Going Away Party

Eine „Going Away Party“ von und mit Going Away Party

Going Away Party laden zur „Going Away Party“. Häh? Jawoll. Das britische Trio hat gestern sein Debütalbum veröffentlicht, welches ich gerade rein zufällig in den undurchdringlichen Untiefen meines Posteingangs entdeckt habe. Und es passt gerade so perfekt zu den Gespenstern in meinem Kopf, dass ich es Euch hiermit einfach mal vorstellen möchte.

Nach acht Jahren LEISE/laut hängt meine Blog-Mailadresse in unzähligen Promo-Verteilern. Oft unfreiwillig. Oft kommt viel Schwachsinn dabei rum. Wieso sollte ich z.B. Tourdaten von Bands in England oder Korea veröffentlichen? Genau. Aber hin und wieder findet man inmitten des ganzen musikalischen Wahnsinns auch einen kleinen Schatz. Ein Album, das man sonst niemals gehört hätte, aber in diesem Moment einfach wie die Faust aufs Auge passt. So wie jetzt gerade, Going Away Party von Going Away Party.

GOING AWAY PARTY CD COVER FRONTsmaller

Nach all den immer zu auf Hochglanz polierten, sich jedes Mal in ihrer Komplexität übertreffenden, elektronisch angehauchten Indie-Poptracks, die mir hier jeden Tag zuhauf „wärmstens ans Herz“ gelegt werden, trifft Going Away Party von Going Away Party bei mir genau ins Schwarze. Eine absolut willkommene und gerade bitter nötige Abwechslung.  Roh und unpoliert, sicherlich auch etwas rostig, aber rundherum einfach echt, emotional und authentisch. Ja, auf ihrem Debüt-Album Going Away Party kann das erst 2013 gegründete Punk-Trio nur schwer seine Emo- und Punk-Einflüsse der späten 1990er und früher 2000er verbergen.

Und das ist auch gut so. Kein Versteckspiel hinter verkopften Synthie-Eskapaden, keine aufwändige Maskerade hinter irgendwelchen verwirrenden Loops oder Texten, für die man eigentlich zumindest drei Semester Literatur studiert haben müsste. Stattdessen echte Emotionen, Gitarrenriffs und Melodien, in die man sich einfach nur hinein kuscheln möchte, aber genauso gut innerlich laut schreiend irgend etwas kaputt machen könnte. Mit   seiner rauen Stimme wickelt Sänger Perry Hood den Hörer sofort um den Finger. Und wer es dann noch schafft, ganz smooth The Breakfast Club in seinem Songtext zu verwurschteln, der hat mich auf endgültig auf seiner Seite.

Ja, ich glaube Going Away Party haben heute für einen kurzen Moment mein lange Jahre schlafendes, inneres Emo-Kind wieder geweckt.  Aber auch unabhängig von meiner Laune solltet Ihr Euch Going Away Party schon mal irgendwo abspeichern. Frank Turner himself spricht sich auf der Insel nämlich ebenfalls schon positiv für die Band aus. Also wer weiß, wo man die Herren in den nächsten Jahren noch wieder treffen wird.

Reinhören könnt Ihr ganz bequem weiter unten via Spotify oder einfach auf Bandcamp.

Mehr Infos zur Band gibt’s hier.

Reinhören: Going Away Party von Going Away Party

 

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