer Stunde ist der ganze Zauber auch schon wieder vorbei. Überall sieht man nur verschwitzte, zufriedene Gesichter, von denen für viele die Party im Gleis 22 beim Bloc Party Special sofort weiter geht.
— Wäre Dresden nicht so weit weg, dann wäre der ein oder andere sicher auch wieder beim nächsten Street-Gig im März mit Mando Diao am Start. Ganz sicher!


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Luxuslärm begeistern K-Town

23. Januar – Ich entfliehe mal wieder dem grauen Germersheim und mache mit Meike Kaiserslautern unsicher. Im Cottonclub der Kammgarn sind heute Abend die lieben Jungs und Mädels von Luxuslärm am Start. Meike hat ja auch oft genug gesagt und geschrieben, dass Kaiserslautern sicher super wird und sie deshalb dort spielen sollen.

Um 20 Uhr ist es noch nicht besonders voll im Club. Das kann sich aber noch ändern. Wir wärmen uns erst ein bisschen an der Bar auf bevor wir unsere Muffins am Merchstand abgeben. Jinni wird per Telefon extra nach unten beordert und freut sich wie eine kleine Schneekönigin über unser Mitbringsel. Da kommen doch auch tatsächlich ein paar andere Mädels um die Ecke, die die Band bereits im Vorprogramm von Thomas Godoj in Mannheim gesehen haben. Juhu, wir sind endlich mal nicht die einzigen, die die Band kennen und so gerne haben. Trotzdem werden wir schon mal zum Stimmung machen verdonnert.

Das tun wir auch gerne, als die Band pünktlich um 20.45 Uhr die Bühne stürmt. Wie ein Wirbelwind fegt Frontfrau Jinni über die Bühne und versprüht so eine gute Laune, dass überall fleißig mitgewippt und mitgetanzt wird. Die Band überzeugt vollstens – fetzige Rocksongs und langsame Balladen. Gerade bei diesen bekommen einige der Anwesenden Gänsehaut. Das Leute sind wahnsinnig laut und auch wir singen und klatschen mit so gut wir nur können. Alle sind super gelaunt und freuen sich neben der klasse Musik über die kleinen Anekdoten, die es von der Bühne zu hören gibt.

Die Band spielt alle Songs ihres ersten Album sund einen bisher unveröffentlichten Song – „Brauch das nicht“. Als lautstark geforderte Zugabe gibt es nochmal die erste Single „1000 Kilometer bis zum Meer“. Die Begeisterung ist groß und auch viele Leute, die die Band vorher noch gar nicht kannten, sind einfach schwer begeistert und versprechen auch beim nächsten Mal wieder zu kommen.

Nach dem Konzert erzählt uns Jinni zwischen Muffins und Fotos nochmal, dass sie überrascht war wie viele Leute gekommen sind. Dafür, dass Luxuslärm in Süddeutschland noch kaum im Radio gespielt werden, haben doch beinahe 100 Leute ihren Weg in den Keller der Kammgarn gefunden. Beachtlich. Kim Frank hat das im Sommer nicht geschafft.

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Am 13.02. kommt die nächste Single „Unsterblich“ in die Läden. Absolut empfehlenswert! Kaufen, kaufen, kaufen!

Axel Bosse im Interview – Mit dem Taxi Richtung Sehnsucht


Am 6. Februar geht Axel Bosses drittes Album „Taxi“ an den Start. Die aktuelle Single „3 Millionen“ wird bereits fleißig von vielen Radiosendern gespielt und das Video gibt es bei MTV zu sehen. Ich hatte den netten Wahl-Hamburger zum Interview an der Strippe und habe mir viel zum neuen Album und der anstehenden Tour erzählen lassen. Dazu gab‘s noch Geheimtipps für Hamburg.

Du bist ja schon eine ganze Zeit im Geschäft und bringst jetzt dein drittes Album „Taxi“ raus. Trotzdem kennen viele Leute dich und deine Musik noch nicht so gut. Wie würdest du deine Musik beschreiben?

Bosse: Meine Musik besteht aus ein paar Gitarren, aus ein bisschen Klavier, hier und da einer Akustik Gitarre. Manchmal vielleicht auch ein paar Streicher. Ich singe auf deutsch. Und ich singe auf dem Album über Sehnsucht und über das Ende von Dingen und das Weitermachen.

Dein letztes Album „Guten Morgen Spinner“ hast du schon vor zweieinhalb Jahren heraus gebracht. Würdest du sagen, dass sich dein Sound in der langen Zeit verändert hat oder du dich mit dem neuen Album weiterentwickelt hast?

Bosse: Ja, sehr. Beim letzten Album hatte ich einfach Lust, ein Live Rock‘n‘Roll Album zu machen, wo man einfach fünf Tage mit einem Produzenten ins Studio geht, nicht viel probt, einfach nur jammt und Songs einspielt. Beim neuen Album war der Plan das eben genau nicht so zu machen, sondern sich extrem viel Zeit zu lassen, auf den Sound zu achten, viel auch ohne Band zu machen. Wir haben ganz viel auch nur zu zweit gemacht, mein Produzent Jochen Naaf und ich. Wir haben ziemlich viel an Texten und Songs gearbeitet und haben alles in allem wirklich ein Jahr gebraucht, bis das alles überhaupt so entstanden ist.
Der Sound hat sich auf jeden Fall immens verändert. Es ist keine Rock‘n‘Roll-Scheibe mehr sondern eher eine Indie-Pop-Scheibe, oder wie auch immer man das nennen will. Sie ist vor allem sehr liedlastig. Es geht gar nicht mehr darum, einen geilen Gitarrensound zu haben. Es ging uns in erster Linie um Songs und wie man die Songs umsetzt, damit sie am besten wirken. Darüber habe ich mir bei dem Album davor eigentlich echt superwenig Gedanken gemacht.

Du hast dein neues Album komplett ohne große Plattenfirma im Nacken aufgenommen. Was ist das führ ein Gefühl, das Endprodukt dann endlich in den Händen zu halten? Ist das irgendwie anders als vorher?

Bosse: Eigentlich ist Vieles beim Alten. Man bangt natürlich immer noch mit – Was schreiben die Leute darüber? Wie viele Klicks gibt‘s auf MySpace? Spielt MTV das Zeug? Wie läuft‘s im Radio und wie laufen die Konzerte? Alles das ist gleich geblieben, nur mit dem Unterschied, dass wir das alles gerade selber organisieren und finanzieren. Wir haben jetzt einfach ganz viel mit dem zu tun, was sonst bei der Plattenfirma Promoter übernehmen. Früher bei EMI haben bestimmt 25 Leute für mich gearbeitet und das macht man jetzt alles selber. Alles läuft über unsere eigenen Schreibtische. Das ist dann natürlich was ganz Anderes wenn du dann das Album in der Hand hältst und endlich alles fertig ist. Das ist jetzt umso mehr meins – oder unsers.

