Good Bye, Freifeld Festival Oldenburg…

Manchmal landen wirklich traurige Pressemitteilungen in meinem Blog-Postfach. So heute geschehen: Das Freifeld Festival Oldenburg gibt es nicht mehr. Das ist unglaublich traurig und schade. 

So schön war es…

Es war so schön, das Freifeld Festival in Oldenburg. Ich durfte bei der Erstausgabe 2013 auf dem Gelände der Donnerschwee-Kaserne dabei sein. In meiner damals 10-jährigen Festivalkarriere erlebte ich dort zum ersten Mal ein Festival, auf dem nicht nur die Musik und Feierei im Mittelpunkt standen. Neben vielen bekannteren und unbekannteren Bands, erwartete mich dort jede Menge Kunst, Literatur und Film, Workshops, hervorragendes Essen und jede Menge Nachhaltigkeit.

Es gab außerdem allerhand zum Selbermachen und Ausprobieren. Hier habe ich mich zum ersten Mal mit Upcycling beschäftigt, mir mein Festivalshirt per Siebdruck selbst gedruckt und zugesehen, wie ein riesiges Gesamtkunstwerk entsteht. Beim Freifeld habe ich auch zum ersten mal gesehen, dass es völlig ok ist, Kinder mit auf ein Festival zu nehmen. Während die Kurzen sich beim Circus-Workshop im Jonglieren versuchten, lag ich auf der gleichen Wiese unter einem Apfelbaum und bloggte mit meinem Tablet. 

In den alten Kasernengebäuden hing Kunst an der Wand, draußen wurde tagsüber bei Lesungen entspannt und nachts mit DJs gefeiert oder sich im alten Hangar bei Kurzfilmen gegruselt. 

Yoga, Tanzen, Malen, Essen, Slackline, Jonglieren, Musik, Workshops, Lesungen, Kunst, Installationen, liebevolle Dekoration.

Wenn ich das gerade selbst so lese, könnte sich dieser Text auch genauso auf das A Summer’s Tale Festival in Luhmühlen beziehen.  Tut es aber nicht. Das gibt es erst seit 2015. 

Nie mehr Freifeld Festival – Warum?

Die Gründe erklärt das Freifeld-Team auf ihrer Homepage so:

Wir sind unglaublich traurig und enttäuscht. Wir haben lange gesucht, geplant, verhandelt und gekämpft, aber jetzt ist es vorbei: Es wird dieses Jahr kein Freifeld Festival in Oldenburg geben und auch in Zukunft nicht mehr.

Nachdem wir auf der Kaserne Donnerschwee bei den Freifeld Festivals 2013 und 2014 zusammen mit euch drei Tage kreativen Überfluss mit Musik, Kunst, Theater, Club, Literatur, Film, Workshops und Gesprächsformaten gestaltet und gelebt haben, das Festival 2015 auf dem Gelände des ehemaligen Kloster Blankenburg abgesagt werden musste, da der Geländebesitzer sich gegen eine kritische Auseinandersetzung mit der Blankenburger Geschichte wehrte, unser Programm aber nicht verhandelbar ist, und es 2016 das alternative Format Freifeld»Jurten auf der Lazaruswiese gab, haben wir alles dafür gegeben, ein Freifeld 2017 zu ermöglichen. Wir wollten wieder mit euch ein Wochenende lang kulturelle Freiräume gestalten, Neues entdecken, gemeinsam feiern und tanzen.

Unsere Suche nach einem geeigneten Festivalgelände scheiterte jetzt aber endgültig: Wir haben schon lange mit der Stadt Oldenburg über die Nutzung von Teilen des Fliegerhorsts verhandelt, sie hat aber entgegen vorheriger Äußerungen kein geeignetes Festivalgelände zur Verfügung gestellt. Auch für das alternative Gelände, das wir im Januar wenige Kilometer vor Oldenburg gefunden haben, gab es keine ausreichende Unterstützung. Unsere finanzielle Lage durch die Absage und die fehlende Perspektive, in Zukunft ein geeignetes Festivalgelände in Oldenburg zu finden, bringen uns jetzt zu diesem schmerzhaften Schritt: Wir werden den Verein auflösen und uns vom Freifeld Festival verabschieden. […]

Liebes Freifeld, ich werde dich vermissen

Es ist wirklich unglaublich schade, dass dir, liebes Freifeld Festival, in den vergangenen 3 Jahren so viele Steine in den Weg gelegt worden sind. Deine Entscheidung ist traurig, aber nachvollziehbar. Ich werde dich vermissen und immer als mein erstes Festival in Erinnerung behalten, das „anders“ war. Ganzheitlich. Nachhaltig. Ein bisschen verrückt. Liebenswert und niedlich. Und einfach nur großartig. Danke für Eure tolle Arbeit. Good Bye, FF! 

Foto: Freifeld e.V. / Marcus Windus

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