A Summer’s Tale – Der Festival Live Blog am Freitag

Tag 3 beim A Summer’s Tale Festival in Luhmühlen. Felix und ich sind immer noch da und bloggen fleißig über das Festivalgeschehen bei diesem kleinen Sommermärchen. Schaut rein und besucht uns!

12:03 Uhr
Aloha, liebste leiselaute Menschen. Tag 3 beim A Summer’s Tale hat uns erreicht und verspricht wieder genauso wunderschön und herzlich warm zu werden, wie die letzten beiden. Meine innere Festivalzeitrechnung ist immer noch vollkommen durcheinander. Mein Körper denkt, es sei Sonntag und bald wäre schon alles wieder vorbei. Aber es ist erst Freitag und vor mir liegen noch zwei ganze Festivaltage. Ich muss zugeben, dass ich ein wenig angeschlagen bin. Die Hitze gestern hat mich doch recht fertig gemacht.

Von heute wird es keinen Videoblog geben, da ich gleich erst einmal noch das Video von gestern fertig schneiden muss. Und so kaputt wie ich gerade aussehe, wollt ihr mich nicht sehen, glaubt mir 😉

Das Programm läuft hier schon wieder seit 10 Uhr. Ich hatte für ein paar Sekunden überlegt, am Familienyoga teilzunehmen. Aber so wie ich mich kenne, würde das bei mir vermutlich mit einem verrenkten Rücken enden. Also lasse ich das heute lieber mal.

Musikalisch stehen heute Zaz aus Frankreich, Get Well Soon, Patti Smith, James Yorkston, Mighty Oaks, Niels Frevert & Band, Die höchste Eisenbahn, Eaves und The Royal Stage Monkeys auf dem Programm. Davon kenne ich nicht einmal die Hälfte, sodass ich heute ganz gemütlich meiner Lieblingsbeschäftigung bei Festivals nachgehen kann: Neue Bands für mich entdecken.

Wenn alles klappt, schaffe ich es heute auch noch zu ein paar Lesungen. Felix möchte unbedingt zu Manuel Möglich. Da werde ich mich dann nachher anschließen.

So long!


14.01 Uhr
Es hat geregnet. Und wie. Dunkle graue Wolken hängen jetzt über dem Sommermärchen, aber der Stimmung tut das nicht weh. Ich habe mich immer noch nicht aus dem Pressezelt hinaus bewegt, dafür ist jetzt aber das Video von gestern fertig geschnitten und wird gerade exportiert. Es ist keine Meisterleistung, zeigt aber ganz schön, wie es hier gestern so war. Heiß! 😉


14.31 Uhr
Man könnte fast meinen, das Programm wolle mich heute zum Sport zwingen. Nachdem das Video gerade hochlädt, wollte ich jetzt eigentlich mal raus aus dem Pressezelt und ein wenig Musik lauschen. Allerdings sind gerade irgendwie nur Workshops, bei denen ich mir die Beine brechen würde. Oder die Arme. Zum Beispiel kann man gerade auf dem LuheDeck den perfekten Handstand lernen oder an der Waldbühne einen Crashkurs im Elektroswing machen. Das ist mir alles noch zu wild um diese frühe Festivaluhrzeit. Die innere Uhr ist echt nervig heute.

Dafür macht gerade Zaz nebenan im Zelt Soundcheck. Das hört sich im wahrsten Sinne des Wortes beswingt an. Ich kenne kaum Künstler aus Frankreich, daher bin ich darauf besonders gespannt.

Ich suche mir mal was zu essen. Oder schlafe noch eine Runde, damit ich gleich gut gestärkt weiter bloggen kann. Liebe!


15.44 Uhr
Was ich an diesem Festival faszinierend finde, ist, wie viele interessante Menschen man hier einfach so kennenlernt. Da die wenigsten Menschen hier wirklich betrunken sind, im Gegensatz zu anderen Festivals, dafür aber absolut tiefenentspannt, offen und locker, kommt man viel schneller ins Gespräch. Ins gute Gespräch. Während ich mich ausruhe und überlege, was ich als nächstes essen könnte, setzt sich eine nette Dame zu mir, mit der ich einfach mal eine halbe Stunde über alles mögliche quatsche. Wir werden in Kontakt bleiben.