Dein neues Album heißt ja „Taxi“. Wenn ich das Wort „Taxi“ höre, denke ich erst mal an gelbe, stinkige Autos, aber auch an Aufbruch und unterwegs sein. Wie bist du auf den Titel Taxi gekommen? Hat der eine Besondere Bedeutung für dich? Kann man dieses Album auch als eine Art Aufbruch für dich sehen?

Bosse: Das ist gar nicht mal so auf mich bezogen. Ich habe einfach nur nach etwas gesucht, dass für mich das Gefühl des Albums, wenn ich es so höre oder auch wenn Andere es hören, zusammenfasst. Am Ende, wenn man das Werk dann seinen drei oder vier Leuten vorspielt, sagt einer vielleicht „wow, klingt aber ganz schön sehnsüchtig“ oder „ganz schön auf der Reise“ oder hier und da auch mal „endlich angekommen“. Taxi fand ich da ganz gut. Es gibt ein Lied auf dem Album, Irgendwo Dazwischen, da setzt sich die Person ins Taxi und fährt dann wirklich für immer weg. Und da es auf dem Album sehr oft um das Gefühl geht, was passiert wenn Sachen aufhören und andere Sachen neu beginnen, fand ich das Taxi ganz geil. Also eigentlich das Taxi zum Flughafen. Oder eben das Taxi nach Paris (lacht).

Am 23. Januar kommt als erste Single vom neuen Album „3 Million“ als Digitaler Download raus. Warum hast du dich gerade für den Song entschieden?

Bosse: Am Ende ist das überhaupt nicht mehr meine Entscheidung. Okay, ich entscheide das zwar schon, aber ich habe mich da auch sehr auf Jochen und meine anderen Leute verlassen. Die vierzehn, fünfzehn Lieder, die man für so ein Album aufnimmt, die höre ich seit einem Jahr andauernd – vom ersten Basston an. Und ich bin dann irgendwann einfach raus wenn‘s darum geht, zu sagen was die Leute berührt oder worauf ich eigentlich Lust habe. Alle empfanden 3 Millionen als einen guten Start, weil der Song auch immer noch so eine kleine Brücke zu meinem zweiten Album spannt. Gerade, weil da noch ein paar mehr Gitarren sind, er aber trotzdem textlich und vom Grundgefüge her das neue Album auch ganz gut zusammen fasst.

Du sagst, dass du nach all der Zeit nicht mehr genau weißt, was andere Leute berühren könnte. Gibt es auf dem Album denn einen Song, der dir selber richtig viel bedeutet und mit dem du persönlich besonders viel verbindest?

Bosse: Mit jedem Song verbinde ich irgendwas, ist ja klar. Ich habe da immer so meine Phasen. Im Moment höre ich schon sehr viel 3 Millionen. Das liegt aber nicht daran, dass ich das mir auf die Ohren lege, sondern weil ich das Video so gerne gucke. Was aber wiederum wohl daran liegt, dass ich da selber gar nicht so drin vorkomme. Ich gucke Laura Tonke ganz gerne beim Laufen zu und finde es toll, dass sie da mitgemacht hat. Deshalb ist das gerade so mein Lied. Ansonsten bleibe ich dann immer eher so bei den ruhigeren Nummern hängen. Gegen Murphy höre ich auch öfter mal.

Das ist schön, denn mir persönlich gefallen auch „Gegen Murphy“ und „Alter Strand“ besonders gut. Erzähl doch mal was zu den beiden Songs.

Bosse: Klar. Gegen Murphy. Darin geht es darum, dass alle immer über Murphys Gesetz sprechen. Ich habe das einfach genommen und auf eine Waagschale gelegt: Was passiert mit deinem Leben, wenn es wirklich Murphys Gesetz gibt und wenn alles immer schlecht ausgeht und man immer Pech hat? Im Song sage ich, dass ich das alles nicht glaube. Auch gerade weil ich im Bezug auf Liebe, Familie, Treue, Vertrauen, aber auch auf Freunde gar nicht darauf stehe, wenn mir jemand einen von Murphys Gesetz erzählt. Ich glaube, man hat superviele Sachen selbst in der Hand und muss manchmal einfach nur danach greifen und sich auch einfach mal vertrauen.

Alter Strand ist eigentlich ein Lied über alte Freunde und einen guten Ort. Ich hatte dabei die ganze Zeit ein Bild von meiner Lieblingsinsel Amrum vorm Auge. Das ist so ein Ort wo ich seit ich null bin wirklich jedes Jahr bin – jetzt bin ich 28. Da passiert mir das ganz oft, dass ich über den Strand gehe und viele Leute sehe, die mich gar nicht wieder erkennen und ich sie auch nur so halb. Dann hat man oft so das Gefühl: „Alter Schwede! Was ist da eigentlich passiert?“ Früher haben wir zusammen am Strand Löcher gebuddelt und mit Hölzern und Sand zugedeckt, damit irgendwelche Opas reintreten. Und jetzt sitzen wir hier, die Eine ist 35 und hat‘s in der Politik geschafft und der Andere ist Musiker geworden.

Im März geht‘s für dich auf „Taxi“-Tour quer durch Deutschland. Was können die Leute live von dir erwarten?

Bosse: Wir haben unsere Touren früher immer im Sommer gespielt. Das waren immer extrem energiegeladene Konzerte, wo es dann immer so unglaublich heiß war, dass von der Decke getropft hat. Ich glaube, das wird dieses Mal auch so sein. Wobei es eben einfach zwei, drei Momente mehr geben wird, in denen man sich auch mal ausruhen kann. Ansonsten sind wir die gleiche Band. Wir haben noch einen tollen Pianisten dazu bekommen der sonst für Peter Licht spielt. Der und ich sind dann dafür da, dass man hin und wieder auch mal ein paar ruhigere Momente hat. Und sonst werden das wohl alles recht lange Konzerte. Wir haben jetzt ja schon drei Alben, und ich habe jetzt schon so viele Songs, die ich spielen will. Da kann ein Konzert dann wohl so zwei Stunden dauern.

Du wohnst ja schon länger in Hamburg. Hast du da vielleicht einen „Geheimtipp“ für uns, wo man in Hamburg hingehen kann, wenn man nicht das typische Touristenprogramm absolvieren will?

