Hütte Rockt Jupiter Jones

Hütte Rockt 10 – Ein Festival-Rückblick

Vor gut zwei Wochen war ich für die NOZ beim 10. Hütte Rockt Festival in Georgsmarienhütte unterwegs. Am Freitag habe ich die Welt im Liveticker unterhalten, am Samstag gab es einen Online-Artikel von mir und Montag dann eben noch einen großen Artikel in der Zeitung.  Damit Ihr auch lesen könnt, wie es mir zwischen den Donots und Jupiter Jones gefallen hat, gibt’s hier noch mal eine kleine Zusammenfassung. 

Tolles Wetter, tolle Leute und ziemlich viele gute Bands. Das war für mich das Hütte Rockt Festival 2016. Am Freitag habe ich fleißig live getickert. Das Ergebnis könnt Ihr hier nachlesen. Samstagabend gab es dann schon die Zusammenfassung.

Hier die kurze Variante meines Artikels vom 29.08.2016.

Hütte Rockt schwitzt, tanzt, feiert

Sommerhitze, jede Menge Musik und noch mehr gut gelaunte Gesichter. Insgesamt 3800 Besucher haben am Freitag und Samstag in Georgsmarienhütte die 10. Ausgabe des Hütte Rockt Festivals ausgelassen gefeiert.

Mit viel Sonne und Temperaturen jenseits der 30 Grad startete am Freitagnachmittag das Festival in seine 10. Runde. Gerade für die frühen Bands war das Wetter eine kleine Herausforderung. Bis zum Abend war statt Tanzen vor der Bühne Relaxen im Schatten angesagt. Immerhin schafften es die Stuttgarter Rock-Rapper von Mick Baff die Besucher auch im Sitzen zu animieren. Ihr Rezept: starke Beats und Wortwitz. Hi! Spencer brachten die Stimmung des Festivals wenig später erstmals richtig zum Kochen. Unabhängig von ihrer lokalen Bekanntheit war die Hagener Band mit ihrem Indie-Poppunk für viele Besucher die musikalische Überraschung des Abends – wenn nicht sogar das Highlight.

Den zweiten Schub Partyekstase lieferten Liedfett aufs Gelände, verpackt in Akustik-Punk. Mit zotigen Texten zwischen Partyklamauk und politischem Appell trafen sie genau den Nerv des Publikums. Das ließ sich ohne zu zögern vom Spaß und der guten Laune der Hamburger anstecken.

Jupiter Jones

Weniger leichtes Spiel hatten dagegen Jupiter Jones. Der Funke wollte einfach nicht so recht auf das Publikum überspringen. Besonders Stücke des aktuellen Albums hatten es schwer. Sänger Sven Lauer präsentierte sich mit seinen Kollegen zwar von Anfang an sympathisch, publikumsnah und voller Energie, erzielte jedoch häufig nur wenig der wohl gewünschten Wirkung. Es schien fast so, als ob viele Besucher ihm die Texte der älteren Stücke nicht so richtig abkaufen wollten; diese waren noch mit seinem Vorgänger Nicholas Müller entstanden. Erst in der zweiten Hälfte schaffte Lauer es, das Publikum mit „Rennen und Stolpern“ richtig zu berühren und den Bann zu brechen. Danach war auch der Ritt auf einem Surfbrett über die Menge kein Problem.

Als heimliches Highlight des Freitags entpuppte sich neben Hi! Spencer die Partykapelle Knallfrosch Elektro. Als letzte Band des Tages führten die Norddeutschen das Hütte Rockt mit Karacho gen Aftershow Party. Unter Buhrufen drehte man ihnen später den Strom ab – wegen Überziehung. Das Ordnungsamt hatte angeklopft.

Zwischen Mittelalter und Punkrock

Der Samstag präsentierte sich musikalisch überraschend vielseitig. Von Punkrock von Empire Me, über Poprock von Junikorn, Therapiezentrum und Toni Trash über Ska-Punk von Vertikal bis hin zu mittelalterlichen Klängen von Reliquiae und Sonor Teutonicus war für jeden Besucher etwas dabei.

Nachdem der Nachmittag sonnig entspannt dahingeplätschert war, brachten die Wohnraumhelden aus Hannover das Publikum für die Donots auf Betriebstemperatur. Das sie das kann, hatte die Band des Gitarristen von Fury in the Slaughterhouse bereits am Vortag bewiesen. In kleiner Besetzung hatte sie auf einer Ape – einem Motorroller mit winziger Ladefläche – die Menge im Pausenprogramm bei Laune gehalten.

Donots

Mit Einbruch der Dunkelheit hieß es dann volle Kraft voraus für die Donots. Sänger Ingo Knollmann trieb die stark gewachsene Menge zwischen aktuellen Songs des Karacho-Albums und älteren Stücken zu Höchstleistungen an. Und wenn ein Knollmann fordert, dann geht man mit: Springen, Klatschen, Moshpit, Crowdsurfen, Bäder in der Menge, Nazis raus. Mit ihrer humorvollen Art, ihrer unermüdlichen Energie und ihrem Händchen für kleine Gänsehaut-Momente präsentierten sich die Ibbenbürener als würdige Krönung der zweitägigen Jubliäumsparty.

Einen schöneren Geburtstag hätte sich das Festival kaum wünschen können. Carolin Buhtke, Vorstandsmitglied des Veranstalters Die Hütte Rockt e.V., zeigte sich am frühen Samstagabend äußerst zufrieden: „Wir haben einen Besucherrekord und ich habe bisher von allen Seiten nur positives Feedback bekommen.“

Einziger Wermutstropfen: später zwang das aufziehende Unwetter die Veranstalter dazu, den Auftritt der Basement Apes gegen 23.20 Uhr abzubrechen und vorzeitig die Aftershow Party im geschützten Festzelt zu starten. Sicherheit geht eben vor.

2 Gedanken zu „Hütte Rockt 10 – Ein Festival-Rückblick“

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