Nebenbei spielt Eaves im Zelt. Ein Singer-Songwriter, wie er im Buche steht. Auf sein Äußeres legt er weniger wert, mag man meinen, konzentriert sich dafür absolut auf seine Musik. Die ist sehr beruhigend, emotional und tiefschürfend. Ein bisschen dämmere ich so vor mich hin und träume von grünen Landschaften. Wobei, träumen muss man gar nicht, die Natur ist ja direkt vor der Haustür.


16.30 Uhr
Da ist der neue Videoblog schon seit zwei Stunden online und ich vergesse es Euch zu zeigen. Wie doof von mir. So wunderschön sah es gestern hier aus.

Und jetzt ganz schnell zu Die Höchste Eisenbahn. Die klingen super.


16.50 Uhr 
Die höchste Eisenbahn steht hoch oben auf der Konzertbühne und singt uns raus aufs Land. Mit der Band habe ich mich noch nie aktiv auseinander gesetzt und bin gerade wirklich freudig überrascht, was für tolle Songs mir da entgegen schallen. Manchmal klingt es ein bisschen nach den ganz alten Sachen von Bosse, dann wieder ein bisschen nach Fotos und einigen anderen Bands, die ich alle toll finde. Starke Sache.

Während ich das hier schreibe, liege ich übrigens fast direkt vor der Bühne im Sand. Was perfekteres als Strandfeeling gepaart mit großartiger Livemusik gibt es einfach nicht.


17.15 Uhr 
Die erste Überschneidung beim Musikprogramm, die ich bewusst erlebe – und die mich stört. Bei der höchsten Eisenbahn ist es so wunderschön, sowohl musikalisch als auch atmosphärisch. Leider fängt genau jetzt auch noch Niels Frevert im Zelt an. Ich bin völlig zerrissen. Gehe ich da jetzt schon hin oder warte ich noch, bis der Zug angekommen ist? Immer diese Entscheidungen.


17.45 Uhr 
Niels Frevert ist einfach großartig. Tolle Texte, tolle Stimme. Dazu scheint es so, als hätten die Soundmenschen im Zelt sich endlich mal ordentlich die Ohren gewaschen, denn im Vergleich zu vorgestern ist der Sound hervorragend. Kein Vergleich zu dem dreckigen Matsch, der da vorher aus den Boxen schallte. Endlich versteht man glasklar jedes Wort, das da gesungen wird. Juhu!


18.23 Uhr
Meine Damen und Herren, das Gelände ist voll. Also, nicht ausverkauft oder so, aber zum ersten Mal in den vergangenen drei Tagen ist wirklich überall auf dem Gelände ordentlich was los. Keine Ecken mehr, wo man wie gestern ganz einsam und ungestört ist. Die Leute liegen entspannt im Gras und lauschen gerade den ersten Songs von Mighty Oaks, die mit ihrem melodiösem Gitarrenindiefolk und der markanten Stimme des Frontmanns mal wieder perfekt zur langsam sinkenden Abendsonne passt.

Ich habe hier immer wieder den Eindruck, in einem riesigen Feriendorf und nicht auf einem normalen Festival zu sein. So viele Aktivitäten werden hier angeboten. Vielleicht mache ich morgen einen Polaroid-Workshop, wenn ich schon nicht Kanufahren werden kann. Die Touren sind alle ausgebucht 🙁

Ähnlich ist es auch mit den Foodtrucks. Die haben hier teilweise Schlangen vor sich, als gäbe es nie wieder irgendwo auf der Welt etwas zu essen. Manche Trucks sind auch weiterhin fast ausverkauft. Ein Stand, bei dem ich Dienstagnacht noch ein Pulled Pork Sandwich gegessen habe, hat jetzt improvisiert und auf Smoked Mozzarella Burger umgesattelt, nachdem alles Fleisch schon gestern ausgegangen war. Er habe jetzt noch Brötchen und Mozzarella nachgeordert, um wenigstens noch ein bisschen was verkaufen zu können. Und so mampfte ich gerade tatsächlich einen ganzen geräucherten Mozzarella in einem Brötchen mit Aioli und Coleslaw. Konnte man wohl essen, aber der Pulled Pork Sandwich am Dienstag war besser.

Ich habe übrigens Felix verloren. Naja, zumindest habe ich ihn seit gut zwei Stunden nicht mehr gesehen… was vermutlich auch einfach am höheren Besucheraufkommen liegen mag. Da verschwindet man schon mal in der Masse.