Bosse: Ja, habe ich. Ich wohne etwas außerhalb, in Hamburg-Blankenese. Wenn man da die Elbchaussee runter immer weiter geradeaus fährt, dann kommt man nach Wittenbergen. Wittenbergen ist so eine Art Nordseestrand, nur eben an der Elbe. Den kennen auch gar nicht so viele – die meisten biegen immer zu früh links ab. Da gibt‘s echt ganz schöne, weiße Sandstrände mit so kleinen Dünen und Heidelandschaft. Da mal mit seiner Freundin spazieren zu gehen, das kann ich nur empfehlen. Und ansonsten noch das BP1 auf der Schanze am Schulterblatt. Direkt neben dem Bedford Café. Da ist es auch immer richtig nett, obwohl das auch nicht so viele Leute kennen.

Mehr Infos zu Bosse, Album und Tour gibt es auf www.bosse-rockt.de , www.myspace.com/axelbosse

Bosse „Taxi“ Tour 2009
06.03. Dortmund – VISIONS PARTY @ Suite023
07.03. Bielefeld VISIONS PARTY @ Forum
12.03. Berlin, Kleiner Postbahnhof
13.03. Hamburg, Knust
14.03. Lingen, Alter Schlachthof
17.03. Frankfurt/Main, Nachtleben
18.03. München, 59 to 1
19.03. Köln, Luxor (Ex-Prime Club)
21.03. Stuttgart, Jugendhaus West

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Einslive Krone 2008 – Königliche Awards, Heiße Acts und Megaparty

Es regnet, stürmt und schneit. Eigentlich sollte man bei diesem nordpolähnlichen Wetter keinen Fuß vor die Tür setzen. Trotzdem stehen sich an diesem 4. Dezember ein paar hundert Fans schon seit Stunden am roten Einslive-Krone-Teppich die Beine in den Bauch, um bei der Einfahrt der Stars und Sternchen an der Bochumer Jahrhunderthalle dabei zu sein. Deutschlands größter Radio Award wird dieses Jahr zum neunten Mal vom Radiosender Einslive vergeben und auch dieses Jahr hat sich alles was in der deutschen Musikszene Rang und Namen hat auf den Weg nach Bochum gemacht, um bei diesem Superevent dabei zu sein.

Für die nominierten Bands handelt es sich hierbei um einen ganz besonderen Preis, da die Gewinner nicht von einer Jury sondern ganz allein von den Fans per Online-Voting bestimmt werden. Mehr als eine Millionen Klicks sind bei der diesjährigen Abstimmung eingegangen und auch viele der frierenden Fans am roten Teppich haben an ihren Computern zu Hause alles gegeben, um ihren Lieblingsbands die Kronenkugel in die Hände zu spielen: „Ich habe bestimmt 200 Mal für Revolverheld abgestimmt,“ sagt ein junges Mädchen nervös im Vorfeld der Show. Den Einsatz wissen die anrollenden Stars auch sehr zu würdigen und so versuchen Fettes Brot, die Donots, Culcha Candela und viele andere Promis trotz eisiger Temperaturen und großem Zeitdruck so viele Autogramm- und Fotowünsche wie möglich zu erfüllen.

Manche Bands sind sichtlich aufgeregt – allerdings nicht nur aufgrund ihrer Nominierung sonder auch wegen der doch sehr verrückten Wahlversprechen, die sie im Kampf um jede Stimme abgegeben haben. So will Ingo von den Donots 24 Stunden lang ohne Pause mit seinen Jungs den Hit „Stop the Clocks“ spielen, wenn seine Band die Krone für die „Beste Single“ gewinnt. Ihre Gegner, die Söhne Mannheims, konnten das natürlich nicht auf sich sitzen lassen und versprachen ihren Fans genau das Gleiche zu tun, wenn sie gewinnen: auch sie wollen 24 Stunden lang „Stop the Clocks“ von den Donots spielen.

So geht es dann für Viele mit großer Vorfreude und Nervosität im Bauch in die Show. Einslive-Moderatoren Olli Briesch und Michael Imhoff führen gemeinsam durch den als Jahresrückblick gestalteten Abend, dessen Programm mit musikalischen Highlights von Peter Fox, Polarkreis 18, Reamonn, Clueso und Mia., sowie Promi-Talks auf dem Krone-Sofa durchzogen ist.

Beste Band des Jahres wird an diesem Abend Ich + Ich vor Culcha Candela und Reamonn. Die Krone der Kategorie „Beste(r) Künstler(in)“ kann der Erfurter Clueso noch vor Thomas D und Peter Heppner mit nach Hause nehmen. Peter Fox lässt mit seiner Platte „Stadtaffe“ Die Toten Hosen und Mia. weit hinter sich und holt damit die Kronenkugel für „Bestes Album“ nach Berlin. Auch wenn sie an diesem Abend in der Show nicht live auftreten, können die Beatsteaks die Krone für „Bester Liveact“ entgegen nehmen und setzen sich damit gegen die Hamburger Jan Delay und Deichkind durch. In der besonders hart umkämpften Kategorie „Beste Single“ gewinnen nicht Donots oder Söhne Mannheims, die Bands mit den verrücktesten Wahlversprechen. Der Award geht ganz klar an die drei Hamburger Jungs von Fettes Brot für ihren Ohrwurm „Bettina, zieh dir bitte etwas an“. Völlig überwältigt und beinahe sprachlos ist Stefanie Heinzmann, als sie ihre wohlverdiente Krone als „Bester Newcomer“ entgegen nimmt, und damit Polarkreis 18 und Stanfour auf die Plätze verweist. Nicht live dabei ist Mario Barth, der sich durch seinen Weltrekord im Berliner Olympiastadion eine Krone für die „Beste Comedy“ sichern kann.

Im Vorfeld bereits von der Einslive Musikredaktion und nicht per Voting entschieden, geht die Einslive Krone für das Lebenswerk an die Beste Band der Welt – Die Ärzte. Die drei Berliner glänzen jedoch mit Abwesenheit, da sie ihr Lebenswerk noch lange nicht als vollendet ansehen.

Nach zweieinhalb langen Stunden beenden Peter Fox und seine Band den offiziellen Teil des Abends mit „Haus am See“. Während es für einen großen Teil der Galagäste nun nach Hause geht, fängt für die Stars der Abend jetzt eigentlich erst richtig an. Das Highlight des Abends – die Aftershowparty. Es wird gefeiert und getanzt was das Zeug hält. Egal ob Kronengewinner oder Verlierer, man macht sich über das riesige Buffet her, trifft im Getümmel und an vielen Bars alte Bekannte oder wagt ein Kicker Match gegen Clueso, der so gut wie jeden Gegner gnadenlos abzieht. Das Foyer der Jahrhunderthalle bebt und als morgens um kurz vor sechs schließlich das Licht an geht, fällt es so manch einem doch schwer zu glauben, dass die Einslive Krone 2008 schon wieder vorbei ist. Nächstes Jahr wird weiter gefeiert. Versprochen.

Fotos von den Gewinnern und vom Roten Teppich gibt’s hier!


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Musikmarathon der Jugendkulturtage Osnabrück – 2.10.2008

Ein etwas anderer Marathon

Laut war es. Lang war es. Ein Marathon eben. Jedoch wurden am Donnerstag Abend beim Musikmarathon der Osnabrücker Jugendkulturtage nicht die sportlichen Fähigkeiten der Teilnehmer auf die Probe gestellt, sondern eher das musikalische Durchhaltevermögen. Mit insgesamt sechs Bands in drei Locations wurde bis zu später Stunde gejammt und gerockt was das Zeug hielt. Dem Publikum wurde gezeigt, dass in der Osnabrücker Nachwuchsbandszene alles Andere als tote Hose herrscht.
Den Anfang machten gegen 20:30 Uhr die Black Jack Funkers im Haus der Jugend. Die gerade mal 13 und 14-Jährigen Bandmitglieder hatten zwar ein wenig mit dem Sound zu kämpfen, meisterten aber ihre nicht ganz leichte Aufgabe des Openers trotz allem recht anständig. Frontfrau Karla sang mit viel Elan und Freude von Dingen, die wohl jeden Jugendlichen einmal beschäftigen und beschloss das Set der Band mit der Zugabe „Wieder da“ – einer ruhigen Nummer die mit besserem Sound noch viel schöner gewesen wäre.
Ohne große Umbaupausen stürmten im Anschluss auch sofort die Insolvent Insomniacs die Bühne. Mit ihrer fetzigen Mischung aus eigenen und gecoverten Rock‘n‘ Roll und Ska-Nummern rissen sie die Menge sofort mit und verwandelten den Raum in eine einzige große Party, sowohl vor als auch auf der Bühne. Für viele Zugaben blieb leider nicht viel Zeit; denn der Partybus, der die Musikjünger weiter in die nächste Location kutschieren sollte, wartete schon draußen mit laufendem Motor. Im antiken Doppeldecker ging es mit Jongleuren an Bord weiter ins GZ Ziegenbrink.
Dort warteten auch schon die 3 Jungs von Last Wish auf ihren Auftritt, die vielen Besuchern schlicht weg die Sprache verschlugen. Gerade einmal 13 Jahre alt und kaum dem Kindersitz entwachsen, überraschte besonders Sänger Oliver mit einer sehr guten Stimme und einer unglaublich einnehmenden Bühnenpräsenz. Insgesamt lieferten sie dem Publikum eine beachtlich professionelle Show aus beinahe ausschließlich selbstgeschriebenen englischen Rocksongs, die den einzigen Coversong des Sets – „Summer of ‘69“ von Bryan Adams – weit in den Schatten stellten.
Nach so viel Begeisterung hatten die Jungs und Mädels von Therapiezentrum keine leichte Aufgabe, als es darum ging die Menge zu begeistern. Jedoch nahmen die vier Osnabrücker unter der Führung von Frontfrau Gianna auch diese Hürde mit Bravour und brachten den Ziegenbrink mit ihren eigenen deutschen Crossoverstücken schnell zum Kochen. Auf und vor der Bühne wurde gerockt, was die Saiten hergaben und so ging es gut aufgeheizt weiter in den kalten Partybus, der auf direktem Wege den Ostbunker ansteuerte. Für die Pausenunterhaltung auf der Fahrt sorgten dieses Mal keine Jongleure, sondern ein waschechter Schotte mit Tracht und Dudelsack. Durch sein Getröte wurden selbst die kleinsten langsam aufkommenden Müdigkeitserscheinungen schnell weggeblasen, so dass alle fit wie ein „Marathonlaufschuh“ im JKZ Ostbunker ankamen. Mit kurzer Verzögerung bretterten dort direkt Sederial aus Melle los und begeisterten mit ihren politischen Punk- und Metalnummern besonders die Fans der härteren Gangart. Die Stimmung im Bunker brannte förmlich. Begeistert von so viel Pogo vor der Bühne ließ sich Sänger Sebastian zu halsbrecherischen Stagediving-Einlagen hinreißen und wurde einmal quer durch den Raum getragen.
Gegen 0:20 Uhr enterten dann Third Cucumber aus Osnabrück als letzte Band die Ostbunkerbühne und rundeten das Gesamtbild des Abends mit einem sehr guten Auftritt ab. Mit ihrem eingängigen, melodiösen und sehr ausgefeilten Poppunk á la Blink 182 heizten sie dem Publikum noch mal ordentlich ein und verpassten dem Ein oder Anderen noch einen letzten Ohrwurm, bevor es wieder zurück zum Bus, in die dunkle Nacht und ab nach Hause ging.


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Rostock – Hanse Sail – Antenne MV Bühne

Der 8.8.08 war nicht nur der Tag der Olympiaeröffnungsfeier, sondern auch der Tag, an dem auf der Rostocker Hanse Sail der Mega Sommerhit 2008 von Antenne Mecklenburg-Vorpommern gekürt werden sollte. Neben einigen verdächtigen C- und D-Promis, die wirklich kein Mensch kannte, rissen wenigstens Revolverheld das Niveau des Abends nach oben.

Ich hatte mit einer Großveranstaltung a la Kieler Woche und einem ähnlichen Besucheraufkommen gerechnet. Dementsprechend wurde überpünktlich Feierabend gemacht, getankt und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 138 km/h über die Autobahn nach Rostock gebraust. Tja. Kaum angekommen stellte sich heraus, dass die „Party“ vor dem Auftritt eher einem Schützenfest glich. Nein, zwischendurch hätte man sich auch auf einer Kaffeefahrt wähnen können. Die beiden Moderatoren rissen einen Kalauer nach dem nächsten und wussten wirklich, wie man jede aufkeimende Partystimmung noch in den letzten Takten des Songs abwürgt. So wunderte es mich nach einer guten halben Stunde auch nicht mehr, warum kaum jemand vor der Bühne stand. Wohl gemerkt, es sollte Revolverheld auftreten und nach eigener Erfahrung stehen normalerweise etwa fünf feste Reihen der hartgesottenen Fans circa 3 Stunden vor Beginn an der Absperrung. Wir kamen gerade mal ein bisschen über eine Stunde vor Beginn an – und konnten sogar ohne „Entschuldigung, darf ich mal vorbei?“ in die erste Reihe durchgehen.