19.07 Uhr 

Ich habe bei den Mighty Oaks gerade wieder einen Damien Rice Moment. Ich möchte mich mit der Musik einfach zudecken und für immer in der Stimme des Sängers liegen bleiben. Die ganze Szenerie geht and Herz. Ein Sommermärchen, ein wahres, bei dem man sich manchmal schon fast am Strand wähnt. Der Frontmann der mächtigen Eichen verrät, dass sie heute ein paar neue Songs testen, die noch nicht fertig sind, aber vermutlich auf das kommende zweite Album gehören. Die Band ist überaus sympathisch und das Publikum begeistert. Was will man mehr?


20:31 Uhr

Horrido, ich habe Felix nach den Mighty Oaks wiedergefunden. Als ich im Sand bloggend vor der Bühne lag, lag er irgendwo auf der Wiese und hat sich ebenfalls mal kurz ausgeruht. James Yorkston habe ich mir dann nicht angeguckt, weil ich die letzten Sonnenstrahlen lieber draußen genießen und nicht im Zelt verpassen wollte. Eine belgische Waffel mit Vanilleeis und verrücktem Kompott und drei Chicken Tacos später, sitze ich nun wieder auf meinem Stammplatz neben dem Pressezelt auf der Wiese und schaue von weitem Patty Smith. Die Dame ist mit ihren über 60 Jahren wirklich sehr beeindruckend. Ihr Set schwankt zwischen einer dramaturgischen Meisterleistung und roher Rockshow. Angeblich spielt sie heute ihr komplettes Album Horses von 1975. Leider kann ich das nicht beurteilen, weil ich das Album nicht kenne. Asche auf mein Haupt. Aber es scheint tatsächlich so zu sein, denn sie liest alle Texte ab.


21.32 Uhr

Hammer. Hammer. Wie geil war Patty Smith denn bitte gerade? Mit der Energie, die sie da gerade auf die Bühne gebracht hat, hat sie einfach mal alle Bands des Tages zusammen in den Schatten gestellt. Was für eine Frau! Felix ist ein bisschen verliebt, sagt er. Für mich geht es jetzt weiter mit Get Well Soon im Zelt, falls ich da noch rein komme. Es ist nämlich tatsächlich richtig voll. Wie schön!


21.59 Uhr
Eigentlich wollte ich gerade noch schnell die Bildergalerie des Tages für euch fertig machen, aber dann klangen Get Well Soon so gut, dass ich ganz schnell rüber ins Zelt laufen musste. Das ist heute die einzige Band, die mit ihrer musikalischen Energie in Ansätzen an Patty Smith dran kommt. Allerdings mag der Eindruck auch einfach am Zelt liegen, denn hier drin wirkt alles irgendwie intensiver. Das Zelt hat gerade auf jeden Fall den bisherigen Besucherrekord der letzten Tage. Gestern konnte man bei jeder band noch problemlos links und rechts von der Bühne auf dem Boden liegen, während jetzt so ziemlich jeder Fleck besetzt ist. Ich hätte Damien Rice gestern so sehr eine ähnliche Kulisse gewünscht.


23.02 Uhr

Gerade spielt auf der Hauptbühne ZAZ und verwandelt das A Summer’s Tale Festival mit ihren französischen Chansons in ein Stückchen Paris. Oder in eine Revue. Normal mag ich solche Musik eher weniger, aber das hier gefällt mir richtig gut. Noch mehr Urlaubsstimmung und Raum für Träumereien geht nicht.

Der Post kommt übrigens erst so spät, weil Felix und ich vorhin gut eine halbe Stunde für ein Stück Pizza angestanden haben. Die Schlangen vor der Foodständen und Food Trucks sind heute wirklich endlos. Viele Stände sind schon wieder ausverkauft. Aber die Sachen sind auch einfach alle unglaublich lecker! Bei mir gab es eben hausgemachtes Caipirinha Eis. Nomnomnom!

Mit diesem Eintrag verabschiede ich mich für heute in die Nacht. Ach was, ich tanze mit ZAZ hinaus in die Nacht. Entschuldigt, dass wir den ganzen Tag über kaum Fotos gepostet haben. Die könnt Ihr jetzt dafür alle auf einmal sehen – Unsere Bildergalerie des Tages ist nämlich online!

Habt einen schönen Abend, Ihr Lieben!

2 Gedanken zu „A Summer’s Tale – Der Festival Live Blog am Freitag“

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