Kurz vor Auftritt wurden die Moderationen der Antenne-MV Moderatoren dann ganz schlimm. Es wurden die alten Anekdoten über Dieter Bohlen und Christian Anders heraus gekramt, dann kam doch tatsächlich auch noch „You’re my heart, you’re my soul“ – und eigentlich hätte man spätestens hier die Flucht ergreifen sollen. Aber Gott sei Dank war es dann wirklich endlich 22.30 Uhr und die Jungs aus Hamburg durften die Bühne stürmen. Wahrscheinlich selbst noch von den grausamen Moderationen eingelullt, wurde auch gleich tief in die Kalauerkiste gegriffen. „Rockstock“ und dieses Festival im Matsch, dass ja sicher genau hier, an diesem sagenumwobenen Ort stattgefunden haben soll. Rockstock, und die Hippies sind auch noch da. Ja. Nein. Musik machen? Ja! Die Herren zwangen sich dann doch dazu, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und legten recht behäbig los. Nach etwa 3 Liedern schienen sie sich dann aber doch auch endlich den Modern-Talking-Schock aus den Knochen gespielt zu haben und so wurde dann doch noch die gewohnte Qualität und Bühnenshow dargeboten. Etwa 70 Minuten lang wurde der Platz vor der Bühne vom Kaffeefahrtgrauen befreit und man feierte eine ordentliche Party.

Alles in allem war es ein sehr netter und vor allen Dingen amüsanter Abend, den ich gerne mit einem alten Golf vergleichen möchte. Man muss ihn erst mal warm fahren, bis er richtig rund läuft. Aber wenn er denn dann mal richtig warm ist, ist er nicht mehr zu stoppen und geht ab wie ein geölter Blitz…

Serengeti Festival 28.06.2008 – Revolverheld


Eigentlich sollte heute mein neues Experiment starten: Zwei Festivals an einem Tag. Jedoch machte mir das Wetter in Münster beim Vainstream einen dicken Strich durch die Rechnung und so verkaufte ich dort vor Ort noch schnell mein Ticket und begab mich lieber schon am Nachmittag nach Ostwestfalen, wo im kleinen Städtchen Schloss Holte Stukenbrock heute einmal nicht nur der Safaripark die größte Attraktion sein sollte.

Das Serengeti. Ein schönes, sehr überschaubares Festival auf dem Gelände eines Schulzentrums fand ich dort vor. Eigentlich ist das Serengeti ein einschlägiges Heavy-Metal Festival, so dass Revolverheld und MIA. eigentlich mal so gar nicht ins Line Up passen wollten. Aber jedes Festival braucht ja seine Publikumsmagneten und ich muss ganz ehrlich sagen, ohne diese hätte ich meinen Weg auch nicht unbedingt in die Provinz gefunden.

Nun gut. Eigentlich ist es ja wirklich egal wo das Festival ist, Hauptsache es wird gerockt. Und das wurde es. Natürlich legten die Geheimtipps im Line-Up grandiose Sets hin und wärmten das Publikum ordentlich für die Headliner Revolverheld und MIA. auf. Während bei den Bands des Tages eher schwere, schwarzgekleidete Menschen mit langer Haarpracht den Platz vor der Bühne bevölkerten, hätte das Publikum bei Revolverheld nicht unterschiedlicher sein können. Vom 8-jährigen Metalsohn, über vereinzelt weitgereiste Hardcore-Revolverheldfans, bis hin zu den 17-jährigen Dorfpunks und den Eltern der Halbstarken war an diesem Abend wirklich alles dabei. Die Stimmung war gut, es war laut, es hat gekracht und gerockt. Man sollte es nicht glauben, aber selbst bei den Hamburger Jungs wurde exessiv dem Crowdsurfen gefröhnt, so dass die Securities vorne alle Hände voll zu tun hatten. Yeah! Revolverheld rockten für ca 70 Minuten den Platz und allgemein war es einfach nur eine fette, laute Party.

Ob die Party später bei MIA. weiter ging, ist mir leider nicht bekannt. Aufgrund allgemeiner Erschöpfungserscheinungen (es lagen ja bereits das Hurricane, die Kieler Woche, ne fette Grippe, Münster und allgemein die Fahrt von Kiel hinter mir) fiel mir die Entscheidung doch schon lieber die Heimfahrt anzutreten, so gar nicht schwer. So ging es wohl auch einigen anderen Festivalbesuchern, denn man hörte immer wieder: „Oh man, die sind sooo schlecht! So nen Scheiß muss ich mir nicht geben!“ – Nun denn: ein Beweis mehr, dass der Clash zwischen Heavy Metal und deutschem Indie Elektro Pop vielleicht doch zu groß ist – egal wie bekannt die Band auch sein mag.

Erkenntnisse des Tages:
::Adapterkassetten halten bei Dauerbetrieb höchstens zwei Jahre::Querschnittsgelähmte können manchmal doch laufen::Schals durchschneiden ist sinnlos – Egal wer ihn vorher angefasst hat::MIA. ist kein Rock. MIA. ist kein Metal. MIA. ist… ach keine Ahnung was sich die Veranstalter dabei gedacht haben.::Sicherheitshinweis: Mikroständer sind KEINE Krücken:: Punkt.

FOTOS gibt es hier.

Kieler Woche 2008 – Stanfour und Revolverheld

Am Donnerstag war auf der NDR-Bühne am Ostseekai wieder N-JOY „Life am Kai“ angesagt. Während parallel das EM-Halbfinale ausgetragen wurde, rockten Stanfour aus Föhr und Revolverheld vor etwa 20000 Leuten die Bühne.
Als erstes waren Stanfour dran. Sie legten ein ordentliches knapp 60 Minuten-Set aufs Parkett und heizten die Stimmung schon mal mit Songs aus ihrem „Wild Life“-Album an.

Nach einer mehr oder weniger kurzen Umbaupause waren dann Revolverheld an der Reihe. Unter frenetischem Jubel enterten sie gegen 21:30 Uhr die Bühne und rockten los. Trotz eines noch recht frischen Bänderrisses am Fuß, war Sänger Johannes sehr gut gelaunt und feixte mit dem Publikum über die EM. Man konnte ihm jedoch ansehen, dass es ihm so gar nicht gefiel, im Sitzen singen zu müssen. Immer wieder stand er auf und hüpfte auf einem Bein umher, was einigen Fans sichtlich die Angst in die Knochen trieb. Der Mikroständer wurde kurzerhand zur Krücke umfunktioniert und es wurde gehüpft, was die heilen Bänder des gesunden Fußes aushielten. Abgesehen von diesen eher unfreiwilligen, wackeligen Showeinlagen waren alle Hits des Debütalbums „Revolverheld“ und des aktuellen Albums „Chaostheorie“ dabei. Von den Zuschauern groß gefeiert, durfte natürlich auch der offizielle EM-Fan-Song „Helden 2008“ nicht fehlen. Ab dem ersten Ton verwandelte sich das Gelände vor der Bühne in eine große Fußballparty, denn alle waren überzeugt: Deutschland wird Europameister. Nach gut 90 Minuten verabschiedeten sich die Jungs vom Publikum, aber legten noch eine Zugabe mit „Freunde Bleiben“ nach. Insgesamt ein ordentlicher Auftritt der Band, bei dem kaum Wünsche offen blieben.

Weiter gefeiert wurde an diesem Abend dann noch bis etwa 3 Uhr morgens im Vinyl und Nachtcafé, wo sich Sänger Johannes und Gitarrist Kristoffer mit ihren iPods als DJ’s verdingten.

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Mehr Fotos gibts hier , allerdings leider nicht von Revolverheld, da der Security nach dem Stanfour-Set plötzlich meine DSLR-Kamera nicht mehr gefiel.

Kieler Woche – Bad Religion

Nach einem anstrengenden Hurricane-Wochenende gab es für mich keine Zeit auszuruhen und es ging sofort weiter mit der Kieler Woche. Am Dienstag hieß es schlicht und ergreifend Arsch hoch und rocken. Von Delta präsentiert standen an diesem Abend die Punk-Urgesteine Bad Religion auf der „Unser Norden“-Bühne, gefolgt von der Indiecator.com Band Orange but Green und One Fine Day.
Das Publikum vor der Bühne war sehr gemischt. Vom Altpunk über Emokind, bishin zum BWL-Studenten mit Stehkragen hatte sich eine bunte Masse an der Hörn versammelt, um die Punk-Legenden zu sehen. Pünktlich um 19 Uhr legten Greg Graffin und Co los. Zunächst wirkte das Ganze auf er Bühne etwas verhalten und unmotiviert. Nach der ersten Hälfte es Sets aber waren auch alle müden Knochen der Musiker warmgerockt und so erzählte Greg eine Anekdote aus der Bandgeschichte nach der Anderen. Vor der Bühne tobte ein wildes Mosh-Pit mit Pogenden sämtlicher Altersgruppen und rockten zu neueren Hits der letzten 3 Alben, aber auch zu Klassikern wie Stranger than Fiction, Suffer und Generator. American Jesus durfte natürlich auch nicht fehlen.

Vor Generator wurde spontan ein Circle Pit gestartet, das auf der Kieler Woche wohl kaum übertroffen werden konnte… 😉

Nach knapp über einer Stunde verabschiedeten sich die Kalifornier auch schon wieder, denn noch am Abend sollte es von Kiel aus nach Norwegen gehen.
Natürlich verließen sie Kiel nicht, ohne vorher noch mal Sorrow gespielt zu haben.

Damit übergaben sie die Bühne an Orange But Green und später One Fine Day, die auch ordentlich abgingen.

Hurricane 2008 – Staub, Chaos und eine Unwetterwarnung


Bis kurz vor Abfahrt am Donnerstag Nacht, war das ganze Vorhaben Hurricane 2008 bei mir eine sehr wackelige Geschichte. Gerade mal 5 Tage vor Beginn hatte ich mich endgültig entschieden, mein Weihnachtsgeschenk (2 Tickets) nicht bei ebay zu verticken, sondern mich wirklich wieder auf den Eichenring zu begeben. 2 Tage vorher, als schon so ziemlich alles geplant, eingekauft und gebucht war, sprang mir meine Begleitung ab und ich stand wieder alleine da. Zum Glück fand sich nach einer himmelschreienden facebook- und MySpace Bulletin Aktion, sowie Telefonterror bei meinem gesamten Telefonbuch doch noch jemand, der Zeit, Lust, Geld und ein Zelt hatte.

Vorab: Fotos (hauptsächlich von Tegan and Sara) gibt es hier.

Freitag
Zu nachtschlafender Zeit (2 Uhr morgens) nach der großen Feierei des Halbfinalsieges, machte ich mich also auf Richtung Scheeßel, um mal wieder so richtig schön 3 Tage lang im Staub oder Schlamm zu baden. -Äähm, ich meine um grandiose Musik zu hören. Pünktlich zum Sonnenaufgang holperte mein Auto vollbepackt bis obenhin mit sinnlosen Dingen (besonders zu erwähnen hier die pinken Sangriastrohhalme) auf seine endgültige Parkposition.

Nach einer Mütze Schlaf im Auto und einem erfolglosen Versuch für meine Chefin und unsere Gewinner das grandios schlecht geplante Axe-Camp vor dem Totalabriss zu bewahren, fand ich dann auch endlich meine lieben Chaoten und unser Staubloch. Pardon, Zeltplatz. Zum Glück konnte ich dank meiner in den USA stark verbesserten Überredungskünste unseren ganzen Haufen Halbwüchsiger dazu bewegen, vom Stoppelfeld auf grasähnlichen Boden umzuziehen. Danach war auch meine Festivalseele glücklich und ich konnte mich ganz meiner Berufung widmen. Den Bands.

Durch unsere Völkerwanderung/Umzugsaktion habe ich Enter Shikari leider verpasst. Allerdings bekam ich sie später anderweitig doch noch zu Gesicht.

Los ging es bei mir mit Kettcar. Ein Jahr nachdem ich sie in Münster gesehen hatte, rockten sie nun um 19 Uhr die Green Stage auf dem Eichenring. Ich war natürlich ganz vorne mit dabei und ließ mich von Klassikern wie Landungsbrücken und 48 Stunden verzaubern. Die neuen Hits vom aktuellen Album Sylt durften natürlich auch nicht fehlen und so wurde mit einer bunten Mischung aus neu und alt derbe gerockt, so dass die ersten Popel vor lauter Staub schwarz wurden. Es wurde friedlich fröhlich gesprungen und gefeiert. Nach viel zu kurzen 45 Minuten war dann auch schon leider wieder Schluss und auch die vom Publikum lauthals gewünschte Zugabe Balu war nicht mehr drin. Sehr schade, wie ich fand, aber der Zeitplan bei solchen Festivals lässt solche Spielchen nunmal leider nicht zu.

Während Monster Magnet dann die Bühne rockten, war bei mir Celebrity Talk angesagt. Dank der Visions gab es einen kurzen Schnack mit Enter Shikari, die wirklich alle herzallerliebst waren und sich wirklich für jeden noch so dämlichen Autogrammwunsch der meist 15-Jährigen, weiblichen Fans Zeit nahmen.

Direkt im Anschluss waren dann meine heimlichen Heldinnen an der Reihe. Tegan and Sara. Ich muss zugeben, dass ich bei den beiden Süßen doch recht nervös war, aber es ist ja alles gut gegangen. Smalltalk über die Show, St. Louis, Deutschland und Kanada. Gleich noch wen Nettes dabei kennengelernt und mit Autogrammen in der Tasche (jaa, ich konnte mich nicht zurück halten) wieder zurück zum Zeltplatz gehüpft, um meine beiden Hauptchaoten einzusammeln.

Nun stand die erste schwere Entscheidung für mich an. Mit den alten Helden NOFX die Bluestage rocken und danach zum 4. mal mit den Beatsteaks die Bühne abreißen… oder lieber das Coca Cola Soundwave Tent stürmen und einen Haufen Newcomer über mich ergehen lassen, um dann später bei Tegan and Sara ganz vorne zu stehen. Da ich den Tegan and Sara Gig in St. Louis schon verpasst hatte, entschied ich mich für letzteres. Von Deichkind habe ich mir noch schnell und pflichtbewusst Remmi Demmi angehört, bevor es zu Jason Mraz ins Zelt ging. Das war die beste Entscheidung des Abends. Jason Mraz, ick liebe dir! Mit seinem Hut und seiner unglaublichen Live-Band versetzte der charmante, junge Mann die Menge in regelrechte Begeisterungsstürme. Unglaublich locker jammte und improvisierte er nicht nur zu seinen eigenen Songs, sondern baute auch gerne mal bekannte Hits a la „Wonderwall“ von Oasis ein. Nach dem Gig war ich eigentlich schon wunschlos glücklich – und vor allen Dingen tot vor Müdigkeit. Trotzdem zwang ich mich noch durch die ersten 3 Songs von Xavier Rudd, der mit einem wirklich atemberaubenden Percussionaufgebot die Bühne betrat. Dijeridoos, Fußtrommeln, Schlagzeuge, Leiern und was weiß der Henker – Man hatte beinahe das Gefühl es gehe mit dem Teufel zu, Xavier da wirklich alles alleine betätigte. Nach 10 Minuten konnte ich dann leider nicht mehr und musste mich am Rand auf den Boden des Zeltes legen, um ein kleines Nickerchen zu halten. Rudds wunderbare Songs lullten mich ein in eine fremde Welt aus Klängen und Farben. Pünktlich zum letzten Song war ich wieder halbwegs fit und konnte mich in der Umbaupause für Tegan and Sara in die erste Reihe kämpfen – was um diese Uhrzeit gar nicht so schwierig war, zumal die Beatsteaks parallel ihr Set eröffneten.


Tegan and Sara – ich will Euch beide heiraten. Auch wenn das nicht geht, haha. Die beiden waren wirklich grandios. Auch wenn sie zwischen den Songs nicht so viel quatschten und Witze rissen wie sonst, war die Stimmung im Zelt sehr ausgelassen und alle folgten Saras Aufruf zum Gruppenkuscheln bei einer ihrer Balladen. Gleichzeitig zum Auftritt liefen mir mein eigener Film über mein Jahr in den USA vor Augen ab, bei dem Tegan and Sara den Großteil des Soundtracks stellen. Zu meiner eigenen Überraschung konnte ich fast jedes Lied mitsingen, was den beiden ein fettes Grinsen ins Gesicht zauberte. Sie spielten viele Lieder ihrer drei Alben und rissen die Leute alle mit, egal wie wenig diese von ihren Witzen und Anekdoten verstanden. Das 60 Minuten Set war natürlich gefühlt auch wieder viel zu kurz und so machte ich mich sehr tot, aber noch viel glücklicher auf zum Zeltplatz. Mein persönliches Highlight des ganzen Festivals. Wer die Zwillinge verpasst hat, ist ganz einfach doof und selber Schuld. Punkt.

Eigentlich sollten die Chemical Brothers für mich den Freitag Abend beenden. Allerdings war ich nach den Strapazen des Tages dermaßen hinüber, dass ich schon Probleme hatte, heile mein Zelt zu finden. Meinen Zeltkumpanen ging es ähnlich und so fielen wir schon recht früh (gegen 2 Uhr) tot ins Bett.

SAMSTAG

Ziemlich gerädert quälte ich mich in aller Herrgottsfrühe aus dem Zelt, um doch tatsächlich zu duschen. Die Idee hatten leider noch mehr Leute, und so entstand in kürzester Zeit eine Schlange vor dem Duschzelt, die einen glauben lassen wollte, es gäbe Hurricane Tickets fürs nächste Jahr umsonst. Nachdem das auch überstanden war, wurde noch fix gefrühstückt und dann ging es auch schon wieder aufs Gelände. Viel zu früh am Morgen, nämlich um 12 Uhr mittags lag ich schon wieder vor der Absperrung der Blue Stage. Um mich herum lagen, saßen und standen noch ein paar Eidgenossen, ansonsten Totenstille auf dem Hurricane. So sah das vordere Pit bei etwa eine halbe Stunde vor der ersten Band aus. Gähnende Leere. Aber mich erwartete Großartiges. Als braves Streetteamerlein durfte ich mir den Auftritt der Newcomer Bakkushan natürlich nicht entgehen lassen. Die Jungs aus Mannheim hatten den Auftritt beim Hurricane bei der Becks on Stage Festival Challenge gewonnen und legten ein solides 25 Minuten Set hin, dass sich definitiv sehen lassen konnte. Dank ausgedehnter Stickeraktionen an den Vortagen war das Gelände ab dem ersten Song auch gar nicht mehr so lehr wie auf dem Bild zu sehen, und es wurde die erste wilde Party des Tages gefeiert. Die Band kam durchweg gut an und wir sind echt gespannt, ob sich die Jungs jetzt so langsam aber sicher in den Rock-Olymp hochkämpfen können.

Nach Bakkushan’s Set übermannte mich wieder die Müdigkeit, so dass ich mir während die UK Band Johnny Foreigner ihr Bestes gab, in der Sonne eine Pause gönnte und mich von der Sonne bescheinen ließ. Die Damen und Herren waren aber auch keineswegs zu verachten. „Violent Femmes treffen auf Pixies begleitet von XTC“ war die Beschreibung des Hurricane Programms für diesen Act. Den Nagel haben sie damit auf jeden Fall auf den Kopf getroffen. Die Musik machte richtig Spaß und war genau das richtige für einen chilligen frühen Nachmittag.

Danach zog es mich wieder rüber zur Green Stage, wo Apoptygma Berzerk aus Norwegen gerade richtig abgingen. Ich fand ein nettes Plätzchen neben dem TV Tower und sah mir mit Freuden das Spektakel an. Bei She Shine On sprang und tanzte dann auch mindestens das halbe Festivalgelände und ich wusste peinlicher Weise endlich, woher ich die Band kannte. Festivals sind schließlich immer für Überraschungen gut. Also war das dann auch endlich mal geklärt.

Ich weiss nicht, was an diesem Tag mit mir los war, aber irgendwie war Samstag der Tag der totalen Erschöpfung. Die einzige Band heute, bei der ich noch versucht habe vorne rein zu kommen war Rise Against. Die Punk Ikonen aus Chicago legten ein ordentliches Set hin, bei dem die Staubwolken meterhoch stiegen.
Die Kaiser Chiefs, die im Anschluss spielen musste ich mir wieder von weiter hinten angucken, weil es einfach nicht anders ging. Akku leer.

Billy Talent rockten dann um 21:15 Uhr los. Die Staubwolke war wirklich atemberaubend, im wahrsten Sinne des Wortes. Der Auftritt, naja… Auch wenn die ganze Welt so furchtbar begeistert ist von Billy Talent… ich kann mit Ben und Co. nichts mehr anfangen. Vor 2 Jahren war das ja alles noch toll, schön, gut und neu. Jetzt wird es bei denen wirklich Zeit für was Neues, wenn sie nicht bei mir entgültig in die Sparte hoffnungslos überbewertet rutschen wollen…und damit mit Mando Diao auf einem Level stehen. Gott sei Dank gab es nach Bens unverständlichem Geschrei tatsächlich noch einen neuen Song, der eigentlich Hoffnung bereiten sollte. Aber irgendwie hörte auch der sich an wie alles andere was davor gespielt wurde. Ich war nicht sonderlich begeistert und war eher froh, dass ich oben auf der Converse Tribüne stand und nicht im wilden Mob und Staub unten vor der Bühne. Mein Fazit für den Billy Talent-Auftritt: Meeh, ganz nett. Kann man sich ganz gut angucken, muss man aber nicht.

Irgendwie war es dann auf einmal auch schon wieder dunkel und mein persönliches Highlight (neben Bakkushan 😉 ) stand an: FOO FIGHTERS! Die Jungs sind wirklich der absolute Hammer, hatten Bandverstaerkung in Form von Streichern und Co. dabei. Irgendwo mitten in der Menge stand dann unser ganzer Chaotentrupp und feierte die Party des Tages. Die Ansage: „I don’t care if we are supposed to only play 90 minutes. Usually we play about 2 1/2 hours per show. I say we play until they kick us off stage!“ von Dave Grohl versetzte die Menge in einen riesigen Begeisterungssturm. Sie spielten dann auch tatsächlich länger als vom Veranstalter vorgesehen, was sie mir gleich noch um einiges sympathischer machte. Das Set war unbeschreiblich – alle großen Hits waren dabei, es wurde improvisiert und überhaupt musikalisch nur erstklassige Aktionen geboten. Wer den Auftritt verpasst hat, muss eigentlich auf die Strafbank für den Rest seines Lebens, denn sowas kommt so schnell nicht mehr wieder. Die Atmosphäre war der Hammer, nur leider gaben irgendwann wieder meine Beine nach und ich musste mich mitten in der Menge mal auf den Boden setzen. Nicht so schön, aber doch irgendwie gemütlich.

Nach der Aktion ging es tot ins Bett um für den nächsten Tag wenigstens halbwegs fit zu sein.

SONNTAG

Abreisetag. Der Wetterbericht verhieß nichts gutes, und so packten wir auch gleich nach dem Frühstück schon all unsere Habseligkeiten ins Auto um sie vor möglichen Überschwemmungskatastrophen a la 2006 und 2007 zu retten.

Ich schaffte es gerade so pünktlich zu Panteon Rococo, die die Menge in tanzende Derwische verwandelten und ein solides Ska Set hinlegten. Leider holten sie dieses Jahr keine 50 Leute auf die Bühne, aber trotzdem war es einer der besten Auftritte des Wochenendes, zumindest was die Stimmung anging. Die nun über die Leinwände angezeigte schwere Unwetterwarnung ließ es einigen Besuchern dann unwohl werden, und so ergriffen viele gegen Nachmittag bereits die Flucht. Ich nicht. Gott sei Dank. Unwetterwarnung hin oder her, ich stand ab den Donots festgewachsen in der 2. Reihe vor der Blue Stage und feierte bis zum Ende von Flogging Molly ausgelassen mit ein paar Mädels, deren Namen ich leider schon wieder vergessen habe.

Das Unwetter kam, das Unwetter ging. Wir wurden alle nass, aber waren trotzdem glücklich.
Nach Flogging Molly fand ich dann ein paar meiner Leute (leicht durchnässt) wieder. Während Razorlight machten wir nochmal einen kurzen Ausflug zum Auto um die restlichen unnötigen Dinge loszuwerden, und waren pünktlich zu Sigur Ros wieder da. Die Isländer guckten wir uns ganz gechillt von unserer Decke aus an, aßen Mantaplatte, Pizza und was das restliche Bargeld sonst noch so hergab.

Dann stand nochmal eine schwere Entscheidung für mich an. Kooks oder Slut. Da ich mich natürlich nicht entscheiden konnte, rockten wir erst mal eine halbe Stunde mit denn Kooks um dann nochmal dem Coca Cola Soundwave Tent einen Besuch abzustatten, wo die Ingolstädter Jungs von Slut gerade ihr Bestes gaben. Nach ein paar Jahren Abstinenz war das was sie dort neu auf die Bühne brachten zwar nicht mehr das, was ich von früher von ihnen gewöhnt war. Trotzdem war es richtig toll, Rock mit elektronischen Einflüssen, die sich definitiv nicht zu verstecken brauchen.

Mit einem atemberaubenden Himmel über Radiohead endete das Festival dann für uns. Den Headliner konnten wir uns aus Zeitgründen leider nicht mehr ansehen, aber dafür gabs ein paar entschuldigende Fotos des knallrosa Himmels über einer perfekten Lightshow der Engländer.

Persönliches Fazit für 2008: Ich bin keine 21 mehr. Ich kann nicht mehr so pogen wie früher. Mich interessiert auf einmal andere Musik. Ich halte Festivals auch sehr gut ohne Alkohol aus. Das größere Gelände bedeutet zwar längere Wege, aber die Massen verteilen sich wesentlich besser. Jedes Jahr wieder. Irgendwann dann aber auf dem Wohnmobilparkplatz 😉 Man wird ja auch älter 😉